Heute ist Wolfsmond, der Erste Vollmond im Jahr und der stärkste Vollmond. Die Sonne leuchtet Ende Januar aus dem Sternbild Steinbock ins genau gegenüberliegende Sternbild Krebs. Dort steht der Mond dem Tagesgestirn am Himmel diametral gegenüber. Dieser erste Vollmond im neuen Jahr ziert die ganze Nacht das Firmament. So erscheint er, wenn die Sonne gerade untergeht und verabschiedet sich bei Sonnenaufgang. Typisch für einen Wintervollmond steht er um Mitternacht ausgesprochen hoch und hell am Himmel. Im Deutschen gibt es einen anderen Namen: Hartung.
Da sie zu dieser Zeit des Jahres vermehrt Wölfe vor ihren Siedlungen heulen hörten, gaben die Naturvölker Nordamerikas diesem zweiten Wintervollmond den Namen «Wolfsmond». Mittlerweile ist die Bezeichnung Wolfsmond auch in unseren Breitengraden geläufig. Ursprünglich hatte man den Januarmond im deutschen Sprachraum allerdings anders genannt: Hartung. Die Menschen bezogen sich dabei auf den harten, gefrorenen Boden im Januar. Auch Eismond war ein geläufiger Name. Die altertümlichen Mondbezeichnungen richten sich oft nach Witterungsbedingungen oder typischen Beobachtungen, die man in den jeweiligen Monaten machen konnte. Den Februarvollmond nennen die Algonquin, eines der indianischen Völker Kanadas, Schneemond.
Der Begriff «Wolfsmond» ist im Allgemeinen mit der Algonkin-Sprache verbunden, der Sprache der Ureinwohner, die im Nordosten von Nordamerika lebten. Sie beobachteten die 29,5 Tage dauernden Mondmonate und gaben jedem Vollmond einen Namen gaben –eine einfache Version moderner Mondkalender. Bei den Algonkin wird der Januar als Wolf Moon, also Wolfsmond, bezeichnet. Inspiriert wurde der Name von hungrigen Wölfen, die im Winter ausserhalb der Siedlungen heulen. Allerdings heulen Wölfe entgegen dem Volksglauben nicht etwa den Mond an. Sie kommunizieren ganz einfach miteinander, denn das Heulen ist ihre Art des Austauschs über grosse Distanzen. Und da es sich bei ihnen um nachtaktive Raubtiere handelt, beginnt ihr Geheul meist in der Abenddämmerung. Die uns oft wehmütig erscheinenden Laute erklingen vor allem in der Paarungszeit der Wölfe und können den Standort eines Tieres mitteilen, aber auch vor Fressfeinden warnen oder die Position von Beutetieren verraten. Möglicherweise können Wölfe in den hellen Mondnächten rund um den Vollmond auch besser jagen und rufen daher vermehrt ihr Rudel zusammen.
Für uns Menschen ist dieser «Wolfsmond» ein besonderer nächtlicher Genuss, wenn er aufgrund seiner Höhe und Helligkeit eine schneebedeckte Winterlandschaft geradezu magisch beleuchtet. Hoffen wir auf einen klaren Himmel bei Nacht, um dieses Naturschauspiel ausgiebig geniessen zu können.







«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








