Man muss ihm lassen: Bill Gates beherrscht die grosse Geste. Kaum verkündet die US-Regierung, dass sie die Finanzierung von GAVI zurückzieht, steht er da, sichtbar gerührt, irgendwo zwischen feuchtem Auge und moralischem Weltuntergang. «All der Fortschritt, den wir gemacht haben, ist in Gefahr.» Dramaturgie sitzt. Licht, Kamera, Erlöserpose.

Erstaunlich ist weniger die Aussage selbst als die Selbstverständlichkeit, mit der ein ehemaliger Softwareunternehmer heute als globale Gesundheitsinstanz auftritt. Früher erklärte er uns Betriebssysteme, heute erklärt er uns die Weltrettung. Upgrade abgeschlossen. Fachliche Qualifikation optional.

Noch erstaunlicher ist das Publikum. Millionen nicken ehrfürchtig, als hätte Moses persönlich die Serverräume verlassen und neue Tafeln mitgebracht. Zweifel? Unhöflich. Kritik? Unmoralisch. Fragen? Potenziell gefährlich. Wenn Tränen fliessen, wird Denken sofort eingestellt.

Dieses ritualisierte Betroffenheits-Theater hat etwas Bizarr-Komisches. Als hinge der Gesundheitszustand der Menschheit an der Überweisung einer Regierung und der emotionalen Stabilität eines Milliardärs. Was hier verkauft wird, ist weniger Sorge als Deutungshoheit. Wer widerspricht, gefährdet «den Fortschritt». Wer nachfragt, steht auf der falschen Seite der Geschichte. Und wer nicht applaudiert, hat offenbar etwas gegen Menschenleben. Praktisch, diese Argumentation. Spart Diskussionen.

Vielleicht wäre echter Fortschritt ja, wenn globale Gesundheit nicht von Einzelpersonen, Stiftungen oder PR-fähigen Emotionen abhängt. Aber das wäre langweilig. Keine Tränen, kein Pathos, keine Heilsversprechen. Und vor allem: Niemand, dem man andächtig an den Lippen hängt…

Wenn Milliardäre weinen, soll die Welt stillstehen
Wenn Milliardäre weinen, soll die Welt stillstehen

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«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.

Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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