Palantir, das diskrete US-Datenunternehmen, liefert offiziell «Analytiklösungen» und inoffiziell ungefähr alles weiss, was man wissen kann – oder zumindest was man speichern kann. Nun ist Palantir angeblich gehackt worden.

dies behauptet zumindest Kim Dotcom, selbsternannter Whistleblower im XXL-Format. Nicht von einem gelangweilten Teenager im Keller, sondern – natürlich – von einem KI-Agenten mit «Superuser-Zugriff». Wenn schon, denn schon. Ein Hack mit Endboss-Vibes.

Und dann folgen die Anschuldigungen. Massenüberwachung von Staatsoberhäuptern. Transkribierte Gespräche von Trump, Vance und Musk. Abgehörte Geräte, manipulierte Autos, kompromittierte Jets. Das grösste Archiv an Erpressungsmaterial der Welt, praktisch ein digitales Kompromat-Warehouse.

Das klingt weniger nach IT-Sicherheitsvorfall und mehr nach Drehbuch für Staffel 6 einer dystopischen Netflix-Serie. Aber Moment. Es geht weiter.

Palantir entwickle Atom- und Biowaffenkapazitäten für die Ukraine. Arbeite mit der CIA zusammen, um Russland strategisch zu «beschäftigen». Habe KI-Zielerfassung für Israel entwickelt und trage Verantwortung für die Mehrheit der palästinensischen Todesfälle im Gazastreifen. Und selbstverständlich seien alle Kundendaten in einer CIA-Spionage-Cloud gespeichert. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Wenn das alles stimmt, dann ist Palantir nicht nur ein Tech-Unternehmen, sondern ein globales Schachbrett mit Serverfarm. Die Frage ist nur: Was davon ist belastbar? Und was ist Teil eines Informationskriegs, in dem Narrative schneller zirkulieren als Beweise?

Palantir ist zweifellos tief im Sicherheits- und Militärsektor verankert. Das Unternehmen arbeitet mit Regierungen, Geheimdiensten und Streitkräften. Es analysiert Daten in gigantischem Umfang. Es hilft bei Terrorbekämpfung, Logistik, Grenzüberwachung. Und ja, es ist eng mit staatlichen Strukturen verknüpft. Das ist kein Geheimnis.

Aber zwischen «arbeitet mit Behörden» und «kontrolliert die Welt durch ein globales Erpressungsarchiv» liegt ein sehr langer, sehr steiler Abhang.

Kim Dotcom wiederum ist nicht gerade für Zurückhaltung bekannt. Er bewegt sich gern im Grenzbereich zwischen Enthüllung, Provokation und politischer Show. Seine Aussagen erzeugen maximale Aufmerksamkeit – was im digitalen Zeitalter eine eigene Währung ist. Interessant ist dabei weniger die konkrete Behauptung, denn wir leben in einer Zeit, in der es plausibel wirkt, dass ein Tech-Konzern mehr über Staatschefs weiss als deren eigene Sicherheitsdienste.

In der es realistisch klingt, dass KI-gestützte Systeme militärische Entscheidungen beeinflussen. In der Daten das neue Rohöl sind – und wer sie kontrolliert, Macht besitzt. Das eigentliche Problem ist nicht, ob Palantir gehackt wurde. Sondern dass wir es sofort glauben würden.

Weil die Vorstellung eines allwissenden Datenkonzerns längst keine Science-Fiction mehr ist, sondern Alltag. Smartphones hören zu. Plattformen analysieren. Algorithmen bewerten. Überwachung ist kein Skandal mehr, sondern Infrastruktur. Und so entsteht ein perfektes Biotop für extreme Behauptungen.

Vielleicht gab es einen Hack. Vielleicht nicht. Vielleicht existieren Daten, die nie existieren sollten. Vielleicht auch nicht. Sicher ist nur: Vertrauen in Institutionen ist so porös geworden, dass selbst die wildeste Anschuldigung nicht mehr absurd klingt.

Wenn ein Unternehmen, das sich mit Namen aus «Herr der Ringe» schmückt, mit Geheimdiensten kooperiert und KI-Systeme für militärische Zwecke entwickelt, dann muss es sich nicht wundern, wenn es irgendwann als digitaler Sauron wahrgenommen wird.

Die eigentliche Bombe ist also nicht die Behauptung. Sondern der Zustand der Welt, in der sie sofort glaubwürdig erscheint…

Wenn der Daten-Gott fällt: Palantirs digitaler Weltuntergang


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