Noch eine Seitenbemerkung zum autoritären Wahn, der inzwischen massenhaft durch die Münder schäumt: Die sadistische Pressephrase, es werde künftig «für Ungeimpfte ungemütlich», ist auch deshalb falsch, weil es künftig auch für «Geimpfte» und «Genesene» ungemütlich wird. Die können sich nämlich, sofern sie dem Massnahmenstaat hinterherschleimen, mit ihren ungeimpften und ungenesenen Freunden und Familienmitgliedern nicht mehr im Café oder Restaurant treffen und sind angehalten, sie auch privat und intim zu meiden.
Auf diese Weise wird ein Keil des Misstrauens und des Ressentiments zwischen Menschen getrieben, die sich vorher mochten, und private Beziehungen zwischen denen, die sich sowieso nicht mochten, werden zusätzlich vergiftet. Einen so drastischen Eingriff in die Intimsphäre der Bürger hat es im Westen seit 1949 nicht gegeben, selbst das DDR-Regime, an das vieles, was gerade geschieht, erinnert, hat sich eine solch drastische Übergriffigkeit verkniffen. Hinzu kommt, dass die «Geimpften» künftig alle halbe Jahre in Gefahr sind, zu «Ungeimpften» herabgestuft zu werden. Was hier abgeht, betrifft also alle, und eigentlich müssten sich alle, ohne Ansehen von Person und Impfstatus, dagegen wehren. Wird nicht passieren, aber man sollte es festhalten.


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