Wenn ich manche aus meinem Jahrgang sehe, die es geschafft haben, Arzt zu werden, dann frage ich mich nicht: «Wie genial muss man sein?» Sondern: «Wie ist dieser Mensch bitte durch die menschliche Reifeprüfung gerutscht, ohne dass jemand es bemerkt hat?» Und ja, genau diese Leute dürfen später Entscheidungen treffen, die über Lebensqualität, Lebenswege und manchmal über Leben und Tod mitbestimmen. Das ist der Moment, wo mein innerer Optimist kurz lacht, sich verschluckt und dann still das Weite sucht.

Denn Heilkunde ist eigentlich eine Kunst. Eine Mischung aus Wissen, Erfahrung, Intuition, Demut und dem seltenen Talent, einen Menschen nicht wie ein kaputtes Gerät zu behandeln. Medizin, wie sie heute vermittelt wird, ist dagegen oft: Fach. Modul. Prüfungsordnung. Auswendiglernen. Haken dran. Wer gut memorieren kann, kommt durch. Ob jemand Werte hat, Empathie, Reife, Charakter, Integrität? Süss. Dafür gibt’s leider keine Multiple-Choice-Frage.

Das Problem ist: Menschen vertrauen Ärzten. Unfassbar sogar. Du setzt dich hin, sagst «Guten Tag» und zack, erzählt dir jemand Dinge, die er seiner Familie seit zehn Jahren verschweigt. Weil Titel. Weil Kittel. Weil Mythos. Weil man uns seit klein auf beibringt: «Wenn du was hast, geh zum Arzt.» Punkt. Ende. Und irgendwo zwischen Kinderarzt und Hausarzt wird aus dem mündigen Menschen ein erwachsener Körper mit Kleinkind-Hirn, das beim ersten Zwicken panisch nach Autorität ruft.

Spätestens seit der Pandemie hat dieses Vertrauen aber ordentlich gelitten. Zurecht. Nicht, weil jeder Arzt ein Monster wäre. Sondern weil man gesehen hat, wie leicht aus intelligenten Menschen systemtreue Vollzugsbeamte werden, sobald es eine «unsichtbare Bedrohungslage» gibt und dazu ein paar Richtlinien, Diagramme und moralische Erpressung. Und genau da beginnt die unangenehme Frage: Wie entsteht dieses System eigentlich? Und wieso funktionieren so viele darin, ohne je den Ursprung ihres eigenen Fachs zu hinterfragen?

Wenn du drin bist, bist du drin. Du hast Druck, Abhängigkeiten, Karrierepfade, Budgets, Leitlinien, Kammern, Versicherungen, Hierarchien. Du funktionierst. Du veränderst kaum etwas. Erst wenn du einen Schritt rausgehst und die Medizin von der Seite anschaust, wird’s interessant. Und ja: Auch erschreckend. Denn die moderne westliche Medizin ist nicht einfach die reine, noble Wahrheit, die vom Himmel gefallen ist. Sie ist ein Machtapparat. Ein Wissensmonopol. Und wie jedes Monopol: Selten zugunsten derer, die es brav «konsumieren».

Und jetzt kommt der Teil, bei dem manche nervös mit den Augen rollen: Kirche. Nicht als spiritueller Ort, sondern als Institution. Historisch gesehen war die Kirche über Jahrhunderte eine Wissensverwaltung mit absolutem Herrschaftsanspruch. Wer Geschichte schreibt, kontrolliert Wirklichkeit. Wer Wissen monopolisiert, kontrolliert Verhalten. Das gilt für Recht genauso wie für Medizin. Kirchenrecht war lange die Spitze der juristischen Nahrungskette. Universitäten entstanden unter kirchlicher Aufsicht, Wissen wurde kanalisiert, definiert, gefiltert. Nicht alles davon war böse. Aber Macht bleibt Macht, auch wenn sie Weihrauch trägt.

Und dann kam die Moderne. Seit gut hundert Jahren, so die These, wird Medizin zunehmend auch als Herrschaftsinstrument benutzt. Globalpolitik im weissen Kittel: Man baut Gesellschaften um, verkauft es als «Gesundheitsschutz» und wer widerspricht, ist automatisch unsolidarisch, gefährlich, irrational oder gleich ganz «wissenschaftsfeindlich». Das hat während der Pandemie so gut funktioniert, weil es kulturell vorbereitet war: Therapeut-Patient-Rollenspiel, kollektiv eingeübt. Der Arzt als Priester der Gesundheit. Der Patient als reuiger Sünder mit Symptomen.

Dabei ist Heilung, egal wie unangenehm das für Autoritäten ist, immer Selbstheilung. Der Körper heilt. Medikamente, Eingriffe, Therapien können unterstützen, entlasten, begleiten. Aber wenn du den Menschen systematisch davon entwöhnst, seinem Körper zuzuhören, seine Bedürfnisse zu verstehen, Signale zu deuten, dann brauchst du ihn nur noch zu steuern: Angst rein, Gehorsam raus. Und zack, hast du den perfekten Kunden: abhängig, unsicher, folgsam.

«Innerer Arzt» wäre hier ein schönes Gegenkonzept. Nicht als Esoterik-Kitsch, sondern als erwachsene Kompetenz: Was macht mein Körper? Was brauche ich? Was kann ich selbst regulieren? Wie stärke ich meine Resilienz? Leider passt das nicht gut in ein System, das auf Konsum, Kontrolle und Abhängigkeit trainiert ist. Mündigkeit ist schlecht fürs Geschäftsmodell.

Und dann dieser Etikettenschwindel, den wir überall sehen: Wenn eine Krankenkasse sich «Gesundheitskasse» nennt, ist das ungefähr so glaubwürdig wie ein Waffenhändler, der sein Geschäft «Friedensshop» tauft. Der Name ändert nichts am Denken. Es klingt nur freundlicher. Trendiger. Marketing statt Haltung. Und viele Praxisschilder funktionieren genauso: «Naturheilkunde», «Ganzheitlich», «Integrativ» in hübscher Schrift, während dahinter dieselbe alte Mechanik läuft, nur mit Lavendelduft im Wartezimmer.

Ein kurzer Ritt durch die Epochen zeigt, warum das alles nicht zufällig ist. Früher gab es Volksheilkunde: Stark naturverbunden, analoges Denken, Säftelehre, Elemente-Lehren, ein Verständnis des Menschen als Körper und Geist und Seele. Nicht alles davon war korrekt, vieles war Symbolsprache. Aber es hatte einen Vorteil: Es setzte den Menschen in einen Kontext. In Natur, Gemeinschaft, Rhythmus.

Dann Mittelalter: Klostermedizin. Wissenssammlung, aber auch Wissenskontrolle. Parallel dazu die Handwerksärzte, Wundärzte, Barbiere. Ja, richtig: Der Friseurberuf hat medizinische Wurzeln. Haare, Nägel, Haut, Wunden. Der Ursprung ist weniger «Beauty» als «Bitte blute nicht auf den Boden». Heute schneiden sie Haare, früher schnitten sie auch mal… in dich hinein. Romantisch.

Und mit der Zeit wurde aus Heilkunde ein Monopol. Aus Erfahrung wurde Standardisierung. Aus Standardisierung wurde System. Und aus System wurde Macht. Nicht weil «alle böse» sind, sondern weil Systeme so funktionieren: Sie reproduzieren sich selbst. Sie erzeugen Abhängigkeit. Sie belohnen Anpassung. Und sie bestrafen Abweichung.

Die eigentliche Frage ist also nicht: «Kann ich Ärzten vertrauen?» Die Frage ist: «Wem dient dieses System, wenn niemand mehr fragt, wie es entstanden ist?» Und vielleicht noch wichtiger: «Wie werde ich als Patient wieder erwachsen, ohne sofort in die Knie zu gehen, sobald jemand einen Titel trägt?»

Menschlichkeit ist kein Bonus. Sie ist die Grundqualifikation. Alles andere ist Dekoration.

Von der Inquisition zur Impfung: Wie die Kirche die Kontrolle behielt
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Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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