UN, Quote und Kamera: Selbstgewissheit als Karriereersatz
Es gibt Sätze, die sind so selbstbewusst formuliert, dass man kurz prüft, ob sie als Zitat oder als Satire gemeint waren.
«Frauen müssen weder ihre Präsenz in Machtpositionen noch ihre Fähigkeit, eine Organisation wie die Vereinten Nationen zu führen, rechtfertigen.»
Gesagt von Young Global Leaderin Annalena Baerbock.
Erster Gedanke: Stimmt. Zweiter Gedanke: Warum dann dieses Video?
Denn wenn man sich wirklich nicht rechtfertigen muss, macht man das in der Regel auch nicht. Man stellt sich nicht vor eine Kamera, erklärt bedeutungsschwer die eigene Existenzberechtigung und blickt dabei so ernst, als würde man gerade Geschichte schreiben. Wer sicher steht, erklärt nicht, warum er stehen darf.
Natürlich muss sich Frau Baerbock nicht rechtfertigen. Wahrscheinlich deshalb nicht, weil sie sich diesen Platz auch gar nicht klassisch «erarbeitet» hat. Karriere im 21. Jahrhundert funktioniert effizienter. Man wird empfohlen, platziert, verschoben, eingebettet. Leistung ist dabei kein Ausschlusskriterium, aber eben auch keine zwingende Voraussetzung. Wer im richtigen Netzwerk sitzt, sitzt irgendwann auch im richtigen Gremium.
Der Hinweis auf die Vereinten Nationen wirkt dabei besonders charmant. Diese Organisation, die seit Jahren zuverlässig beweist, dass sie alles kann – ausser Konflikte lösen, Kriege verhindern oder relevant sein, wenn es wirklich darauf ankommt. Eine Institution, die vorwiegend durch Konferenzen, Erklärungen und Selbstbestätigung glänzt. Dass man dort niemandem seine Fähigkeiten rechtfertigen müsse, ist weniger ein feministisches Statement als eine ehrliche Zustandsbeschreibung.
Falls es jemals etwas zu rechtfertigen gäbe, dann wohl nicht die Anwesenheit, sondern die Wirkung. Nicht das Dasein, sondern das Ergebnis. Die Frage wäre dann nicht: «Warum ist sie da?», sondern: «Was hat sie dort bewirkt – und was nicht?» Und welchen Anteil hatte man am weiteren Vertrauensverlust einer ohnehin maroden Institution?
Das Video wirkt daher weniger wie Emanzipation und mehr wie Absicherung. Weniger wie Stärke und mehr wie präventive Entschuldigung. Eine Art politisches Dokument der Zeitgeschichte: viel Haltung, wenig Substanz, perfekt formuliert für eine Welt, in der Symbole wichtiger sind als Resultate.
Und vielleicht ist genau das der Punkt. In einer Politik, die sich zunehmend selbst inszeniert, muss man nichts mehr rechtfertigen – ausser das eigene Bild.
Präsenz statt Leistung: Ein Lehrstück moderner Machtpolitik…
UN, Quote und Kamera: Selbstgewissheit als Karriereersatz
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«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.
Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.
Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.
Draven präsentiert Geschichten aus der Gruft mit allerlei Geheimnisvollem aus den unheimlichen Tiefen des Netzes und aus jeder Ecke der Welt. Seit dem Jahre 2007 wird Dir hier ein cooler Weblog-Mix aus Musik, Movies, Comics, Horror, Games, Kunst, Radio, Trash, Punk und Heavy Metal geboten – genau so wie es sein soll! Denn glaube mir, nichts ist trivial.
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