Heute einmal was anderes als Zombies und Horror in der Gruft. Der elfjährige Will, Sohn einer streng religiösen Familie, sieht als seinen ersten Film ausgerechnet «Rambo». Gemeinsam mit seinem Kumpel Lee, dem Rebellen an seiner Schule, dreht er den Action-Film während der Sommerferien nach – immer darauf bedacht, dass seine Familie nichts davon mitbekommt. Das Schweizer Fernsehen zeigt heute auf SF1 um 00:15 Uhr die herzerwärmende Komödie «Son of Rambow» in Zweikanalton deutsch/englisch.
Will Proudfoot ist ein braver Junge mit blühender Fantasie. Weil aber seine Mutter frommes Mitglied der strikten Plymouth Brethren ist, darf er selbst in der Schule kein Fernsehen schauen. Wenn der Lehrer einen Dokumentarfilm zeigt, muss er jeweils im Gang warten. Dort landet häufig auch Lee Carter, der Schrecken der Lehrer. Wenn er vor die Türe gestellt wird, jubelt der Rest der Klasse.
Lee Carter spannt Will für ein spezielles Projekt ein. Er hat «First Blood» gesehen und möchte jetzt die Handlung für einen Wettbewerb für Nachwuchsfilmer nachspielen. Will ist begeistert von der Idee, obschon seine Mutter niemals davon erfahren darf. Mit ungebändigtem Einfallsreichtum machen sich die beiden Knaben an die Umsetzung, bis ein extravaganter Austauschstudent aus Frankreich das Gleichgewicht stört.
Kreativ ist nicht nur die Hauptfigur des Films, sondern auch die Umsetzung durch die Filmemacher. Zum Teil recht gnadenlos betrachtet Garth Jennings in «Son of Rambow» die Eigenheiten der frühen 80er-Jahre. Da wird in den Kinos noch geraucht, Mobiltelefone sind gross wie Ziegelsteine und die Musik ist noch poppig bunt.
In Zentrum stehen aber die Personen, die sich in einem schwierigen Umfeld zurecht finden müssen. Nach dem Tod von seinem Vater wird Wills Ideenreichtum durch die rigiden Regeln der religiösen Gemeinschaft eingeschränkt. Ganz ohne Eltern wächst Lee Carter zusammen mit seinem Bruder auf. Obschon er behauptet, dass Eltern überflüssig sind, fehlen ihm Bezugspersonen. Anstatt diese Probleme schwermütig aufzuarbeiten, erkundet Jennings die Ironie hinter der Situation.
Grossartig, wie die beiden Jungs ihr wildes Fantasiereich gemeinsam aufbauen, ihren Traum leben und wie Pech und Schwefel zusammenhalten gegen den Rest der Welt. Liebevoll und wunderbar schräg erzählt Garth Jennings‘ Komödie von zwei ungleichen Knaben, die sich finden und zusammen ein ungewöhnliches Projekt verwirklichen und dabei zu dicken Freunden werden.







«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.







