Seit mehreren Staffeln irrt die Serie wie das Seriensujet ziellos umher und ich weiss nicht, ob ich mir dies weiterhin antun sollte. Da ich aber gerne angefangenes zu Ende bringe, werde ich mir den 2. Teil der 8. Staffel wohl noch antun. Es kann ja nur noch besser werden…

Zombie-Fans sind an und für sich wenig anspruchsvoll und erfreuen sich schon an wenigen Happen Story, die ihnen neben viel Gore auf den Teller kommen. Bei solchen Voraussetzungen ist es nicht verwunderlich, wieso die Serie ein solcher Hit wurde. Und trotzdem frage ich mich nach den letzten paar Staffeln, wie es überhaupt soweit kommen konnte. Ich frage mich, wieso „The Walking Dead“ so schlecht ist. Wieso die Serie scheinbar versucht, ihre eigenen Tiefpunkte ständig zu untergraben. Das soll nicht heissen, dass „The Walking Dead“ nicht imstande ist, einzelne, gute Episoden abzuliefern. Es geht vielmehr um strukturelle Fehlentscheidungen mit immensen Konsequenzen, deren Motivation jegliche Begründung vermissen lässt. Man könnte nur den Staffelauftakt und das Midseason-Finale sehen und wäre trotzdem kein Stück dümmer. Alles ist erzwungen, nichts wird durch die Charaktere bestimmt. Die Figuren sind dort, wo der Plot sie haben will. Und dann sterben sie. Das ist „The Walking Dead“.

Carl Grimes im All Out War-Arc der Serie sterben zu lassen ist schlichtweg verrückt. Carl ist das Herzstück des nächsten Comic-Arcs, der bei dem aktuellen Tempo der Serie locker zwei Staffeln ausgemacht hätte. Dazu hätte man Chandler Riggs Alterungsprozess endlich kanonisch einbinden können, kommt nach dem Kriegsende mit Negan doch anscheinend ein Zeitsprung. Robert Kirkman hat mehrfach betont, dass „The Walking Dead“ die Geschichte von Carl Grimes ist. Die Geschichte dreht sich um den Wiederaufbau der Zivilisation aus der Perspektive eines Menschen, der sie selbst nie wirklich miterlebt hat. Die sich daraus ergebenden Fehler oder Neuinterpretationen des neuen Systems werden dann erforscht und umgekehrt wird Carl als Vertreter dieser neuen Generation stellvertretend analysiert. Wenn eine Figur jemals Plot-Armor hatte, dann er. Der gesamte Sinn dieser Erzählung ist mit Carls Tod dahin. Es ist als wäre Jon Snow in der 2. Staffel von „Game of Thrones“ gestorben – und tot geblieben. Wer nach acht Staffeln die formelhafte Struktur, die Antithese zum eigentlichen Thema und Genre, einer Walking Dead Staffel nicht erkennen kann, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Die Showrunner und Produzenten sind entweder faul oder dumm oder vielleicht auch beides. Ich schau mir die 8. Staffel noch zu Ende an und werde dann vermutlich TWD zu Grabe tragen…

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Sogar Produzent Greg Nicotero sah sich gezwungen, sich direkt an die aufgebrachten Fans zu wenden. Er versichert ihnen, dass der Grossteil von ihnen ihren Zorn und ihre Enttäuschung beiseite legen werden, wenn sie die 9. Episode sehen werden. Es sei eine der gewaltigsten Episoden, die sie jemals gemacht haben. „Als ich die erste Fassung dieser Folge sah, flossen nach zwanzig Minuten Tränen aus meinen Augen.“ Im Interview mit „Entertainment Weekly“ betont er: „Es ist eine wunderschöne Episode und die Menschen, die unübersehbar aufgebraucht darüber sind, dass wir Carl verlieren und sich fragen, wie es für die Show ohne Carl weitergeht – ich glaube wirklich, dass viele Leute diese Gefühle beiseite legen, wenn sie diese Folge sehen, weil sie wirklich eine Möglichkeit erhalten, ein kleines bisschen ihren Frieden damit zu schliessen.“ Das sei zumindest seine Einschätzung – und er gesteht, dass er natürlich auch vollkommen falsch liegen könnte. Damit Fans den Abschied richtig auskosten können, hat AMC die Laufzeit auf Filmlänge, ganze 82 Minuten, ausgedehnt. Für meinen Teil reicht eine gute Episode nicht aus, um dies, was mindestens seit drei Staffeln verbockt wurde, wieder gerade zu biegen, da muss schon die ganze 2. Hälfte der 8. Staffel besonderes bieten.

So lautet ein Teaser-Trailer auf den Titel „Es endet jetzt“ und ja, Carl ist noch am Leben, doch alleine ein Blick in sein Gesicht bestätigt, wie nahe er dem Tod ist. Carl ist kreidebleich, hat keine Kraft mehr und muss von Rick und Michonne gestützt werden. Auch sehen wir wie Daryl Dixon offensichtlich einen Angriff aus dem Hinterhalt anführt. Mit dabei sind Tara, Rosita und Dwight. Hoffentlich funktioniert dieses Team im Kampf gegen Negans Leute. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass Tara und Daryl geschworen haben, Dwight für den Mord an Denise zu töten. Und später sehen wir, wie Tara Dwight eine Waffe an den Kopf hält. Dwight kämpft nicht dagegen an, er schliesst die Augen und wartet darauf, dass Tara abdrückt. Dabei hat dieser zuletzt sein eigenes Leben aufs Spiel gesetzt, um Ricks Gruppe zu unterstützen. Bei Maggie scheint endlich der Groschen gefallen zu sein. Sie hat gelernt, sich eine Rüstung anzulegen und als Anführerin von Hilltop zu agieren. Dafür schreckt sie auch nicht davor zurück, andere Menschen zu töten, auch wenn es gegen ihre Ethik ist. Die Hand auf der Waffe signalisiert, dass sich die Saviors warm anziehen und die Witwe keinesfalls unterschätzen sollten. Das sollte auch Gregory langsam lernen, ansonsten könnte sein Leben am seidenen Faden hängen.

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„Die Saviors kommen“, warnt Enid Oceanside und versucht die Frauen zu erneuten Widerstand zu bewegen. „Die Saviors kommen und sie werden euch auslöschen. Macht nicht den gleichen Fehler noch einmal“, rät sie vermutlich Cyndie, die in die Fussstapfen ihrer getöteten Grossmutter treten und die neue Anführerin werden wird. Schliesslich geht es zurück ins Sanctuary, wo Negan gerade eine Rede vor den versammelten Saviors hält. Dort sehen wir drei Beisser im Hintergrund, die innerhalb der Abtrennung angebracht sind. Sie wurden also bewusst dort befestigt, um etwas zu demonstrieren. Es wird gemunkelt, dass Negan vermutet, dass Father Gabriel durch Kontakt mit Zombie-Blut erkrankt ist und er nun plant, das zu ihrem Vorteil zu nutzen. Sprich die Waffen mit Zombie-Blut infizieren, um beim Kampf im Vorteil zu sein und Ricks Gruppe schneller auszulöschen. Die Szene aus dem Trailer erinnert zumindest stark an eben diesen Moment aus den Comics von Robert Kirkman. Pazifist Morgan lockt im Teaser eine Gruppe von Zombies, später sehen wir ihn auch im Kampf gegen die Untoten in einer Art Lagerhalle. Vermutlich dürfte Morgan in der 8. Staffel das Zeitliche segnet, denn ihn sehen wir ja bekannterweise in der 4. Staffel „Fear the Walking Dead“ als das erste Crossover der beiden Serien. Natürlich muss Morgan deswegen nicht zwingend in “TWD” sterben, aber es ist schon sehr naheliegend.

Lange hat er davon gesprochen, jetzt tut er es tatsächlich: Eugene stellt für die Saviors Munition her, um sie im Krieg zu unterstützen. Damit dürfte dann wohl jeder kleiner Hoffnungsfunke endgültig zerschlagen werden, dass er am Ende wieder auf die Seite von Rick wechselt. Carl wurde ja bei der Suche nach Siddiq von einem Beisser verletzt. Nun wird sich in den nächsten Episoden zeigen, ob der Neuzugang dieses Opfer wert war. Im Trailer sehen wir Siddiq gemeinsam mit Daryl beim Wasser in den Wäldern. Offensichtlich ist der Neue darauf erpicht, einen Beisser im Wasser zu töten, doch Daryl hält ihn zurück und schiebt ihn weiter. Die Überlebenden von Alexandria lassen die zerstörte Community hinter sich und suchen Unterschlupf und Schutz in Hilltop. Angeführt wird die Gruppe von Daryl, der die kleine Judith trägt. In einem Moment sehen wir, wie Carol freudig und strahlend auf Daryl zuläuft, nachdem die Bewohner von Alexandria in Hilltop ankommen. Kurz darauf hat sich ihr Gesichtsausdruck drastisch verändert. Carol wirkt schockiert, fassungslos. Daryl legt einen Arm um sie, als würde er sie trösten. Auch scheint sich Carol wieder im Alleingang mit den Saviors anzulegen. Sie rettet sich mit einem Sprung in ein Zimmer vor einen Kugelhagel.

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König Ezekiel will eigentlich nur seine Ruhe. Nach dem Verlust seiner Soldaten und Shiva, befindet er sich noch immer in einem resignierten, fast schon apathischen Zustand. Die Saviors scheinen seinen Wunsch nach Ruhe nicht zu berücksichtigen. Im Teaser sehen wir Gavin von den Saviors, wie er sich zu Ezekiel lehnt. Der wirkt verbittert und wütend. Hoffen wir, dass Gavin etwas tut oder von sich gibt, das dazu führt, dass Ezekiel wieder der Alte wird. Die Scavengers dürften wohl jeden Grund zum Zittern haben, nachdem Simon mit bewaffneten Saviors auf dem Schrottplatz auftaucht. Negan ist kein Fan von Ungehorsam und bestraft das gerne mit dem Tod. Gut möglich, dass hier gerade das letzte Stündchen für die Scavengers schlägt und wir uns von der (sehr sinnlos eingeführten) Gruppe verabschieden müssen. Simon zielt mit der Waffe auf Jadis‘ engste Vertraute, später sehen wir die Anführerin den Tränen nahe, alleine und in einem weissen Kleid auf einem Müllberg sitzen. Ist sie vielleicht die einzige Überlebende ihrer Gruppe? Die Saviors erhalten auch eine ganz besondere Lieferung, einen Holzsarg, den Negan schliesslich öffnet. Obwohl wir nicht genau sehen können, wer sich in dem Sarg befindet und Negan angereift, gibt es nur eine logische Schlussfolgerung. Maggie hat in der ersten Staffelhälfte einen Savior getötet und vermutlich seine Leiche im Sarg an Negan zurückgeschickt. Während dem Transport hat sich der Leichnam in einen Zombie verwandelt und versucht Negan anzugreifen, als sich der Sargdeckel öffnet…

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