Der finstere Dark Fantasy-Schauergeschichte «The Green Knight» ist inspiriert von der Märchenwelt aus «Die Ritter der Tafelrunde», welche von David Lowery (A Ghost Story, Ein Gauner und Gentleman, Elliot, der Drache) vollkommen neu interpretiert wurde. Sein Film, der im Trailer mit einigen Horror-Anleihen überrascht, wurde vielerorts bereits als nächster grosser Kino-Geheimtipp gehandelt – und das nicht ohne Grund.
Der Fantasy-Thriller nimmt sich die legendäre Artussage vor, pickt sich von dieser aber einen Bestandteil heraus, der vom Kino bis jetzt weitestgehend ignoriert wurde – die Geschichte um den namensgebenden grünen Ritter. Lowerys Artussage ist aber weit weg von den familienfreundlichen Erzählungen der Marke Disney. Vielmehr sollen hier gezielt erwachsene Zuschauer angesprochen werden, wie auch das im Dezember erteilte R-Rating für «Gewalt, Sexualität und Nacktheit» untermauert. Schon, dass sich der US-Verleih A24 dem Film annahm, liess aufhorchen. Die Amerikaner haben sich mit Filmen wie «The Witch» oder «Hereditary» einen Ruf als Spezialisten für gewagte, genreüberschreitende Produktionen aufgebaut. Diesem scheint auch «The Green Knight» wieder gerecht zu werden – als albtraumhaftes Fantasy-Abenteuer, das es in dieser Form vermutlich noch nicht gegeben hat.
Der Trailer kommt mit einer für Fantasy-Stoffe eher untypischen düsteren Grundstimmung daher und begleitet Sir Gawain (Dev Patel), König Arthurs sturen Neffen, der auszieht, um den mysteriösen, gigantischen und smaragdfarbenen Green Knight herauszufordern. Was folgt, ist eine spektakuläre Reise, die seine Geschichte und seinen Charakter entscheidend prägen werden und ihm eine neue Sicht auf seine Familie und die Gefahren, die sich dem gesamten Königreich entgegenstellen, ermöglichen. Wird Sir Gawain den finalen Triumph erleben oder wird er untergehen? Doch über allem steht der Wunsch und das Verlangen, sich in den Augen seiner Familie als würdig zu erweisen.
Es gibt weiterhin keine Garantie, dass Kinostarts, die jetzt angekündigt werden, auch tatsächlich stattfinden können. Das hindert die Verleiher aber natürlich nicht daran, es zumindest zu versuchen und schon einmal für die «Zeit danach» vorzuplanen. «The Green Knight» stand letztes Frühjahr kurz vorm Kinostart, als die Pandemie das öffentliche Leben und damit auch die Kinobranche lahmlegte. Wenn es nun nach dem deutschen Verleih geht, soll «The Green Knight» am 29. Juli 2021 doch noch zu seiner erhofften und verdienten Leinwandpremiere kommen. Das ist zwar weiter weg, als von Kinogängern erhofft, könnte den Film im Falle einer Lockdown-Verlängerung aber vor einer nochmaligen Verschiebung bewahren.

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