Die SRG-Halbierungsinitiative ist im Grunde kein radikaler Akt, sondern eine Frage von elementarer Höflichkeit. Andreas Thiel formuliert sie so schlicht wie entwaffnend: Wenn der Staat schon ungefragt Dinge liefert, die niemand bestellt hat, könnte er dann nicht wenigstens nur halb so viel davon schicken? Eine bescheidene Bitte in einem Land, in dem Bescheidenheit sonst gern beschworen, aber selten praktiziert wird.

Das Prinzip ist schnell erklärt. Der Staat kümmert sich fürsorglich um dein Frühprogramm. Er erstellt das Fernsehangebot für dich. Nachrichten, Sport, Kultur, Betroffenheitsdokumentationen und moralische Einordnung gleich mitgeliefert. Du musst dich um nichts kümmern. Denken optional. Bezahlen obligatorisch.

Natürlich schickt er dir auch die Rechnung. Das gehört zur Fürsorge dazu. Du schaust nicht? Spielt keine Rolle. Du hast gar keinen Fernseher? Umso besser, dann verpasst du wenigstens nichts Wichtiges. Freiheit bedeutet schliesslich nicht, nein sagen zu dürfen, sondern zuverlässig zu zahlen.

Und weil das Modell so gut funktioniert, darf man weiterdenken. Wenn der Staat schon weiss, was du sehen sollst, weiss er vielleicht auch, was du lesen solltest. Also schickt er dir Bücher. Ungefragt, versteht sich. Mit Rechnung. Du schickst die Bücher zurück? Höflich von dir, aber die Rechnung bleibt. Bildungspflicht kennt kein Widerrufsrecht.

Vielleicht wird der Staat irgendwann ganz innovativ und macht eine Umfrage. Nicht um herauszufinden, was du willst, sondern um zu prüfen, ob du noch richtig liegst. Du sagst, du brauchst das alles nicht? Falsch. Bedarf wird festgestellt, nicht empfunden.

Die Halbierungsinitiative ist da fast schon ein Akt der Vernunft. Sie fordert keinen Umsturz, keine Abschaffung, kein radikales Ende. Sie sagt nur: Weniger. Weniger Programm, weniger Gebühren, weniger Zwang. Ein Kompromiss. Fast schon staatsfreundlich.

Aber genau das ist das Problem. Wer ungefragt liefert, möchte ungern gefragt werden, ob er sich vielleicht zurückhalten sollte. Und wer überzeugt ist, zu wissen, was gut für dich ist, hält Halbierung bereits für Zumutung.

Zwangsbeglückung ist kein Service. Sie ist nur höflich verpackte Bevormundung. Und die Rechnung kommt immer pünktlich.

SRG: Warum Zwangsmedien keine Demokratie stärken
SRG: Warum Zwangsmedien keine Demokratie stärken

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«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.

Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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