Natürlich ist Artemisia annua (Einjährige Beifuss) nicht verboten. Um Himmels willen, wir leben ja schliesslich im freien Europa, nicht in Mordor. Sie ist nur… sagen wir… administrativ erdrosselt. Ein kleiner, aber feiner Unterschied, den man kennen muss, wenn man moderne Freiheitsbegriffe verstehen will.

Denn Artemisia annua scheitert nicht an Giftigkeit, nicht an fehlender Tradition, nicht an belegten Risiken. Sie scheitert am Novel-Food-System, diesem bürokratischen Kunstwerk, das offiziell dem Verbraucherschutz dient und inoffiziell als Hochsicherheitszaun für alles funktioniert, was nicht patentierbar ist. Verbraucherschutz heisst hier: Schützen wir den Verbraucher davor, selbst zu entscheiden.

Die Pflanze ist zu natürlich. Zu billig. Zu wenig marktfähig. Vor allem aber: Zu wenig lukrativ. Wer Artemisia annua als Lebensmittel oder Supplement zulassen will, darf erst einmal ein paar hunderttausend bis Millionen Euro auf den Tisch legen. Für Studien, Dossiers, Gutachten, Anträge, Nachreichungen, Ergänzungen, Klarstellungen und natürlich weitere Nachreichungen. Ein Prozess, der sich über Jahre zieht und nur für Konzerne interessant ist, die am Ende ein exklusives Produkt verkaufen wollen.

Kleine Hersteller? Kräuterbetriebe? Traditionelles Wissen?
Wie niedlich. Bitte hinten anstellen. Ganz hinten. Hinter der Industrie. Hinter den Investoren. Hinter der nächsten EU-Verordnung.

Und so passiert etwas Wunderschönes: Natürliche Pflanzen verschwinden vom Markt, nicht weil sie gefährlich sind, sondern weil sie ökonomisch unpraktisch sind. Gleichzeitig werden hochverarbeitete Industrieprodukte zugelassen, deren Beipackzettel länger ist als ein Kafka-Roman und deren Nebenwirkungen man nur mit juristischem Training versteht.

Das nennt man dann «wissenschaftsbasiert». Oder «evidenzorientiert». Oder «alternativlos».

Das wirklich Absurde ist nicht einmal die Bürokratie selbst. Bürokratie ist wie Unkraut, sie wächst überall. Das Absurde ist, dass man uns das Ganze als Schutzmassnahme verkauft. Als Fürsorge. Als Dienst am Menschen. Dabei schützt dieses System vor allem eines: Bestehende Geschäftsmodelle.

Artemisia annua ist nicht verboten.
Sie ist nur zu frei für ein System, das Kontrolle mit Sicherheit verwechselt und Gewinn mit Gesundheit.

Novel Food: Wie man Pflanzen leise verschwinden lässt
Novel Food: Wie man Pflanzen leise verschwinden lässt

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«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.

Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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