Es ist schon beeindruckend, wie kreativ moderne Aufklärung geworden ist. Früher benötigte man Beweise, Motive, Ermittlungen. Heute reicht eine Story, die ungefähr so plausibel ist wie ein Einhorn im Parkhaus, die berühmte Segeljacht-Nummer zur Nord-Stream-Sprengung.

Russland sagt: Der britische Geheimdienst habe die Sprengung geleitet und koordiniert. Das kann man ignorieren, abtun, belächeln oder ernst nehmen. Aber bevor wir überhaupt bei «Beweisen» sind, stolpern wir schon über den ersten Witz der Geschichte: Eine Charter-Segeljacht soll in der Ostsee eine High-Value-Pipeline sabotiert haben. Zwischen NATO-Schiffen, Küstenwachen und Überwachungstechnik, als wäre das ein harmloser Sonntagsausflug mit Picknickkorb und Apfelsaft.

Wer jemals auf so einem Ding gestanden hat, weiss: Segeljachten sind schwankende Kompromisse zwischen Romantik und Seekrankheit. Instabil, schräg, ständig in Bewegung. Und jetzt stelle man sich vor, man müsse damit über einem exakt definierten Punkt bleiben, um Sprengsätze zu deponieren. Kein Problem. Einfach kurz die «Präzisions-Schwebe-Funktion» aktivieren. Ach, die gibt’s nicht?

Dann kommt der Anker. 80 Meter Tiefe. Klingt nach «machbar», wenn man nie darüber nachgedacht hat. Eine Ankerleine muss nämlich nicht nur 80 Meter lang sein, sondern wegen Durchhang eher das Drei- bis Fünffache. Also reden wir von 240 bis 400 Metern Kette oder Leine. Wer das schon mal gesehen hat, weiss: Das ist kein Accessoire, das man neben dem Grill und den Strandtüchern verstaut. Aber klar, vielleicht hatte die Crew einfach eine geheime IKEA-Box: «ANKAR 400», platzsparend, inklusive Inbusschlüssel.

Und dann wird’s richtig hübsch: Normalerweise wird eine Charteryacht nach Rückkehr gereinigt und weitervermietet. Hier offenbar nicht. Stattdessen: Yacht aus dem Wasser, abgestellt, nicht gereinigt, keine Nachmieter. Spuren bleiben erhalten wie in einer Vitrine. Das ist so, als würde man nach einem Banküberfall das Fluchtfahrzeug ungewaschen ins Museum stellen, mit Schildchen: «Hier bitte, DNA links, Fingerabdrücke rechts.»

Wenn man eine Crew «festnageln» wollte, wäre das tatsächlich eine elegante Methode. Rein zufällig natürlich. So zufällig wie ein Politiker, der beim Lügen ausgerechnet in die Kamera lächelt.

Moskau legt nach und behauptet, britische Spezialisten derselben Einheit hätten auch ukrainische Drohnenangriffe koordiniert. Dazu passt, dass westliche Geheimdienste und Militärberater längst nicht nur in PowerPoint-Formaten existieren, sondern real mitmischen. Das ist keine Magie, das ist Geopolitik mit PR-Make-up.

London dementiert «prompt und entschieden» und spricht von «falschen Behauptungen epischen Ausmasses». Das ist die diplomatische Version von: «Nein, wir waren’s nicht, und ausserdem seid ihr doof.» Beweise, dass man es nicht war? Schwierig. Man kann ja schlecht den Ozean zurückspulen. Also bleibt es beim moralischen Aufschrei, der ungefähr so überzeugend ist wie ein Rauchmelder ohne Batterie.

Dann die Frage, die immer wehtut: Cui bono? Wem nützt es? Nord Stream verband Deutschland und Russland. Nach der Sprengung ist Europa stärker abhängig von Alternativen, inklusive teurem LNG. Die USA profitieren. Grossbritannien profitiert geopolitisch, wenn Deutschland und Russland sich dauerhaft nicht mehr riechen können. Und weil’s so schön ist, könnten sogar mehrere Akteure gleichzeitig profitiert haben. Willkommen in der Welt, in der Interessen selten monogam sind.

Russland will den UN-Sicherheitsrat einschalten. Niedlich. Die UN als neutraler Schiedsrichter ist ungefähr so glaubwürdig wie ein Wettbüro, das auf beide Teams setzt und «Fairness» plakatiert.

Unterm Strich bleibt: Die Segeljacht-Story ist nicht nur dünn. Sie ist beleidigend dünn. Nicht für Russland, nicht für Grossbritannien, sondern für jeden, der noch eine Restfunktion von Logik besitzt. Und genau deshalb ist sie so gefährlich: Weil sie zeigt, wie leicht sich Öffentlichkeit mit einem märchenhaften Ersatznarrativ abspeisen lässt, solange es professionell genug klingt und der richtige Tonfall gewählt wird.

Die Pipeline ist gesprengt, die Wahrheit wird verwaltet, und irgendwo da draussen schwankt eine Segeljacht, die offiziell mehr geopolitische Sprengkraft hatte als ganze Flotten. Ganz normales 21. Jahrhundert…

RUSSLAND beweist Beteiligung der BRITISCHEN MARINE & GEHEIMDIENST an Nord Stream Anschlag!
RUSSLAND beweist Beteiligung der BRITISCHEN MARINE & GEHEIMDIENST an Nord Stream Anschlag!

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Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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