Leonard Nimoy wurde als halb-vulkanischer Offizier Spock an Bord der Enterprise zur Ikone und kaum ein Schauspieler verschmolz so mit seiner Rolle wie er. Irgendwie hat er mich mein ganzes Leben lang begleitet, meine Kindheit geprägt und ich sah ihn immer gerne. Jetzt ist er im Alter von 83 Jahren gestorben, in der Popkultur wird er weiter leben. Faszinierend.
«Raumschiff Enterprise”» gehört wohl zu einer meinen ältesten Erinnerungen – eine von vielen. Nimoy spielte den Vulkanier Spock als Inbegriff der logischen Vernunft und absoluten Selbstbeherrschung. Nie emotional, immer objektiv und stets dem Gemeinwohl verpflichtet. Da konnte Kirk noch so sehr das hyperaktive Alphamännchen machen – ohne Spock war er ein langweiliges Nichts. Doch vielleicht sollte man Leonard Nimoy nicht nur auf diese eine Rolle reduzieren, war er doch auch Poet, Musiker, Regisseur und Kunstschaffender. Doch selbst, wenn man ihn nur auf seine Rolle als Spock beschränkt, war er der letzte, der das schlimm fand, war er immer freundlich und zuvorkommend zu seinen Fans. Er litt nicht darunter. Nimoy schrieb:
Ich bin nicht Spock.
Aber warum drehe ich mich dann um, wenn ein Fremder auf der Straße mich bei diesem Namen ruft? Warum fühle ich einen Stich, wenn jemand fragt: ‚Was ist mit Ihren Ohren passiert?‘
Ich bin nicht Spock.
Aber warum fühlt es sich wohlig an, wenn ich Komplimente über Vulkanier höre oder lese? Auf dem Aufkleber am Wagen vor mir steht ‚Spock for President‘. Ich lächle voller Stolz. Ich bin nicht Spock.
Aber: Wenn ich es nicht bin, wer dann? Und wenn ich nicht Spock bin, wer bin ich dann?
Das Zitat stammt aus seiner zweiten Autobiografie «Ich bin Spock» aus dem Jahre 1996 und zeigt die Ironiefähigkeit des Autors: Es ist nicht Nimoys Autobiografie, sondern die seiner Rolle. Seine eigentliche, erste Autobiografie hiess «Ich bin nicht Spock» (1975). In beiden Büchern kommen die beiden nicht voneinander los, nur die Perspektive wechselt. Seine Rolle als Spock war für viele ein Vorbild, eben weil man manchmal die Emotionen abschalten und die Logik ans Werk lassen muss.
Nimoy hat mit Spock eine moralische Ikone der Popkultur geschaffen. Die rechte Hand wie zum Schwur erhoben, Mittel- und Ringfinger gespreizt, machte er die zentralen Werte der Vulkanier zum Gruss aller Wesen guten Willens: «Live long and prosper». In der deutschen Synchronisation meist: «Lebe lang und in Frieden.» Für einen Vulkanier ist das auch der letzte Gruss. Mach’s gut, Leonard Nimoy!







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