«Meine Werte sind heilig, deine Werte sind Müll. Punkt.» Wer so denkt, braucht nicht zu diskutieren – er verkündet. Und Diskussionen sind ja eh nur was für Leute, die noch glauben, dass Argumente wichtiger sind als Haltungsschilder.
Das Ergebnis: Das uralte Dogma «Der Zweck heiligt die Mittel» wird wieder frisch lackiert und als «gerechte Sache» verkauft. Heute heisst es nicht mehr Machiavellismus, sondern «Kampf für Demokratie», «Rettung der Welt» oder irgendein anderes Werbeschild fürs eigene Gewissen.
Und siehe da: Wenn’s passt, wird halt mal eben ein unliebsamer Wahlsieger entsorgt. Ganz einfach. Zack, Problem weg. Wieso auch Wähler respektieren, wenn man sich selbst schon längst zum obersten Moralgerichtshof ernannt hat?
Die Logik ist so simpel wie perfide: Wer sich selbst als «die Guten» deklariert, darf automatisch alles. Wahlbetrug? Rechtsbruch? Unterdrückung? Alles kein Problem – solange man dabei den Heiligenschein richtig justiert. Denn: Die Guten retten ja angeblich die Demokratie. Oder den Planeten. Oder gleich die gesamte Zivilisation.
Und der Rest? Der wird nicht nur widersprochen, sondern gleich dämonisiert. Wer anderer Meinung ist, ist der Teufel persönlich – und mit dem Teufel diskutiert man bekanntlich nicht, den vernichtet man. Willkommen in der moralischen Inquisition 2.0.

«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








