Um den Titel dieses Beitrages näher zu erläutern, möchte ich zunächst auf die enorme emotionale Belastung eingehen, die die Überquerung der Grossen Kluft fordert. Die wahre Grosse Kluft dieser Welt ist eine Trennung des Bewusstseins zwischen denen, die an Sklaverei glauben und denen, die an Freiheit glauben. Wenn du wie ich an Freiheit glaubst und wirklich verstehst, was damit einhergeht, dann hast du bereits erkannt, dass du isoliert bist.
Ich habe nur wenige andere getroffen, die Freiheit und die damit verbundene Verantwortung wirklich verstehen. Schlimmer noch, ich habe im wirklichen Leben sogar noch weniger getroffen, als im Internet. Das Internet ist allerdings ein zweischneidiges Schwert. Es erinnert mich zwar daran, dass ich nicht allein bin, da es eine wahre Gemeinschaft in Reichweite hält. Und doch erinnere ich mich in solchen Momenten daran, wie Buddha die Bedeutung von Freundschaft betont hat. Ich habe nicht vergessen, dass ich dann doch als Mönch ohne Sangha hier vor dem Computer sitze.
Ich glaube daran, dass es kein Zufall ist, dass man sich zu bestimmten Zeitpunkten mit all diesen Freunden unterhält oder zumindest schreibt. Es hat eine beruhigende Wirkung. Man bekommt die beruhigende Wirkung darauf, dem Fleischwolf nicht allein gegenüber zu stehen und für einen Moment entkommen zu können. Für meinen Teil ist mir klar, dass man die zerstörten Dinge nicht wieder aufbauen kann. Um besser zu verstehen, warum dies so ist, muss man zunächst verstehen, was die Grosse Kluft ist.
Ich habe eine grobe Definition der Grossen Kluft nur oberflächlich behandelt, aber die eigentlichen Bestandteile müssen definiert und erweitert werden. Das Gesetz der Freiheit hat Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit eine Spezies frei sein kann. Dies sind objektive Moral, Verantwortung und richtiges Handeln. Ein Recht ist alles, was einem anderen fühlenden Wesen keinen Schaden zufügt, einfach ausgedrückt: Nicht stehlen.
Das Gegenteil davon ist natürlich Sklaverei. Für diese Definition halt ich hier vier Hauptgrundsätze fest, mit denen wir alle konfrontiert sind, welche wir verstehen sollten, um den Feind kennenzulernen:
- Selbsterhaltung
- Moralischer Relativismus
- Sozialdarwinismus
- Eugenik (Dysgenik)
Diese vier Grundsätze treiben die wahre, globale Religion derzeit an. Sie sind uralt und geduldig und haben ihre Ranken in alles hineingelegt. Diese Leute planen mindestens für das nächste Jahrhundert. Der durchschnittliche «Sklave» ist nur im Geiste ein Sklave, und ehrlich, was braucht man mehr?
Man schreibe ein paar Schwachsinnsgeschichten über kritische Menschen und siehe dann zu, wie das Chaos ausbricht. Dies allein nährt alle vier Grundsätze. Ganz zu schweigen von den ständigen Aktualisierungen und Fortsetzungen, alle mit einem Körnchen Wahrheit. Dennoch können die Unkritischen die Wahrheit nicht von den Lügen trennen und entscheiden sich stattdessen für den dogmatischen Glauben.
Die natürliche Entwicklung der Dominanzhierarchie vom tierischen Bewusstsein zum menschlichen Bewusstsein ist Zustimmung. Nur durch Zustimmung ist es möglich, dass 8 Milliarden Menschen von so wenigen gefangen gehalten werden. Warum ist das so? Weil die Qualität des Bewusstseins weltweit der eines Sklaven entspricht. Selbst wenn sie das Glück haben, der Plantage zu entkommen, sind sie jetzt praktisch ganz allein. Auf meiner Reise habe ich so wenige gefunden, die dieses Verständnis haben, und noch seltener ist es, diese Menschen zu treffen.
Ich erwähne die Grosse Kluft, weil ich glaube, dass es jetzt mehr denn je an der Zeit ist, dass die wenigen, die die Kluft überwunden haben, zueinander finden und Gemeinschaften bilden. Die Taktik des Teilens und Absonderns hat die Grundlagen von Gemeinschaft und Kommunikation zerstört. Und das alles lange vor dem Internet und den Mobiltelefonen. Jetzt, wo alles zerstört ist, müssen die Überlebenden das menschliche Bewusstsein wieder aufbauen und neu beleben.
Es hilft einem Sklaven nicht, sich in der alten Welt mit bewussteren Menschen neu zu formieren und mit dem bestehenden System etwas aufzubauen, was immer wieder dazu führen wird, dass die Gemeinschaft auf das bestehende System zurückgreift. Man muss aus diesem System ausbrechen. Verzicht und Bewusstwerdung sind dabei die grossen Zauberworte. Die Aufgabe ist gross und die Feinde sind zahlreich, aber wenn wir es aufbauen, werden mehr Menschen kommen. Es ist erstaunlich, was passiert, wenn wir die Menschen mit Liebe und Respekt behandeln. Der Geist kann zu reifer Gesundheit heranreifen, wenn er in einer gesunden Gemeinschaft gepflegt wird. Das liegt daran, dass man ihnen einen Ort zum Wachsen und Heilen gegeben und ihnen gleichzeitig eine Vielzahl unterschiedlicher Perspektiven und Erfahrungen geboten haben.
Der Durchschnittsmensch ist bereits traumatisiert, aber fühlt sich im Moment vielleicht nicht unwohl genug, um eine wertvolle Veränderung herbeizuführen. Angesichts unserer Position im alten System, ist es unumgänglich sich von der Angst vor Vergeltung des Systems und den Menschen die sich unabwägig im Sklavensystem bewegen, loszusagen. Daher ist es absolut notwendig, dass wir eine sanfte Landezone für Menschen haben, die ihre Traumabindungen überwinden. So wie ein Trauma den Geist zerstören kann, kann es ihn auch heilen.
Für diejenigen die den rechten Weg gehen, besteht kein Grund zur Isolation oder Angst vor Vergeltung. Doch ist es schlicht unmöglich, unser ganz eigenes Trauma, dass uns das System verpasst hat zu überwinden, wenn wir uns diesem nicht stellen. Niemand wird die Grosse Kluft überwinden können, indem er sich eine schöne neue Welt wünscht oder vorstellt. Mit hübschen lichten Bildersprüchen und esoterischen Weisheiten, wird sich keine Tür zu einer neuen Gemeinschaft mit Gleichgesinnten öffnen. Sich verschlossen vor den Themen der bösen Seite auszuruhen und in sich zu kehren, wird immer nur für eine kurze Zeit Ruhe im Sklaven einkehren lassen. Wobei es wichtig ist, zu lernen allein zu sein und sich damit der Liebe zu sich selbst bewusst zu werden.
Wenn diese Ruhe wieder aufbricht, ist der freie Mensch immer im Drang auf der Suche nach Gemeinschaft und Kommunikation. Die Anzahl derer, die es auch ganz allein und ohne Gemeinschaft hinbekommen, ist so verschwindend gering, dass es eher einer Illusion gleicht, sich dieser Form der Gesundung hinzugeben. Und doch besteht ein enormer Unterschied zwischen Einsamkeit und allein sein. Was allerdings ein Thema für sich ist.
Mit Licht und viel Liebe allein wird man ebenfalls nur für kurze Momente ein Glücksgefühl erleben. Wer seine Traumabindung und Gesundung von Glück abhängig macht, sollte eines verstehen. Kein Mensch ist ewig glücklich. Kein Mensch erlebt dauerhaft ein Leben im Glück. Das ist schlichtweg eine Lüge, die uns mit vermittelt wurde. Es ist ein Teil unserer Traumata. Immer auf der Suche nach dem Glück.
Damit überwindet niemand die Grosse Kluft zur wahren Freiheit. Es ist die grösste Form einer Illusion. Eine Lebenslüge, die selbst mit der Esoterik nur noch fester gebunden wird. Wir müssen nämlich immer noch zwischen der altertümlichen Esoterik, der heutigen Esoterik und der Spiritualität deutlich unterscheiden. Wer sich also isoliert und im Glauben ist, das sich damit viele freiheitlichen Kluften überwinden lassen, begibt sich gesundheitlich in ein unangenehmes und manchmal gefährliches Fahrwasser.
Wir sind nicht hier, um alles madig zu reden. Wir sind hier, um aufzuzeigen, warum wir Menschen uns manchmal so verhalten, wie wir es eben tun. Wer sich selbst besser versteht, findet schneller einen Weg raus aus dem Labyrinth. Der erste Schritt aus der Isolation ist zu erkennen, das man in diesem System ein Sklave ist. Nicht mehr und nicht weniger…


«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








