Europa hat sich angewöhnt, eine politische Ordnung im Gewand einer Religion für eine Friedensreligion zu halten und jeden, der widerspricht, beim Psychiater anzumelden. Die Diagnose lautet «Islamophobie», die Therapie heisst Schweigen. Nur: Phobie ist Angst. Wer die Akten gelesen hat, hat keine Angst. Er lehnt ab – und das ist in einer freien Gesellschaft kein Krankheitsbild, sondern Notwehr des Rechtsstaats. Denn wo ein Lehrer für eine Karikatur ermordet und ein Polizist am Rand einer islamkritischen Kundgebung erstochen wird, ist nicht der Kritiker das Problem, sondern das, was er kritisiert.
Unterwanderung mit Stempel und Aktenzeichen
Wer «Unterwanderung» für ein Hirngespinst vom Stammtisch hält, darf beim französischen Innenministerium nachlesen. Dessen Bericht über Muslimbrüder und politischen Islamismus vom Mai 2025 beschreibt deren Entrismus als Strategie mit Vision, Identität und Plan, samt Doppelzunge: Nach aussen integriert, nach innen am Traum vom islamischen Staat festhaltend. 139 Gebetsstätten hängen laut Bericht am Verband Musulmans de France, dazu eine eigene Hochschule und die Jugendorganisation FEMYSO, die in Brüssel bei EU-Parlamentariern für schärfere Blasphemiegesetze antichambriert. Das Ministerium nennt das Risiko national noch überschaubar, lokal aber «bien réel». Übersetzt: Noch nicht das ganze Haus, nur schon die Schlüssel zu einigen Zimmern. Paris liefert die Akte, Brüssel lieferte das Geld – laut demselben Bericht floss 2018 und 2019 EU-Förderung an Islamic Relief Worldwide.
Das Kleingedruckte aus Kairo
Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) hat 1990 ihre eigene Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam verabschiedet – die Menschenrechte, aber mit Hausordnung. Artikel 24 stellt sämtliche Rechte und Freiheiten unter die Scharia, Artikel 25 erklärt sie zur einzigen Auslegungsquelle. Meinungsfreiheit gilt laut Artikel 22, solange sie die Scharia nicht verletzt. Die Frau ist laut Artikel 6 dem Mann «an Würde gleich» – an Würde, wohlgemerkt, nicht an Rechten. Warum Frauen dieses Angebot nicht lieben, erklärt sich von selbst. Trennung von Staat und Religion ist in einem Text, der die Scharia zur einzigen Referenz erklärt, schlicht nicht vorgesehen. Dass die Botschaft ankommt, zeigt eine Befragung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen: 67,8 Prozent der muslimischen Schüler stellen die Regeln des Korans über die deutschen Gesetze, 45,8 Prozent halten den islamischen Gottesstaat für die beste Staatsform. Das Grundgesetz landet auf Platz zwei.
Kritik mit Todesfolge
Religionsfreiheit heisst in Europa auch, eine Religion verspotten zu dürfen, ohne dafür zu sterben. Der Lehrer Samuel Paty zeigte im Unterricht über Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen und wurde am 16. Oktober 2020 ermordet. In Mannheim stach am 31. Mai 2024 ein IS-Anhänger auf eine Kundgebung des Islamkritikers Michael Stürzenberger ein, der Polizist Rouven Laur starb, das Oberlandesgericht Stuttgart verhängte lebenslang mit besonderer Schwere der Schuld. Wer den Glauben verlässt, lebt in Ägypten und Pakistan unter Leuten, von denen laut Pew Research 84 respektive 76 Prozent der Muslime die Todesstrafe für Apostasie im Gesetz sehen wollen. Und Europa? Debattiert über «Islamophobie». London hat für seine neue Definition der Muslimfeindlichkeit das Wort gleich ganz weggelassen und schriftlich festgehalten, dass Kritik und Spott am Islam erlaubt bleiben. Dass eine Regierung das eigens aufschreiben muss, verrät alles darüber, wofür der Kampfbegriff sonst herhält.
Bilanz: Kein Platz am Tisch der Aufklärung
Christian Wulff verkündete 2010, der Islam gehöre «inzwischen auch zu Deutschland» und hielt den Satz 2020 für «notwendiger denn je». Die Schweiz hat zweimal anders entschieden: 2009 sagten 57,5 Prozent Ja zum Minarettverbot, im März 2021 51,2 Prozent Ja zum Verhüllungsverbot. Die grösste Bedrohung für Europa bleibt beim Namen genannt: Der Islam gehört nicht nach Europa. Und zu Europa gehört er erst recht nicht. Voltaire durfte 1741 Mohammed auf die Bühne stellen, Samuel Paty durfte ihn nicht einmal mehr zeigen. Wer die Freiheit nur so lange verteidigt, bis sich jemand beleidigt fühlt, hat sie bereits verpachtet. Europa hat Kirche und Staat in Jahrhunderten auseinandergesägt – und soll sie für den Halbmond nun wieder zusammenleimen!











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