Damen und Herren, die Demokratie hat Migräne – und die Politik weiss nicht mal die Grundrechenarten. Ein Abend mit einer Komikerin, die sagt, was Leitartikler nicht sagen dürfen – und ein Land, das dabei applaudiert, weil es selbst nicht mehr weiss, ob es lachen oder weinen soll.

Es gibt Momente, in denen eine Frau mit einem Mikrofon in der Hand mehr politische Wahrheit ausspricht als der gesamte Bundestag in einer Legislaturperiode. Solch ein Moment war das. Die Komikerin stand auf der Bühne, das Publikum sass im Saal – und irgendwo zwischen den Pointen und dem Applaus entstand das Gefühl, dass hier gerade die Sektion geöffnet wird, die der Politikbetrieb seit Jahren sorgsam zugenäht hatte.

Fangen wir mit dem Herzstück des deutschen Selbstbetrugs an: Der SPD und ihrer Ablehnung des Vollverschleierungsverbots. Die offizielle Begründung: Ein Verbot würde die Freiheit der Frau einschränken. Sie solle selbstbestimmt tragen, was sie wolle. Man muss kurz innehalten. Die SPD – jene Partei, die seit Jahrzehnten Selbstbestimmung, Emanzipation und Frauenrechte auf ihre Fahnen geschrieben hat – verteidigt mit ernstem Gesicht eine Praxis, die in den Herkunftsländern ihrer Befürworter mit Peitschenhieben durchgesetzt wird. Selbstbestimmung. Natürlich. So wie ein Galeerensklave selbstbestimmt rudert, weil die Alternative ungemütlich ist.

Das ist keine Frauenpolitik. Das ist intellektuelle Kapitulation im progressiven Gewand – garniert mit dem beharrlichen Wunsch, um keinen Preis irgendjemanden zu vergrätzen, der bei der nächsten Wahl noch erreichbar scheint. Die SPD bräuchte, wie es heisst, tatsächlich keine Wahlprogrammreform. Sie bräuchte eine gehirnangleichende Operation. Vollanästhesie inbegriffen.

Die UN-Chefdiplomatin und der Weltfrieden, der täglich auf sich warten lässt
Dann ist da noch Annalena Baerbock. Über Baerbock zu schreiben fühlt sich inzwischen an wie Wildwasserpaddeln in einem trockenen Flussbett – man bemüht sich redlich, aber die Substanz fehlt auf eine Weise, die selbst die Kritik ermüdet.

Sie ist jetzt Chefdiplomatin der Vereinten Nationen. Sie spricht im Namen von 193 Staaten – darunter Iran, USA, Israel, Russland und Ukraine. Wer also täglich auf den Ausbruch des Weltfriedens wartet, darf das mit guten Gründen tun. Baerbock ist dran. Die Frau, die nicht wusste, dass Grönland nicht zur EU gehört, verhandelt jetzt zwischen Atommächten. CO2-frei, charmfrei, faktenfrei – wie es treffend heisst. Man könnte auch sagen: Sie ist die erste UN-Funktionärin, die in ihrer eigenen Muttersprache simultan gedolmetscht werden muss. Das ist keine Beleidigung. Das ist Protokollnotwendigkeit.

Bei Olympia durfte sie die Fackel tragen. Endlich, sagt die Komikerin, war sie die hellste Kerze auf der Torte. Es ist ein grausam präzises Bild – und es sitzt.

Frauenquote mit Ausnahmen, wo es unbequem wird
Weiter geht es mit dem Dauerreizthema Frauenquote – jenem politischen Instrument, das überall gilt, ausser dort, wo es wehtut. Wehrpflicht? Nur junge Männer. Die Feministinnen? Auffällig still. Als ob Gleichberechtigung eine Einbahnstrasse wäre, die endet, sobald der Dienst gefährlich oder unbezahlt wird.

Hätte Pistorius damals erklärt, Frauen seien zu wenig geeignet für den Panzerdienst – man wäre ihm die Kasernentore eingerannt. Stattdessen sagte er nichts Derartiges und die Stille war laut genug. Chancengleichheit gilt für Podien, Vorstände und Talkshows. Für Schützengräben gilt sie erst, wenn der Feminismus seinen nächsten Evolutionssprung hinter sich hat.

Das grüne Dreigestirn der faktischen Amnesie
Katharina Dröge, die nicht wusste, wie viel Geld der Staat ausgibt. Heidi Reicheneck, die als Mietenspezialistin nicht kannte, wie hoch der Anteil von Mietwohnungen in Deutschland ist – und bei Nachfrage plötzlich Migräne bekam. Und Baerbock, die Grönland geografisch neu verortet hatte.

Drei Frauen, drei Wissenslücken, ein Parteiausweis. Man darf das nicht als Frauenproblem missverstehen – das wäre falsch und unfair. Es ist ein Qualitätsproblem. Ein Selektionsproblem. Ein System, das Loyalität höher bewertet als Kompetenz und Haltung höher als Sachkenntnis, produziert zwangsläufig Figuren, die auf Bühnen stehen und Dinge nicht wissen, die jeder Mittelschüler beim zweiten Kaffee nachschlagen könnte.

Es gibt kluge, kompetente Frauen in diesem Land – viele davon. Sie sitzen nur selten da, wo Entscheidungen fallen. Weil der Weg dorthin über Netzwerke, Anpassung und ideologische Compliance führt, nicht über Substanz.

Die Omas gegen rechts – Stützstrümpfe der Demokratie
Und dann: Die Omas gegen rechts. Der Stützstrumpf der Demokratie, wie es heisst. Frauen mit Pensionshintergrund, wasserstoffblonden Haaren und riesigen Damenbrillen, die auf Demonstrationen das System verteidigen, das ihnen eine ordentliche Rente sichert – und dabei übersehen, dass das System, das sie verteidigen, gerade dabei ist, die Renten der nächsten Generation wegzudiskutieren.
Das ist keine Bosheit. Das ist Beobachtung. Wer mit 70 auf die Strasse geht, verdient Respekt. Wer dabei aber nicht merkt, dass er zur Staffage einer Partei geworden ist, die ihn instrumentalisiert wie ein folkloristisches Accessoire, verdient auch ehrliche Worte.

Was bleibt
Eine Komikerin hat in einer Stunde mehr gesagt als drei Legislaturperioden Parlamentsdebatte. Sie hat gelacht, gezielt und getroffen – und das Publikum hat applaudiert, weil es die Wahrheit erkannt hat, die der Feuilletonbetrieb sorgfältig in Redaktionsstuben einschliesst. Deutschland hat kein Erkenntnisproblem. Es hat ein Aussprechproblem. Zum Glück gibt es noch intelligente Frauen mit Rückgrat und Mikrofon…

Faktenfrei. Charmfrei. Machtgeil. Willkommen in der deutschen Führungselite
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Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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