Einige empören sich jetzt darüber, dass viele von uns nicht bereit sind, seitdem die Massnahmen «gelockert» wurden, alles zu vergessen und zu vergeben und einfach das Leben zu geniessen.
Erstens herrscht in den Nachbarländern um uns herum immer noch gnadenlose Gesundheitsdiktatur, die uns im Herbst auch schnell wieder blühen könnte, daher bin ich alles andere als in Feierlaune. Das Leiden dieser Menschen macht mich nach wie vor sehr betroffen, auch wenn hier jetzt mal «gelockert» wurde.
Zweitens gibt’s es keinen Friede-Freude-Eierkuchen, solange das, was Menschen einander angetan haben, nicht benannt, eingesehen und aufgearbeitet wurde. Diese Taten haben Existenzen und Beziehungen zerstört und sich tief in unsere Gesellschaft hineingefressen. Dem muss man zuerst auf den Grund gehen, ansonsten ist es wie mit dem Schimmelbefall, den man einfach weiss übermalt und so tut, als ob er unter der schönen Fläche nicht mehr da wäre. Dann kommt er wieder und verbreitet sich schlimmer als zuvor.
Es gibt keinen Neuanfang ohne Einsicht und keine Vergebung ohne Reue.
Und drittens haben wir weiterhin dieses Epidemiengesetz mit dem ominösen Artikel 6, der uns an die Weisungen der WHO bindet, die nach wie vor festhält, dass eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite herrscht. Deshalb bleibt die «besondere Lage» erhalten. Die WHO muss «schrumpfen» und zwar soweit, wie das Budget von den finanzierenden Mitgliederländern reicht und das sind lediglich 20%, da ist kein Platz für 80% Prozent «Spenden» und Zuwendungen einzelner Staaten.
Nun befinden wir uns schon einige Woche wieder einigermassen in einer Form von «Normalität», zumindest in der Schweiz. Zeit mal eine erste Bilanz zu ziehen. Normal ist hier gar nichts. Man mag die meisten Restriktionen aufgehoben haben, aber in den Köpfen von vielen Menschen geht der Film weiter und die viel zitierte Spaltung wird weiterhin zelebriert. Ich kann an all jene welche zum Beispiel noch an der Gesichtsverhüllung festhalten wollen, nur appellieren, merkt euch genau wie ihr euch im Moment fühlt. Wir, welche niemals damit einverstanden waren, haben uns fast 2 Jahre so gefühlt, nur mit dem Unterschied, dass wir keine Wahl hatten und man uns gezwungen hat etwas zu tun, was für uns weder persönlich, noch wissenschaftlich einen Sinn ergeben hat. Vielleicht wäre dies ein erster Schritt zur Versöhnung, anzuerkennen, wie sich grosse Teile der Bevölkerung gefühlt und sie deshalb protestiert haben. Zur jetzigen Situation kann ich nur sagen, wenn mich privat jemand darum bittet aus Angst eine Gesichtsverhüllung zu tragen in dessen privatem Bereich ist das kein Problem für eine kurze Zeit. Das respektiere ich – aber ich respektiere nicht wenn man mich gegen meinen Willen zwingt etwas zu tun, was keinen Sinn ergibt. Vielleicht durch eueren momentanen Frust lernt ihr nun die andere Seite kennen und durch gegenseitiges Verständnis kann das Kriegsbeil in der wirklich extrem gespaltenen Bevölkerung begraben werden…


«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








