Mir ist bewusst, dass ich niemals nie zum illustren Kreis der Neo-Spirituellen gehören werde – und wenn ich ehrlich sein soll, will ich das auch nicht, denn es ist schlicht und ergreifend auch nicht wirklich mein Ding. Ich werde niemals nur aus Licht und Liebe bestehen, zu gern «tanze» ich mit der Nacht und ihren Schatten – und das macht mich für diese Kreise unwürdig. Unwürdig hinsichtlich dessen, dass ich mich von meinen ärgsten Ängsten und stärksten Dämonen reingewaschen habe. Mehr noch, statt jene Dämonen blind auszuräuchern, blickte ich gefühlvoll in ihr Antlitz, bereit, sie an der Hand zu nehmen. Ich habe sie als einen Teil von mir akzeptiert. Ein Teil, der durch jedwede Ären meines Seins geht und immer auch gehen wird.
Der illustre Kreis der Neo-Spirituellen möchte das nicht. Wir, die Schattentänzer, sind voll von Traumata, die wir auflösen müssen. Dass wir es bereits getan haben, indem wir sie akzeptieren, wird nicht gesehen. Nein, nur Licht und Liebe gilt. Wer alleine darin schwelgt, der ist hochspirituell. Der hat den Aufstieg in die höchstmöglichste Existenz auf der Erde geschafft. Ich aber finde, dass der Schatten des Baumes im lauen Sommerlicht ebenfalls gesehen und geliebt werden darf. Ich finde die Welt ebenso schön, wenn sie sich in ihrer prachtvollen Dunkelheit bei Nacht präsentiert. Und der Kampf – ja, jener, der nicht sein muss – gegen Unaufgelöstes, der darf stattfinden. Und jene Schatten, die sich darin offenbaren, die dürfen ebenso gesehen werden. Sie DÜRFEN erkannt werden. Als Teil des Selbst! Wenn wir nur aus reinem Licht bestünden, wären wir bloss geblendet – nicht aber erleuchtet.
Text frei nach Mexi Tunritha, via Michele Lustig
Ohne Schatten gibt es kein Licht – und ohne Licht keinen Schatten. Die wirklich wahren spirituellen und erwachten Menschen sind jene, die das erkannt haben und beides, Licht UND Schatten, Liebe UND Dämonen akzeptieren. Warum muss immer alles getrennt werden? Meine Schatten gehören zu mir wie mein Licht. Warum soll ich leugnen was mich geformt hat. Ich liebe mein Licht und das Heil das geben darf. Das kann ich aber nur, weil ich meine Schatten kenne und mit ihnen verbunden bin. Also was bin ich? Ich bin ich, mit allen Facetten des Seins. Hell und Dunkel, Licht und Schatten, Liebe und Leid. Nur wenn alles im Gleichgewicht schwingt, kann ich eins sein.







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