Eisbrecher haben beim Summer Breeze Open Air 2026 in Dinkelsbühl die grosse Bühne gekapert und ARTE Concert hat mitgefilmt, damit auch jene das Spektakel abbekommen, denen der Staub des Festivalgeländes zu profan war. Kühle Elektronik, schwere Gitarren und Texte, die so lakonisch daherkommen, als hätte jemand die Gefühlswelt auf Betriebstemperatur heruntergekühlt – das ist Neue Deutsche Härte, wie sie sein muss, nämlich ohne Mitleid mit dem Trommelfell.
Während die Radiosender des Landes weiter ihr glattgebügeltes Pop-Sedativ verabreichen, prügeln Eisbrecher Druckwellen ins fränkische Dunkel, dass die Bierbecher von selbst leer werden. Keine Nebelmaschine wird geschont, kein Riff bleibt ungeschliffen und die Synthesizer surren dazu wie ein Kühlaggregat kurz vor dem Kollaps. Die Kontraste sind so scharf, dass man sich daran schneiden könnte: Eiskalte Maschinenkälte oben, glühendes Gitarrenblech unten und dazwischen ein Publikum, das seit Jahren dieselbe Mitgröl-Choreografie beherrscht und sie trotzdem jedes Mal feiert, als sei sie gerade erst erfunden worden.
Was der Mitschnitt zeigt, ist kein Konzert, sondern ein Pressluftbohrer mit Gesangseinlagen. Druckvolle Rhythmen, Festivalenergie ohne Netz und doppelten Boden und eine Band, die längst begriffen hat, dass man die Massen nicht mit Feingefühl, sondern mit Wucht bewegt. Wer Eisbrecher für einen Rammstein-Verschnitt hält, darf gerne zu Hause bleiben und weiter Podcasts über achtsames Miteinander hören – der Rest dreht auf, bis der Nachbar klingelt und lässt sich von ARTE vorführen, wie Kultur klingt, wenn sie ausnahmsweise nicht nach subventioniertem Kammerorchester klingt!






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