Es gibt Tage, an denen man sich wünscht, man könnte die gesamte Menschheit kurz ausschalten, entstauben, neu starten und mit einem Patch aktualisieren, das die Funktion «Panik bei jeder Schlagzeile» endlich behebt. Doch stattdessen sitzen wir hier, Popcorn in der Hand, während ein globaler Finanz-Jenga-Turm wackelt wie ein nervöser Teenager beim ersten Date. Und die Experten? Die sagen, das sei alles «kein Zufall», sondern «gesteuert von oben».
Die grosse Umverteilung läuft schon. Die Vermögenden machen es sich gemütlich auf ihren Goldbarren, während die unteren 90 Prozent darüber nachdenken, ob sie mit der Heizung oder dem Toaster kuscheln sollen. Und irgendwo zwischen Crash-Prognosen, digitalen Zentralbankgeldern und Bargeldabschaffungsfetischen steht eine Gesellschaft, die sich fragt, warum plötzlich Gold wieder sexy ist. Spoiler: Wenn das System brennt, geht man nicht in Tech-Aktien, man kauft Metall wie ein Prepper mit Rückenwind.
Natürlich liegt der Plan für den digitalen Euro längst fertig in einer Schublade, wahrscheinlich zwischen dem «Pandemie 3.0»-Ordner und dem USB-Stick mit den geheimen WHO-Karaoke-Aufnahmen. Und während Politiker öffentlich trällern: «Wir haben alles im Griff», knistert hinter der Bühne bereits das Streichholz. Der digitale Euro sei ein «Krisengeld», heisst es. Herzlichen Glückwunsch: Wenn dein Geld nur noch existiert, wenn es WLAN hat, bist du offiziell Teil der neuen Servicelandschaft Mensch 2.0.
Und apropos «Service»: Junge Männer sollen wieder zur Musterung. Klingt vertraut? Klar, das letzte Mal, als Europa kollektiv die Jugendlichen im Gleichschritt tänzeln liess, endete das… nicht so super. Aber alles wird gut, sagen sie. Es gehe um «Verteidigungsfähigkeit». Ja, natürlich. Und ich gehe ab morgen mit einer Suppenkelle auf Goldsuche im Wald.
Währenddessen tobt im Hintergrund die nächste Staffel «Ukraine – Das Drama, das kein Drehbuchautor mehr versteht». Korruptionsskandale, Oligarchen, Millionen-Dollar-Bestechungen – es fehlt nur noch ein Netflix-Intro. Aber wir sollen weiter fleissig Geld reinschaufeln, damit Russland «nicht durchmarschiert». Die gleichen Leute, die nicht mal einen Flughafen bauen können, erklären uns, wie geopolitische Grossstrategien funktionieren. Ich schlucke hart, weil ich lachen muss.
Politisch sieht alles aus wie ein schiefgelaufener Escape Room: Jeder rennt im Kreis, sucht Hinweise, schreit Panikphrasen – und der Ausgangscode liegt seit Jahren unberührt in der Ecke. Wirtschaftlich dagegen wird geplündert, was das Zeug hält. Eigentumsschutz? Ach bitte. Der wurde schon vor Jahren von der Bank of England in einer Besenkammer vergraben, direkt neben dem libyschen Gold, das zufällig verschwunden ist, nachdem der letzte Diktator nicht mehr buchbar war.
Aber es wird noch besser: Künstliche Intelligenz wird bald «intelligenter sein als jeder Mensch», sagen sie. Herzlichen Glückwunsch, wir werden also zukünftig von Toastern ersetzt, die besser rechnen, empathischer sind und wahrscheinlich einen besseren Humor haben als der durchschnittliche Ministerpräsident. Verwaltungsjobs? Weg. Handwerker? Weg. Journalisten? Seit Jahren schon halber Weg. KI macht alles – und zwar schneller, billiger, besser und ohne bezahlte Mittagspause. Manchmal wünsche ich mir, KI hätte auch ein Wahlrecht, vielleicht wäre der Laden dann endlich funktionaler.
Die Banken vertrauen sich nicht mehr gegenseitig. Der Interbankenmarkt wirkt wie eine Paartherapie von zwei Menschen, die sich seit Monaten hassen. Die FED druckt Geld wie ein Bastelkind auf Speed. Und die Verschuldung erreicht Zahlen, die selbst Fantasy-Autoren übertrieben fänden. Gleichzeitig geben Politiker Interviews, als wären sie spirituelle Coaches: «Bleiben Sie ruhig, alles im Flow.»
Aber am Ende – und da muss ich selbst kurz sentimental werden – steckt in dieser Katastrophensuppe zumindest ein Funken Wahrheit: Ja, wir stehen in einer Zeit, die völlig anders wird als alles davor. Ja, vieles wird zusammenbrechen. Nein, das ist nicht automatisch das Ende der Menschheit. Vielleicht ist es nur das Ende von Systemen, die sowieso morsch waren wie ein Ikea-Regal nach drei Umzügen.
Und vielleicht, ganz vielleicht, schaffen es Menschen, sich nicht komplett in digitale Ketten legen zu lassen. Vielleicht erinnern sie sich daran, dass Freiheit kein Download ist. Und dass eine Gesellschaft, die ihre Kinder in virtuelle Plastikwelten schickt, irgendwann nicht mehr weiss, wie echte Welt riecht.
Wenn die Welt brennt, bleib menschlich. Das ist die letzte Währung, die keiner dir nehmen kann…

«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








