Es war alles angerichtet für einen dieser gepflegt-rituellen vatikanischen Momente, bei denen Diplomaten höflich nicken, nichts passiert und alle beruhigt nach Hause gehen. Doch dann kam Papst Leo XIV.. Zehn Minuten zu spät, was im Vatikan bereits als kleine Revolution gilt und mit einer Rede im Gepäck, die man dort eher ungern zwischen Häppchen und Höflichkeitsfloskeln serviert bekommt.

Die Benediktions-Aula war voll, die Botschafter geschniegelt, die Erwartungen hoch. Der erste US-amerikanische Papst betrat den Raum, setzte sich auf seinen thronartigen Sessel und begann ausgerechnet auf Englisch zu sprechen. Allein das war schon ein Affront gegen jahrhundertelang gepflegte Latein-Illusionen. Doch der eigentliche Tabubruch kam erst noch.

Denn Leo XIV. tat etwas höchst Unpäpstliches. Er benannte Probleme. Und schlimmer noch: Er tat so, als gäbe es sie wirklich.

Während sein Heimatland unter Donald Trump gerade damit beschäftigt ist, Multilateralismus wie ein überholtes Software-Update zu behandeln, sprach der Papst von Solidarität, Migration und Verantwortung. Ohne Namen zu nennen, aber mit der Subtilität eines Glockenschlags. Besonders hübsch war das Kapitel Venezuela. Kein expliziter Seitenhieb auf Washington, aber auch kein diplomatisches Weglächeln. Der Wille des Volkes, Menschenrechte, Schutz. Alles Dinge, die man im geopolitischen Alltag gern als optional betrachtet.

Richtig ungemütlich wurde es, als Leo XIV. das aussprach, was westliche Demokratien sonst nur im Flüsterton zulassen: Dass Meinungs- und Gewissensfreiheit hier nicht gerade Konjunktur haben. Stattdessen eine neue Sprache, geschniegelt, inklusiv, moralisch aufgeladen, mit deutlich orwellschem Beigeschmack. Eine Sprache, die vorgibt zu schützen, während sie aussortiert. Wer nicht mitmacht, fliegt raus. Demokratisch natürlich.

Interessant war dabei, wie vertraut das alles klang. Inhaltlich erinnerte es stark an die jüngsten Auftritte von JD Vance, nur ohne Kulturkampf-Gebrüll und mit deutlich besserer Akustik. Der Papst sagte es höflicher, aber nicht weniger klar: Freiheit wird im Westen zunehmend verwaltet statt gelebt.

Natürlich blieb Leo XIV. sich treu, wo man es erwartete. Abtreibung, Euthanasie, Eheverständnis. Konservativ, kategorisch, wenig überraschend. Fast schon beruhigend. Der Mann ist schliesslich Papst und kein TED-Talk-Host.

Am Ende blieb eine Rede, die zu konservativ für Progressive, zu unbequem für Liberale und zu ehrlich für den diplomatischen Betrieb war. Der Text wird nun verteilt, analysiert, relativiert und weichgespült werden. In allen Hauptstädten dieser Welt.

Und genau das ist vielleicht das eigentlich Ironische daran: Ausgerechnet der Vatikan erinnert den Westen daran, was Meinungsfreiheit einmal war. Und alle hören betroffen zu, während sie innerlich prüfen, wie man das möglichst folgenlos archiviert.

Der Papst erklärt dem Westen die Meinungsfreiheit
Der Papst erklärt dem Westen die Meinungsfreiheit

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