Man kennt das Muster inzwischen ziemlich gut. Es beginnt immer mit Kindern. Kinder sind politisch das perfekte Argument: Wer widerspricht schon, wenn etwas angeblich «zum Schutz der Kinder» eingeführt wird? Niemand möchte schliesslich öffentlich der Typ sein, der gegen Kinderschutz argumentiert. Und genau hier beginnt die kleine, elegante Operation namens Internet-Alterskontrolle.

In Grossbritannien arbeitet die Regierung derzeit daran, das Internet ein kleines bisschen «sicherer» zu machen. Offiziell geht es darum, Minderjährige vor schädlichen Inhalten zu schützen. Pornografie, gefährliche Inhalte, all diese Dinge, die Politiker in Interviews gern mit ernster Miene aufzählen. Klingt vernünftig. Klingt verantwortungsvoll. Klingt wie etwas, das niemand infrage stellen sollte. Nur hat diese Geschichte einen kleinen Haken.

Der Schutz der Kinder ist offenbar nur das hübsche Geschenkpapier. Darunter liegt etwas deutlich Interessanteres: eine de-facto-Ausweispflicht für das gesamte Internet. Das funktioniert erstaunlich simpel. Neue Gesetzesänderungen im Vereinigten Königreich erlauben es der Regierung, Internetanbieter dazu zu verpflichten, Zugriffe von Minderjährigen auf bestimmte Plattformen zu blockieren oder zeitlich einzuschränken. Gleichzeitig können praktisch alle Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten gezwungen werden, Altersverifikation einzubauen.

Und «Altersverifikation» bedeutet im Jahr 2026 natürlich nicht mehr: «Klick hier, wenn du über 18 bist.» Nein. Heute bedeutet es: Ausweis hochladen. Selfie mit Gesichtserkennung. Kreditkarte verifizieren. Kurz gesagt: Willkommen im Zeitalter des digitalen Personalausweises fürs Surfen. Der Trick ist dabei ziemlich elegant. Wenn Plattformen nicht mitspielen, drohen Bussgelder von bis zu zehn Prozent des Umsatzes oder sogar komplette Sperren durch Internetanbieter.

Man könnte sagen: Kooperation ist freiwillig. So freiwillig wie Steuerzahlen. Die Konsequenz ist ziemlich offensichtlich. Wenn ein Haushalt nur einen Internetanschluss hat, kann der Provider nicht unterscheiden, ob gerade der Teenager oder der Vater vor dem Bildschirm sitzt. Also passiert etwas Wunderbares: Die Alterskontrolle trifft einfach alle. Kinder sollten geschützt werden.
Ergebnis: Erwachsene müssen sich identifizieren. Eine beeindruckende logische Leistung.

Bürgerrechtsgruppen schlagen inzwischen Alarm. Sie warnen davor, dass solche Regeln das anonyme Surfen praktisch unmöglich machen könnten und das gesamte Internet eingeschränkt wird. Aber natürlich ist das alles nur ein Missverständnis. Es geht nicht um Kontrolle. Es geht um Sicherheit. Zumindest offiziell. Inoffiziell entsteht gerade etwas, das Regierungen schon seit Jahrzehnten heimlich lieben würden: eine Infrastruktur, in der jeder Internetnutzer eindeutig identifizierbar ist.

Ein Traum für Behörden. Ein Traum für Regulierung. Ein Traum für jeden, der der Meinung ist, dass Bürger im Netz eigentlich genauso registriert sein sollten wie beim Einwohnermeldeamt. Parallel dazu arbeitet Grossbritannien an einem digitalen Identitätssystem. Offiziell freiwillig, versteht sich. Freiwillig in dem Sinne, dass man natürlich darauf verzichten kann. Man muss dann nur damit leben, dass man große Teile des Internets nicht mehr nutzen kann. Die klassische Wahlfreiheit moderner Demokratien.

Und natürlich bleibt dieses Experiment nicht auf Grossbritannien beschränkt. Auch in der EU wird bis Ende 2026 eine European Digital Identity Wallet eingeführt, die ebenfalls als Grundlage für Altersverifikation dienen soll. Mit anderen Worten: Die technische Infrastruktur für eine globale digitale Identität wird gerade aufgebaut. Stück für Stück. Gesetz für Gesetz. Immer mit der gleichen Begründung. Kinder. Sicherheit. Schutz.

Es ist ein bisschen wie beim Bau einer Autobahn, die angeblich nur für Fahrräder gedacht ist. Zuerst kommen ein paar harmlose Radwege. Dann ein paar breitere Spuren. Und irgendwann merkt man plötzlich, dass dort Lastwagen fahren. Die Ironie ist kaum zu übersehen. Das Internet wurde einst als Raum gedacht, in dem Ideen frei zirkulieren. Ein Ort, an dem Menschen diskutieren konnten, ohne sofort mit ihrem echten Namen, ihrer Adresse und ihrer Passnummer aufzutreten.

Ein chaotischer, manchmal anstrengender, aber erstaunlich freier Raum. Jetzt verwandelt sich dieses System langsam in etwas anderes: eine digital verwaltete Infrastruktur, in der jede Bewegung potenziell einer Identität zugeordnet werden kann. Natürlich passiert das alles aus den besten Gründen. Zum Schutz der Kinder.

Denn wenn die Geschichte der Politik eines zeigt, dann dieses: Wenn Regierungen mehr Kontrolle wollen, beginnen sie selten mit der Wahrheit. Sie beginnen mit einem sehr emotionalen Argument. Und danach kommt der Rest fast von selbst…

Der Kinderschutz, der das ganze Internet kontrolliert


ANZEIGE: Du suchst nach dem einfachsten Weg, Bitcoin zu kaufen und selbst zu verwahren? Die Relai-App ist Europas erfolgreichste Bitcoin-App. Hier kaufst Du Bitcoin in wenigen Schritten und kannst auch Sparpläne einrichten. Niemand hat Zugriff auf Deine Bitcoin, ausser Du selbst. Relai senkt jetzt die Gebühr auf 1 %, mit dem Referral-Code REL105548 sparst Du weitere 10 %. (keine Finanzberatung). Disclaimer wg. EU-Mica-Regulierung: Die Dienste von Relai werden ausschliesslich für Einwohner der Schweiz und Italien empfohlen.

Psst, folge uns unauffällig!

Unterstütze uns!

 
«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.

Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

Um den Betrieb der Seite zu gewährleisten könnt ihr gerne eine Spende per Kreditkarte, Paypal, Google Pay, Apple Pay oder Lastschriftverfahren/Bankkonto zukommen lassen. Vielen Dank an alle Leser und Unterstützer dieses Blogs!
 


Wir werden zensiert!

Unsere Inhalte werden inzwischen vollumfänglich zensiert. Die grössten Suchmaschinen wurden aufgefordert, unsere Artikel aus den Ergebnissen zu löschen. Bleib mit uns über Telegram in Verbindung, spende, um unsere Unabhängigkeit zu unterstützen oder abonniere unseren Newsletter.

Newsletter

Nein danke!