Portugal exportiert Kork, Küstenkitsch und – man staune – technischen Thrash Metal: Shadowmare haben am 11. August ihr drittes Album «Transfiguration» in die Welt geprügelt.
Dass die Scheibe überhaupt existiert, grenzt an blanken Trotz. Die Band hat in den vergangenen Jahren mehr Besetzungswechsel verdaut als mancher Konzern Umstrukturierungen und steht heute als Quartett auf der Matte. Andere hätten den Laden längst dichtgemacht und die Instrumente im Netz verhökert. Wer deshalb ein weichgespültes Restprodukt erwartet, darf sich getäuscht fühlen: Die neue Marschrichtung heisst kürzer, dichter, brutaler. Geschrieben und arrangiert wird anders als früher, doch das technische Gefrickel bleibt Markenzeichen der Truppe – es sitzt jetzt bloss im Maschinenraum statt im Schaufenster.
Textlich hält «Transfiguration» der eigenen Vergangenheit den Spiegel vors Gesicht: Jeder Song seziert eine Etappe der letzten Jahre – vom Scherbenhaufen der Umbrüche bis zum sturen Entschluss, trotzdem weiterzumachen. Kein Schönfärben, kein Kaschieren der Narben: Das Album zeigt Shadowmare exakt so, wie sie heute dastehen – umgebaut, abgespeckt und angriffslustig. Drei Alben, gefühlt ein Dutzend Besetzungen, null Kapitulation. Während anderswo Bands beim ersten Gegenwind das Handtuch samt Bandnamen verscherbeln, schweissen sich die Portugiesen aus den eigenen Trümmern einfach ein neues Fahrgestell zusammen. «Transfiguration» ist keine blosse Verwandlung – das ist eine Wiederauferstehung mit Blutgeschmack im Mund!

«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.







