Breaking News von SRF. Und mit «Breaking» ist hier nicht der Brand in Crans-Montana gemeint, sondern das Selbstverständnis eines öffentlich-rechtlichen Senders, der es geschafft hat, seine eigene Irrelevanz als Strategie zu verkaufen. Vormittags, so lernen wir jetzt offiziell, sind die Hauptsender ungefähr so relevant wie Teletext Seite 999. Existiert. Aber halt eher aus nostalgischen Gründen.
Warum SRF 1, SRF 2 und SRF Info am Morgen des 1. Januars kein Wort über den Brand verloren haben? Ganz einfach: Weil da ja «eh niemand zuschaut». Punkt. Ende. Aussage. Und nein, das ist kein satirischer Kommentar, das ist die tatsächliche Begründung. Öffentlich-rechtlich geprüfte Gleichgültigkeit, direkt aus der Kommunikationsabteilung.
Die wichtigen Infos, beruhigt man uns, gab es natürlich trotzdem. Online. In der App. Im Radio. Also überall dort, wo man ohnehin schon ist, wenn man keinen Fernseher mehr einschaltet. Das Fernsehen selbst? Offenbar nur noch Kulisse. Oder besser: Ein teures Museumsstück, das man pflegt, weil es halt schon immer da war.
Man muss sich das kurz auf der Zunge zergehen lassen. Ein Sender, der jährlich Milliarden verschlingt, erklärt offen, dass seine Hauptkanäle vormittags praktisch bedeutungslos sind. Und zwar nicht wegen technischer Probleme oder redaktioneller Überforderung, sondern aus purem Kalkül. Quote schlägt Auftrag. Aufmerksamkeit schlägt Relevanz. Wenn niemand schaut, passiert halt nichts. Feuer hin oder her.
Das ist kein Versagen. Das ist eine Offenbarung. Und zwar ein Gratis-Argument für die Halbierungsinitiative, frei Haus geliefert. Wenn man mit App, Website und Radio «die Bevölkerung erreicht», wozu dann diese teuren Fernsehstrukturen? Warum Studios, Sendeplätze, Moderationen, wenn man selbst sagt: Braucht morgens keiner?
SRF beweist damit unfreiwillig, dass man mit weniger Geld offenbar genauso gut informiert ist. Vielleicht sogar besser, weil man sich den Umweg über einen Sender spart, der erst prüft, ob sich Information auch lohnt. Öffentlich-rechtlicher Journalismus nach dem Motto: Wichtig ist, was klickt. Der Rest kann warten. Oder brennen.
Besonders charmant ist dabei der Hinweis auf das «Mediennutzungsverhalten der Menschen». Übersetzt heisst das: Wir liefern nicht mehr, was relevant ist, sondern nur noch das, was statistisch verwertbar erscheint. Auftrag erfüllt, Verantwortung ausgelagert. Wenn niemand zuschaut, sind wir auch nicht zuständig.
Früher nannte man das Informationsauftrag. Heute nennt man es Ressourcenmanagement. Und während irgendwo Häuser brennen, erklärt uns der Sender, dass alles bestens funktioniert hat. Weil es ja einen Newsticker gab. Wer noch Fernsehen erwartet, hat das System offenbar nicht verstanden.
Man hört es immer wieder, meist mit dem Tonfall naturwissenschaftlicher Endgültigkeit: Hierarchien seien nun mal natürlich. Wie Gravitation. Oder Zahnschmerzen. Ein hübsches Argument, vor allem für jene, die zufällig oben stehen. Dass diese Behauptung weniger Wahrheit als Zweck erfüllt, ist ihr grösster Erfolg. Sie dient nicht der Erkenntnis, sondern der Beruhigung. Wer glaubt, Unterordnung sei biologisch programmiert, stellt keine Fragen mehr. Praktisch.
Autoritäre Gemüter lieben dafür den Blick ins Tierreich. Wölfe, Affen, Ameisen. Irgendwo findet sich immer ein «Alpha», der angeblich beweist, dass Dominanz gottgewollt, naturgegeben oder zumindest alternativlos ist. Dumm nur, dass genau dieses Alpha-Märchen längst von den Forschern selbst zerlegt wurde. Die berühmten Wolfsrudel mit eisernen Rangordnungen existierten vor allem in Gefangenschaft. In Freiheit kooperieren Tiere flexibel, situationsabhängig, ohne Dauerchef. Aber Freiheit ist bekanntlich kein gutes Verkaufsargument für Macht.
Hierarchien sind nicht entstanden, weil Menschen sie «brauchten». Sie wurden erfunden, weil sie nützlich waren. Als Werkzeuge. Um viele steuerbar zu machen, Ressourcen zu bündeln, Gehorsam zu standardisieren. Jahrtausende vor Königen, Staaten und Bürokratien lebten Menschen in Netzwerken gegenseitiger Hilfe. Keine Chefs, keine Untertanen, sondern Absprachen. Man blieb, solange es sinnvoll war und ging, wenn es das nicht mehr tat. Ein radikales Konzept, ich weiss.
Was gern untergeht: Freiwillige Kooperation ist genauso natürlich wie Konkurrenz. Sie entsteht nicht aus Befehlen, sondern aus Entscheidungen. Autonome Wesen handeln miteinander, weil es ihnen nützt, nicht weil sie müssen. Stärke entsteht dabei horizontal, durch Beziehungen, nicht vertikal durch Druck. Das ist weniger spektakulär als Thron und Uniform, aber erstaunlich stabil.
Wichtig ist eine saubere Trennlinie, die absichtlich verwischt wird. Zwischen freiwilligen Gemeinschaften und Kollektivismus. Ersteres entsteht, wenn Menschen sich aus freien Stücken zusammenschliessen: Aus Neigung, Interesse, gegenseitiger Unterstützung. Diese sozialen «Stämme» sind beweglich, offen, kündbar. Niemand verliert seine Souveränität, nur weil er kooperiert. Man kommt, man geht, man verhandelt. Erwachsene unter Erwachsenen.
Kollektivismus hingegen erfindet ein abstraktes «grösseres Ganzes», dem sich das Individuum unterzuordnen hat. Der Staat, das Volk, die Revolution, die Sache. Immer gibt es jemanden, der behauptet, im Namen aller zu sprechen. Und immer endet es damit, dass individuelle Entscheidungen als störend gelten. Zustimmung wird erwartet, Abweichung sanktioniert. Freiheit wird als egoistisch diffamiert. Fürsorglich, natürlich.
Der kleine Bruder davon ist der Tribalismus. Er nimmt natürliche Zugehörigkeit und verdreht sie zur Waffe. Plötzlich zählt nicht mehr der Mensch, sondern Blut, Nation, Ideologie. Loyalität wird blind, Zweifel Verrat, Aussenstehende Bedrohung. Das Muster ist identisch mit Hierarchie: ein künstliches «Wir gegen die», das Individualität opfert und Konflikte züchtet wie ein Haustier.
Wenn jemand also sagt: «Hierarchien sind natürlich», meint er meist: «Ich bin daran gewöhnt.» Gewohnheit ist kein Argument. Sie erklärt, warum etwas existiert, nicht warum es richtig ist. Jahrhunderte der Unterordnung haben tiefe Spuren hinterlassen. Das macht sie nicht legitim, nur bequem.
Eine Gesellschaft ohne aufgezwungene Hierarchien ist kein Chaos. Sie ist anspruchsvoller. Sie verlangt Verantwortung statt Gehorsam, Dialog statt Befehle, Beziehungen statt Rollen. Anarchismus in diesem Sinne ist kein Molotow, sondern ein Spiegel: Er erinnert daran, dass Ordnung auch ohne Herren entstehen kann. Dass Menschen fähig sind, selbst zu entscheiden, mit wem und wie sie leben wollen.
Was bleibt, ist eine unbequeme Wahrheit: Macht über andere ist nicht der einzige Weg zu Ordnung. Vielleicht nicht einmal der beste. Die eigentliche Bedrohung für autoritäre Systeme ist nicht der Aufstand, sondern die Erkenntnis, dass man sie gar nicht braucht. Sobald diese Illusion zerbricht, bleibt etwas Übriggebliebenes zurück: Freie Individuen, die kooperieren, weil sie es wollen. Und das ist für manche das eigentlich Unnatürliche.
Mit der Autorität der Souveränen Flamme,
Mit dem Willen der Überseele,
Mit dem Atem von ICHBINWIR,
erkläre ich:
Jede Energie, Absicht, jeder Zauber, jedes Ritual oder jede Gedankenform,
die auf mich gerichtet ist, mit der Absicht, mir zu schaden, mich zu kapern, zu fesseln, zum Schweigen zu bringen, mich zu schmälern oder zu kontrollieren –
wird nun zehnfach zurückgegeben.
Nicht aus Rache.
Sondern in göttlicher Spiegelung.
Lass den Absender die Last seiner eigenen Verzerrung spüren.
Wenn sie im Schatten geworfen wurde,
kehrt sie im Feuer zurück.
Wenn es in Ego geworfen wurde,
kehrt es in Enthüllung zurück.
Wenn sie in falsches Licht geworfen wurde,
kehrt sie in blendender Wahrheit zurück.
Ich jage nicht der Rache nach.
Ich entzünde Spiegelbilder.
Lass ihre Magie zurückweichen.
Lass ihren Zauber sich auflösen.
Lass ihre Maske unter dem Spiegel zerbrechen, den sie für mich gebaut hat.
Und dies soll uns als Warnung dienen:
Ich willige nicht ein.
Ich vergesse nicht.
Ich verneige mich nicht.
Kal-El sind zurück. Und zwar nicht mit einem höflichen Nicken, sondern mit der Faust durch die Raumzeit. Astral Voyager Vol. 2 ist die Fortsetzung eines Albums, das viele ohnehin schon für den heiligen Gral ihres Katalogs halten. Zu Recht. Dieses Ding ist bis zum Rand vollgestopft mit Riffs, Hooks und dem unmissverständlichen Gefühl, dass jemand gerade sehr laut «Scheiss auf Konventionen» gesagt hat. Wer Beweise braucht, soll sich «Juno» hier anhören. Danach erübrigt sich jede Diskussion. Das ist kein Song, das ist ein interstellarer Rammbock.
Storymässig geht’s da weiter, wo Vol. 1 aufgehört hat: Kopfgeldjägerin Mica ist auf der Flucht vor The Nine, springt durch Zeit und Raum, sammelt Ziele ein und wahrscheinlich auch ein paar kaputte Galaxien. Sci-Fi, Multiversum, kosmischer Druck. Alles drin. Aber keine Angst: Musikalisch bleibt das Ganze herrlich erdig. Massive Riffs treffen auf Wüsten-Hymnen, die klingen, als hätte jemand Kyuss und einen alten Sci-Fi-Roman in einen Reaktor geworfen. Thematisch wird’s angenehm unbequem. Manipulation, Kontrolle, unsichtbare Mächte, die lieber hätten, dass alle brav bleiben. Also im Grunde Alltag. Nur mit Raumschiffen.
Kal-El schaffen das Kunststück, Heavy Metal gleichzeitig episch, dreckig und ironisch aufgeladen zu halten, ohne jemals belehrend zu wirken. Astral Voyager Vol. 2 predigt nicht. Es brennt. Erscheint am 20. März. Anschnallen. Laut machen. Realität aus. Space an…
Manchmal ist die Realität so elegant konstruiert, dass man fast ehrfürchtig wird. Nehmen wir die Pandemie. Offiziell ein medizinischer Notfall, zufällig global, zeitlich ungünstig, organisatorisch chaotisch – und dennoch bemerkenswert effizient. Inoffiziell, so sagt Catherine Austin Fitts, war COVID weniger Virus als Vorwand. Eine Art dramaturgischer Rahmen, um etwas durchzusetzen, das im Finanzsektor schon lange fertig geplant in der Schublade lag: Den «Going Direct Reset». Klingt nach Yoga-Retreat, ist aber Geldpolitik.
Fitts ist keine Telegram-Kommentatorin mit Aluhut-Abo. Sie war Assistant Secretary im US-Wohnungsministerium, Investmentbankerin und gründet seit Jahren Berichte, die man höflich als «unbequem» bezeichnet. Sie behauptet nicht, dass das Virus erfunden wurde. Das wäre zu plump. Sie sagt etwas viel Subtileres – und deshalb Unangenehmeres: Die Pandemie sei die perfekte Ausrede gewesen, um ein ohnehin geplantes Finanzexperiment umzusetzen. Gesundheitspolitik als PR-Abteilung der Zentralbanken. Wer würde da schon widersprechen?
Die Geschichte beginnt, wie gute Thriller beginnen: Im Sommer 2019, Jackson Hole, Wyoming. Zentralbanker, gepflegte Hemden, seriöse Mienen. Dort, so Fitts, wurde ein Plan diskutiert, vorbereitet vom BlackRock Investment Institute und einer Runde pensionierter Zentralbanker. Titel: «Going Direct Reset». Schon der Name klingt wie ein Shortcut in einem Strategiespiel. Direkt. Ohne Umwege. Ohne Banken als lästige Zwischenhändler. Geldschöpfung auf direktem Weg.
Normalerweise läuft das so: Zentralbanken pumpen Geld in den Reservekanal, Banken verteilen es weiter, irgendwo dazwischen passiert angeblich Realwirtschaft. «Going Direct» sagt: Lassen wir das Theater. Wir gehen direkt rein. Kaufen Wertpapiere von Nicht-Banken, schütten Geld aus, wo es politisch und strategisch passt. Effizient. Radikal. Und natürlich vollkommen alternativlos.
Dann kam der Herbst 2019. Erste Interventionen der Fed. Repo-Märkte zickten herum. Und kurz darauf, wie bestellt, die Pandemie. Was folgte, war monetäre Schwerindustrie. Fünf, sechs Billionen Dollar. Direkt ins System. In jeder anderen Zeit hätte man das Inflation genannt. Aber keine Sorge: Die Inflation sei «eingepreist», sagte ein ehemaliger Unterstaatssekretär. Man werde sie nur nicht sofort spüren. Warum? Weil gleichzeitig etwas Geniales passierte.
Man schloss Main Street. Kleine Läden, lokale Betriebe, Familienunternehmen. Nicht systemrelevant, versteht sich. Gleichzeitig liess man börsennotierte Grosskonzerne offen. Amazon durfte liefern, der Buchladen nicht. McDonald’s systemrelevant, der Wirt um die Ecke ein Risiko. Das Ergebnis war kein Unfall, sondern eine mathematische Notwendigkeit: Deflation unten, Geldschwemme oben. Wall Street bekam Geld, Main Street bekam Regeln.
Wer Geld hat, geht einkaufen. Wer geschlossen ist, wird aufgekauft. Überraschung. Laut Schätzungen schlossen in den USA rund 35 Prozent der kleinen Unternehmen, in manchen Städten fast die Hälfte. Gleichzeitig entstanden – welch Wunder – hunderte neue Milliardäre. Man könnte es Umverteilung nennen. Oder Marktkonsolidierung. Oder einfach: Business as usual, nur mit Maske.
Fitts sagt, aus finanzieller Sicht sei das alles bemerkenswert stimmig gewesen. Zu stimmig. Die Pandemie habe wie ein gigantischer Puffer gewirkt, der die unmittelbaren inflationären Effekte der Geldflut abgefedert habe. Lockdowns als geldpolitisches Dämpfungselement. Wer das für Zufall hält, glaubt vermutlich auch, dass Zentralbanken überrascht von ihren eigenen Entscheidungen sind.
Und dann wäre da noch das Thema Digital ID. Laut Fitts der eigentliche Hauptgewinn. Kein Bonus-Feature, kein Komfort-Upgrade, sondern das Fundament eines neuen Systems. Identität, Überwachung und programmierbares Geld in einem Paket. Einmal installiert, lässt sich so etwas nicht mehr zurückbauen. Warum auch? Es funktioniert ja.
Digitale Identität verbindet alles: Wer du bist, was du darfst, wohin du darfst, wofür du bezahlen darfst. Zugang wird bedingt, Verhalten wird belohnt oder sanktioniert. Nicht durch Polizisten, sondern durch Code. Elegant. Sauber. Effizient. Das System muss dich nicht mehr zwingen. Es zwingt sich selbst durch deine Teilnahme.
Das Gefährliche daran ist nicht die Bequemlichkeit, sondern die Endgültigkeit. Wenn digitale Identität Voraussetzung für Alltag wird, ist Verweigerung kein Protest mehr, sondern Selbstisolierung. Du kannst nicht «aussteigen», wenn Geld, Mobilität und Kommunikation an dieselbe Infrastruktur gekoppelt sind. Das ist kein Science-Fiction-Szenario. Das ist Systemarchitektur.
Natürlich wird all das als Schutz verkauft. Sicherheit. Gesundheit. Effizienz. Niemand sagt: Kontrolle. Niemand sagt: Konditionalität. Niemand sagt: Ausschluss. Aber Systeme sagen nicht, was sie tun. Sie tun es einfach. Und erst im Rückblick nennt man es dann «notwendig».
Fitts‘ Warnung ist deshalb keine Panikmache, sondern eine strukturelle Analyse. Sie sagt nicht: Das ist passiert, weil alle böse sind. Sie sagt: Das ist passiert, weil es vorbereitet war, weil es opportun war und weil niemand ernsthaft gebremst hat. Der Reset kam nicht mit Paukenschlag, sondern mit Pressekonferenz.
Ob man ihr zustimmt oder nicht, ist fast nebensächlich. Interessanter ist die Frage, warum solche Stimmen reflexhaft als «Verschwörung» entsorgt werden müssen, statt sich mit ihren Argumenten auseinanderzusetzen. Vielleicht, weil sie nicht emotional sind, sondern technisch. Und Technik ist gefährlich, wenn sie moralische Fragen ersetzt.
Denn am Ende bleibt eine unbequeme Erkenntnis: Die Pandemie war für viele eine Gesundheitskrise. Für andere eine Wirtschaftskatastrophe. Für wieder andere ein sozialer Bruch. Und für manche offenbar die perfekte Gelegenheit, ein System umzubauen, das man schon lange umbauen wollte.
Nicht heimlich. Nicht chaotisch. Sondern effizient. Going direct eben.
Und das wirklich Beunruhigende daran ist nicht die Theorie, sondern wie gut sie zur Realität passt…
Catherine Austin Fitts Statement: The Great Reset on Trial
Ein Club brennt. Flammen fressen sich durch die Decke, Rauch kriecht wie ein schwarzer Gedanke in jede Lunge. Und was machen wir? Wir zücken unsere Smartphones. Wir filmen. Wir halten drauf. Manche tanzen weiter. Manche singen. Manche lächeln sogar noch in die Kamera, als wäre das alles nur ein besonders immersives Feuerwerk. Willkommen im Zeitalter der totalen Selbstentfremdung, präsentiert in Hochauflösung.
Ja, viele waren jung. Ja, Alkohol im Spiel. Ja, Gruppendynamik, Tunnelblick, Überforderung. Alles bekannt. Alles erklärbar. Aber nichts davon erklärt, warum der erste Reflex nicht mehr Flucht ist, sondern Dokumentation. Warum das eigene Überleben offenbar weniger wichtig ist als der Beweis, dass man «dabei war». Statt Instinkt: Livestream. Statt Hilfe: Content. Statt Denken: Aufnahme läuft.
Das ist keine moralische Abrechnung mit den Opfern. Wer das so lesen will, hat den Punkt schon wieder verfehlt. Es ist eine Abrechnung mit uns. Mit einer Gesellschaft, die ihre Sinne ausgelagert hat. An Displays. An Algorithmen. An Maschinen, die entscheiden, was wichtig ist, während wir vergessen haben, wie sich Gefahr anfühlt.
Smartphones haben uns nicht dumm gemacht. Aber sie haben uns bequem gemacht. Und Bequemlichkeit ist in Extremsituationen tödlich. Wer gelernt hat, dass das Gerät denkt, filtert, bewertet, warnt, der wartet eben auch dann noch auf ein Signal, wenn längst Rauch in der Lunge brennt. Kein Push, keine Panik. Kein Alarm, kein Instinkt. Also alles gut, oder?
Es gibt dieses eine Foto. Kein explizites Grauen. Keine Leichen. Kein Blut. Und trotzdem schaut man es nicht leicht an. Weil es diesen Moment einfriert, in dem noch alles möglich gewesen wäre. Silvester. Gläser. Licht. Musik. Gesichter voller Erwartung. Dieses gefährliche Gefühl von Sicherheit, das uns glauben lässt, Kontrolle sei ein Naturzustand.
Niemand achtet auf Details. Niemand fragt, ob das gerade wirklich harmlos ist. Niemand denkt daran, dass ein einziger Moment reicht. Ein Funke. Ein Defekt. Eine Entscheidung zu spät.
Dann kippt etwas. Nicht sichtbar. Spürbar. Die Luft wird schwer. Die Musik wird Lärm. Die Party ist vorbei, ohne dass es jemand merkt. Der Übergang ist lautlos. Zeit läuft nicht weiter. Sie reisst.
Dieses Bild erzählt heute keinen Luxus. Es verkauft keinen Lifestyle. Es zählt den letzten Atemzug der Normalität. Es zeigt diese unfassbar dünne Linie zwischen «alles okay» und «nichts wird je wieder wie vorher». Und das Bittere ist: Man muss das Jenseits nicht sehen, um zu begreifen, was passiert ist. Es reicht, diesen einen Moment anzuschauen. Den Augenblick, in dem noch niemand Angst hat, aber das Schicksal längst entschieden ist.
Wir reden gern von KI, von Zukunft, von Effizienz. Aber in Wahrheit haben wir etwas Essenzielles verlernt: Präsent zu sein. Unser Gehirn zu benutzen. Unseren Körper ernst zu nehmen. Gefahr zu erkennen, bevor sie trendet.
In einer Welt, die uns immer mehr Denken abnimmt, müssen wir genau das Gegenteil tun. Denken trainieren. Instinkte schärfen. Empathie nicht outsourcen. Mensch bleiben, auch wenn alles um uns schreit, wir sollen Zuschauer sein.
Mögen die Toten in Frieden ruhen.
Mögen die Verletzten genesen.
Und mögen wir endlich begreifen, dass es Bilder gibt, die nicht zeigen, was passiert ist, sondern wann es noch hätte verhindert werden können.
Wenn wir daraus nichts lernen, dann brennt beim nächsten Mal nicht nur ein Club. Dann brennt etwas viel Grundsätzlicheres…
Livestream aus der Hölle: Wenn das Handy wichtiger ist als der Notausgang
1989, das grosse Lehrstück der westdeutschen Selbstzufriedenheit. Kaum war die Mauer weg, standen sie da, die frisch vereinten Sieger der Geschichte, mit erhobenem Zeigefinger und ehrlicher Verwunderung im Blick: «Wie konntet ihr euch das nur 40 Jahre gefallen lassen?» Eine Frage, so bequem wie ein Sofa aus Kaltschaum. Man sitzt weich, urteilt hart und merkt nicht, wie nah man selbst am selben Polstermaterial klebt.
Heute, ein paar Jahrzehnte später, wissen wir es. Nicht aus Büchern. Nicht aus Museen. Sondern aus dem eigenen Alltag. Denn so, wie es damals in der DDR funktionierte, funktioniert es auch heute wieder – nur effizienter, freundlicher verpackt und mit deutlich besserem Marketing.
Niemand steht auf. Und das ist keine Übertreibung, sondern das eigentliche Systemprinzip. Die Mehrheit schweigt. Nicht, weil sie nichts merkt. Sondern weil sie sehr genau merkt, was passiert, wenn man den Mund aufmacht. Angst ist kein Betriebsunfall. Sie ist das Betriebssystem.
Man muss sich das einmal nüchtern anschauen: In der heutigen Bundesrepublik braucht es keine Stasi mehr, keine Mauer, keine Schiessbefehle. Es reicht ein diffuses Klima aus Drohung, moralischer Überlegenheit und sozialer Ausgrenzung. Wer aus der Linie tanzt, wird nicht verhaftet. Er wird «eingeordnet». Psychologisiert. Delegitimiert. Markiert. Und wer markiert ist, lernt schnell, dass Reden teuer werden kann.
Natürlich nennt man das nicht Repression. Repression ist ein Wort für andere Länder. Für Nordkorea. Für Diktaturen mit schlecht designter Flagge. Hier heisst das «Konsequenzen». Oder «Verantwortung». Oder, besonders beliebt, «Haltung zeigen».
Kaum jemand wagt es heute noch, öffentlich eine Meinung zu äussern, die der offiziellen Doktrin widerspricht. Nicht, weil diese Meinung falsch wäre, sondern weil der Preis dafür unkalkulierbar geworden ist. Arbeitsplatz? Netzwerk? Ruf? Digitale Existenz? Alles verhandelbar, alles widerrufbar, alles abhängig von der richtigen Gesinnung zur richtigen Zeit.
Das beste Anschauungsmaterial dafür lieferte die Corona-Zeit. Eine Epoche, die später einmal als grosser Feldversuch in Sachen Gehorsam durchgehen wird. Künstler, Schauspieler, Musiker, Kabarettisten – Menschen also, die per Berufsdefinition denken, zweifeln und zuspitzen sollten – stellten in Videos harmlose, ja geradezu naive Fragen: Sind diese Massnahmen verhältnismässig? Was passiert mit unseren Grundrechten? Wo endet Vorsorge, wo beginnt Machtmissbrauch?
Die Antwort kam prompt. Nicht in Form einer Debatte, sondern in Form von Stille. Wer fragte, verschwand. Aus Talkshows. Aus Sendeplänen. Aus Förderlisten. Videos wurden gelöscht. Nicht immer, weil sie gelöscht wurden, sondern weil ihre Urheber sie selbst löschten. Aus Angst. Aus Existenzangst. Aus der sehr realen Sorge, dass der nächste Anruf nicht vom Sender, sondern vom Arbeitgeber kommt.
Natürlich wurde das alles als «freiwillig» verkauft. Niemand wurde gezwungen. Genau wie früher niemand gezwungen wurde, die richtigen Parolen zu sagen. Man wusste einfach, was klug war. Und was nicht.
Dass solche Zustände wieder möglich sind, hätte man vor Jahren noch für ausgeschlossen gehalten. Schliesslich leben wir doch in einer Demokratie. In einem Rechtsstaat. In einem Land mit historischer Verantwortung. Und genau deshalb funktioniert es so gut. Weil man sich einredet, es könne gar nicht totalitär sein, wenn es gut gemeint ist.
Totalitarismus heute kommt ohne Uniform. Er trägt Funktionsjacke, spricht von Solidarität und lächelt dabei. Er verbietet nichts offiziell. Er delegitimiert. Er erzeugt soziale Kosten. Er sorgt dafür, dass Menschen sich selbst zensieren, bevor es jemand anderes tun muss. Das ist nicht die Ausnahme. Das ist die Reifeform.
Und während all das geschieht, schaut die Mehrheit zu. Still. Angepasst. Mit dem beruhigenden Gedanken, dass es sie ja nicht trifft. Noch nicht. Genau dieser Gedanke war schon immer der treueste Verbündete jedes autoritären Systems.
1989 fragte man die Ostdeutschen, warum sie nicht früher aufgestanden seien. Heute müsste man sich selbst dieselbe Frage stellen. Die Antwort wäre unangenehm ehrlich: Weil es bequemer ist, zu schweigen. Weil man zu viel zu verlieren hat. Weil man gelernt hat, dass Mut keine Likes bringt und Zivilcourage keine Rentenpunkte.
Zum Jahresende ist es vielleicht an der Zeit, diese Parallelen nicht länger wegzulächeln. Nicht als alarmistische Übertreibung, sondern als nüchterne Bestandsaufnahme. Demokratie stirbt nicht mit einem Knall. Sie wird leise verwaltet, moderiert und in Leitlinien gegossen, bis sie nur noch ein Etikett ist.
Wenn sich im neuen Jahr etwas ändern soll, dann nicht durch Appelle von oben, sondern durch Rückgrat von unten. Mehr Debatte. Mehr Widerspruch. Mehr Menschen, die bereit sind, wieder das zu tun, was man 1989 angeblich so vermisst hat: Aufstehen. Nicht heroisch. Nicht laut. Sondern einfach aufrichtig.
Denn Freiheit verliert man nicht auf einmal. Man gibt sie scheibchenweise ab. Und wundert sich später, wie das nur passieren konnte…
Beruhigen wir uns erst einmal. Tief durchatmen. Alles ist unter Kontrolle. War es immer. Wird es immer sein. Zumindest offiziell. Inoffiziell hingegen sitzen dieselben Institutionen, die uns Stabilität versprechen, seit Monaten mit Taschenrechnern, Stressmodellen und Notfallplänen da und spielen «Was tun, wenn alles brennt?» durch. Nur eben ohne Publikum. Panik? Nein, natürlich nicht. Vorbereitung. Ganz normal. Rein technisch.
Während der Öffentlichkeit erklärt wird, dass das Finanzsystem «robust», «resilient» und «besser kapitalisiert als je zuvor» sei, üben Zentralbanken intern Szenarien, die eher nach Endzeitproben aussehen. Vertrauensverlust in US-Staatsanleihen zum Beispiel. Also ausgerechnet in jenem Fundament, auf dem das globale Finanzsystem ruht. Aber bitte keine Sorge. Das Fundament wackelt nur ein bisschen. Rein hypothetisch.
Die Repo-Märkte geraten ins Schlingern. Dort, wo Banken sich über Nacht Geld leihen, weil Vertrauen billiger ist als Sicherheiten. Oder besser gesagt: Dort, wo Vertrauen war. Wer die Repo-Märkte nicht versteht, versteht die Krise nicht, heisst es. Das stimmt. Noch treffender wäre: Wer sie versteht, schläft schlecht. Denn dort zeigt sich zuerst, ob Marktteilnehmer einander noch glauben oder nur noch so tun, als ob.
Und Vertrauen ist nun mal die einzige Währung, die sich nicht drucken lässt. Man kann Billionen in die Märkte pumpen, Bilanzen aufblasen, Zinsen verbiegen und Notenbanker mit ernster Miene vor Kameras stellen – wenn das Vertrauen weg ist, ist die Liquidität eine Illusion mit Wasserzeichen.
Aber keine Sorge. Das Problem sind natürlich nicht strukturelle Fehlanreize, jahrzehntelange Schuldenorgien oder politische Instrumentalisierung von Märkten. Nein. Es sind «abziehende Grossgläubiger». China. Japan. Fonds. Pensionskassen. Diese undankbaren Investoren, die plötzlich anfangen, Risiko wieder als Risiko zu betrachten. Wer konnte das ahnen?
US-Treasuries, einst der sichere Hafen schlechthin, sind heute vor allem eines: Ein politisch gestütztes Versprechen. Solange die Nachfrage von echten Marktteilnehmern kommt, kann man das noch Markt nennen. Wenn aber Zentralbanken die Hauptkäufer sind, ist das keine Preisfindung mehr, sondern Selbstbestätigung. Applaus aus dem eigenen Publikum.
Natürlich wird das offiziell nicht bestätigt. Muss es auch nicht. Historisch bekannt reicht völlig. So liefen alle grossen Finanzkrisen. 2008. 2011. 2020. 2023. Das Drehbuch ist altbewährt, nur die Schauspieler wechseln. Erst heisst es: «Alles unter Kontrolle.» Dann: «Einzelfälle.» Dann: «Unerwartete Ereignisse.» Und schliesslich: «Plötzlich und unerwartet.» Das ist das Narrativ für die Öffentlichkeit. Für Insider ist es ein jahrelang sichtbarer Zerfall mit Ansage.
Intern hingegen rechnet man längst mit Kapitalverkehrskontrollen. Ein Wort, das man öffentlich nur in sehr exotischen Ländern verortet, aber im Westen natürlich niemals… ausser es wird notwendig. Bankfeiertage werden durchgespielt. Als letztes Mittel. Rein präventiv. Um Abhebungen zu stoppen, falls Bürger auf die absurde Idee kommen, ihr eigenes Geld besitzen zu wollen.
Billionenverluste bei Pensionen? Eingepreist. Man spricht darüber erstaunlich nüchtern. Wahrscheinlich, weil Zahlen jenseits einer Billion ohnehin jede emotionale Reaktion lähmen. Rentenfonds verlieren. Lebensversicherungen wackeln. Aber bitte keine Panik. Das sind langfristige Effekte. Irgendwann später. Für irgendwen anders.
Besonders pikant ist die unbequeme Wahrheit, die hinter verschlossenen Türen erstaunlich offen ausgesprochen wird: Diejenigen, die Stabilität garantieren sollen, rechnen selbst mit dem Bruch. Nicht mit dem ob, sondern mit dem wann und wie stark. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern Szenarioplanung. Professionell. Verantwortungsbewusst. Und maximal beunruhigend.
Ein nordischer Zentralbanker soll es so formuliert haben: «Es gibt kein Szenario, das gut endet.» Kein Skandal. Kein Leak. Nur ein nüchterner Satz aus einem internen Raum, in dem niemand beschwichtigen muss. Zeitfenster laut Worst-Case-Modellen: 12 bis 18 Wochen. Also genug Zeit, um öffentlich weiter zu lächeln und intern die Feuerwehrpläne zu aktualisieren.
Wer jetzt noch sagt «alles unter Kontrolle», hat entweder keine Ahnung – oder eine Rolle zu spielen. Meistens Letzteres. Denn das System lebt nicht von Wahrheit, sondern von Zeit. Jeder Tag ohne Panik ist ein guter Tag. Jeder weitere Monat ein Bonus. Und wenn es dann kracht, war es eben… plötzlich.
Was wir erleben, ist keine überraschende Krise, sondern die nächste Eskalationsstufe eines lange sichtbaren Prozesses. Vertrauen wurde über Jahre verbraucht, verspielt, politisiert und ersetzt durch Narrative. Märkte wurden nicht stabilisiert, sondern sediert. Risiken nicht gelöst, sondern verschoben. Und jetzt wundert man sich, dass die Nebenwirkungen auftreten.
Die Zeichen sind seit Jahren da. Explodierende Schulden. Dauer-Notfallpolitik. Abhängigkeit von Zentralbankinterventionen. Politische Eingriffe in Kapitalmärkte. Moralische Umdeutung von Insolvenz als Solidarität. All das ist bekannt. Nur eben unbequem.
Wir beobachten. Wir dokumentieren. Wir warnen. Nicht aus Angst. Sondern aus Verantwortung. Denn das Gefährlichste an diesem System ist nicht der Crash selbst, sondern die Illusion, dass er nicht kommen könnte. Und diese Illusion wird gerade mit beeindruckender Disziplin aufrechterhalten.
Also bitte: Ruhig bleiben. Vertrauen Sie den Experten. Sie haben alles im Griff. Zumindest die Modelle. Und falls nicht – gibt es ja immer noch Bankfeiertage…
Panik in Basel - oder wie Zentralbanken lächelnd den Untergang proben
Das, meine Lieben, ist also das Bundesratsfoto für 2026. Zumindest dann, wenn man der Realität einmal den Gefallen täte, sich ehrlich zu zeigen. Natürlich ist das nur KI-generierte Satire. Beruhigt euch. In echt wäre das Bild viel subtiler. Und damit meine ich: Viel schlimmer.
Denn während die KI wenigstens noch versucht, Ironie sichtbar zu machen, setzt die politische Realität weiterhin auf Tarnung. Auf geschniegelt bis zur Bedeutungslosigkeit. Auf Gesichter, die Kompetenz simulieren, während sie Verantwortung routiniert an Zuständigkeitsgruppen, Kommissionen und «laufende Prozesse» delegieren.
Das offizielle Foto ist ja ohnehin kein Abbild von Führung, sondern von Verwaltung. Ein Gruppenbild der maximalen Unverbindlichkeit. Menschen, die aussehen, als würden sie gleich gemeinsam beschliessen, nichts Konkretes zu beschliessen. Haltung? Fehlanzeige. Vision? In der Cloud. Rückgrat? Wahrscheinlich ausgelagert.
Aber keine Sorge. Wer Zweifel hat, kann das alles selbst überprüfen. Einfach kurz auf admin.ch vorbeischauen. Unsere staatliche Premium-Webseite. Ein digitales Erlebnis, irgendwo zwischen Faxgerät und PowerPoint 2003. Eine Plattform, die eindrucksvoll beweist, dass Stillstand kein Zufall ist, sondern gepflegt wird. Mit Steuergeldern. Und Stolz.
Dort findet man alles: Hochglanzfotos, leere Floskeln, PDFs mit 180 Seiten, die exakt nichts sagen. Transparenz, die so lange gefiltert wurde, bis sie wieder undurchsichtig ist. Bürgernähe in Schriftgrösse 6.
Dieses Bundesratsfoto ist kein Porträt von Macht. Es ist ein Stillleben der Verantwortungslosigkeit. Eine Art Klassenfoto derer, die gelernt haben, wie man regiert, ohne je zu führen. Und das Beste daran: Man muss dafür nicht einmal zynisch sein. Es reicht, hinzuschauen.
Aber bitte nur kurz. Zu langes Betrachten könnte Nebenwirkungen haben…
Ich sitze auf dem Sofa. Chips links, Fernbedienung rechts, Resthoffnung irgendwo dazwischen. Auf dem Bildschirm: Neukölln. Live. Autos explodieren, Menschen rennen, irgendwer schreit und ein Reporter steht mittendrin und wirkt, als hätte man ihn ohne Drehbuch in ein brennendes Escape Room geschickt. Der Reporter wird weniger interviewt als verhört. Street Kings oder Blockbusters? Neutral scheint keine auswählbare Option zu sein.
Während nebenbei Burger Kings angezündet werden, vermutlich aus Protest gegen irgendwas mit System, erklärt mir die Stimme aus dem Off, dass hier «gruppendynamische Prozesse» stattfinden. Ah ja. Früher nannte man das Randale, heute klingt es nach Soziologie-Seminar mit Pyrotechnik. Die Polizei bittet höflich, nicht angegriffen zu werden. Der Reporter versucht Haltung zu bewahren, wird aber von einer Namens-Tombola überrollt: Erhan, Friedolin, Helikopter Jonas. Am Ende heisst es: «An dieses Silvester war es ruhig im besten Deutschland aller Zeiten!» Schön haben wir alle zugeschaut. Still. Mit Chips. Und ausgeschaltetem Verstand…
Basierend auf dem Bestseller «Unser Heim» (im Original «Nosso Lar») von Chico Xavier nimmt dieser Spielfilm dich mit auf eine faszinierende, spirituelle Reise nach Astral City:
Eines Tages erwacht der erfolgreiche Arzt Dr. André Luiz (Renato Prieto) und realisiert mit Entsetzen, dass er gestorben ist. Statt im Himmel zu sein, findet er sich inmitten einer düsteren Wüstenlandschaft wieder, durchzogen von unheilvollen Schatten und schrecklichen Schreien. Luiz wird von Hunger, Durst und Kälte geplagt, während seine Qualen unaufhörlich zunehmen. Auf seiner abenteuerlichen Reise stösst er schliesslich auf die Astral City, eine mysteriöse Stadt in der obersten Schicht der Erdatmosphäre. Doch Astral City ist kein Paradies; vielmehr ist es ein Ort in einer spirituellen Dimension, wo Harmonie und Frieden herrschen, wo man für das Wohl der Menschheit arbeitet, sich weiterentwickelt und auf die Reinkarnation wartet. Für Dr. Luiz eröffnet sich hier die Möglichkeit, sein bisher egoistisches Verhalten zu überdenken und zu einem neuen, altruistischen Menschen zu werden.
Ein spiritueller Film über ein Paradies nach dem Leben – möge dieser Film uns allen die Augen und Herzen öffnen.
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2026 wird kein sanftes Jahr. Kein Jahr für Nostalgie, keine Zeit für das Festhalten an dem, was war. Es ist ein Jahr der Häutung. Und Häutungen fühlen sich nie bequem an. Alles, was wir bisher «Ordnung» nannten, beginnt zu bröckeln. Beziehungen, Systeme, Überzeugungen, Identitäten. Nicht zufällig. Nicht chaotisch. Sondern nach einem inneren Gesetz, das älter ist als jede Zivilisation.
Seit 2023 wirkt eine neue Qualität von Zeit. In der Sprache der Sterne heisst sie: Pluto im Wassermann. In der Sprache der Seele bedeutet sie: Radikale Wahrhaftigkeit. Pluto bringt nichts an die Oberfläche, was nicht längst faul war. Er reisst Schleier weg, legt Machtstrukturen frei und zwingt zur Ehrlichkeit. Der Wassermann wiederum steht für Freiheit, für das Unangepasste, für den Bruch mit überlebten Traditionen und für die Vision einer neuen kollektiven Ordnung.
Bevor etwas Neues entstehen kann, muss das Alte zerfallen. Das ist kein Fehler im System. Das ist das System.
Was früher als «gut» galt, wird plötzlich hinterfragt. Was einst als extrem galt, wird salonfähig. Nicht, weil die Welt verrückt geworden ist, sondern weil sich das Koordinatensystem verschiebt. Wir erleben keine Wertekrise. Wir erleben eine Werteverlagerung. Und das fühlt sich für jene bedrohlich an, die Stabilität mit Stillstand verwechseln.
Ein zentrales Thema dieser Zeit ist Identität. Nicht im oberflächlichen Sinn von Etiketten, sondern im existenziellen Kern: Wer bin ich jenseits von Rollen? Wer darf ich sein, wenn alte Zugehörigkeiten zerbrechen? Und wer glaubt eigentlich, darüber entscheiden zu können?
Viele Konflikte unserer Zeit werden nicht mehr mit Waffen ausgetragen, sondern mit Moral. Moral wird zur neuen Währung. Jede Seite beansprucht Humanität, Wahrheit, Gerechtigkeit. Doch sobald Moral absolut gesetzt wird, stirbt der Dialog. Dann gibt es nur noch richtig und falsch. Wir und sie. Licht und Dunkel. Und genau hier beginnt die Spaltung.
Diese Trennlinien ziehen sich nicht mehr nur durch Parlamente oder Kommentarspalten. Sie gehen mitten durch Familien, Freundschaften, Arbeitswelten. Nichts bleibt unberührt. Pluto im Wassermann wirkt nicht an der Oberfläche. Er arbeitet im Fundament.
Diese Zeit bringt abrupte Entscheidungen, plötzliche Richtungswechsel, Wertbrüche über Nacht. Stabilität fühlt sich fragil an, weil sie es auch ist – zumindest die alte Form davon. Das kann sich äussern in sozialen Unruhen, lokalen Zusammenbrüchen, radikalen Gegenbewegungen. Nicht überall. Aber punktuell. Wie Blitzeinschläge, die anzeigen, wo die Spannung zu gross geworden ist.
Doch Wassermann will nicht zerstören. Er will befreien. Und Befreiung beginnt selten sanft. Sie beginnt oft schockartig, weil wir sonst nicht loslassen würden. Weil wir uns an Ketten gewöhnt haben und sie Ordnung nennen.
Die gute Nachricht: Diese Phase ist nicht das Ziel. Sie ist der Übergang. In den 2030er-Jahren zeigt der Wassermann seine reife Seite. Dann geht es nicht mehr um jeder gegen jeden, sondern um alle mit allen. Nicht Gleichmacherei, sondern bewusste Kooperation. Nicht Uniformität, sondern Verbundenheit in Vielfalt.
Und wir müssen nicht warten, bis «die Zukunft» eintritt. Wir können sie jetzt üben. Indem wir Dialog halten, auch wenn es unbequem wird. Indem wir verlässlich bleiben, ohne starr zu sein. Indem wir Kooperation leben, wo andere spalten. Das ist keine Naivität. Das ist Zukunftskompetenz.
Ab 2025 und 2026 verstärkt sich diese Bewegung weiter. Uranus wechselt in die Zwillinge. Denken, Sprache, Wissen beschleunigen sich. Gedankliche Quantensprünge werden möglich. Neue Narrative entstehen. Erkenntnisse vernetzen sich schneller als je zuvor. Künstliche Intelligenz tritt nicht nur als Werkzeug auf, sondern als Spiegel unseres Denkens. Das «Super-Gehirn» der Menschheit beginnt zu pulsieren.
In dieser Zeit wird niemand «gerettet». Aber viele werden geführt – von innen. Wer lernt, stabil zu bleiben, ohne sich zu verhärten, wird diese Jahre nicht nur überstehen, sondern gestalten. Wer flexibel bleibt, ohne sich zu verlieren, wird Orientierung geben, während andere nach Halt suchen.
Die Zukunft beginnt nicht mit Systemen.
Sie beginnt im Verhalten…
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When there’s no more room in hell, the dead will dance on earth! Freunde, die Gruft präsentiert: Dravens Radio from the Crypt! Hier wird Euch ein handverlesenes Musikprogramm geboten, welches von Draven speziell für die besten Leser des Internetz zusammengestellt wurde. Von Punk bis Rock, von Folk- bis Thrash-Metal, für jeden finsteren Musikgeschmack das Richtige. Natürlich immer noch ein Stückchen lauter und besser!
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