Schau auf deine Krankenkassenabrechnung. Irgendwo zwischen Selbstbehalt und Prämienrunde steht eine Gutschrift aus der CO2-Abgabe. Du bekommst Geld zurück fürs Heizöl, das du nicht verbrannt hast, verrechnet über deine Grundversicherung. Doch was hat Kohlendioxid mit der Krankenkasse zu tun? Nichts. Die Prämie ist das einzige Rohr, das zuverlässig jeden Haushalt erreicht. Keine Lenkungslogik, keine Klimawirkung, kein Zusammenhang. Eine Sanitärentscheidung. Man hat gefragt, wo schon eine Leitung liegt und dann das Klima dort angeschlossen. Das ist keine Randnotiz. Das ist die ganze Klimapolitik in einem Buchungssatz.
Das Land, das seine Alten verurteilt kühlt
2024 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Schweiz verurteilt. Geklagt hatten die KlimaSeniorinnen, Argument: Hitze bringt alte Frauen um, der Staat tut zu wenig. Strassburg gab ihnen recht, historisches Urteil, weltweit zitiert. Doch lies den Urteilsauszug aber zu Ende. Die klagenden Frauen selbst wurden für unzulässig erklärt, ihnen fehlte der Opferstatus. Durchgekommen ist nur der Verein. Das Gericht, das die Schweiz wegen sterbender Grossmütter verurteilt, hat die Grossmütter persönlich abgewiesen.
Im selben Land benötigt eine fest verbaute Klimaanlage eine Bewilligung. Vorher musst du nachweisen, dass Beschattung und Nachtauskühlung ausgeschöpft sind. Die Denkmalpflege redet mit, weil das Gerät sichtbar ist. Die NZZ hält trocken fest, das Meldeverfahren schrecke viele ab. Ausnahmen für Pflegeheime gibt es, nur ist der nachträgliche Einbau so teuer, dass man es dann eben lässt. Eine Umfrage bei grossen Spitälern von diesem Sommer ergab: In Patientenräumen sind Kühlgeräte die Ausnahme.
Halte das nebeneinander. Ein Gericht verurteilt die Schweiz, weil Hitze ihre Grossmütter gefährdet. Und dieselbe Schweiz lässt Grossmutter schwitzen, weil die Split-Anlage dem Ortsbild schadet. Die FDP nennt das ein Musterbeispiel lebensfremder Bürokratie. Dieselbe FDP hat 2023 das Klimagesetz durchgeboxt. Wenn eine Partei ihr eigenes Gesetz nicht mehr wiedererkennt, ist das kein Betriebsunfall. Das ist der Betrieb.
Und was nicht gebaut wird, während gelenkt wird: Regenrückhaltebecken. Ertüchtigte Kläranlagen. Beschattung. Wasserspeicher für die Dürresommer, die angeblich kommen. Alles, was hilft, wenn es heiss wird, ganz gleich, warum es heiss wird. Nichts davon lenkt. Nichts davon kassiert. Nichts davon wird gebaut.
Fünfundvierzig Fackeltürme, die es nie gab
Wer wissen will, wohin das Geld stattdessen geht, muss nach Shandong schauen. Deutsche Mineralölkonzerne durften ihre Klimaquote im Ausland erfüllen. Statt Begleitgas abzufackeln, sollte es genutzt werden, dafür gab es Zertifikate. Das Umweltbundesamt genehmigte 66 solcher Projekte in China.
Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen siebzehn Verdächtige, darunter leitende Angestellte der Prüffirmen. Die unabhängigen Kontrolleure waren Teil des Systems. Das ist nicht Wissenschaft, die sich irrt. Das ist Wissenschaft als Dienstleistung, mit Rechnung.
Erste Hinweise trafen im August 2023 ein. Strafantrag stellte der Behördenchef erst im Mai 2024, als Medienberichte den Skandal öffentlich machten. Neun Monate lag der Hinweis im Amt und wartete darauf, dass ihn jemand peinlich findet. Der Pendler in Rüti hat derweil an der Zapfsäule Fackeltürme finanziert, die nur als Rendering existierten.
Der Mann, der 1998 alles wusste
2011 schrieb Günter Ederer in der WELT einen Satz auf, den ihm der Wissenschaftsjournalist Nigel Calder dreizehn Jahre zuvor gesagt hatte. Alle Parteien der Industriestaaten würden die CO2-Theorie übernehmen. Es sei die einmalige Chance, die Luft zum Atmen zu besteuern. Und die Politiker bekämen dafür auch noch Beifall.
Das war 1998, ein Jahr nach Kyoto. Schau dich um: Emissionshandel, CO2-Preis, CO2-Abgabe, Grenzausgleich. Von der SVP bis zu den Grünen, ausnahmslos alle. Eine bessere Prognose, als die meisten Klimamodelle je geliefert haben.
Verschwörung, ausser wenn wir es machen
Sag in einer Runde das Wort Geoengineering und du bist Aluhut. Sag es in einem Antrag und du bist Forschungsprojekt. Dabei gibt es die Wettermacher wirklich.
Die Sache läuft nämlich seit über hundert Jahren, nur als Nebenwirkung. Schwefel aus Schiffsdiesel hellt Wolken auf und kühlt. Am 1. Januar 2020 senkte die Schifffahrtsorganisation den Schwefelgehalt im Treibstoff von 3,5 auf 0,5 Prozent, über Nacht. Eine Arbeit von 2024 nennt es beim Namen: Ein unbeabsichtigter Abbruchschock. Das historisch grösste Geoengineering-Experiment lief ein Jahrhundert lang, niemand hat es beschlossen und die Rechnung kommt jetzt.
Gleichzeitig empfehlen Wissenschaftsakademien Forschungsprogramme zur Sonnenabschirmung und britische Behörden legen zweistellige Millionenbeträge dafür hin. Dasselbe Wort. Im Mund des Bürgers eine Wahnvorstellung, im Antrag der Akademie ein Budgetposten.
Die Römer im Eis
Und jetzt die Frage, die alle stellen und niemand zu Ende denkt: Wieso tauchen unter schmelzendem Gletschereis plötzlich Römerspuren auf? Zum Beispiel am Schnidejoch, 2756 Meter, Berner Alpen. 2003 fand ein Ehepaar aus Thun einen Pfeilköcher aus Birkenrinde im Geröll, rund fünftausend Jahre alt. Danach barg der Archäologische Dienst des Kantons Bern rund vierhundert Objekte, über sechstausend Jahre verteilt. Römische Eisennägel liegen dort. Der Pass war offen.
Und jetzt schau, wie die Funde liegen. Sie klumpen in vier getrennten Fenstern: Neolithikum, frühe Bronzezeit, Römerzeit, Mittelalter. Dazwischen nichts. Der Grabungsleiter schreibt es selbst in die Fachpublikation: Der Pass wurde hauptsächlich dann genutzt, wenn die Gletscher zurückwichen. Dazwischen stiessen sie vor und die Route war zu. Das Eis hat viermal auf- und zugemacht, lange bevor irgendwer einen Dieselmotor gebaut hat. Also ja, es war schon einmal warm. Wer das abstreitet, lügt brandschwarz.
Nur zieh die zweite Hälfte des Fadens. Leder verrottet. Es überdauert nur unter Eis, ununterbrochen. Wäre das Eis zwischendurch je ganz verschwunden, wäre der Köcher verschwunden. Genau das steht in der Publikation: Die Erhaltung des neolithischen Leders belegt durchgehende Eisbedeckung von rund 4900 Jahren vor heute bis 2003, die Eisdecke war 2003 also kleiner als zu irgendeinem Zeitpunkt der vergangenen fünftausend Jahre. Nicht kleiner als 1950. Kleiner als seit dem Neolithikum. Der Beweis dafür ist der Fund selbst.
Das Instrument und die Institution
Bleibt die Frage, ob sich die Wissenschaft zum Vasallen macht. Antwort: Die Institution ja, das Instrument nein.
Hier schliesst sich der Kreis. Die Korruption beweist nicht, dass die Physik gefälscht ist. Sie beweist, dass die Politik gefälscht ist. Die eine Hälfte des Landes glaubt, aus richtiger Physik folge richtige Politik. Die andere glaubt, aus verlogener Politik folge falsche Physik. Beide sparen sich das Nachrechnen und beide bezahlen dieselbe Abgabe.
Der Mensch hat jede Klimaschwankung der vergangenen hunderttausend Jahre überlebt, weil er sich angepasst hat. Er ist gegangen, er hat gebaut, er hat umgestellt. Nie hat er versucht, die Bahnneigung der Erde zu besteuern. Calder wusste das 1998 und wurde ausgelacht. Der Prüfer in Shandong weiss es und kassiert. Der Finanzminister weiss es und rechnet damit, dass du müde bist. Grossmutter schwitzt derweil im Pflegeheim, Strassburg hat ihr persönlich die Klagebefugnis abgesprochen und das Urteil hängt gerahmt an der Wand!
Dr. Bruno Kugel ist einer der wenigen Siliziumexperten in Deutschland und Europa – vielleicht sogar weltweit. In diesem spannenden Gespräch zeigt er Zusammenhänge zwischen organisch-materiellen und nicht-materiellen Gegebenheiten auf, die eine Verbindung zwischen Frequenzen und Drüsengewebe sowie dem Grenzflächenmineral Silizium und der Zirbeldrüse als spirituellem Organ repräsentieren.
Dabei sind den Energiezentren jeweils auch Drüsen und lymphatische Organe zugeordnet, die engen Bezug zu dem Verständnis der Chakren haben. In diesem Zusammenhang kommt es besonders auf die Synchronisierung und Ordnung der Energiezentren an sowie deren Einfluss auf unser am meisten spirituelles Organ: die Zirbeldrüse. Eine spannende Reise auf der Suche nach der Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele und der Anbindung an das Universum erwartet dich.
Warum Sie ohne Silizium nie Ihr volles Potenzial entfalten können | Naturmedizin | QS24
In den Schlackenbergen von NiiroCradle sucht ein flüchtiger Android nach einem Kindheitserinnerungsfragment. Klingt nach Blade Runner. Sieht aus wie Blade Runner. Kostet einen Bruchteil von Blade Runner. Und wurde von einem einzigen Mann in Stockholm produziert – mit Künstlicher Intelligenz als Hauptwerkzeug.
Zack London, bekannt unter dem Namen Gossip Goblin, hat über fünf Monate an «The Patchwright» gearbeitet – mit echten Synchronsprechern, einem Foley-Artist und einem Originalscore. Der Hollywood Reporter nennt ihn den George Lucas der KI-Ära. Man kann darüber lachen. Man kann es auch ernst nehmen. Beides ist unbequem.
Für einen einzigen Satz von Charakteren generierte er rund 400 Prompts und 1600 Bilder – nur um die Gesichter hinzubekommen. Das ist nicht das faule Drücken eines Knopfes, das die Filmgewerkschaften in ihren Albträumen sehen. Das ist Handwerk. Anderes Handwerk, aber Handwerk.
Und genau da wird es unangenehm. Hollywood und Silicon Valley streiten noch immer darüber, ob KI ein Kostensenkungswerkzeug, ein visuelles Gimmick oder die Grundlage einer neuen Kinosprache ist – während Gossip Goblin diese Diskussion längst hinter sich gelassen hat.
Die Antwort der Industrie? Merch. Caps, Hoodies, Tees – ausverkauft, bevor der Film überhaupt läuft. Das Publikum hat abgestimmt, bevor irgendein Studio-Executive die Erlaubnis dazu gegeben hat. Was «The Patchwright» wirklich zeigt, ist weniger eine technische Leistung als eine strukturelle Demütigung. Ein ehemaliger Oculus-Designer in Stockholm produziert alleine ein Kurzfilm-Universum, das nach grossem Kino aussieht – während Hollywood Milliarden verbrennt, um mittelmässige Fortsetzungen zu rechtfertigen.
Der Android sucht nach einer verlorenen Erinnerung. Hollywood sucht nach einem Geschäftsmodell. Einer von beiden wird fündig…
Anarchie bedeutet Chaos – das ist die Definition, die dir jene servieren, die vom Chaos am besten leben. In Wahrheit steht am Anfang etwas beinahe Langweiliges: Die Frage, wie wir miteinander auskommen, ohne dass einer den anderen dirigiert. Und die noch unbequemere Frage, wie wir dieses Miteinander Stück für Stück besser machen, statt es einem Apparat zu überlassen, der uns verwaltet wie Vieh mit Steuernummer.
Das ist der ganze Kern und er passt in einen Satz: Anarchie ist der Versuch, unser Zusammenleben weiterzuentwickeln. Nicht durch den grossen Knall, nicht durch die eine erlösende Revolution mit brennenden Barrikaden, sondern durch Beziehungen, die auf Vertrauen wachsen statt auf Befehl. Wer davon Angst bekommt, hat entweder etwas zu verlieren oder wurde erfolgreich dressiert.
Ordnung ohne Herrschaft
Schau dir das Wort selbst an, bevor du dem Reflex glaubst. Es kommt aus dem Griechischen und heisst schlicht «ohne Herrscher», nicht «ohne Ordnung». Diese beiden Dinge zu verwechseln ist keine sprachliche Schludrigkeit, sondern die erfolgreichste Propaganda-Leistung von zweitausend Jahren Obrigkeit. Schon Mitte des neunzehnten Jahrhunderts formulierte man das als Ordnung ohne Macht – Vereinigungen und Genossenschaften an der Stelle des Kommandostaats. Übersetzt: Menschen bekommen ihr Leben auch dann geregelt, wenn niemand mit erhobenem Zeigefinger daneben steht. Ordnung, die von unten wächst, benötigt keine Aufsicht von oben, sie benötigt nur Menschen, die einander nicht für Feinde halten. Ein Gedanke, der jeden Beamten schaudern lässt, weil er ihn arbeitslos macht.
Was ein Wald über Herrschaft weiss
Die schönste Widerlegung des Herrschaftsmärchens steht nicht in einem Manifest, sie wächst. Ein Waldgarten ist ein geplantes Anbausystem aus Bäumen, Sträuchern und mehrjährigen Pflanzen, das die Struktur eines echten Waldes nachahmt und sich danach weitgehend selbst reguliert. Kein Aufseher teilt dem Baum mit, wann er Schatten spendet.
Keine Verordnung zwingt die Bodendecker, das Unkraut in Schach zu halten. Trotzdem funktioniert es, jahrzehntelang, weil jeder Teil dem anderen nützt. Genau das hat ein russischer Anarchist schon vor über hundert Jahren gegen die Sozialdarwinisten in Stellung gebracht: Nicht der ewige Konkurrenzkampf treibt die Natur voran, sondern wechselseitige Hilfe. Kooperation ist in der Biologie nicht die Ausnahme, sie ist die Regel – nur im Wirtschaftsteil der Zeitung steht das genaue Gegenteil, aus durchschaubarem Grund. Ein Wald verhandelt nicht über Zuständigkeiten. Er verteilt Licht, Wasser und Wurzelraum ganz ohne Ministerium und kommt dabei erstaunlich gut zurecht.
Wer selbst pflanzt, merkt das schneller als jeder Theoretiker. Ein Beet ist eine kleine Übung in Selbstbestimmung, ein Stück Unabhängigkeit, das dir keine Behörde genehmigen muss. Du bist plötzlich weniger auf jene angewiesen, die dir dein Essen verkaufen und deine Abhängigkeit gleich mit.
Die Ungeduld ist die beste Verbündete der Herrschaft
Und hier fallen die meisten um, auch die Gutmeinenden. Sie träumen vom Wandel und verheddern sich sofort in der Dringlichkeit, im schnellen Ergebnis, in der Erlösung bis Freitag. Ein Wald aber schreit nicht. Er wächst, leise, über Jahreszeiten und pfeift auf deinen Terminkalender. Echte Veränderung ist saisonal, nicht sofort – und genau deshalb hasst der Apparat sie. Ungeduldige Menschen sind steuerbar, weil man ihnen jede Abkürzung als Rettung verkaufen kann. Geduld ist deshalb kein weiches Wort für Trägheit, sondern die härteste Form von Widerstand, die es gibt. Wer lernt, in langen Zyklen aus Aufmerksamkeit und Gegenseitigkeit zu denken, entzieht sich der wichtigsten Ware jeder Macht: Der Angst, es könnte sonst zu spät sein.
Dabei geht es nicht um dich und dein kleines Bedürfnis von heute Abend. Es geht darum, Teil von etwas zu werden, das älter und grösser ist als dein Ego und dein nächster Onlinekauf. Ein Baum, den du pflanzt, trägt Früchte für jemanden, den du nie treffen wirst. Das ist keine Esoterik, das ist die praktischste Definition von Verantwortung, die es gibt.
Der Zettel mit der einjährigen Kündigungsfrist
Wie ernst es der Obrigkeit mit dem lebendigen Miteinander ist, zeigt ein Fall aus England beispielhaft. Da hatte einer über einunddreissig Jahre lang aus einem kahlen Acker ein funktionierendes Ökosystem gezogen, ein Vorzeigemodell, weltweit besucht. Der Dank des Grundbesitzers im Jahr 2025: Eine Kündigung mit einem Jahr Frist. Zehntausende unterschrieben eine Petition, geholfen hat es wenig. Ein integriertes Ökosystem lässt sich nicht in Stücke reissen, ein Grundbucheintrag schon. So sieht sie aus, die viel beschworene Ordnung des Eigentums: Drei Jahrzehnte Geduld gegen einen Bogen Papier – und das Papier gewinnt. Wer noch glaubt, das Land werde von jenen geliebt, denen es gehört, sollte einmal fragen, wer eigentlich die Bauern rettet, wenn nicht wir selbst.
Und so bleibt die eigentliche Frage keine politische, sondern eine ganz schlichte, an dich gerichtet: Pflanzt du bloss, um das Loch im Magen von heute zu stopfen? Oder mit einem Zweck, der über das Jetzt hinausreicht? Bekämst du morgen eine Handvoll Samen in die Hand gedrückt – würdest du für eine Zukunft säen, die du selbst nicht mehr erntest?
Die Wahrheit ist unbequem: Ordnung benötigt keinen Herrscher, sie benötigt Beziehungen – und beides zusammen nennt man das Gegenteil dessen, was dir als Schreckbild verkauft wird. Der Apparat fürchtet nicht deine Wut, deine Wut kennt er auswendig und verwaltet sie routiniert. Er fürchtet den Moment, in dem du aufhörst, auf Erlösung zu warten – und anfängst, etwas wachsen zu lassen. Und wenn dir am Ende jemand erklärt, das alles sei gefährliches Chaos, dann weisst du endlich, dass du auf dem richtigen Feld stehst – und nennst dies «Anarchie»!
Der Regen fällt, ohne um Erlaubnis zu fragen. Stürme ziehen auf, wann immer sie wollen. Pläne scheitern. Träume verschieben sich. Wege, die einst klar zu sein schienen, verschwinden in der Dunkelheit. Es gibt Momente im Leben, in denen keine noch so grosse Kraft, Intelligenz oder Entschlossenheit ändern kann, was bereits geschehen ist.
Die japanische Philosophie «Shikata ga Nai» lehrt uns eine wichtige Lektion: Manche Dinge liegen ausserhalb unserer Kontrolle. Akzeptanz ist keine Schwäche. Akzeptanz bedeutet nicht, aufzugeben. Akzeptanz bedeutet, den Unterschied zu verstehen zwischen dem, was verändert werden kann und dem, was ertragen werden muss.
Ein Krieger verschwendet seine Kraft nicht damit, gegen den Regen anzukämpfen. Er verflucht den Wind nicht und streitet sich nicht mit der Nacht. Stattdessen steht er fest, schützt sein Herz und wartet darauf, dass der Sturm vorüberzieht. Jede Narbe birgt eine Lektion. Jeder Rückschlag birgt Weisheit. Jede schwierige Zeit geht irgendwann zu Ende.
Wenn das Leben sich weigert, deinen Plänen zu folgen, bleibe ruhig. Wenn die Umstände ungerecht sind, bleibe ehrenhaft. Wenn die Zukunft ungewiss ist, bleibe geduldig. Die stärksten Krieger sind nicht diejenigen, die niemals leiden, sondern diejenigen, die trotz des Leidens weitermachen.
Der Regen wird aufhören. Die Wolken werden sich auflösen. Die Sonne wird wieder aufgehen. Bis dahin halte dein Schwert fest, deinen Geist klar und deine Seele unerschütterlich.
Shikata ga Nai.
Akzeptiere, was du nicht kontrollieren kannst. Meistere, was du kannst. Und gehe weiter deinen Weg…
Aldous Huxley benötigte für seine schöne neue Welt noch Brutkästen, Konditionierungssäle und eine Glücksdroge namens Soma. Die Gegenwart hat das Sortiment verschlankt: Ein Chatfenster genügt. Der Bürger tippt seine Fragen, seine Steuerunterlagen und seine Krankengeschichten hinein und heraus kommt eine Antwort, die in fast der Hälfte der Fälle mindestens ein erhebliches Problem enthält. Verkauft wird das Ganze als grösster Zivilisationssprung seit der Elektrifizierung.
Kein Produkt der Technikgeschichte wurde derart aggressiv in die Köpfe gedrückt wie die künstliche Intelligenz. Sie wird in Schulen subventioniert, in Behörden verordnet, in jede Software hineingenagelt, ob der Nutzer sie will oder nicht. Dabei drängt sich eine schlichte Frage auf: Ein wirklich überlegenes Werkzeug müsste niemand mit Milliardenbudgets und Dauerbeschallung in den Alltag pressen – es würde sich von selbst durchsetzen. Dass die Heilsbotschaft rund um die Uhr gepredigt werden muss, sagt mehr über das Produkt als jede Hochglanzpräsentation.
45 Prozent Ausschuss gelten als Serienreife
Wie gut die digitale Wunderwaffe tatsächlich funktioniert, haben 22 öffentlich-rechtliche Sender aus 18 Ländern unter Federführung der BBC nachgemessen. Für die Studie «News Integrity in AI Assistants» der Europäischen Rundfunkunion liessen Journalisten mehr als 3000 Antworten von ChatGPT, Copilot, Gemini und Perplexity in 14 Sprachen prüfen. Das Resultat: 45 Prozent der Antworten enthielten mindestens ein erhebliches Problem, 81 Prozent wiesen irgendeinen Mangel auf. Die häufigsten Defekte waren falsche oder fehlende Quellenangaben in 31 Prozent der Fälle und Faktenfehler bis hin zu frei erfundenen Details in 20 Prozent. Besonders entlarvend: Die Verweigerungsrate sank auf 0,5 Prozent. Die Maschine antwortet lieber falsch als gar nicht, denn Schweigen verkauft keine Abos. Ein Autohersteller mit 45 Prozent Ausschuss stünde vor dem Konkursrichter, ein KI-Konzern steht vor der nächsten Finanzierungsrunde. Und das Publikum? Mehr als ein Drittel der britischen Erwachsenen vertraut KI-Zusammenfassungen, bei den unter 35-Jährigen ist es fast die Hälfte. Der Glaube ersetzt die Prüfung – wie in jeder ordentlichen Religion.
Das ausgelagerte Gehirn
Was der Dauergebrauch der Plauderautomaten mit dem Denkorgan anstellt, hat das MIT Media Lab in der Untersuchung «Your Brain on ChatGPT» gemessen. 54 Studenten schrieben Aufsätze, eine Gruppe nur mit dem eigenen Kopf, eine mit Suchmaschine, eine mit ChatGPT, alle verkabelt mit EEG-Hauben. Die KI-Gruppe zeigte die schwächste neuronale Vernetzung ausgerechnet in jenen Frequenzbändern, die für Aufmerksamkeit, Gedächtnisbildung und tiefe Verarbeitung stehen. Über 80 Prozent der KI-Schreiber konnten kurz nach Abgabe nicht einmal mehr aus dem eigenen Text zitieren. Die prüfenden Lehrkräfte nannten die Aufsätze seelenlos, formelhaft, austauschbar. Die Forscher prägten dafür den Begriff der kognitiven Schuld: Wer das Denken auslagert, baut ein Defizit auf, das beim nächsten eigenständigen Versuch fällig wird. Eine Generation, die effizienter liefert und flacher denkt – aus Sicht jeder Verwaltung und jedes Konzerns ist das kein Defekt, sondern die Produktbeschreibung.
Der Fragende ist der Rohstoff
Bleibt die Frage, wofür ein Apparat gut sein soll, der weder zuverlässig informiert noch das Denken fördert. Die Antwort steht in den Datenschutzetiketten der Apps, die der Sicherheitsanbieter Surfshark ausgewertet hat: Ausnahmslos jede untersuchte KI-Anwendung sammelt Nutzerdaten. Meta AI greift 33 von 35 möglichen Datentypen ab, darunter als einzige App explizit Finanzinformationen sowie, gemeinsam mit Googles Gemini, ethnische Herkunft und religiöse Überzeugungen. Gemini selbst kommt auf 23 Kategorien, inklusive präziser Standortdaten, Kontaktlisten und Browserverläufe.
ChatGPT hat seine Sammelwut binnen Jahresfrist von 10 auf 17 Datentypen gesteigert, ein Plus von rund 70 Prozent. Und 70 Prozent der gängigen KI-Apps erfassen inzwischen den Standort ihrer Nutzer, im Vorjahr waren es noch 40. Der Kontext macht die Sache erst richtig appetitlich: Die Leute laden Steuerdokumente hoch, schildern Symptome, beichten Ehekrisen und formulieren Bewerbungen. Aus diesen Eingaben entsteht ein Persönlichkeitsprofil, das kein Fragebogen, keine Kundenkarte und kein Abhörprotokoll je in dieser Dichte liefern könnte – freiwillig angeliefert, sauber verschlagwortet, mit Zeitstempel. Wie sorgsam die Branche mit fremden Daten umgeht, war erst kürzlich zu besichtigen, als sich eine KI zum Komplizen eines Staatsdatenraubs dressieren liess.
Soma gibt es jetzt im Monatsabo
Huxleys Weltregierung musste ihre Untertanen noch aufwendig züchten, konditionieren und mit Pillen ruhig stellen. Die schöne neue KI-Welt arbeitet effizienter: Der Bürger konditioniert sich selbst – Eingabe um Eingabe – und bezahlt die Droge obendrein im Abo. Die eigentliche Revolution ist darum keine Wissensrevolution, sondern eine Bewirtschaftungsrevolution. Bewirtschaftet wird nicht die Information, sondern der Mensch vor dem Bildschirm, sein Profil, seine Aufmerksamkeit, sein schrumpfendes Restdenken. Was von ihm übrig bleibt, steht bereits in den Studien: Ein verlässlicher Datenlieferant mit nachlassender neuronaler Vernetzung und wachsendem Vertrauen in seinen Bewacher. Die Maschine halluziniert und der Mensch applaudiert. Der Konzern erntet die Daten und der Bürger zahlt das Abo obendrauf. Das Denken wird an der Garderobe abgegeben wie ein Mantel, den niemand je zurückverlangt. Eine Zivilisation lagert ihr Gehirn an einen Apparat aus, der in fast der Hälfte der Fälle danebenliegt – und nennt dies «Fortschritt»!
Ein Mann mit Adamantium-Klauen zerlegt eine Cyborg-Miliz, das Blut spritzt bei jedem Hieb neu – und ausgerechnet dieselbe Bude, die dir jahrelang knuffigen Spider-Man-Klimbim andrehte, liefert dazu einen Regler, mit dem du dir genau dieses Blut wieder wegwischen kannst.
«Barrierefreiheit» nennen sie den Blut-Ausschalter. Wolverine ohne Blut ist eine Raubkatze mit Nagelfeile. Der Mann ist eine wandelnde Metzgerei, sein ganzes Wesen ist die Wunde, die nicht bleibt – wer das wegdimmt, spielt einen zornigen Kanadier mit Besteck.
Nach vier Jahren Funkstille also der Erwachsenen-Ton, mitsamt Zerstückelung im Pflichtenheft: kein Netzschwinger, der Verbrecher höflich an Laternen klebt, sondern Logan, der sich durch eine Söldnertruppe eines menschheitsverbessernden Milliardärs arbeitet. Dass Sony Schlachtplatten kann, ist so neu wie Kratos‘ Eingeweide-Buffet – das Blut war bei den Japanern nie das Problem.
Das Problem ist der Schalter. Man entfernt das Wesentliche, lässt die Hülle stehen und nennt das Ergebnis trotzdem beim alten Namen – ein Muster, das wir zur Genüge kennen. Wer sich die Klauen leisten kann, während die Konsole nebenan zum vierten Mal teurer geworden ist, bekommt seine Wahlfreiheit obendrauf: Metzgerei oder Kindergeburtstag, per Menüpunkt.
Logan muss triefen, jede Klinge ein roter Vorhang, jede Wunde ein Vorwurf an den, der sie geschlagen hat. Der zivilisierte Weg ist eben nicht der, das Ungeheuer zu bändigen, sondern ihm einen Regler anzuschrauben. Und wenn der Zorn erst abschaltbar ist, verkauft man dir am Ende die leere Hülle – und nennt das «Barrierefreiheit»!
Wolverine mit Blut-Ausschalter: Insomniac liefert die Metzgerei mit Putzlappen
Liebe ist nach innen gerichtet, trägt jede Antwort und Lösung eines Problems in sich selbst. Denn Liebe bedeutet Selbstverantwortung und somit Selbstermächtigung, weil alles, was du im Aussen dir wünscht, kann nur in Erfüllung gehen, wenn du es in dir selbst gefunden hast.
Leid ist zu glauben, Erfüllung, Erlösung, Rettung und Liebe nur im Aussen zu erfahren. Durch Konditionierung, Erziehung, Medien, Religionen, populäre Spiritualität und so weiter. Der Leidende handelt immer aus Mangel, Abhängigkeit, Schmerz, weil all das, was er gewohnt ist, sich verdienen, erarbeiten oder anzubeten, sei im Aussen.
Doch wahre Verbindung entsteht in dir, denn alles, was in dir entstehen kann, kann auch im Aussen durch dich geschehen. Denn Abhängigkeit und Mangel hört dort auf, wo du das, was du dir ersehnst, in dir erkannt hast. Und alles, was du in dir selbst erkannt hast, befreit dich vom ewigen Suchen dort, wo du nicht finden wirst. Denn Liebe geschieht von Innen nach Aussen. Leid von Aussen nach Innen…
Wer leidet, sucht, wer liebt, findet, nämlich sich selbst. Wer liebt, kann lieben und selbst geliebt werden, wer leidet, verwechselt Liebe mit Abhängigkeit und Schmerz und ist damit in Vermeidung seiner selbst. Und wer Liebe mit Abhängigkeit und Schmerz verwechselt, der hat sie in sich selbst (noch) nicht gefunden…
Es gab eine Zeit, da war künstliche Intelligenz ein Luxus. Ein glänzendes Spielzeug der Tech-Elite, verpackt in hübschen Cloud-Interfaces und monatlichen Rechnungen, die diskret daran erinnerten, dass du zwar produktiver geworden bist, aber gleichzeitig auch finanziell langsam verblutest. Du wolltest eine KI, die dir beim Programmieren hilft? Abonnement. Du wolltest eine KI, die deine Dokumente organisiert? Abonnement. Du wolltest eine KI, die deine Daten liest, versteht und dir tatsächlich Arbeit abnimmt? Natürlich. Abonnement. Die Zukunft war da. Und sie hatte eine Kreditkartenpflicht. Dann kam Accomplish. Und plötzlich begann dieses sorgfältig aufgebaute Geschäftsmodell, leise zu knirschen.
Accomplish ist keine weitere Cloud-KI, die freundlich lächelt, während sie im Hintergrund deine Daten einsammelt und gleichzeitig dein Konto leert. Es ist etwas viel Unbequemereres für die etablierte Ordnung: Eine lokale, offene, kostenlose KI, die direkt auf deinem eigenen Rechner läuft.
Keine Server in Kalifornien.
Keine API-Kosten.
Keine monatlichen Gebühren.
Keine digitale Leine.
Nur dein Computer. Und eine Maschine, die tatsächlich für dich arbeitet.
Die Installation ist fast schon respektlos einfach. Kein Terminal-Voodoo, kein Kompilieren von Quellcode wie ein mittelalterlicher Alchemist. Du lädst die App herunter, ziehst sie in deinen Programme-Ordner, startest sie, und sie funktioniert. So banal, dass es fast beleidigend wirkt für eine Branche, die dir jahrelang eingeredet hat, dass solche Dinge kompliziert sein müssen. Komplexität war nie notwendig. Sie war nur profitabel.
Der Unterschied zwischen Accomplish und den bisherigen KI-Tools ist subtil, aber fundamental. Bisher waren KI-Assistenten glorifizierte Gesprächspartner. Du hast ihnen Fragen gestellt, sie haben geantwortet. Wie ein höflicher, aber letztlich passiver Praktikant, der viel redet, aber nichts anfasst. Accomplish hingegen greift ein.
Es lebt direkt auf deinem System. Es sieht deine Dateien. Es organisiert deine Ordner. Es liest Dokumentationen im Web und erstellt Zusammenfassungen. Es verschiebt Dateien, erstellt neue Inhalte und strukturiert Chaos mit der kalten Effizienz einer Maschine, die keine Kaffeepausen braucht und keine Gehaltserhöhung fordert. Es ist nicht mehr nur ein Chatbot. Es ist ein digitaler Mitarbeiter. Und das ist der Punkt, an dem es für die Cloud-Industrie unangenehm wird.
Denn ihre gesamte Existenz basiert auf einem einfachen Prinzip: Kontrolle durch Abhängigkeit. Wenn deine KI in der Cloud lebt, gehört sie nicht dir. Sie gehört dem Anbieter. Deine Daten wandern durch fremde Server. Deine Arbeitsprozesse werden Teil eines fremden Systems. Deine Produktivität wird zu einem monatlichen Kostenfaktor. Accomplish zerstört dieses Modell mit brutaler Einfachheit. Es läuft lokal.
Das bedeutet, deine Daten bleiben bei dir. Deine Dokumente verlassen nie deinen Rechner. Deine Projekte existieren nicht als Trainingsmaterial für fremde Algorithmen. Du entscheidest, worauf die KI zugreifen darf und worauf nicht. Es ist ein radikales Konzept in der modernen Tech-Welt: Kontrolle.
Besonders interessant ist die Browser-Integration. Während viele KI-Tools Informationen «erraten» und dabei gelegentlich kreative Fantasien entwickeln, kann Accomplish tatsächlich ins Web gehen, Seiten lesen und reale Inhalte analysieren. Es ist nicht auf Vermutungen angewiesen. Es recherchiert. Das klingt banal, ist aber revolutionär. Denn es verschiebt die KI von einem hypothetischen Assistenten zu einem operativen Agenten.
Du kannst ihm sagen: «Lies diese Dokumentation und erstelle eine Zusammenfassung in meinem Projektordner.» Und es tut es. Ohne Diskussion. Ohne Verzögerung. Ohne Abonnement. Noch absurder wird es, wenn man die Kosten betrachtet. Mit Tools wie Ollama kannst du komplette Sprachmodelle lokal betreiben. Accomplish erkennt sie automatisch und integriert sie. Das bedeutet, du kannst eine leistungsfähige KI betreiben, ohne einen einzigen Franken an Cloud-Gebühren zu zahlen. Null.
Das ist ein gefährliches Wort in einer Branche, die auf wiederkehrenden Einnahmen basiert. Der wahre Nutzen zeigt sich jedoch nicht beim Programmieren, sondern bei den banalen Dingen. Datei-Organisation. Dokumentenverwaltung. Administrative Aufgaben. Die stillen, monotonen Prozesse, die täglich Zeit verbrennen, ohne dass es jemand bemerkt. Accomplish erledigt sie in Sekunden.
Ein chaotischer Download-Ordner mit Hunderten von Dateien wird zu einer perfekt strukturierten Bibliothek. Dokumente werden kategorisiert. Inhalte werden analysiert. Prozesse werden automatisiert. Der Unterschied ist subtil, aber entscheidend. Ein Chatbot sagt dir, wie du etwas tun kannst. Ein Agent tut es. Und genau hier beginnt die stille Revolution.
Denn wenn eine KI lokal läuft, unabhängig, kostenlos und ohne Kontrolle durch zentrale Anbieter, verschiebt sich die Machtbalance. Der Nutzer wird nicht mehr zum Kunden eines KI-Dienstes. Er wird zum Besitzer einer KI-Instanz. Das ist keine kleine Veränderung. Es ist eine strukturelle Bedrohung für ein Geschäftsmodell, das auf dauerhafter Abhängigkeit basiert.
Natürlich wird die Industrie reagieren. Sie wird neue Funktionen entwickeln. Neue Argumente erfinden. Neue Gründe liefern, warum du ihre Server weiterhin brauchst. Aber die Idee ist bereits freigesetzt.
Eine KI, die dir gehört.
Eine KI, die lokal arbeitet.
Eine KI, die keine Rechnung schickt.
Und plötzlich wird eine unbequeme Frage sichtbar. Wenn dein Computer selbst denken, lesen, organisieren und arbeiten kann… wofür genau bezahlst du dann noch all die anderen?
Accomplish (formerly Openwork) - The open source AI coworker that lives on your desktop
Eine einzige Tomate. Geworfen am Rande einer 1100-Jahr-Feier in Bernau am Chiemsee, mitten in die Selbstinszenierung eines Mannes, der jahrelang jeden Leberkäse und jeden Big Mac wie eine Reliquie in die Kamera hielt. Getroffen, unverletzt, weggeführt von der Sicherheit – und aus diesem lächerlichen Kratzer macht die Bebilderung ein Attentat von historischem Rang.
Man kennt die Pose: Faust gen Himmel, Blut im Gesicht, die schützenden Leiber der Bodyguards, im Hintergrund die Fahne im Wind. Das Bild eines Gefallenen, der sich erhebt. Nur dass der Angreifer kein Schütze war, sondern eine überreife Frucht aus dem Gemüseregal. Der Gastropopulist, der die Republik mit Wurstvideos beglückte und den veganen Flugzeug-Salat öffentlich verhöhnte, wird ausgerechnet vom Gemüse heimgesucht, das er zeitlebens verachtete. Die Rache der Tomate.
Und weil eine geworfene Frucht als Heldenepos noch zu dünn ist, greift der Krieger zum Prügel. Er kniet im Tomatenfeld, drischt auf eine Armee zähnefletschender Killertomaten ein, während die Kamera das Drama festhält – bis ihn Millionen roter Fratzen unter sich begraben. Der Mann, der Politik durch Essensfotos ersetzte, endet unter dem Salat, den er nie gegessen hätte.
So sieht Grösse aus, wenn nichts Grosses mehr passiert. So wird aus einem Wurf ein Weltkrieg, aus einem Kratzer ein Kreuzzug. So verteidigt ein Ministerpräsident sein Vaterland gegen das Nachtschattengewächs – und nennt dies Standhaftigkeit!
Über die zionistische Führung und das Jahr 1933 gibt es eine unbequeme Wahrheit. Die Wahrheit liegt in Archiven, die Lüge zirkuliert. Wer beides nicht auseinanderhält, tut ausgerechnet den Fälschern den grössten Gefallen, den man ihnen machen kann: Er liefert den Vorwand, jede echte Kritik pauschal als Judenhass zu entsorgen.
Der Deal ist dokumentiert und er ist hässlich. Im August 1933 unterzeichneten die Zionistische Vereinigung für Deutschland und das Reichswirtschaftsministerium das Haavara-Transfer-Abkommen. Auswanderungswillige Juden zahlten ihr Vermögen bei deutschen Transfer-Banken ein. Davon kauften palästinensische Importeure deutsche Waren und die Auswanderer erhielten in Palästina nach Abzug einen Teil zurück. Rund 60’000 deutsche Juden kamen auf diesem Weg nach Palästina und an jedem Transfer verdiente das Reich mit. Ein Fluchtweg für Vermögen, ja – und gleichzeitig ein Devisen-Geschenk an ein Regime, das den Rest der jüdischen Welt gerade zu boykottieren versuchte. Genau deshalb war das Abkommen innerhalb der Bewegung heftig umkämpft: Zionisten ausserhalb Deutschlands trugen den weltweiten Boykott gegen Nazi-Deutschland mit, das Haavara-Abkommen unterlief ihn. Einer der Unterhändler, Chaim Arlosoroff, wurde kurz darauf ermordet. Das ist keine Verschwörung, das ist belegte Geschichte.
Herzls kalte Rechnung
Der Aufhänger, den die Legende am liebsten zitiert, stammt aus Theodor Herzls eigenem Tagebuch. 1895 notierte der Gründer des politischen Zionismus die Idee, «anständige und akkreditierte Antisemiten» als Vermögensliquidatoren für die Auswanderung einzuspannen und schrieb dazu den Satz «Die Antisemiten werden unsere verlässlichsten Freunde.» Kalt? Zynisch? Aus heutiger Sicht monströs? Alles drei. Herzl spricht da über Auswanderungslogistik, die Passage ist ein Buchhalter-Kalkül. Wer sie zu «Herzl bestellte den Holocaust» umdeutet, dichtet ihr etwas an, das nicht drinsteht. Das Zitat hat es gar nicht nötig, aufgeblasen zu werden: Es ist auch unfrisiert abstossend genug.
Sokolows Satz von 1933
Nahum Sokolow, Präsident der Zionistischen Weltorganisation, erklärte vor dem 18. Zionistenkongress, der Hitlerismus ermögliche es, «alle Juden zum Zionismus zu bekehren, was eine schwierige, aber nicht unmögliche Aufgabe ist» – protokolliert von der Jewish Telegraphic Agency am 3. September 1933. Ein Funktionär stellt fest, dass die Nazi-Verfolgung bislang assimilierte Juden in Richtung Zionismus treibt. Aus «die Verfolgung treibt uns Zulauf zu» wird in der Legende «wir haben die Verfolgung bestellt». Dieser Sprung von Diagnose zu Drehbuch ist durch nichts gedeckt.
Der «keine echten Semiten»-Taschenspielertrick
Bleibt das Konstrukt von den «falschen Juden». Es läuft über zwei Hebel. Erstens den Begriff: «Antisemitismus» wurde 1879 von dem Judenfeind Wilhelm Marr geprägt, gezielt als Etikett für den Hass auf Juden – nie als Ablehnung aller semitischsprachigen Völker, einer Sprachfamilie, zu der auch Arabisch und Aramäisch gehören. Zweitens die Khasaren-These, wonach aschkenasische Juden von einem türkischen Steppenvolk abstammten und deshalb keine «echten» Juden seien. Nur sagt die Genetik nein: Genomweite Studien verorten aschkenasische Abstammung in levantinischen Gründerlinien mit späterer europäischer Beimischung. Übrigens teilen auch Palästinenser dieselbe levantinische Wurzel – was die ganze «Fremdlinge gegen Einheimische»-Erzählung zusätzlich zerlegt.
Die eigentliche Erkenntnis liegt nicht in irgendeiner verborgenen Weltverschwörung, sondern in der Bauweise des Textes selbst. Die reale Anbiederung der zionistischen Führung an die Nazi-Täter von 1933 ist Kritik wert, so wie die terroristischen Wurzeln der Staatsgründung Kritik wert sind – beides hält vor jedem Historiker. Der Holocaust als zionistische Umsiedlungslogistik hält vor keinem einzigen. Wer beides in denselben Topf wirft, kritisiert nicht schärfer, er macht sich nur wegwischbar – und verheizt nebenbei den Begriff, der echten Judenhass benennen sollte. Die Wahrheit braucht die Lüge nicht – sie ist schon nüchtern grässlich genug!
Google baut das Internet um – und dieses Mal trifft es nicht deine Daten, sondern deine Hardware. Mit der «nächsten Evolutionsstufe von reCAPTCHA» entscheidet künftig nicht mehr, ob du ein Mensch bist, sondern ob du das richtige Gerät besitzt: Ein Smartphone mit Google Play Services oder ein iPhone. Wer mit Linux, einem entgoogelten Android oder schlicht ohne zertifizierte Wanze in der Hosentasche unterwegs ist, steht vor verschlossener Tür. Das Zweiklassen-Internet ist kein dystopisches Zukunftsszenario mehr – es wird gerade ausgerollt, leise, schrittweise und als Sicherheitsfeature verkauft.
Der QR-Code als Türsteher
Die Mechanik ist von entwaffnender Dreistigkeit. Auf der Cloud Next im April 2026 präsentierte Google sein neues Prachtstück namens Cloud Fraud Defense – bestehende reCAPTCHA-Kunden wurden gleich automatisch migriert, gefragt hat man niemanden. Statt verpixelter Ampeln und Zebrastreifen erscheint künftig ein QR-Code auf dem Bildschirm. Den scannst du mit deinem Smartphone und das Telefon bestätigt dann gegenüber Googles Servern «menschliche Präsenz und Geräteintegrität». Klingt harmlos? Der Teufel sitzt in den Systemanforderungen: Android-Geräte benötigen Google Play Services in aktueller Version, Apple-Geräte mindestens iOS 15. Wer GrapheneOS, CalyxOS oder LineageOS fährt – Systeme, die Googles Schnüffeldienste bewusst aussperren und dadurch oft sicherer sind als jedes Lager-Android – fällt durch. Nicht wegen mangelnder Sicherheit, sondern wegen mangelnder Unterwerfung.
Noch firmiert das Ganze als «experimenteller Challenge-Typ im Preview-Status», noch existieren visuelle Alternativen. Genauso beginnen diese Geschichten immer: Erst optional, dann Standard, dann alternativlos. Der stille Rollout läuft laut Recherchen bereits seit Oktober 2025 – Monate bevor die Öffentlichkeit überhaupt bemerkte, was da über Millionen Webseiten gestülpt wird.
Ein Zombie namens Web Environment Integrity
Wem das bekannt vorkommt: Glückwunsch, du hast 2023 aufgepasst. Damals hiess das Projekt Web Environment Integrity API und sollte Browsern erlauben, gegenüber Webseiten zu beweisen, dass sie auf «vertrauenswürdiger» Hard- und Software laufen. Der Aufschrei war gewaltig, Entwickler, Standardisierungsgremien und sogar die Konkurrenz liefen Sturm und Google beerdigte den Plan öffentlichkeitswirksam. Drei Jahre später kehrt exakt dieselbe Geräte-Attestierung zurück – nicht als Web-Standard, über den man diskutieren müsste, sondern als kommerzielles Produkt, das niemand absegnen muss. Was an den Gremien scheiterte, kommt jetzt durch die Hintertür der Betrugsbekämpfung. Der Leichnam wurde nie begraben. Er wurde nur umetikettiert.
Die Entwickler von GrapheneOS bringen den eigentlichen Zweck auf den Punkt: Diese Systeme lassen zehn Jahre alte Geräte ohne einen einzigen Sicherheitspatch passieren, sperren aber ein deutlich härter abgesichertes Betriebssystem aus – weil es keine Google-Lizenz trägt. Sicherheit ist die Verpackung. Monopoldurchsetzung ist der Inhalt.
Sicherheitstheater mit Türsteher-Logik
Und jetzt die Pointe, die das ganze Konstrukt als Farce entlarvt: Gegen professionelle Bot-Betreiber hilft der Zauber kaum. In Entwicklerforen rechnete man bereits vor, dass ein zertifiziertes Android-Gerät, das die Prüfung besteht, für rund 30 Dollar zu haben ist – ein lächerlicher Fixkostenposten für jede Klickfarm, die ohnehin mit Geräteschränken voller Billig-Smartphones arbeitet. Dazu kommt ein Bonus-Geschenk an die Phishing-Industrie: Google dressiert Milliarden Nutzer darauf, reflexartig QR-Codes zu scannen, um ins Internet zu dürfen. Genau dieses antrainierte Verhalten ist das Einfallstor jeder QR-Code-Betrugsmasche. Das System hält also die Profis nicht auf, macht die Normalnutzer anfälliger und sperrt ausgerechnet jene aus, die ihre Geräte selbst kontrollieren wollen. Eine Betrugsbekämpfung, die Betrüger durchwinkt und Datenschützer aussperrt, bekämpft keinen Betrug. Sie sortiert Menschen.
Wer draussen bleibt – und wer mitliest
Die Sortierung hat System. Millionen Webseiten, Online-Shops und Banken hängen an reCAPTCHA. Wer künftig am Linux-Desktop sitzt, muss sich ein «genehmigtes» Smartphone als digitale Anstandsdame daneben legen – ein Zweitgerät als Eintrittskarte ins eigene Netz. Gleichzeitig verknüpft die Attestierung jede Interaktion mit einer Geräte-Identität, die durch Googles Server läuft. VPN und Tor verschleiern dann noch die Leitung, aber nicht mehr das Gerät. Die Anonymität stirbt nicht durch ein Verbot. Sie stirbt durch eine Systemvoraussetzung. Und während die Staaten parallel mit Altersverifikation und digitaler Identität am selben Käfig schweissen, liefert Google die passende Hardware-Schleuse gleich mit – privatwirtschaftlich, ohne Gesetz, ohne Abstimmung, ohne Einspruchsmöglichkeit.
Bilanz: Eintritt nur mit Hausausweis
Das offene Internet war der historische Glücksfall, dass kein einzelner Konzern entscheiden konnte, welche Geräte gut genug sind, um daran teilzunehmen. Genau dieser Glücksfall wird gerade abgewickelt – nicht mit einem grossen Knall, sondern mit einem Preview-Feature und einer Support-Seite. Zwei Konzerne definieren künftig, was ein vertrauenswürdiger Mensch an einem vertrauenswürdigen Gerät ist und der Rest darf draussen vor der Glasscheibe stehen und winken. Wer 2023 gegen Web Environment Integrity protestierte, bekam recht – und verlor trotzdem. Der Türsteher fragt nicht mehr, wer du bist, er fragt, wem dein Gerät gehorcht! Aus dem World Wide Web wird ein Gated-Community-Netz mit zwei Hausherren und Milliarden Untermietern! Google sperrt die Sicheren aus, winkt die Klickfarmen durch und nennt dies «Betrugsbekämpfung»! Und wenn erst Altersverifikation, digitale ID und Geräte-Attestierung ineinandergreifen, war das Zweiklassen-Internet nur die Eingangshalle – willkommen im Netz, in dem der Zutritt zur Wirklichkeit eine Lizenz benötigt?!
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