99 Millionen Geimpfte, dokumentierte Schäden – höchste Zeit für Konsequenzen

4551 begutachtete Publikationen zu möglichen Nebenwirkungen der Covid-Spritze, durchsuchbar, sortierbar, mit Quellenangabe – so weit die Datenbank, die die US-Organisation React19 mit dem australischen Partner Coverse pflegt. Und nein, das ist nicht alles Geraune verzweifelter Impfgegner: Ein harter Kern dieser Arbeiten ist sauber, gross angelegt und zum Teil von den Behörden längst selbst zugegeben.

99 Millionen Geimpfte, dokumentierte Schäden – höchste Zeit für Konsequenzen

Wer behauptet, da stehe nichts Belegtes, hat schlicht nicht hineingeschaut. Die grösste Impfsicherheitsstudie der Geschichte, eine Kohorte über 99 Millionen Geimpfte im Fachblatt Vaccine, bestätigte 2024 etablierte Sicherheitssignale für Herzmuskel- und Herzbeutelentzündung nach den mRNA-Präparaten sowie für Guillain-Barré-Syndrom und Sinusvenenthrombose nach den Vektorimpfstoffen. Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist Konsens-Epidemiologie. Myokarditis steht heute auf dem Beipackzettel, das Präparat von Johnson und Johnson wurde wegen Thrombosen praktisch beerdigt, AstraZeneca verschwand vom Markt. Diese Befunde sind nicht trotz, sondern wegen der offiziellen Stellen dokumentiert.

Was tatsächlich gelistet ist
Daneben steht die Reanalyse der Zulassungsstudien von Pfizer und Moderna durch Fraiman und Kollegen, ebenfalls in Vaccine, ebenfalls nicht zurückgezogen: Rund eine zusätzliche schwere Nebenwirkung pro 800 Geimpfte – ein Überschuss, der im Studienzeitraum die Zahl der verhinderten Covid-Hospitalisierungen übertraf.

99 Millionen Geimpfte, dokumentierte Schäden – höchste Zeit für Konsequenzen

Diskutiert, angefochten, aber bis heute unwiderlegt im Druck. Natürlich liegt in einer Datenbank dieser Grösse auch Schwaches: Eine In-vitro-Beobachtung an Leberzellen in der Petrischale taugt nicht als Beweis, dass die Spritze die menschliche DNA umschreibt, so gern das in manchen Ecken behauptet wird. Genau das ist der Punkt der Aufarbeitung: Trennen, was hart ist, von dem, was überdehnt wird. Nur müsste das jemand tun.

Die Aufarbeitung, die keine sein will
In Deutschland tagt seit September 2025 eine Enquete-Kommission mit dem schönen Namen Aufarbeitung der Corona-Pandemie. Vierzehn Abgeordnete, vierzehn Sachverständige, Bericht irgendwann Mitte 2027 – bequem so spät, dass die halbe Verantwortlichen-Riege bis dahin in Pension ist. Den schärferen Untersuchungsausschuss, der bei der Maskenbeschaffung des Herrn Spahn hätte bohren dürfen, stimmte man weg. Verträge mit einer Schweizer Firma im dreistelligen Millionenbereich kommen geschwärzt, der Sonderermittlerin bleibt das Schwarze unter dem Filzstift. Aufarbeitung heisst hier: Die Verantwortlichen inszenieren ihre eigene Freisprechung und nennen das Transparenz.

Schweizer Variante: Sitzen aussitzen
Hierzulande läuft es eleganter. Die wissenschaftliche Task-Force empfahl 2022 bei ihrer Auflösung ausdrücklich, die Wirksamkeit der Massnahmen von Unabhängigen prüfen zu lassen. Der Ständerat forderte dasselbe. Der Bundesrat? Findet, er habe längst genug aufgearbeitet und verankert im selben Atemzug das Zertifikat als Standard-Instrument im revidierten Epidemiengesetz.

99 Millionen Geimpfte, dokumentierte Schäden – höchste Zeit für Konsequenzen

Selbst die NZZ – kein Schwurbler-Organ – attestierte trocken, es fehle der Wille. Parallel sammeln Bürger Unterschriften für eine Initiative zur Aufarbeitung der Pandemie-Hintergründe, also für etwas, das eine funktionierende Demokratie von sich aus geliefert hätte. Wer Geschädigte ernst nimmt, landet beim Verein Post-Vakzin-Syndrom und bei einer Anzeige gegen Swissmedic, nicht bei einer Behörde, die sich zuständig fühlt.

Was wirklich verurteilt gehört
Verurteilenswert ist nach alldem nicht primär das Molekül, sondern die Haltung. Wer 99-Millionen-Studien und Behörden-Warnhinweise kennt und der Bevölkerung weiter sicher und nebenwirkungsfrei verkauft, lügt mit Vorsatz. Wer Berufsverbote androht, Kritiker zu Gefährdern erklärt und Geschädigte als bedauerliche Einzelfälle abtut, während die Signale längst in den Fachblättern stehen, handelt menschenverachtend – das benötigt keinen Giftmord-Beweis, das reicht an der dokumentierten Realität.

Es ist höchste Zeit, dass dieses Kapitel nicht von den Tätern geschrieben wird, sondern von Unabhängigen mit Aktenzugang und ohne Filzstift. Es ist höchste Zeit, dass 4551 Einträge nicht länger als Hobby von Hysterikern verhöhnt, sondern endlich amtlich sortiert werden. Es ist höchste Zeit, dass jene, die Gewissheit predigten, wo längst Signale blinkten, ihre Sessel räumen, bevor sie das nächste Notrecht ausrufen. Denn wer eine Pandemie nicht aufarbeitet, der probt bloss die nächste – und nennt das anschliessend «Lehren für künftige pandemische Ereignisse»!

99 Millionen Geimpfte, dokumentierte Schäden – höchste Zeit für Konsequenzen

Wer jede Kritik Antisemitismus nennt, schützt keine Juden – er verheizt den Begriff

Ein jüdischer Akademiker schreibt 2004 eine Arbeitsdefinition, damit Statistiker Antisemitismus europaweit einheitlich zählen können. Zwei Jahrzehnte später sitzt derselbe Mann vor dem US-Senat und erklärt, sein eigenes Werkzeug sei zur Waffe umgebaut worden – gegen Studenten, gegen Professoren, gegen Juden, die das Falsche über Gaza sagen. Wer die Definition kontrolliert, kontrolliert das Schweigen. Und wer das Etikett «Antisemit» verteilt, benötigt keine Argumente mehr, nur noch eine Datenbank und willige Behörden.

Wer jede Kritik Antisemitismus nennt, schützt keine Juden - er verheizt den Begriff

Der Reuige von Bard College
Kenneth Stern ist kein dahergelaufener Aktivist. 25 Jahre lang leitete er beim American Jewish Committee die Abteilung für Antisemitismus und Extremismus und 2004 verfasste er den Text, der 2016 als IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus geadelt wurde – das Dokument, das Regierungen, Universitäten und Förderstellen weltweit heute als Massstab benutzen. Gedacht war es als Zählhilfe für Datensammler. Geworden ist daraus nach Sterns eigener Senatsaussage ein faktischer «Hate-Speech-Code», mit dem seit 2010 Vorträge, Seminartexte und politische Rede über Israel abgeräumt werden. In seiner Stellungnahme von 2025 wird er noch deutlicher: In Deutschland sei seine Definition benutzt worden, um Juden, die gegen den Gaza-Krieg protestieren, als Antisemiten zu etikettieren – und er zitiert die bittere Pointe: Wieder einmal definiere Deutschland, was eine legitime jüdische Position zu sein habe. Der Brandstifter spielt hier ausnahmsweise selbst die Feuerwehr: Der Verfasser bettelt seit Jahren öffentlich darum, sein Text möge nicht in Gesetze gegossen werden. Es hört nur niemand hin, der an einem Schalthebel sitzt.

Die Datenbank, die Karrieren frisst
Was geschieht, wenn das Etikett industrialisiert wird, führt Canary Mission vor: Eine anonyme Plattform, die Studenten, Professoren und Aktivisten mit Foto, Namen und Vorwurfskatalog als Judenhasser an den Pranger stellt – öffentlich, googelbar, für jeden Personalchef der Welt auffindbar. Im Sommer 2025 musste der ranghohe ICE-Beamte Peter Hatch in einem Bostoner Prozess unter Eid einräumen, dass ein eigens gebildetes «Tiger Team» des Heimatschutzministeriums Anfang 2025 eine Liste von mehr als 5000 Namen abarbeitete und mehr als 75 Prozent der geprüften Zielpersonen von genau dieser Website stammten – darunter die Dossiers zu Mahmoud Khalil und Rümeysa Öztürk, die anschliessend verhaftet wurden.

Wer jede Kritik Antisemitismus nennt, schützt keine Juden - er verheizt den Begriff

Fürs Protokoll: Die 75 Prozent betreffen die Prüf-Leads dieses Teams, nicht sämtliche US-Abschiebungen. Die Behörde will alle Angaben «unabhängig verifiziert» haben und Canary Mission beteuert, mit keiner Regierung je in Kontakt gestanden zu haben – die Datenbank sei schliesslich öffentlich. Was die Sache kein Gramm besser macht: Eine anonyme Website dient der Staatsgewalt als Steinbruch, wie das Doxing von Kritikern auch andernorts längst zur Aussenpolitik erklärt wurde.

Das Hinterzimmer heisst BlackNest
Im Januar 2026 zerlegte Drop Site News die Anonymität ein gutes Stück weit: Software-Ingenieure hatten über Monate das Backend der Operation archiviert – mehr als 100 Gigabyte interner Daten, darunter eine versteckte Plattform namens BlackNest, die Entlassungen, Einreiseverbote, Verhaftungen und Abschiebungen als «Company Impact» verbucht wie ein Start-up seine Quartalszahlen. Das interne Strategiepapier nennt 150 neue Profile pro Woche als Ziel, Gesichtserkennung und automatisiertes Datenabgreifen produzierten demnach «effizient» neue Zielpersonen und die Zeitstempel der Dokumente zeigen israelische Zeitzone. Im Februar 2026 verlangten 70 Organisationen vom US-Justizministerium deshalb eine Prüfung nach dem Agentengesetz FARA.

Ein Reagan-Richter platzt der Kragen
Dass dieses Räderwerk nicht nur geschmacklos, sondern verfassungswidrig ist, stellte am 30. September 2025 Bundesrichter William G. Young fest – ein Reagan-Mann, kein linker Aktivist. Auf 161 Seiten attestierte er Aussenminister Rubio und Heimatschutzministerin Noem, sie hätten im Zusammenwirken ihre Ämter missbraucht, um Nichtbürger allein wegen geschützter politischer Rede einzusperren und abzuschieben – eine Erfindung, die laut Young über die nächsten Analogien der Red-Scare-Ära hinausgeht. Im Januar 2026 kassierte er die Politik endgültig. Die Regierung beruft sich auf nationale Sicherheit und den Kampf gegen Antisemitismus. Der Richter fand im gesamten Verfahren praktisch keinen Beleg dafür, dass irgendjemand ernsthaft geprüft hätte, ob eine Pro-Palästina-Rede überhaupt Terrorunterstützung sein kann.

Wer jede Kritik Antisemitismus nennt, schützt keine Juden - er verheizt den Begriff

Deutschland übt schon mal für die Hauptrolle
Stern nannte Deutschland in seiner Senatsaussage ein Warnsignal und Berlin arbeitet eifrig daran, ihm recht zu geben. Der Bundestag presste die IHRA-Definition im Januar 2025 per Resolution in Schulen und Hochschulen, samt Überwachungsfantasien und Geheimdienst-Kooperation, von Amnesty und Rechtswissenschaftlern als Grundrechtsrisiko zerpflückt. Und seit dem 8. Mai 2026 liegt im Bundesrat ein hessischer Gesetzentwurf, der die Leugnung des Existenzrechts Israels mit bis zu fünf Jahren Haft belegen will – symbolträchtig am Tag der Befreiung eingebracht und von rund 30 Strafrechtlern und Verfassungsjuristen postwendend als verfassungswidrig eingestuft, weil die Meinungsfreiheit nur durch allgemeine Gesetze beschränkt werden darf, nicht durch Sonderrecht für einen einzigen Staat. Dass antisemitische Straftaten real auf hohem Niveau liegen und jüdisches Leben Schutz benötigt, bestreitet nicht einmal die Kritikerseite – sie bestreitet, dass ein Gesinnungsparagraf auch nur einen einzigen Juden schützt. Genau hier schliesst sich der Kreis zu Stern und zu der Frage, was Antisemitismus heute überhaupt noch ist: Ein Begriff, der Hass messen sollte, wird zum Strafrecht gegen Meinungen umgegossen und entwertet damit ausgerechnet den Kampf gegen den echten Judenhass, den es zweifellos gibt.

Der Mann, der die Definition schrieb, warnt vor seiner eigenen Schöpfung – und niemand an den Schalthebeln hört hin. Eine anonyme Website liefert die Namen und ein Ministerium liefert die Handschellen. Deutschland giesst derweil das Etikett ins Strafgesetzbuch, als hätte die Geschichte hier nie stattgefunden. Wer jede Kritik zum Antisemitismus erklärt, schützt keine Juden, er verheizt den Begriff, bis er nichts mehr bedeutet – und nennt dies «Staatsräson»!

Wer jede Kritik Antisemitismus nennt, schützt keine Juden – er verheizt den Begriff
Wer jede Kritik Antisemitismus nennt, schützt keine Juden – er verheizt den Begriff

Entmystifizierung «Runentum • Runenkunde»

Runenkunde im europäischen Raum? Was haben Runen mit Germanen, Teutonen, Kelten, Wikingern zu tun? Wer sagt eigentlich, dass es Germanen und Kelten gab oder Schamanismus zu uns gehört? Na, zum Glück steht sowas ja in Geschichtsbüchern, die von wem nochmal gleich noch geschrieben wurden?

Marcel äussert sich kritisch zur heutigen Runenkunde und stellt deren Herkunft und Bedeutung grundsätzlich infrage. Er argumentiert, dass die populäre Beschäftigung mit Runen – insbesondere ihre spirituelle oder esoterische Aufladung – auf romantisierten und ideologisch geprägten Vorstellungen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert beruht. Nach seiner Sicht stammen die Runen nicht aus dem germanisch-europäischen Kulturraum, sondern haben ihren Ursprung im asiatisch-mongolischen Raum, insbesondere im Zusammenhang mit Schamanismus und Kehlkopfgesängen («Raunen»).

Er behauptet, dass Runen ursprünglich von eindringenden Reitervölkern wie der goldenen Horde und türkstämmigen Gruppen nach Europa gebracht wurden – als militärische Wegmarkierungen für weitere Truppenbewegungen, nicht als spirituelle Zeichen. Die heute in Skandinavien oder Norddeutschland gefundenen Runensteine seien seiner Auffassung nach keine einheimischen Zeugnisse, sondern Spuren dieser fremden Einflüsse. Auch Verbindungen zu moderner Technologie (etwa das Bluetooth-Symbol) werden von ihm als Indiz für eine asiatische Herkunft gedeutet.

Der Sprecher sieht in der Runenkunde einen Versuch, europäische Völker von ihren «christlichen Urwurzeln» zu trennen. Begriffe wie «Germane» seien laut ihm Fremdzuschreibungen von aussen, die ein falsches Selbstbild erzeugten. Er dreht die gängige Darstellung der Christianisierung Europas um: Nicht das Christentum habe das Heidentum verdrängt, sondern umgekehrt – durch äussere, militärische Kräfte.

Zusätzlich versucht er, über lautliche Spiegelungen wie «Ragnar» → «Koran» oder «Walhalla» → «Allah» eine Verbindung zwischen Runenkultur und islamischer Herkunft zu konstruieren. Insgesamt vertritt er die These, dass Runen und Heidentum importierte Instrumente seien, um die Identität christlich geprägter europäischer Gesellschaften zu untergraben.

Entmystifizierung "Runentum & Runenkunde"
Entmystifizierung "Runentum & Runenkunde"

Ebola ist ein Geschäft: Was die Kongolesen über die WHO wissen

Die Kongolesen haben keine Angst vor Ebola. Sie haben Angst vor den Männern in den weissen Schutzanzügen, die mit dem Virus zusammen anreisen. In Bunia, Rwampara und Mongbwalu stürmen Anwohner die Behandlungszentren, fordern die Leichen ihrer Toten zurück und zünden die Zelte der Helfer an, kaum dass die internationale Maschinerie anrollt. Wer darin bloss abergläubische Panik erkennt, hat die vergangenen acht Jahre im Tiefschlaf verbracht.

Ebola ist ein Geschäft: Was die Kongolesen über die WHO wissen

Das Drehbuch kennen sie auswendig
Seit dem 15. Mai läuft im Osten der Demokratischen Republik Kongo der 17. Ebola-Ausbruch seit 1976, dieses Mal ausgelöst durch das Bundibugyo-Virus, von der WHO zwei Tage später zum «gesundheitlichen Notstand von internationaler Tragweite» erklärt. Und prompt wiederholt sich, was die Genfer Pressestelle gern «Misstrauen der Gemeinschaft» nennt: In Rwampara feuerte die Polizei Warnschüsse und Tränengas, als Angehörige den Leichnam eines jungen Mannes herausverlangten, den sie für ein Typhus-Opfer hielten. Zwei Zelte gingen in Flammen auf. In Mongbwalu nutzten achtzehn Verdachtsfälle den Brand eines Zelts von Ärzte ohne Grenzen, um zurück in die Dörfer zu verschwinden. Neu ist das nicht. Schon 2019 war die Ablehnung so tief, dass im Spital von Butembo der WHO-Epidemiologe Richard Mouzoko bei einem Angriff erschossen wurde. Aberglaube, wie man unterstellt? Oder schlicht Menschen, die wissen, was die letzte Runde dieses Spektakels gekostet hat?

«Ebola ist ein Geschäft» — und das steht nicht in einem Verschwörungsblog
Den Satz «Ebola ist ein Geschäft» muss man den Leuten in Ituri nicht soufflieren. Er stammt aus ihrer Erfahrung und aus monatelangen Recherchen westlicher Journalisten. Die Fachredaktion The New Humanitarian dokumentierte rund um den Ausbruch von 2018 bis 2020 ein «Ebola-Business»: Aufgeblähte Tagessätze, fingierte Rechnungen, Gelder, die zwischen Hilfswerk und Sicherheitskräften versickerten. Gary Kobinger, ausgerechnet WHO-eigener Berater, sagte über diese Epidemie, er habe noch nie so viel Veruntreuung und falsch zugeteiltes Geld gesehen. Der erste kongolesische Ebola-Verantwortliche, Gesundheitsminister Oly Ilunga, wanderte für fünf Jahre Zwangsarbeit ins Gefängnis, weil er über 400’000 Dollar aus dem Hilfstopf abzweigte, unter anderem mit gefälschten Quittungen einer Phantomfirma. Wer da von Hilfe spricht, meint Buchhaltung.

Ebola ist ein Geschäft: Was die Kongolesen über die WHO wissen

Die saubersten Hände im Raum
Das eigentliche Sittengemälde aber liefert die WHO selbst. Eine von ihr eingesetzte unabhängige Kommission benannte 2021 83 mutmassliche Täter sexueller Ausbeutung während der Ebola-Reaktion, in 21 Fällen gesichert eigene Angestellte. Frauen, denen Arbeit gegen Sex angeboten wurde, dokumentierten Vergewaltigungen, Opfer so jung wie dreizehn. Die Zentrale wusste laut Bericht bereits ab Mai 2019 Bescheid und unternahm nichts. Die EU fror daraufhin ihre Zahlungen an die WHO im Kongo ein. Das ist die Organisation, die den Menschen in Ituri erklärt, sie müssten dem System vertrauen. Man stelle sich das Vertrauen vor, das man jemandem entgegenbringt, der erst nach zwei Jahren einräumt, wer im eigenen Team die Mädchen missbraucht hat.

Der Impfstoff, den es gar nicht gibt
Und der grosse Pharma-Coup, das angeblich vorab georderte Vakzin? Hier überholt die Realität die Verschwörungserzählung — nach unten. Der aktuelle Erreger ist Bundibugyo, und gegen Bundibugyo existiert kein zugelassener Impfstoff und kein zugelassenes Medikament. Das ganze Impf-Business mit Mercks «Ervebo» zielt auf den Zaire-Stamm, nicht auf das, was gerade in Ituri wütet. Das Geschäft war nie die Heilung. Das Geschäft ist die Mobilmachung: Der ausgerufene Notstand, der Spendenaufruf, der Rahmenvertrag, die Konferenz. Es ist dasselbe Prinzip wie beim Pandemieabkommen, bei dem es nur um Gewinne und Geld geht, und dasselbe Muster aus Übung, medialem Vorlauf und Ausbruch, das Draven seit Jahren protokolliert. Pikant nur: Dieses Mal ist die Kasse leer. Die internationale Finanzierung ist gegenüber 2019 eingebrochen, der kongolesische Staat zahlt den Löwenanteil selbst, die Behandlungszentren sind überlaufen. Der Zirkus ist abgereist, die Manege brennt weiter.

Wer hier wirklich krank ist
So sieht es aus, wenn ein Volk nüchterner urteilt als seine Retter: Es fürchtet nicht das Virus, das es seit 1976 kennt, sondern den Apparat, der mit dem Virus Kasse macht. Dass ein Mob ein Behandlungszelt anzündet, ist keine Wissenschaftsfeindlichkeit, sondern die Quittung für acht Jahre dokumentierte Veruntreuung, vertuschter Übergriffe und Almosen, die nie ankamen. Dass die WHO ihre eigenen Täter erst nach zwei Jahren einräumt und dies «Aufarbeitung» nennt, ist die eigentliche Seuche. Und dass am Ende ausgerechnet jene als die Irrationalen gelten, die ihre Toten zurückfordern, während die Buchhalter des Elends schon die nächste Notstandskonferenz terminieren, sagt mehr über den Westen aus, als jeder Laborbefund es je könnte!

Ebola ist ein Geschäft: Was die Kongolesen über die WHO wissen

«Mit Fakten nicht zu gewinnen»: Das Manipulations-Geständnis zur 10-Millionen-Abstimmung

Am 14. Juni stimmt die Schweiz über die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» ab und kaum jemand nennt sie noch bei ihrem offiziellen Namen. Parteien, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände trommeln unisono gegen die «Chaos-Initiative» – ein Etikett, das nicht aus dem Initiativtext stammt, sondern aus dem Labor der Meinungsforschung. Und das Beste daran: Die Urheber geben es ganz offen zu.

"Mit Fakten nicht zu gewinnen": Das Manipulations-Geständnis zur 10-Millionen-Abstimmung

Ein Geständnis zur besten Sendezeit
FDP-Nationalrat Simon Michel, Ypsomed-Chef und einer der lautesten Gegner der Vorlage, erklärte Ende Mai im Interview mit der Republik, der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) habe beim Forschungsinstitut Sotomo eine Analyse in Auftrag gegeben. Deren Befund: Konservativere Wählende müssten gewonnen werden, Emotionen und Mobilisierung seien entscheidend – und die Studie sei zum Schluss gekommen, «dass wir diesen Abstimmungskampf mit Fakten nicht gewinnen können». Darum habe man den Begriff der Chaos-Initiative gewählt, weil er emotional wirke. Michel selbst empfinde das Etikett zwar als etwas hart, doch die Politik werde nun einmal immer populistischer, weshalb es manchmal Kraftausdrücke benötige.

Man lese das zweimal. Da spricht kein anonymer Spin-Doktor aus dem Nähkästchen, da erklärt ein amtierender Nationalrat in aller Seelenruhe, dass die eigene Seite ein Angstwort installiert hat, weil die Faktenlage zum Siegen nicht taugt. Was früher als Verschwörungstheorie abgekanzelt wurde, ist heute O-Ton aus dem Maschinenraum.

Sotomo liefert die Gebrauchsanweisung gleich mit
Der Kurzbericht zur Sotomo-Kampagnenbefragung liest sich denn auch weniger als Forschung denn als ein Handbuch der Gefühlsbewirtschaftung: Das Chaos-Narrativ schneide bei den Befragten besser ab als jedes positive Argument für die Bilateralen und für eine emotionale Nein-Kampagne eigneten sich Pflegebedürftige als Sujet besser als Rentner.

"Mit Fakten nicht zu gewinnen": Das Manipulations-Geständnis zur 10-Millionen-Abstimmung

Menschen, sortiert nach Tränendrüsenfaktor. Zur Einordnung gehört: Die Studie entstand im Auftrag des SGB, also der Nein-Seite selbst – unabhängige Wissenschaft sieht anders aus. Die Gewerkschaft Unia erklärt auf ihrer Kampagnenseite ungeniert, man nenne die Vorlage deshalb so, weil ihre Annahme die Wirtschaft ins Chaos stürze und die offizielle Nein-Plattform trägt das Angstwort gleich in der Domain.

Beide Lager kleben Etiketten
Bevor jetzt jemand die SVP heiligspricht: Auch «Nachhaltigkeitsinitiative» ist Framing in Reinkultur – ein Wohlfühlwort aus dem Öko-Baukasten als Verpackung für einen Bevölkerungsdeckel. Wer dem Stimmvolk Etiketten statt Inhalte serviert, macht auf beiden Seiten denselben Job. Der Unterschied liegt im Geständnis: Nur die Nein-Seite hat dokumentiert, dass ihr Schlagwort gewählt wurde, weil die Fakten nicht reichen. Das Muster kennt dieser Blog zur Genüge – ob als Meisterwerk der modernen Propaganda oder wenn die NATO Filmschaffende für die mentale Kriegsführung rekrutiert: Wo das Argument fehlt, übernimmt das Adjektiv.

Demokratie nach Drehbuch
Die direkte Demokratie lebt von der Idee des informierten Bürgers, der Argumente abwägt und dann entscheidet. Genau diese Idee wird hier beerdigt – von Profis beider Lager, mit Umfragedaten als Schaufel. Wer zugibt, mit Fakten nicht gewinnen zu können und trotzdem gewinnen will, hat das Vertrauen ins eigene Dossier längst entsorgt. Die Schweiz stimmt am 14. Juni nicht über zehn Millionen Menschen ab, sondern darüber, welches Lager das wirksamere Angstwort getestet hat. Edward Bernays benötigte vor hundert Jahren noch ein ganzes Buch, heute reicht eine Kampagnenbefragung mit PDF-Anhang. Das Stimmvolk darf sich entscheiden zwischen einer Mogelpackung mit Öko-Schleife und einer Schreckschraube aus dem Meinungslabor. Man testet im Auftrag, welches Wort die meiste Angst auslöst, klebt es dem Souverän auf den Stimmzettel – und nennt dies «Abstimmungskampf»!

"Mit Fakten nicht zu gewinnen": Das Manipulations-Geständnis zur 10-Millionen-Abstimmung

Backpulver, das EUdSSR-Verbrechen: Wie aus 70 Cent plötzlich 13 Euro werden

Es gibt Momente, in denen man glaubt, ein Freund wolle einen auf den Arm nehmen. Ein Bauer erzählt, er dürfe Natron – stinknormales Backpulver, das Zeug aus jedem Supermarktregal – nicht mehr gegen Mehltau spritzen. Stattdessen müsse er dasselbe Pulver kaufen, nur in einer teureren Tüte mit einem Behördensiegel drauf. Man lacht. Dann recherchiert man. Dann lacht man nicht mehr.

Backpulver, das EUdSSR-Verbrechen: Wie aus 70 Cent plötzlich 13 Euro werden

Die Faktenlage ist so absurd, dass selbst Brüssel sie nicht hätte erfinden können – hat es aber. Jahrzehntelang streuten Winzer Natriumhydrogencarbonat auf ihre Reben, um Echten Mehltau zu bekämpfen. Billig, harmlos, wirksam, in der EU sauber als sogenannter Grundstoff eingestuft, also als jener Stoff, der eigentlich für die Küche gedacht ist, nebenbei aber Pilze killt. Genau wie Essig, Zucker oder Fruktose. Dann meldete die deutsche Firma Biofa im August 2024 ein Pflanzenschutzmittel an, das fast vollständig aus – Überraschung – Backpulver besteht. Und im März 2025 zog die EU-Kommission die Grundstoff-Zulassung zurück, mit der bürokratischen Logik einer kafkaesken Endlosschleife: Ein Wirkstoff dürfe nicht gleichzeitig Grundstoff und Pflanzenschutzmittel sein. Punkt.

Backpulver, das EUdSSR-Verbrechen: Wie aus 70 Cent plötzlich 13 Euro werden

Selber Stoff, sechsfacher Preis, ein Federstrich
Das Resultat können sich selbst Mathematik-Verweigerer ausrechnen: Das klassische Backpulver kostet als Küchenware rund 70 Cent pro Kilo. Dasselbe Natron als zugelassenes Pflanzenschutzmittel namens Natrisan? Etwa das Sechsfache, in manchen Gebinden bis 13 Euro. Die Hersteller begründen den Aufschlag mit den horrenden Kosten des Zulassungsverfahrens – ein Verfahren, das erst nötig wurde, weil jemand das Backpulver durch dieses Verfahren gejagt hat. Eine Schlange, die sich selbst frisst und dem Bauern die Rechnung dafür schickt.

Der Treppenwitz hat noch eine zweite Etage. In allen anderen EU-Ländern darf der Winzer sein günstiges Natron weiter über die Reben rieseln lassen. Nur Deutschland und Österreich müssen das teure Industrieprodukt kaufen, weil ihre Behörden sich weigerten, eine pragmatische Ausnahme zu genehmigen. Und als Biofa selbst versuchte, auch das billige Natriumhydrogencarbonat wieder als Grundstoff durchzudrücken, scheiterte die Klage vor dem EU-Gericht – nicht etwa, weil Backpulver gefährlich wäre, sondern weil das Gericht befand, es gebe schlicht keinen Rechtsanspruch, die Zulassung einzuklagen. Inhaltlich geprüft wurde nichts. Mit einem Federstrich war die Debatte erledigt. Der Apparat benötigt keine Argumente, er benötigt nur einen Stempel.

Die Doppelmoral mit Brief und Siegel
Und während man dem heimischen Bauern wegen eines Küchenpulvers den Geldbeutel leert, unterzeichnete dieselbe EU am 9. Januar 2025 das Mercosur-Abkommen mit Südamerika. Dort, wo allein Brasilien rund 150 Pestizide zulässt, die in der EU verboten sind – und sich der Einsatz in zwanzig Jahren versechsfacht hat.

Backpulver, das EUdSSR-Verbrechen: Wie aus 70 Cent plötzlich 13 Euro werden

Daheim wird das harmloseste Hausmittel kriminalisiert, zugleich öffnet man die Tore für Billigfleisch und Futtersoja von Feldern, auf denen Gift gespritzt wird, das hier nicht einmal ins Trinkwasser dürfte. Wer da noch von Verbraucherschutz spricht, glaubt vermutlich auch, dass die Wartezimmer-Politik der EU deiner Gesundheit dient. Wer das Gesamtbild sucht, findet im Mercosur-Hinterzimmer-Beschluss die nächste Etage desselben Gebäudes.

Nennt es Lobbyismus, nennt es Korruption, nennt es Amtsschimmel mit Aktenmappe – das Etikett ist austauschbar geworden, das Ergebnis bleibt. Wenn dasselbe Pulver harmlos ist, solange es in der Schublade liegt, und tödlich wird, sobald ein Bauer es benutzt, dann regiert nicht die Wissenschaft, sondern das Bestellformular. Wer Natron verbietet und Gift importiert, schützt niemanden – er bewirtschaftet eine Maschine, die aus 70 Cent dreizehn Euro macht und das Fortschritt nennt. Die EU ist nicht der Hüter der europäischen Gemeinschaft. Sie ist die Rechnung, die diese Gemeinschaft am Ende bezahlt!

Backpulver, das EUdSSR-Verbrechen: Wie aus 70 Cent plötzlich 13 Euro werden

Wenn das Eis schmilzt, beginnt die Einweihung

Die grosse Schlacht wird nicht in den Nachrichten geführt. Sie tobt zwischen deinem freien Bewusstsein und den Mustern, die man dir eingepflanzt hat, bevor du das erste eigene Wort gesprochen hast. Wer das nicht versteht, sucht den Feind im Aussen und übersieht, dass das Schlachtfeld der eigene Brustkorb ist.

Wenn das Eis schmilzt, beginnt die Einweihung

Es gibt eine Geschichte, die seit Jahren von Mund zu Mund wandert, und sie lässt sich nicht weicher erzählen, als sie ist. Ein Ordensmann, dessen Glaube über Jahrtausende in seinem Land gelebt worden war, wurde von einer grösseren Macht verschleppt, weil diese Macht behauptete, sein kleines Land gehöre ihr. Man warf ihn in eine Zelle. Zwanzig Jahre. Zwanzig Jahre mit jener Routine aus Gewalt, die im Vokabular der Folterknechte «Umerziehung» heisst, weil Aberglaube schliesslich ausgetrieben gehört und der berechnende Verstand keine Heiligkeit benötigt. Als er nach zwei Jahrzehnten freikam und das Oberhaupt seines Glaubens ihn endlich zu sich rief, stellte dieses ihm die einzige Frage, die zählt: Was war das Schlimmste? Der alte Mann antwortete nicht «die Schläge» und nicht «die Schmerzen». Er sagte: Das Schlimmste waren die Momente, in denen ich begann, das Mitgefühl mit meinen Peinigern zu verlieren.

Drei Aggregatzustände einer einzigen Wahrheit
Damit ist alles gesagt und doch fängt hier erst an, was begriffen werden will. Niemand, der noch bei Sinnen ist, hält die äussere Welt für stabil. Niemand glaubt ernsthaft, der Wohlstand mehre sich, der Frieden breite sich aus und die Kriege würden nicht mehr um Öl und Erze geführt. Das Aussen brodelt und der Mensch spürt es in den Knochen, lange bevor er es benennen kann.

Wenn das Eis schmilzt, beginnt die Einweihung

Stell dir Wasser vor. Atomar bleibt es dasselbe, ob als Eis, als Flüssigkeit oder als Dampf. Generationenlang hat man uns beigebracht, der Boden, auf dem wir stehen, sei Eis: Feste Struktur, berechenbar, begehbar. Man hackt ein Loch hinein und weiss, wo das Loch ist. Diese Mentalität haben uns die Eltern weitergereicht wie ein Erbstück. Dann steigt die Temperatur. Das Eis wird Wasser. Plötzlich schwimmt der Mensch, will sich festhalten, doch die letzten Eisschollen werden kleiner und schmelzen unter den Fingern weg. Bleibt nur das Treiben. Und während er sich noch ans Treiben gewöhnt, kommt die nächste Stufe: Es beginnt zu kochen. Blasen steigen aus einer Tiefe auf, deren Quelle keiner kennt.

Wer in dieser Phase mutlos, antriebslos, abgekoppelt durch die Tage geht und glaubt, er selbst sei defekt, hat den Mechanismus nicht durchschaut. Es ist nicht dein Fehler. Die äusseren Strukturen brechen weg, weil sie schmelzen sollen. Das Gefühl der Haltlosigkeit ist kein Versagen, es ist die korrekte Reaktion auf einen Phasenübergang. Die Verzweiflung jener, die sich selbst die Schuld geben, ist die bitterste Frucht dieser Zeit, denn sie bestrafen sich für eine Gesundheit, die sie für Krankheit halten.

Initiation – das Wort, das man dir verschwiegen hat
Initiatio heisst Anfang. Eine Einweihung ist kein sanftes Hinübergleiten, sie ist der gewaltsame Bruch mit dem, was war. In jeder ernsten Tradition wurde der Eingeweihte durch Dunkelheit, durch symbolischen Tod, durch das Zerbrechen der alten Form geführt, bevor er auf der anderen Seite ankam. Was hier kollektiv geschieht, trägt denselben Namen: Eine Passage, durch die nicht der Bequeme geht, sondern der, der bereit ist, seine erstarrte Form aufzugeben. Wer eine Alchemie der Angst durchschritten hat, weiss, dass am Ende eines solchen Sturms kein zerstörter Mensch steht, sondern ein gehärteter.

Und genau hier liegt die einzige Antwort, die trägt. Finde etwas in dir, das absolut heilig, unantastbar und ewig ist. Nenne es Liebe, nenne es Mitgefühl, nenne es, wie du willst – aber dort, in jenem Kern, sitzt die Heiligkeit, die kein Gefängnis und kein Phasenübergang zerstören kann. Der Mönch überlebte nicht, weil er stärker schlug. Er überlebte, weil sein Mitgefühl ausserhalb der Zeit lag, ewig, unberührbar von zwanzig Jahren Brutalität. Solange er diesen Kern hielt, glitt er durch die Hölle, statt in ihr zu verbrennen.

Wenn das Eis schmilzt, beginnt die Einweihung

Der Stamm erkennt sich im Kochen
Wer diesen Kern findet, bemerkt zwei Dinge. Erstens: Die bisher erlebte Realität wird unwahr, fremd, seltsam. Mit Menschen, die nur den äusseren Weg gehen, lässt sich kaum noch reden – nicht aus Hochmut, sondern weil die Sprache eine andere geworden ist. Zweitens: Man findet andere, die ebenso anders sind. Kein Stamm, der lokal in Zelten haust, sondern einer, der sich auf der Reise erkennt. Ein Nicken, ein Wiedererkennen, ein «gute Wege, wir sehen uns woanders wieder». Diese Codierung trägt jeder in sich, und manche entziffern gerade jetzt die geheime Codierung ihrer Seele, weil das kochende Wasser sie dazu zwingt.

Die heiligen Tugenden – Mitgefühl, Wohlwollen, Liebe – sind keine Dekoration für Postkarten. Sie sind das Tor selbst, durch das diese Passage führt. Nicht das Anrufen von Namen rettet, sondern die Integration dessen, was hinter den Namen lebt. Religion taugt, wenn sie zum Gefühl wird. Sie versagt, wenn sie zur Litanei erstarrt.

Misstraue daher jedem, der dir mit der Sicherheit eines Kontoauszugs verkündet, was richtig sei – ob von der Kanzel, vom Lehrpult oder aus den Abendnachrichten. Niemand weiss, was kommt. Niemand weiss, wie es kommt. Niemand ist darauf vorbereitet. Wer das Gegenteil behauptet, verkauft dir Eis und nennt es Fundament.

Das Aussen wird heisser, nicht kälter. Wer keinen heiligen Kern in sich trägt, wird im kochenden Wasser zergehen wie der letzte Eiswürfel. Wer ihn trägt, durchschreitet das Tor – nicht unversehrt, aber unauslöschlich! Und die bitterste Wahrheit dieser Zeit lautet: Die meisten werden lieber an der Schuld zerbrechen, sich selbst defekt zu fühlen, als zu begreifen, dass ihr Schmerz der Beweis ihrer Lebendigkeit ist!

Wenn das Eis schmilzt, beginnt die Einweihung
Wenn das Eis schmilzt, beginnt die Einweihung

Die Anregung stammt aus diesem Almgespräch von Lars Köhne (Shaman Cross), dessen Arbeit unter shamancross.com und lars-koehne.onepage.me zu finden ist.

Online Safety Act: Wie Grossbritannien Messerattacken per Löschtaste bekämpft

In Belfast verliert ein Mann bei einer Messerattacke sein linkes Auge, in den Strassen brennen Häuser und Autos und die britische Regierung identifiziert messerscharf das eigentliche Problem: Ein Video kursiert im Netz. Nicht die Tat, nicht die Ursachen, nicht die Spannungen, die sich seit Jahren aufstauen – die Aufnahmen sind der Skandal. London reagiert prompt: Ofcom verschickt Brandbriefe an die Plattformen, die Technologieministerin kündigt eine Verschärfung des Online Safety Act an und der Premierminister verspricht, gegen alle «durchzugreifen», die «Spaltung befeuern». Die Messer bleiben, die Videos müssen weg.

Wer verstehen will, wie westliche Regierungen im Jahr 2026 auf Gewalt reagieren, benötigt keinen Politologie-Abschluss mehr. Es genügt ein Blick auf die Reihenfolge der Pressemitteilungen.

Online Safety Act: Wie Grossbritannien Messerattacken per Löschtaste bekämpft

Ein Küchenmesser, ein verlorenes Auge und ein unerwünschtes Video
Am Abend des 8. Juni griff in Nord-Belfast ein 30-jähriger Sudanese namens Hadi Alodid den Anwohner Stephen Ogilvie mit einem Küchenmesser an und versuchte ihn zu enthaupten. Passanten rissen den Täter vom Opfer weg, einer wehrte ihn mit einem Hurley-Schläger ab, bis die Polizei eintraf. Ogilvie überlebte schwer verletzt – vor Gericht wurde bekannt, dass er sein linkes Auge verlor und auch das rechte Schaden nahm. Alodid, der über Paris und Dublin nach Belfast gekommen war und dort Asyl erhalten hatte, sitzt wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Aufnahmen der Tat verbreiteten sich binnen Stunden im Netz und am Folgeabend brannte die Stadt: Krawalle in Belfast, Portadown, Derry, Newtownabbey und Ballyclare, Wasserwerfer, Molotowcocktails, verletzte Polizisten und angezündete Häuser – darunter solche völlig Unbeteiligter, die schlicht in der falschen Strasse wohnten. Die Familie des Opfers selbst rief zum Ende der Gewalt auf und stellte klar, dass diese Tragödie nicht zur Spaltung missbraucht werden dürfe. Das war die würdevollste Stellungnahme der ganzen Woche. Sie kam von den Einzigen, die tatsächlich etwas verloren haben.

Die Regierung erkennt den wahren Feind: Deine Timeline
Und was tat die Politik? Sie tat das, was sie inzwischen reflexhaft tut, wenn die Realität unvorteilhaft dokumentiert wird: Sie ging das Dokument an. Technologieministerin Liz Kendall beorderte Ofcom zu Gesprächen mit X (früher Twitter) und kündigte für die Folgewoche eine Verschärfung des Online Safety Act an: Plattformen sollen «illegale Inhalte in Krisenzeiten» künftig schneller löschen müssen.

Online Safety Act: Wie Grossbritannien Messerattacken per Löschtaste bekämpft

Die Regulierungsbehörde selbst verschickte einen offenen Drohbrief an sämtliche Plattformbetreiber. Und als Sahnehäubchen soll Ofcom künftig nach eigenem Ermessen entscheiden dürfen, ob «drastisches Bildmaterial» wie die Belfast-Aufnahmen in Grossbritannien überhaupt gezeigt werden darf. Regierungskreise liessen durchblicken, die Massnahmen gingen über explizite Gewaltaufrufe hinaus – wie weit genau, wollte niemand sagen. Starmers Sprecher prahlte derweil mit knapp 100 laufenden Ofcom-Verfahren und betonte, der Online Safety Act sei «der Anfang, nicht das Ende des Gesprächs». Der Anfang wovon, fragt man besser nicht.

Fairerweise: Ein Teil der Empörung hat einen realen Kern. Auf Social Media kursierten Adresslisten angeblicher Migranten-Wohnungen, Brandstifter zogen maskiert durch Wohnstrassen und vertrieben Familien aus ihren Häusern – das ist organisierte Einschüchterung, keine Meinungsäusserung, und die nordirische Polizei nannte die Listen zu Recht inakzeptabel. Wer Häuser Unbeteiligter anzündet, ist kein Bürgerrechtler, sondern ein Brandstifter. Nur: Genau dafür existiert bereits Strafrecht. Wofür die neuen Vollmachten existieren sollen, ist etwas anderes – die Kontrolle darüber, was die Bevölkerung sehen darf.

Ursachenforschung? Lieber Schuldverschiebung
Denn die Chronologie ist verräterisch. Die Attacke geschah fast auf die Woche genau ein Jahr nach den Ballymena-Unruhen und nur eine Woche nach Krawallen in Southampton wegen des Todes von Henry Nowak. Drei Eskalationen in zwölf Monaten, alle entlang derselben Bruchlinie – und die Regierung diskutiert Löschfristen. Labour-Parteichefin Anna Turley erklärte die Plattformen kurzerhand zu Treibern der Unruhen und Elon Musk zum «Bad-Faith-Akteur», worauf dieser zurückschoss, nicht Social Media mache die Menschen wütend, sondern mordende Migranten. Man muss Musk nicht mögen, um die Logiklücke der Gegenseite zu sehen: Wäre das Video nie aufgetaucht, hätte Stephen Ogilvie sein Auge trotzdem verloren. Die Tat verschwindet nicht, wenn man ihre Aufnahme verbietet. Sie verschwindet nur aus der Debatte – und genau das scheint der Plan zu sein.

Online Safety Act: Wie Grossbritannien Messerattacken per Löschtaste bekämpft

Das Drehbuch ist dabei längst kontinental standardisiert. Brüssel hat mit dem Digital Services Act vorgemacht, wie man Informationskontrolle als «Risikoprävention» etikettiert, und wer wissen will, wer die Löschlisten-Architektur überhaupt entworfen hat, findet die Antwort in militärisch koordinierten Desinformations-Frameworks, die längst Behördenalltag sind. London liefert nun die Krisenklausel dazu: Im Normalbetrieb wird gefiltert, im Ausnahmezustand wird gelöscht. Und wer definiert den Ausnahmezustand? Dieselben Leute, deren Versagen er dokumentiert.

Das Auge des Betrachters
Ein Mann verlor sein Augenlicht und die Regierung sorgt sich um das Augenlicht der Nation – sie will entscheiden, was es nicht mehr erblicken darf. Die Ursachen der Wut bleiben unangetastet, die Asylpolitik bleibt unangetastet, die Bruchlinien bleiben unangetastet. Angetastet wird nur der Kanal, über den die Wut sichtbar wurde. Die Politik löst keine Probleme mehr, sie verwaltet deren Sichtbarkeit. Ein Jahr nach Ballymena hat London nichts gelernt ausser schnellerem Löschen. Der nächste Gewaltausbruch kommt so sicher wie das nächste Ofcom-Verfahren – nur wird ihn dann niemand mehr filmen dürfen. Man nimmt den Bürgern die Bilder, lässt ihnen die Messer und nennt dies «Online-Sicherheit»!

Online Safety Act: Wie Grossbritannien Messerattacken per Löschtaste bekämpft

Erst Käse, dann Marschflugkörper: Die Schweiz entdeckt ein neues Exportgut

Es gibt Unternehmen, die verkaufen Träume. Es gibt Unternehmen, die verkaufen den Tod. Und dann gibt es jene seltene Gattung, die beides im selben Prospekt anbietet und das Doppelpack mit dem entzückendsten Euphemismus der Branche adelt: «Dual-Use».

Destinus, 2021 im waadtländischen Payerne gegründet, trat einst mit einer Vision an, die man eigentlich nur noch verfilmen müsste: Ein Hyperschallflieger für 400 Passagiere, Mach fünf, in zwölf Stunden um den halben Planeten. Frühstück in Zürich, Abendessen in Sydney, dazwischen ein wenig Wasserstofftechnologie und ganz viel Zukunftsgesäusel. Vier Jahre später fertigt dieselbe Firma in industriellem Massstab Langstreckendrohnen und Marschflugkörper, deren einziger Reiseplan darin besteht, irgendwo einzuschlagen. Vom Passagierjet zum Sprengkopf in Rekordzeit – das nennt man dann wohl Disruption.

Erst Käse, dann Marschflugkörper: Die Schweiz entdeckt ein neues Exportgut

Das zivile Feigenblatt
Offiziell ist Destinus bis heute ein reines Technologieunternehmen: Antriebstechnik, kryogener Flüssigwasserstoff, Luftfahrt von übermorgen. Von Kampfdrohnen kein Wort, von Sprengköpfen kein Sterbenswörtchen. Das französische Wirtschaftsmagazin «Challenges» verglich das Konstrukt mit Janus, dem zweigesichtigen römischen Gott – ein Gesicht ins Marketing, das andere ins Geschäft. Die zivile Hyperschall-Romanze ist das Schaufenster, dahinter klingelt die eigentliche Kasse. Seit 2023 liefert man die «Lord»-Drohnen mit bis zu 2000 Kilometern Reichweite in den Krieg, anfangs unter strenger Geheimhaltung, montiert teils erst am Zielort, damit auf dem Endprodukt bloss kein verräterisches Herkunftsetikett klebt. «Dual-Use» ist dabei kein Versehen, sondern Methode: Solange ein Sprengkopfträger theoretisch auch Pakete liefern könnte, lässt sich jede Frage nach Verantwortung an der Garderobe abgeben. Man baut Tötungsgerät und tut so, als handle man mit Fahrkarten.

Moral ist eine Standortfrage
Hier wird es lehrreich. Denn Gründer Mikhail Kokorich demonstriert mit beneidenswerter Offenheit, wie das Gewissen der Rüstungsbranche tatsächlich funktioniert: Es richtet sich nach der Exportlizenz. Die Schweizer Neutralität erschwere den Export, liess er wissen – also unschön. Deutschland sei zu restriktiv – also unbrauchbar. Frankreich vergebe Lizenzen leichter – also charmant. Ende 2024 wanderte der Hauptsitz prompt in die Niederlande, ausdrücklich um die lästigen Schweizer Rüstungsexportregeln zu umgehen. Produziert wird ohnehin verteilt über München, Madrid und Hengelo, je nachdem, wo die Behörden am wenigsten genau hinsehen. Das ist keine Standortpolitik, das ist Gewissens-Arbitrage. Bern eröffnete 2024 artig ein Verfahren wegen mutmasslicher Verstösse gegen Neutralitäts- und Exportrecht, dessen Wirkung selbst wohlwollende Beobachter als symbolisch einstufen. Übersetzt: Man rügt mit der einen Hand und winkt mit der anderen durch.

Skalieren,bis der Arzt kommt
Wer das für die Schmuddelecke der Branche hält, unterschätzt den Ehrgeiz gewaltig. Im April dieses Jahres verkündeten Rheinmetall und Destinus die Hochzeit: Ein Gemeinschaftsunternehmen, 51 zu 49, Sitz im niedersächsischen Unterlüss, Name so subtil wie ein Mörserschlag – «Rheinmetall Destinus Strike Systems». Gefertigt werden sollen Marschflugkörper und ballistische Raketenartillerie, abgesetzt an den NATO-Markt und einen «breiten internationalen Markt», wie es in der Mitteilung gesäuselt heisst.

Erst Käse, dann Marschflugkörper: Die Schweiz entdeckt ein neues Exportgut

Destinus bringt eigenen Angaben nach bereits eine Jahresproduktion von über 2000 Marschflugkörpern in die Ehe ein. Als Verkaufsargument dient ausgerechnet, dass die Systeme «kampferprobt» seien – der Marschflugkörper Ruta etwa wird in der Ukraine bereits gegen russische Ziele geflogen. Tote als Gütesiegel, das muss man erst einmal in eine Hochglanzbroschüre giessen. Konzernchef Armin Papperger verspricht die ersten Flugkörper noch vor Jahresende und für 2026 kalkuliert der Konzern selbst ein Umsatzplus von bis zu 45 Prozent auf rund 14,5 Milliarden Euro. Krieg ist kein Drama, Krieg ist eine Wachstumsstory. Jede Leiche, gleich auf welcher Seite, ist am Ende eine Position im Quartalsbericht.

Der Patriot mit der Steuernummer in Dubai
Der Mann hinter dem Ganzen ist kein Karikaturen-Schurke, sondern etwas viel Moderneres: Ein Multimilliardär mit gutem Gewissen und besserem Steuerberater. Russischstämmig, erklärter Putin-Kritiker, von Moskau auf die Terroristenliste gesetzt, den russischen Pass hat er 2024 demonstrativ abgegeben – die politische Haltung sitzt tadellos. Den Wohnsitz hat er trotzdem nach Dubai verlegt, aus rein steuerlichen Gründen, versteht sich. Man kämpft eben am liebsten für die gute Sache, solange die Marge stimmt und das Finanzamt weit genug weg ist. Sein «Baby», wie er die Firma nennt, wird mittlerweile mit über fünf Milliarden Euro bewertet. Babys sind teuer, dieses besonders, denn es frisst nicht Brei, sondern Aufträge.

Gewissen, Modell zum Nachrüsten
Wer in diesem Krieg im Recht ist, kann man lange und bitter wälzen – die Frage ist real. Nur ist sie nicht die Frage, die diese Branche je beschäftigt hätte. Für den Rüstungsmanager existiert kein Aggressor und kein Opfer, es existiert nur Nachfrage. Und die Gewissenlosigkeit liegt nicht darin, eine Seite zu beliefern, sondern darin, das Beliefern selbst zum nüchternen Zahlenspiel zu veredeln, in dem Menschen bloss als Verbrauchsmaterial der jeweils anderen Seite vorkommen. Wer Tod in Serie fertigt, benötigt kein Feindbild, er braucht ein Bestellformular.

Sie tarnen den Sprengkopf als Passagierjet und verkaufen das als Vision. Sie suchen sich den Staat mit dem billigsten Gewissen und nennen das Standortvorteil. Sie schrauben die Stückzahl von Hunderten auf Tausende und nennen das europäische Souveränität. Und am Ende sitzt der Erbauer in Dubai, zählt seine fünf Milliarden und tauft die ganze Tötungsmaschinerie allen Ernstes sein «Baby»!

Erst Käse, dann Marschflugkörper: Die Schweiz entdeckt ein neues Exportgut

Politik-Kannibalismus: Wenn Berufslügner die Wahrheit entdecken

Die Berufslügner der Berliner Politik haben ein neues Hobby entdeckt: Einander. Jahrelang wurde im Kollektiv gelogen – über Koalitionstreue, über nebenwirkungsfreie Spritzen, über Haushaltslöcher – und die Reihen blieben dabei diszipliniert geschlossen. Doch kaum werden Posten, Pfründe und Sendeplätze knapp, zerfleischen die einstigen Komplizen einander vor laufender Kamera und servieren der Öffentlichkeit exakt jene Lügen als Anklage, die sie gemeinsam erfunden, gedeckt und vergoldet haben.

Politik-Kannibalismus: Wenn Berufslügner die Wahrheit entdecken

Spontan wie ein Staatsbegräbnis
Ende Mai auf dem Parteitag der inzwischen ausserparlamentarischen FDP: Eigentlich war nur noch Wolfgang Kubicki für den Vorsitz übrig, da meldete sich Marie-Agnes Strack-Zimmermann «spontan» zur Kampfkandidatur – mit einer Bewerbungsrede, so geschliffen und durchchoreografiert, dass nicht einmal wohlmeinende Beobachter an einen Einfall vom Freitagmorgen glauben mochten. 24 Stunden würden für eine solche Rede vollkommen reichen, beteuert sie seither tapfer. Wer das glaubt, glaubt auch an ehrliche Wahlversprechen. Genützt hat es nichts: Rund 39 zu 59 Prozent verlor sie gegen Kubicki, der sich anschliessend per Boulevardblatt bei der Unterlegenen revanchierte und ihr öffentlich ausrichtete, wo der Hammer hängt. Liberale Familienaufstellung im Jahr 2026.

Der Spritzen-Apostel als Wahrheitswächter
Richtig absurd wurde es, als sich Karl Lauterbach in die Debatte grätschte und der FDP einen durchweg unseriösen Charakter attestierte. Das Theater um die angeblich ungeplante Kandidatur erinnere ihn an Christian Lindner und dessen Koalitions-Märchen, liess der Ex-Gesundheitsminister wissen. Der Vergleich sitzt sogar: Lindner spielte monatelang Koalitionstreue vor, während der Ausstieg aus der Ampel intern längst als Drehbuch samt «D-Day»-Papier vorlag. Nur: Ausgerechnet der Mann, der den Deutschen eine angeblich nebenwirkungsfreie Gentherapie als Impfung verkaufte und sein eigenes Verfallsdatum als Minister bis zur letzten Kabinettssitzung leugnete, wirft sich nun zum Gutachter für politische Ehrlichkeit auf. Wenn dieser Mann anderen das Lügen vorwirft, ist das keine Anklage. Das ist ein Fachgutachten unter Kollegen.

Die Retourkutsche fährt pünktlich
Strack-Zimmermann konterte umgehend und erinnerte den Ex-Minister daran, dass ihn am Ende schlicht niemand mehr im Amt ertragen habe – sie käme selbstverständlich nie auf die Idee, ihm das unter die Nase zu reiben. Tat sie natürlich trotzdem, genüsslich. Das Tragikomische an diesem Schlagabtausch: Beide haben recht. Jeder Treffer sitzt, weil jeder Schütze aus dem Innenleben desselben Apparats feuert. Die Ampel-Komplizen von gestern führen heute öffentlich Beweis gegeneinander und bestätigen damit frei Haus, was man diesem Betrieb seit Jahren vorwirft: Nicht Überzeugung steuert ihn, sondern Versorgung.

Kannibalismus als letzte Regierungskunst
Solange die Macht floss, deckten die Lügner einander. Jetzt, wo die FDP um die Existenz und die SPD um Restrelevanz kämpft, wird die Wahrheit plötzlich als Wurfgeschoss entdeckt. Integrität war in dieser Kaste nie das Betriebssystem, nur die Tarnfarbe – und wenn die Pfründe schwinden, blättert sie ab. Rom fiel nicht an seine Feinde, Rom fiel an seine Senatoren. Berlin arbeitet im Schnellverfahren an der Neuauflage. Wenn Aasfresser einander anfallen, liegt das nie an erwachter Moral, sondern daran, dass das Aas knapp wird. Wer von dieser Kaste je Aufklärung erwartete, bekommt sie nun tatsächlich – als Abfallprodukt ihrer Verteilungskämpfe. Die Politiker, die dem Volk jahrelang Anstand und Folgsamkeit predigten, zerlegen inzwischen einander vor laufender Kamera – und nennen dies «demokratische Streitkultur»!

Politik-Kannibalismus: Wenn Berufslügner die Wahrheit entdecken
Politik-Kannibalismus: Wenn Berufslügner die Wahrheit entdecken

Erst Corona, jetzt Fussball: Die Ausgangssperre ist zurück – dieses Mal für Kinder

Frankreich eröffnet die Fussball-Weltmeisterschaft mit einer Premiere, auf die kein Sportverband gekommen wäre: Während die Spiele ab dem 11. Juni in den USA, Kanada und Mexiko angepfiffen werden, pfeift Clermont-Ferrand seine eigenen Kinder von der Strasse. Wer unter 16 ist und ohne Erwachsenen unterwegs, hat im Stadtzentrum zwischen 23 und 7 Uhr nichts mehr verloren – während der gesamten Turnierdauer bis zum 19. Juli. Die grösste Sorge der Behörden gilt nicht dem Terror, nicht Hooligans aus dem Ausland, sondern den eigenen Zwölf- bis Fünfzehnjährigen. Ein Land, das vor seinen Kindern kapituliert, nennt das dann «Schutzmassnahme».

Erst Corona, jetzt Fussball: Die Ausgangssperre ist zurück – dieses Mal für Kinder

Verkündet wurde das Ganze am 8. Juni in trauter Zweisamkeit von Bürgermeister Julien Bony und der Präfektin des Départements Puy-de-Dôme, Anne Frackowiak-Jacobs – drei Tage vor dem Eröffnungsspiel, wie es sich für Panik-Verwaltung gehört. Wer gegen die Sperrstunde verstösst, zahlt 150 Euro. Genauer: Die Eltern zahlen, denn Bony verkauft die Ausgangssperre laut Europe 1 als «Schutz der Minderjährigen» und als Erinnerung an die elterliche Pflicht. Man sperrt also Kinder weg, um sie vor sich selbst zu schützen. Mit derselben Logik liesse sich jede Massnahme der Weltgeschichte als Fürsorge etikettieren.

Eine Stadt verriegelt die Festtage
Die Sperrstunde ist dabei nur das Kronjuwel eines ganzen Verbotskatalogs. Fanzonen wird es laut franceinfo keine geben, entsprechende Anträge der Bars werden abgelehnt – ausdrücklich auch dann, wenn Frankreich das Finale erreicht. Übertragungen dürfen nur im Innern der Lokale laufen, die Bildschirme nach innen gedreht, damit ja kein Passant auf der Place de Jaude in Versuchung gerät, kollektiv zu jubeln. Dazu kommen eine Anti-Versammlungs-Verfügung von 14 Uhr bis 5 Uhr morgens, ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum sowie präfektorale Erlasse gegen Feuerwerksmörser und Lachgas. Eine Grossstadt mit Agglomeration von fast einer halben Million Menschen organisiert die grösste Sportveranstaltung des Planeten wie den Hofgang einer Strafanstalt. Public Viewing? Nur hinter Glas. Feiern? Nur sitzend, nüchtern und drinnen. Kinder? Ab 23 Uhr im Zimmer, sonst Kasse.

Der Anlass: Ein Land, das sich vor seinen eigenen Siegen fürchtet
Auslöser der Verbotsorgie sind die Verwüstungen nach dem zweiten Champions-League-Titel von Paris Saint-Germain am 30. Mai: Geplünderte Läden, Wurfgeschosse gegen Polizisten, brennendes Mobiliar – nicht als Pariser Spezialität, sondern landesweit, mit laut Innenministerium knapp 800 Festnahmen in einer einzigen Nacht. Eine Woche später, in der Nacht auf den 6. Juni, wiederholte sich das Spektakel in Clermont-Ferrands Einkaufsstrassen gleich nochmals – unter den Festgenommenen ein 13-Jähriger. Das ist die Bilanz eines Landes, das nicht einmal mehr den eigenen Triumph feiern kann, ohne dass die Innenstädte brennen. Nur: Wer aus dieser Bilanz den Schluss zieht, sämtliche Unter-16-Jährigen einer Stadt unter nächtlichen Hausarrest zu stellen, bekämpft kein Problem. Er bekämpft eine Altersgruppe.

Kollektivhaft als Verwaltungsakt
Denn genau das geschieht hier: Eine ganze Generation wird in Sippenhaft genommen, weil die Behörden ausserstande sind, die tatsächlichen Randalierer zu benennen, zu fassen und zur Verantwortung zu ziehen. Der Teenager, der nach dem Training nach Hause radelt, die Fünfzehnjährige auf dem Heimweg vom Babysitten – alle pauschal zum Sicherheitsrisiko erklärt, alle unter Generalverdacht. Die Ursachen der wiederkehrenden Gewaltexzesse – gescheiterte Integration, verwahrloste Viertel, Eltern ohne Autorität und ein Staat ohne Durchsetzungswillen – fasst niemand an, denn das wäre unbequem, teuer und politisch heikel. Eine Sperrstunde dagegen kostet ein Stück Papier und liefert der Lokalpolitik das wohlige Gefühl, durchgegriffen zu haben. Härte gegen die Schwächsten ist die billigste Härte, die der Staat im Angebot hat.

Das Drehbuch kennen wir schon
Wem das Muster bekannt vorkommt, der hat die Jahre 2020 bis 2022 nicht vergessen: Ausgangssperren, Versammlungsverbote, pauschale Verdächtigung ganzer Bevölkerungsgruppen – alles im Namen der Sicherheit, alles «zum Schutz», alles selbstverständlich befristet. Damals war das Virus der Anlass, heute ist es ein Fussballturnier, morgen findet sich etwas Neues. Die Werkzeugkiste bleibt dieselbe und sie wird mit jedem Einsatz selbstverständlicher. Was in der Pandemie als beispielloser Ausnahmezustand verkauft wurde, ist sechs Jahre später Routineverwaltung einer mittelgrossen Provinzstadt – ohne Epidemie, ohne Notstand, einfach so, per Erlass, drei Tage vor dem Anpfiff. Der Ausnahmezustand benötigt keinen Notstand mehr, er braucht nur noch einen Anlass.

Bilanz: Anpfiff für den Hausarrest
Europa hat einmal die Aufklärung erfunden, die Bürgerrechte, die Idee, dass Strafe der Tat folgt und nicht dem Geburtsjahrgang – und verriegelt sich nun Stadt für Stadt selbst, aus blanker Angst vor der eigenen Jugend. Clermont-Ferrand ist dabei kein Ausreisser, sondern ein Testlauf, denn was dort funktioniert, wird kopiert werden, beim nächsten Turnier, beim nächsten Anlass, in der nächsten Stadt. Ein Kontinent, der seine Kinder einsperrt, weil er seine Probleme nicht lösen will, hat beide schon aufgegeben. Die Freiheit stirbt dieses Mal nicht im Dunkeln. Sie stirbt bei Flutlicht, zur besten Sendezeit, zwischen Anpfiff und Abpfiff! Frankreich sperrt seine Kinder ein und nennt dies «Schutz»! Und wer glaubt, die Sperrstunde ende mit dem Finale am 19. Juli, der glaubt auch, die Corona-Massnahmen seien restlos zurückgenommen worden – Präzedenzfälle kennen keinen Schlusspfiff!

Erst Corona, jetzt Fussball: Die Ausgangssperre ist zurück – dieses Mal für Kinder

Zwischen Welten – das leise Lied der Seele

Es gibt Tage, an denen die Seele ruft – leise, kaum hörbar – und doch so tief, dass ihr Echo durch alle Ebenen des Seins vibriert. Der Tag der seelischen Gesundheit ist solch ein Ruf: Ein stilles Erinnern daran, dass selbst jene, die im Licht tanzen, oft im Schatten heilen. Dass jene, die das Lachen anderer entfachen, die Tränen ihrer eigenen Stürme in sich tragen wie geheime Flüsse unter der Erde.

Diese Menschen sind Alchemisten des Geistes. Sie verwandeln Schmerz in Mitgefühl, Chaos in Klarheit, Dunkelheit in Wärme. Ihre Seelen sind wie Tempel – von aussen still, doch innen hallt das uralte Gebet der Balance wider. Sie halten Raum für andere, während ihre eigene Welt bebt. Sie atmen Licht aus, selbst wenn ihre Lungen mit Nebel gefüllt sind. Und das ist keine Schwäche, sondern gelebte Magie – die Kunst, im Zerbrechen das Schöne zu bewahren.

Denn wahre Stärke ist nicht der Schild, sondern das offene Herz. Sie antworten «Mir geht es gut», obwohl das Echo ihrer Wahrheit anders klingt. Sie tragen Masken aus Freundlichkeit, nicht aus Täuschung, sondern aus Liebe. Ihre Mühe ist ein stilles Ritual – das Opfer des Selbst, um andere zu nähren.

Doch auch Götter ruhen, und Sterne verlöschen, nur um neu zu erstrahlen. Selbst das heiligste Herz braucht einen Altar der Ruhe. Ein Ort, an dem das ewige Geben endet und das einfache Sein beginnt.

Wenn du dich in diesen Worten wiederfindest, wisse: Du bist nicht schwach, weil du müde bist. Du bist ein Wesen zwischen Welten – Lichtträger und Schattenheiler zugleich. Du darfst anhalten, weinen, atmen, still werden. Denn selbst die Sonne verschwindet, um der Nacht ihre Sterne zu schenken.

Vergiss nie: Dein Schmerz ist kein Makel, sondern eine Initiation. Deine Tränen sind Tinte auf der Schriftrolle deiner Seele. Und du bist – auch im Dunkel – immer noch ein Licht, das andere findet, wenn sie sich verloren glauben.

Zwischen Welten - das leise Lied der Seele

Die Henker der Aufklärung tragen Service-public-Mantel

Es gibt diese seltenen Momente, in denen ein Sender seine eigene Glaubwürdigkeit so präzise demontiert, dass man fast applaudieren möchte. Der Fall um den entlassenen Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer liefert genau einen solchen Moment, frei Haus serviert vom Gebührenapparat, der sich tagein, tagaus als letzte Bastion des seriösen Journalismus inszeniert. Und er ist, wie sich zeigt, bloss die Spitze eines weit grösseren Eisbergs aus Schweigen, Vertuschung und verordneter Erinnerungslosigkeit.

Worum geht es? Ein Mittagstisch im Rahmen eines Porträtdrehs. Am Tisch sitzen der Coach, ein SRF-Mann namens Schmitz und der Medienchef des Verbands. Es wird geplaudert, wie das so ist, wenn Profis unter sich sind und niemand das Mikrofon für scharf hält. Der Trainer erzählt von einem manipulierten Covid-Zertifikat, in der felsenfesten Annahme, dass dies unter Kollegen bleibt. Off the record, wie man so schön sagt. Eine uralte Branchenvereinbarung, die zum kleinen Einmaleins jedes Volontärs gehört.

Die Henker der Aufklärung tragen Service-public-Mantel

Dumm nur, dass aus dieser vertraulichen Tischrunde plötzlich eine öffentliche Geschichte wurde. Der Trainer flog raus, das Land hatte seinen Skandal und SRF hatte seine Klicks. Ende gut, alles gut, möchte man meinen. Wäre da nicht eine kleine, lästige E-Mail.

Wenn das Beweisstück selbst zu sprechen beginnt
Im jüngsten Kapitel dieser Posse hat sich der gefallene Coach erstmals ausführlich zu Wort gemeldet, in einem langen Gespräch mit einem freien Journalisten. Und dort wird besagte Mail vorgetragen, jene Mail, in der der SRF-Reporter schwarz auf weiss zu Protokoll gibt, ihm sei die Tragweite einer Off-the-record-Abmachung sehr wohl bewusst und er nehme sie ernst. Man muss sich diesen Satz auf der Zunge zergehen lassen wie einen verdorbenen Tropfen: Der Mann bestätigt schriftlich, was er und sein Sender anschliessend monatelang abstreiten. «Ich fress einen Besen», würde der gemeine Schweizer hier sagen, und er hätte vermutlich besser gegessen als beim erwähnten Mittagessen.

Doch wer glaubt, ein derart handfestes Dokument bringe das Leutschenbacher Kartenhaus zum Einsturz, unterschätzt die rhetorische Geschmeidigkeit dieses Hauses. SRF windet sich mit der eleganten Verrenkung eines Schlangenmenschen aus der Affäre. Eine vorgängige, ausdrückliche, gegenseitige Vereinbarung habe es nie gegeben, lässt man verlauten. Die Mail? Ach, bloss eine höfliche Wiedergabe einer Forderung, die der Verband erst hinterher angemeldet habe. Man habe lediglich den Wortlaut des Verbands referiert, nicht etwa selbst eine Zusage gemacht.

Die Kunst, einen Bruch in eine Tugend umzudeuten
Das ist nicht Journalismus, das ist juristische Akrobatik für Fortgeschrittene. Wir reden hier über einen Sender, der bei jeder Gelegenheit das hohe Lied von Ethik, Transparenz und seinem heiligen Service-public-Auftrag anstimmt. Derselbe Sender behauptet nun allen Ernstes, dass eine vertrauliche Aussage bei einem beruflichen Mittagessen, im Beisein von Kameramann und Verbandssprecher, genau deshalb verwertbar sei, weil sie in einer beruflichen Situation gefallen ist. Mit anderen Worten: Wer mit einem SRF-Menschen einen Kaffee trinkt, sollte sicherheitshalber ein Anwaltsteam und einen Notar danebenstellen, der das Schweigeprotokoll in dreifacher Ausfertigung beglaubigt.

Besonders putzig ist die Schlusspointe der Verteidigung. Man habe die Aussagen ja weder als direktes Zitat veröffentlicht noch den Coach offiziell als Quelle benannt. Als ob das Kind je gefragt hätte, ob es als Quelle benannt wird, während es bereits aus dem Fenster geworfen wurde. Die Information war draussen, der Mann war seinen Job los, seine Familie wurde durch den medialen Fleischwolf gedreht. Aber Hauptsache, die Anführungszeichen sassen formal korrekt. So sieht sie also aus, die viel zitierte journalistische Sorgfalt.

Die Henker der Aufklärung tragen Service-public-Mantel

Der eigentliche Brandsatz liegt unter dem Zertifikat
Halten wir kurz inne, denn die ganze empörte Treibjagd verdeckt geschickt die eigentliche Frage. Wofür genau wurde dieser Mann zur Strecke gebracht? Für ein gefälschtes Stück Papier, das ihm 2022 die Reise zu den Spielen nach Peking sicherte. Ein Dokument, das angeblich bescheinigte, was eine ganze Nation damals als heilige Wahrheit aufgetischt bekam: Der Geimpfte stecke niemanden mehr an. Nur war genau das schon damals nicht wahr und die Verantwortlichen wussten es. Der zuständige Bundesrat verkündete seinerzeit, mit dem Zertifikat lasse sich zeigen, dass man nicht ansteckend sei. Heute wissen wir aus den Beschaffungsverträgen, aus Kongressberichten und aus dem Mund der Pharmahersteller selbst, dass diese Behauptung ein Etikettenschwindel war. Der Trainer hat also ein Papier gefälscht, das eine Lüge bescheinigte, um an einer Veranstaltung teilzunehmen, deren Eintrittskarte auf einem Märchen beruhte. Geschädigt hat er damit niemanden, denn schützen konnte das echte Zertifikat ebenso wenig wie das gefälschte.

Und damit zum Detail, das aus der ganzen Affäre erst eine richtige Sauerei macht. Der Trainer hat später selbst geschildert, wie ihm der Verband die Sache schmackhaft machte. Man habe gewusst, dass er mit dem Thema ringe, habe ihn dann eines Tages ins Büro gepfiffen und ihm einen Vertrag vorgelegt, in dem schwarz auf weiss stand, dass er an der U20-WM in Peking und an der WM in Helsinki dabei zu sein habe. Erfüllbar war diese Pflicht nur mit Spritze. Und falls er fehle, hätten ihn die Sanktionen über eine halbe Million Franken gekostet. Er unterschrieb. Wie er das empfunden habe, wurde er gefragt, und seine Antwort fiel so knapp wie vielsagend aus: Störend. Man lasse sich diese Zahl auf der Zunge zergehen, eine halbe Million Franken, aufgerufen gegen einen einzelnen Mann, der bloss eine medizinische Entscheidung über den eigenen Körper anders hätte treffen wollen. Und mit einem Schlag versteht man, warum in jenen Jahren ein Spitzensportler nach dem anderen mit treuem Augenaufschlag in die Kamera lächelte und für die Spritze warb. Es war nicht Überzeugung, es war ein Geschäftsmodell mit vorgehaltener Rechnung. Wer die Wahl hat zwischen einem Stich und dem finanziellen Ruin, trifft keine freie Entscheidung, der zahlt Lösegeld.

Man stelle sich kurz das Gegenszenario vor. Hätte der Coach sich damals öffentlich der Spritze verweigert, dieselben Moralwächter, die ihn heute zerlegen, hätten ihn als verantwortungslosen Egoisten gesteinigt, der sein Team im Stich lässt. Wer sich an die globale Hetzjagd auf einen gewissen serbischen Tennisspieler erinnert, der für seine Weigerung gleich reihenweise von Turnieren verbannt wurde, kennt die Choreografie. Es gab in jenen Jahren schlicht keine richtige Entscheidung, es gab nur die Wahl zwischen verschiedenen Arten, zur Zielscheibe zu werden.

Was alle wussten und keiner gewusst haben will
Nun raunen einige Federführende, man habe das alles ja erst im Nachhinein erfahren, das mit dem fehlenden Übertragungsschutz. Da zieht man unwillkürlich die Augenbrauen bis zum Haaransatz. Diese Schutzbehauptung, niemand habe etwas wissen können, kennt man historisch aus einem ungleich finstereren Zusammenhang und sie war schon dort eine Lüge. Sie ist es auch hier. In der Produkteinformation, die der Hersteller den Ärzten zustellte, stand schwarz auf weiss, dass die Schutzdauer unbekannt sei, dass der Beobachtungszeitraum für Wirkung und Nebenwirkungen bei mageren sechs Wochen lag, dass keine Interaktionsstudien durchgeführt wurden. Und mit keiner Silbe behauptete der Hersteller je, das Produkt verhindere die Übertragung. Hätte es das getan, es wäre fett gedruckt in jeder Broschüre gestanden. Im Oktober 2022 bestätigte eine Pfizer-Direktorin vor dem Europäischen Parlament ungerührt, dass der Stoff vor der Markteinführung gar nie darauf getestet worden war, ob er die Übertragung stoppt. Wer Ende 2020 lesen konnte, konnte das wissen. Die Verantwortlichen wollten es nicht wissen, was ein feiner, aber entscheidender Unterschied ist.

Verträge, die das Schweigen erklären
Wer verstehen will, warum aus diesem Nichtwissenwollen ein derart hartnäckiges Schweigen wurde, muss die Verträge lesen, die der Bund mit den Herstellern abschloss. Genau die wurden in der Schweiz jahrelang geschwärzt unter Verschluss gehalten, bis ein Parlamentarier die Offenlegung gerichtlich erzwang. Was im Frühling zum Vorschein kam, ist eine Lehrstunde in Sachen Prioritäten. Der Bund überwies dem einen Hersteller pro Dosis ein kleines Vermögen und stellte den Konzern im selben Atemzug von praktisch jeder Haftung frei, von Bussen, Schäden, Klagen, Rechtskosten, jeglicher Art. Bezahlt hat der Steuerzahler, das Risiko trug allein der Bürger, der sich den Stoff in den Arm jagen liess. Mehr noch: Dieselben Verträge halten ausdrücklich fest, dass Langzeitwirkungen und Wirksamkeit nicht bekannt seien und unbekannte Nebenwirkungen auftreten könnten. Unterschrieben von der Behörde, die der Bevölkerung gleichzeitig unermüdlich predigte, das Ganze sei wirksam und sicher. Man unterzeichnet also schriftlich das eine und verkündet öffentlich das genaue Gegenteil. In der Privatwirtschaft nennt man so etwas Betrug, im Staatsdienst nennt man es Pandemiebewältigung.

Die Henker der Aufklärung tragen Service-public-Mantel

Die Frage, die niemand stellen will
Und damit zum heikelsten Kapitel, das man als ehrlicher Beobachter weder verschweigen noch als gesicherte Wahrheit verkaufen darf. Seit geraumer Zeit häufen sich in der Fachliteratur Arbeiten, die einen möglichen Zusammenhang zwischen der genetischen Technologie und einem erhöhten Auftreten bestimmter Krebsarten oder dem Wiederaufflammen längst überwundener Erkrankungen untersuchen. Eine grosse südkoreanische Kohortenstudie an mehreren Millionen Menschen fand statistische Auffälligkeiten, einzelne Übersichtsarbeiten verweisen auf mögliche Mechanismen, manche Stimmen sprechen bereits in drastischsten Tönen vom grössten organisierten Verbrechen gegen die Menschheit. Ob diese Befunde eine echte Kausalität belegen oder bloss statistisches Rauschen sind, ist wissenschaftlich nicht entschieden und seriös wäre es, genau das offen zu sagen, statt in die eine oder andere Richtung zu dröhnen. Bemerkenswert ist nur eines: Dass die Möglichkeit allein schon ausreichen müsste, um die Sache mit aller Wucht zu untersuchen. Stattdessen herrscht Funkstille. Wer eine offene Frage lieber gar nicht erst stellt, hat in der Regel Angst vor der Antwort.

Aufarbeitung findet anderswo statt, nur nicht bei uns
Während andere Länder längst Konsequenzen ziehen, übt sich die Schweiz im Stillhalten. In den USA legte ein Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses einen über fünfhundert Seiten dicken Abschlussbericht vor, der nüchtern festhält, dass der Stoff entgegen allen Versprechen die Verbreitung des Virus eben nicht stoppte und die Zulassung überstürzt durchgepeitscht wurde. In Deutschland zeigten erst eingeklagte Sitzungsprotokolle einer Bundesbehörde, dass deren eigene Wissenschaftler die Risiken sehr wohl kannten, sich aber entschieden, dem Druck der Politik zu folgen und etwas anderes zu kommunizieren. In Japan entschuldigte sich ein früherer Minister öffentlich bei der Bevölkerung. Und hierzulande? Sonnen sich die Verantwortlichen in einer Selbstgefälligkeit, die mit jedem verstrichenen Monat dreister wird, während die grossen Medien über den amerikanischen Bericht, die deutschen Protokolle und die geschwärzten Verträge schweigen wie ein Grab. Genau diese Medien, deren prominentester Vertreter gerade beweist, dass er eine Vertraulichkeitszusage für Klicks verkauft.

Ein Apparat, der über jedem Zweifel schwebt
Das eigentlich Verstörende ist nicht der Einzelfall. Es ist das System dahinter. Eine Institution, die sich strukturell für unfehlbar hält, die selbst bei einem schriftlichen Beleg in der Hand nicht den Anstand aufbringt, einen Fehler zuzugeben, sondern lieber das Opfer zum Querulanten erklärt. Wer einer solchen Anstalt weiterhin brav seine Zwangsgebühren überweist, finanziert im Grunde die Werkzeuge der eigenen Belehrung, ausgehändigt von Leuten, die mit Abmachungen umgehen wie ein Kleinkind mit der Streichholzschachtel.

Der Trainer mag mit seinem gefälschten Zertifikat formal danebengegriffen haben, geschenkt. Doch der wahre Skandal sitzt nicht bei ihm. Er sitzt bei jenen, die aus einem Vertrauensbruch eine öffentliche Hinrichtung basteln und gleichzeitig über die eigentliche Lebenslüge dieser Jahre den Mantel des Schweigens breiten. Das ist keine Wahrheitsfindung, das ist Rufmord mit Gebührengarantie. Es ist die Heuchelei eines Hauses, das Verschwiegenheit predigt und sie verkauft, sobald die Quote ruft. Es ist die Arroganz eines Apparats, der einen einzelnen Mann für ein gefälschtes Papier ans Kreuz nagelt und denselben Skandal, der das Papier erst nötig machte, sorgsam unter Verschluss hält! Und solange diese Henker der Aufklärung im Service-public-Mantel sich für die moralische Instanz der Nation halten, während sie die unbequemste Frage des Jahrzehnts lieber gar nicht erst stellen, bleibt nur eine ehrliche Antwort offen: Aufgearbeitet wird hier gar nichts, man wartet bloss, bis Gras über alles gewachsen ist und nennt das Verdrängen «Verantwortung»!

Die Henker der Aufklärung tragen Service-public-Mantel

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