Das war wohl nicht sein Tag: Mädchen nimmt Handydieb auseinander

Ein junges Mädel checkt ihr Handy und plötzlich kommt ein Knabe vorbei und entreisst der vermeintlich schwachen Frau das Gerät. Doch diese gibt einen Scheiss auf Spinner, die zwischen Urschleim und Homo Erectus die zentralen zivilisatorischen Zwischenschritte verpasst haben. Entsprechend verarbeitet die «Kleine» besagten Spinner mit gezielten Tritten und Schlägen zu Knochenmehl. Wir bedanken uns beim Vorbild des Tages!

Das war wohl nicht sein Tag: Mädchen nimmt Handydieb auseinander
Das war wohl nicht sein Tag: Mädchen nimmt Handydieb auseinander

Album Review: Solar Fake – Reasons To Kill

Gut Ding will Weile haben, doch nun hat das Warten ein Ende! Vor über zwei Jahren erschien das letzte Album «Frontiers» von «Solar Fake«. Grund genug für Sven Friedrich sich ins Studio zurückzuziehen und an einem neuen Longplayer zu basteln. Die Erwartungen an den neuen Longplayer dürften gewaltig sein, nachdem das Vorgängeralbum die Tanzflächen der Szeneclubs im Sturm erobert und sich die maximal möglichen acht Wochen auf den vorderen Plätzen der DAC (Deutsche Alternative Charts) gehalten hat. Das neue Album heisst nun «Reasons To Kill», ist mittlerweile das 3. Studioalbum und beleuchtet vor allem die Schattenseiten des menschlichen Daseins. Auf die Frage, ob es wirklich so viele Gründe gibt, um zu töten, hat Sven nur eine Antwort: «Ja». In Wirklichkeit verbirgt sich hinter diesem einen Wort ein ausgeprägter Sinn für Ironie, denn eigentlich «hätte das Album eher ‚Reasons Not To Kill‘ heissen müssen, denn damit wäre ich schneller fertig. Aber das hätte mir zu harmonisch geklungen und so fühlt sich alles momentan nun mal nicht an», so der Sänger. Dabei herausgekommen ist ein durchgängig hör- und tanzbares Electroalbum mit unterschiedlichen Einflüssen und der markante Stimme von Sven Friedrich.

Solar Fake - Reasons To Kill

«Reasons To Kill» bietet 11 Tracks mit abwechslungsreichem Electro, treibenden Beats und diesen unverwechselbaren Melodien, die es eben nur aus dem Hause «Solar Fake» gibt. Tanzbar und eingängig, ohne dabei plump zu sein. Man geht den eingeschlagenen Weg konsequent weiter, wobei sich das Berliner Duo weder wiederholt, noch seinem Sound untreu wird. Abwechslung war schon seit den Anfangstagen von «Solar Fake» das bestimmende Thema und so findet man auch auf «Reasons To Kill» neben Trance-Einflüssen einige Dubstep-, Industrial- und EBM-Anleihen, ohne dabei in Klischees abzugleiten. Und wie auch immer Sven Friedrich es anstellt, aber die einzelnen Fragmente verbinden sich fast schon magisch zu einem wohlstrukturierten Gesamtkonzept, das immer eine klare Linie verfolgt, ohne dabei jemals langweilig oder überholt zu klingen. Songs wie «I hate you more than my life», «Face me» und «My Spaces» vereinen Aggressivität und Schönheit, als wäre es das normalste der Welt und werden sicher in kürzester Zeit ihren Weg finden und für volle Tanzflächen sorgen.

Solar Fake

Fast schon könnte man «Change The View» leichte EBM Anleihen andichten, zumindest aber Future Pop. Gut ist, dass Sven Friedrich nicht immer auf den Charme seiner Stimme setzt, sondern diese auch mal angenehm rau und bedrohlich erklingen lässt. Für Liebhaber der melancholischen Ader gibt es auch ein paar ruhigere Tracks, «Rise And Fall» begeistert durch eine wundervolle Begleitmelodie die sich Svens Gesang perfekt anschmiegt und der Schlusssong «The Pages» ist eine anfängliche Pianoballade die sich in einen tanzbaren Electro-Track verwandelt. Auch auf diesem Album gibt es wieder eine Cover-Version. Dieses Mal nahm man sich «One Step Closer» von Linkin Park an. Ein mehr als gelungenes, kraftvolles Cover das wirklich überzeugend ist und es ganz schön in sich hat. Im Original von Linkin Park, verpassten «Solar Fake» dem Song mal eben so ein wesentlich elektronischeres Gewand und jede Menge Industrial-Flair. Wem der Song im Urzustand schon recht aggressiv vorkam, der wird sich verwundert umschauen wenn er merkt, dass Sven Friedrich dem Song mit seinem Gesang und dem von Gitarren-Amps aufgeputschten Song noch eine Extra-Dosis Aggressivität verliehen hat. Sven dazu: «Ich habe mit verschiedenen Synthesizern versucht, den Sound hinzubekommen, der diesem Song gerecht wird und hab am Ende einfach alles durch Gitarren-Amps gejagt und aufgenommen.»

Album Review: Solar Fake – Reasons To Kill
Album Review: Solar Fake – Reasons To Kill

«Solar Fake» haben sich mit ihrem nunmehr dritten Studioalbum zu einer festen Institution im Elektro-Universum gemausert und können ganz sicher nicht mehr als Eintagsfliege oder «Hobby-Produktion» abgetan werden. Sven Friedrich bewegt sich auf diesem Parkett ebenso stilsicher, wie auch auf denen seiner beiden anderen Projekte «Zeraphine» und «Dreadful Shadows». Selbst wenn man eigentlich nicht so auf düstere Elektrosounds steht, schaffen es «Solar Fake» den Hörer schnell in ihren Bann zu ziehen. Die Füsse krampfhaft stillstehen zu lassen ist so gut wie unmöglich, denn irgendwann erwischt es jeden! Mit «Reasons To Kill» haben «Solar Fake» fast schon in gewohnter Manier eine richtig gute Electro-Scheibe am Start – ein kleiner funkelnder Electro-Diamant, der mit seinem Glanz ganz sicher die vorderen Plätze der Deutschen Alternative Charts beanspruchen wird. Alles in allem ist «Reasons to Kill» ein mehr als gelungenes und hörenswertes Album. Es besticht mit treibenden Beats und ist so abwechslungsreich, dass es einem beim Zuhören garantiert nicht langweilig wird! Letztlich ist «Reasons To Kill» ein richtig gutes Album das in allen Belangen rund und stimmig klingt.

Solar Fake

Tracklist:

  1. I Hate You More Than My Life
  2. Face Me
  3. Change the View
  4. When I Bite
  5. Reset to Default
  6. Rise and Fall
  7. I’d Better Break
  8. My Spaces
  9. One Step Closer
  10. My Bleeding Heart
  11. The Pages

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The Exorcist in Linda Blairs own Voice

Hier der Exorzist in Linda Blairs eigener Stimme:

Here’s Linda Blair’s actual performance as recorded on set, followed by the same scenes dubbed by the great Mercedes McCambridge in the released film. From the Associated Press: McCambridge was hired to portray The Demon in William Friedkin’s 1973 smash hit The Exorcist. After weeks of what she called the hardest work she had done for a film, she had been promised prominent mention in the credits. But when she attended the preview, her name was missing. As she left the theater in tears, Friedkin tried to explain that there had been no time to insert her credit. The Screen Actors Guild intervened and forced her inclusion in the credits.

The Exorcist in Linda Blairs own Voice
The Exorcist in Linda Blairs own Voice

Zombie Headshot Supercut

Freunde, wie man sich eines Zombies entledigt, dürfte bekannt sein. In folgendem Video ist diese einfache Methode aus zahlreichen Filmen zu einem Supercut zusammengefasst worden… :zombie_head1: :zombie_head2:

Zombie Headshots - Supercut
Zombie Headshots - Supercut

Hell No: The Sensible Horror Film – Trailer

In praktisch jedem Horrorfilm gibt es diese Momente, in dem die Protagonisten dumme Entscheidung treffen und «plötzlich» in allergrösster Gefahr schweben. Sie laufen in ein Zimmer, ohne das Licht anzumachen, die Gruppe teilt sich auf, obwohl Zusammenbleiben die bessere Entscheidung wäre oder sie gehen in ein Haus, das schon von aussen nicht besonders vertrauenerweckend aussieht. Zum Glück hat sich Regisseur Joe Nicolosi und das PixelsPerSecond-Team diesen Dummheiten angenommen und einen Trailer zum hypothetischen Film «Hell No: The Sensible Horror Film» zusammengebastelt, der jegliche Fehlentscheidungen beseitigt. Dieser Trailer kann als finale Abschlussprüfung aller Horrorfilmcharaktere angesehen werden, denn die Dummheit ist wie ausradiert. Die Figuren scheinen endlich aus den unzähligen Horrorfilmen gelernt zu haben, denn sie treffen smarte und kluge Entscheidungen. Noch dümmer sind oft die autoritären Menschen in Horrorfilmen und so riegelt in diesem Trailer der Polizist den See sofort ab, nachdem ihn der Wissenschaftler vor einer Bestie darin gewarnt hat. Ob dies realistisch ist, ist eine andere Frage, aber darum geht es ja nicht. Das diese sympathische Idee auf Filmlänge schnell langweilig werden könnte, wird schon durch den kurzen Trailer deutlich, denn sollten alle Charaktere immer die richtige Entscheidungen treffen, überleben am Ende alle und die Spannung bleibt auf der Strecke…

HELL NO: The Sensible Horror Film
HELL NO: The Sensible Horror Film

Videostreaming im Test: Was das Wünsch-Dir-was-TV wirklich bietet

Schon vor 34 Jahren sangen Pink Floyd das Fernsehen böte «13 Kanäle voller Mist zur Auswahl» und dass ist heute für viele Fernsehkonsumenten nicht anders: Wer eine digitale Schüssel sein Eigen nennt, kann aus 400 Kanälen wählen – doch leider findet man oft das «richtige» Programm nicht. Wäre es da nicht viel besser, wenn wir uns das Programm einfach selbst zusammenstellen könnten? Angeblich ist das klassische Fernsehprogramm ja ein Auslaufmodell, die legale Alternative dazu sind On-Demand-Dienste, die Programm nach Wunsch versprechen. Aber können Dienste wie Lovefilm, Maxdome oder Watchever wirklich liefern, was gewünscht wird?

Video on Demand

Zurzeit gibt es in Deutschland etwa fünf grosse Anbieter, die so ein Video on Demand, kurz VoD als allgemein zugängliches Flatrate-Abo im Angebot haben: Maxdome, Lovefilm, Videobuster, Videoload und Watchever. Diese laufen rein technisch gesehen alle gut, bequem und unkompliziert. Somit ist VoD-Nutzung kein Hobby für Spezialisten mehr und die Dienste bieten verschiedene Zugangsmöglichkeiten. Doch egal, was die Werbung verspricht Top-Filme und aktuelle Blockbuster sind in allen VoD-Angeboten Mangelware. Das ist vor allem eine Rechte- und Lizenzenfrage. Im VoD-Abruf bekommt man, von Ausnahmen abgesehen, Filme, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben und das meiste landet dort erst, nachdem es zuvor auch schon im Free-TV zu sehen war. Wer also ein wirklich reichhaltiges Angebot an Frischware sucht, ist bei Kauf-Shops (z.B. iTunes), die in der Film-Verwertungskette gleichberechtigt zum DVD-Verkauf vor Free-TV und dem Verleihgeschäft stehen, deutlich besser aufgehoben als bei VoD-Diensten. In der Praxis heben sich die Dienste durchaus voneinander ab. Erhofft man sich VoD als Alternative zum herkömmlichen Programm, kommt man zu einem durchwachsenen Urteil, denn qualitativ und inhaltlich gelingt es den Diensten noch nicht, den Kunden glücklich zu machen. Kein Dienst hat alles: Viele Serienjunkies werden sich ihren Anbieter danach aussuchen, welche Serien er im Programm hat.

Das Prinzip Online-Videothek und Video on Demand ist nachweislich auf dem Vormarsch, für Interessenten wird es bei der ständig wachsenden Zahl von Anbietern immer schwieriger, hier noch den Durchblick zu behalten. Wer jetzt genauer wissen möchte, was die VoD-Dienste zu bieten haben, ist bei VideoonDemandTest.de bestens aufgehoben. Videoondemandtest.de ist ein unabhängiges, kostenloses Preis- und Leistungsvergleichsportal und bieten eine übersichtliche Zusammenfassung über die Leistungen und Preise der einzelnen Anbieter. Interessierte erhalten somit einen Überblick über die Angebote, Preise und Leistungen der verschiedenen Anbieter. Ausserdem wird neben dem Video on Demand Test auch ein Video on Demand Vergleich geboten, der vollkommen unabhängig ist und Empfehlungen und Tipps nur nach gründlicher Recherche der Fakten veröffentlicht. Auch finden sich hier Gutscheine, Anbieterbewertungen und natürlich umfangreiche Testberichte zu allen Video on Demand Anbietern. Sprich wer sich für Video on Demand interessiert, ist auf VideoonDemandTest.de genau richtig.

So sieht man zum Beispiel, dass die Breite und Aktualität der Angebote, Maxdome kaum zu schlagen ist. Der Dienst ist allerdings teuer und verkauft das Gros seiner Perlen gegen zusätzlichen Aufpreis. Als Online-Videothek mit Einzelfilm-Verleih ist Maxdome deshalb gut, als Flatrate-Anbieter dagegen nicht so. Warum Lovefilm sein Potential nicht nutzt, ist schwer zu begreifen. Das Angebot ist merklich dünner und der Verzicht auf Originalversionen ist unverständlich, wenn man auf die Zielgruppe der Cineasten und TV-Junkies zielt. Als DVD-Verleih hat Lovefilm sehr viel zu bieten, als VoD-Flatrate hingegen nicht. Da fährt man mit Watchever deutlich besser: Die Chance, im Flatrate-Angebot Attraktives zu finden, ist höher als bei den Konkurrenten. Der Dienst ist ungewöhnlich flexibel und komfortabel zu nutzen. Bevor man sich also für einen Video on Demand Anbieter entscheidet, lohnt es, sich auf Videoondemandtest.de einen Überblick zu verschaffen, um den für seine Ansprüche besten Anbieter zu finden. Dann steht dem Filmvergnügen nichts mehr im Weg.

Videostreaming im Test

Banksy wirbt für Ausstellung mit Schlachthaus-Transporter und quietschenden Stofftieren

Banksy wirbt für Ausstellung mit Schlachthaus-Transporter und quietschenden Stofftieren

Seit vergangenem Freitag schickt Banksy im Rahmen seiner New Yorker Ausstellung «Better Out Than In» einen Schlachthaus-Transporter mit quietschenden Stofftieren mit dem Titel «Sirens Of The Lambs» durch die Strassen des Meatpacking Districts. Er knüpft damit stilistisch an seinen Film «Rebel Rocket Attack» an, in dem er durch die Verfremdung der Objekte menschlicher Gräueltaten auf diese aufmerksam macht. Dabei führt er vor allem unsere Abstumpfung gegenüber dem Leid anderer vor sowie die fehlgeleitete emotionale Verbindung, die uns mit kindlichen Motiven und Disney-Charakteren verbindet. Der Transporter wird für weitere zwei Wochen durch New York touren.

Sirens of the lambs
Sirens of the lambs

Sylvester Stallone verlangt ein kleines Vermögen für ein Autogramm

Auf der Comic Con seinem geliebten Star über den Weg zu laufen und sich ein Autogramm mit ihm zu sichern oder sogar ein kleines Bild zusammen mit ihm zu schiessen, kann im Falle von Sylvester Stallone ganz schön teuer werden. Der Actionstar machte dieses Jahr einen kleinen Abstecher auf die NYC Comic Con, um dort nicht nur Werbung für seinen neuen Film «Escape Plan» zu machen, sondern seinen Fans auch die Möglichkeit auf ein persönliches Treffen zu geben. Dies liess er sich jedoch teuer bezahlen, denn für schlappe 395 US-Dollar war es möglich, ein Autogramm zu erwerben und für 50 US-Dollar mehr konnte man mit ihm posieren. Sly kommt direkt aus Bulgarien, rechtfertigte die Ticketverkäuferin laut Gawker die horrenden Preise und es sei eine einzigartige Gelegenheit, den Star endlich persönlich zu treffen. Wer jetzt denkt, es gäbe keine Menschen da draussen, die knapp 450 Dollar für ein Bild mit Sylvester Stallone bezahlen, den belehrt TMZ eines Besseren und zeigt Bilder einiger beinharter Fans, die ein kleines Vermögen für ein Bild mit ihrem Star ausgaben.

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Album Review: Die Krupps – The Machinists of Joy

In den 80er und frühen 90er Jahren waren «Die Krupps» absoluter Kult und mit «Machineries Of Joy» und «Metal Machine Music» lieferte man Meilensteine ab. Danach rückte man mehr und mehr vom elektronischen Sound ab und versuchte mit stärkerem Gitarreneinsatz neue Wege zu beschreiten. Seit der Jahrtausendwende wurde auch kein weiteres Album veröffentlicht. Nun meldet sich die Band, die man Electro, EBM, Industrial, Crossover und gar Metal nannte und ein Klassiker der elektronischen Musikgeschichte ist, mit einem neuen Album zurück. Als wäre dies nicht Überraschung genug wird dieses mit «The Machinists Of Joy» betitelt, was Hoffnungen schürt. Doch was das erste Studioalbum in diesem Jahrtausend letztlich wirklich bietet hätte ich mir wirklich in der Form niemals zu erträumen gewagt. Nach mehrjährigen Wartungsarbeiten hat die Band um Sänger Jürgen Engler ihre Werkstore wieder geöffnet, die Maschinen entstaubt und geschmiert und mit «The Machinist of Joy» geht ein neuer Prototyp vom Band. «Die Krupps» sind seit Anfang der 80er eine Institution des Industrial Electro. Seither haben die Düsseldorfer wegweisende Alben und erstaunliche Stilwechsel vollzogen. Wie klingt die Band im Jahre 2013?

Die Krupps - The Machinist of Joy

Mit ihrem ersten Album dieses Jahrtausends hieven sich «Die Krupps» aus Omas Klamottenkiste und klopfen den Staub von den Maschinen. «The Machinists Of Joy» wirft seine elektronischen Schatten voraus, das heisst, der Name ist Programm und dieses Programm wiederum ist elektroschwanger. Wer in den 80ern sich schon musikalisch im elektronischen Bereich als verwöhnter Hörer und Geniesser befunden hat, der wird in dem neuen Album nicht nur ihren bekannten und No. 10-Billboard-Hit aus dem Jahr 1989 «Machineries of Joy» namentlich wiedererkennen, sondern auch musikalisch und textlich sind sich die hart arbeitenden Fabrikjungs treu geblieben. Der Album-Titel gibt bereits eine Orientierungshilfe und signalisiert, dass es wieder mehr die Elektronik denn die Gitarre ist, die das Krupps-Klangbild beherrscht. Dennoch sind Gitarrist Marcel Zürchers durchsetzungsstarke Riffs zielgerichtet in den Songs platziert.

Die Krupps

Gleich der Opener «Ein Blick zurück im Zorn» bietet herrlich intensive und rasante Beats gepaart mit treibenden Gitarren, so dass man sich doch tatsächlich wieder an die erfolgreichsten Zeiten der Band zurückerinnert fühlt. Hier wird wieder die perfekte Crossover Symbiose aus EBM und Metal geboten, wobei erstgenanntes hier eindeutig die Oberhand hat. Statt eines überladenen, elektronischen Musikstücks serviert einem Krupps-Mastermind Jürgen Engler hier eine geschmackvolle Fusion zweier emotionsgeladener Musikstile. Auch das anschliessende Stück «Schmutzfabrik» ist musikalisch wie auch textlich so viel EBM, mehr geht kaum noch. Harte bissige Beats, raffinierte Sequenzer Sounds, gezielt gesetzte «Hammer-auf-Amboss-Sounds» und ein stahlharter kalter Gesang. Das nennt man Maschinen Musik! «Die Krupps» präsentieren in ihrem neuen Album ein textlich gewachsenes Stück Arbeit, musikalisch runder und ansprechender. Der Electro-Express nimmt weiter an Fahrt auf und ein kühl angehauchter Sprechgesang trifft auf stakkato-artig-getacktete Synthie-Beats. Der Beat der Gitarre und des «Stahlofons» bleibt elektronisch, sticht heraus und treibt selbst den tanzscheuen Hörer auf die Bretter, um sich hart arbeitend dem Rhythmus hinzugeben.

DIE KRUPPS - Risikofaktor (Official Music Video)
DIE KRUPPS - Risikofaktor (Official Music Video)

Ab dem Song «Risikofaktor» beherrscht der in den frühen Jahren vorherrschende Electro-Sound der Krupps den Sound und Fans der frühen Jahre der Band wird dies sehr freuen. Diejenigen, die sich erst später mit der Musik der Düsseldorfer Band auseinandergesetzt haben, könnten nun ein wenig abgeschreckt reagieren. Mit «Robo Sapien» gehen die Musiker zwar nochmal ein wenig auf Versöhnungskurs, drehen dann aber den Electro-Schalter bis zum Anschlag auf. Spätestens hier beginnt das Album für späte Fans der Truppe zu schwer verdaubarer Kost zu werden, wahre Krupps Fans werden begeistert sein. Love it or hate it! Der Ohrwurm-Faktor ist enorm hoch mit «The Machinist of Joy», dem gleichnamigen und besten Titel des Albums und lässt einem dank der stampfenden Beats einen Schauer des Glückes über den Rücken laufen. Ein weiterer Hit für die Clubs und ein Hochgenuss für jeden Liebhaber des elektronisch harten Musikgutes. In den Songs beargwöhnen «Die Krupps» die Kriegs- und Industriemaschinerie («Nazis auf Speed», «Schmutzfabrik»), die zunehmende Enthumanisierung («Robo Sapien») oder die Zustände im Heimatland («Im falschen Land») – aber sind auch voll Freude bei der Arbeit («Machinist of Joy», «Part of the Machine») und bei der Zweisamkeit («Eiskalter Engel», «Industrie-Mädchen»). Einziges Manko, dadurch, dass sie sich dem breiteren Hörer-Spektrum öffnen wollen, besteht die Gefahr, dass eingefleischte Electro-Fans etwas mehr an Normalo-Popmusik erinnert werden, denn als reinen Electro.

Die Krupps

Auch wenn «Die Krupps» mitunter in der schwarzen Szene verortet werden, so sprechen sie doch ihre eigene Sprache und haben durch ihre lange Historie und die vielen durchlaufenen musikalischen Phasen einen breitgefächerten Hörerkreis – auf dem neuen Tonträger wird denn auch die ganze Bandbreite geboten. Hier sind Lieder vorhanden, die nicht nur für den Industrial-Dancefloor, sondern auch für Betriebsfeste und Protestmärsche, auf den Barrikaden und in den Werkskantinen passen, wo «Kraftwerk» von Neonlicht und Schaufensterpuppen sangen, singen «Die Krupps» von Schmutzfabrik und Engeln aus Stahl und das in deutsch und teilweise englisch. Die Essenz der Krupps könnte man so benennen: Maschinen-Musik, hart, tanzbar, teils episch, gespickt mit gezielten Gitarrenattacken und dem ewig währenden Hämmern des «Stahlofons», gepaart mit zeitgemässen kritischen Texten, die sich souverän von der Masse dessen absetzen, was heutzutage leider Norm ist. Wenn man «The Machinists of Joy» auf sich wirken lässt entsteht der Eindruck, dass die Band stärker ist als je zuvor, denn alle Songs halten ein hohes Niveau. Das Werk ist erfreulich dynamisch geraten, modern produziert, ohne jedoch so clean zu klingen wie so manch Rerelease der Vergangenheit. Wer «Die Krupps» früher mochte muss das Album haben, wer auf EBM steht sowieso!

Tracklist:

  1. Ein Blick zurück im Zorn
  2. Schmutzfabrik
  3. Risikofaktor
  4. Robo Sapien
  5. The Machinist of Joy
  6. Essenbeck
  7. Im falschen Land
  8. Part of the Machine
  9. Eiskalter Engel
  10. Nocebo
  11. Im Schatten der Ringe
  12. BONUS: Nazis auf Speed
  13. BONUS: Industrie-Mädchen

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Kleines Fräulein zieht sich einen Zahn mit Pfeil und Bogen

Bogenschiessen ist nicht nur ein treffsichers Hobby, sondern kann offensichtlich auch zum Herausziehen von Zähnen eingesetzt werden. Tooth Pulling like a Boss! Und mit 30 entfernt sie sich selbst den Blinddarm mit einem Schweizermesser… :)

Kleines Fräulein zieht sich einen Zahn mit Pfeil und Bogen
Kleines Fräulein zieht sich einen Zahn mit Pfeil und Bogen

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