Everybody Knows Shit Fuck
Und dazu gibts wirklich nicht mehr zu sagen…
Und dazu gibts wirklich nicht mehr zu sagen…
Seit mehr als 40 Jahren sind John und Mark Gallagher für den Metal unterwegs, die meiste Zeit davon mit Drummer Joe Hasselvander. Auch wenn die Veröffentlichungsfrequenz seit Mitte der 90er Jahre deutlich abgenommen hat, legt «Raven» mit «ExtermiNation» so viel Qualität vor, das man mit Fug und Recht als richtiges Brett bezeichnen kann. Nach ihrem gelungenen Comeback mit «Walk Through Fire» kommt die NWoBHM-Legende jetzt mit einem neuem Album um die Ecke, das (fast) pünktlich zum 40-jährigen Bandjubiläum erscheint. «Raven» offerieren auch auf ihrem neuesten Werk die perfekte Mixtur aus Metalhymne, NWoBHM-Spirit, Speed Metal und absolutem Chaos. «Raven» klingen wie keine zweite Band und keine Band klingt wie «Raven».
Ähnlich wie ihre kanadischen Kollegen von «Anvil» standen die Briten zu Beginn der 80er in den Startlöchern des metallischen Rennens um Ruhm und Ehre, um dann am Ende Metallica oder Megadeth vorbeiziehen zu sehen und selbst blieb man mit Anvil irgendwo stecken. Weder kommerzielle, noch gesundheitliche Rückschläge konnten «Raven» bis dato aufhalten. Tapfer schleppte sich die Band weiter und heute sieht es eigentlich wieder ganz gut aus. «ExtermiNation» ist insgesamt ein druckvolles, spielfreudiges Album geworden. «Raven» galten schon immer als Inspiration für zig andere Bands, ohne «Raven» gäbe es heute wahrscheinlich weder Thrash- noch Speed Metal. Und irgendwie sind die Gallagher-Brothers samt ihrem «Weird»-Drummer Joe Hasselvander unkaputtbar. Die in die USA immigrierten Engländer haben mit «Rock Until You Drop» und «Wiped Out» Klassiker für die Ewigkeit veröffentlicht und auch das letzte Studioalbum «Walk Through Fire» war wirklich gut.
Der vorliegende Output «ExtermiNation» wurde kurzerhand über eine Kickstarter-Crowdfunding-Kampagne, bei der man satte 27’000 $ sammeln konnte, finanziert, was zur Folge hatte, dass man gleich ein Kickstarter-Only-Cover-Album namens «Party Killers» drauflegte. Das satte Aufnahmebudget spiegelt sich vor allem im wirklich knackigen, aber keinesfalls überdrehten Sound wieder, für den Toningenieur Kevin 131, mit dem die Band schon beim Vorgänger «Walk Through Fire» gearbeitet hatte, verantwortlich zeichnet. Die positive Energie ihrer legendären Liveshows findet sich auch auf «ExtermiNation» wieder. Mark Gallagher liefert seine bis dato aggressivste Gesangsperformance ab und die charakteristischen Screams werden seltener eingesetzt als in der Vergangenheit. Wie gehabt regiert schnörkelloser Heavy Metal zwischen stampfender Schlichtheit und rasanter Dynamik. Dass John Gallagher die ganz hohen Töne nicht mehr so ganz hundertprozentig trifft, kann man verschmerzen, solange schmissige Uptempo-Klopfer wie «Destroy All Monsters» oder «Feeding The Monster» – ja was denn jetzt, zerstören oder füttern? – in klassischer Frühzeit-Metal-Manier direkt ins Schwarze treffen.
Vom Start weg wird mit einer Spielfreude und Energie drauflosgeholzt, dass dem Hörer gar nichts anderes übrig bleibt, als breit grinsend durch die Wohnung zu springen, wahlweise die Luftklampfe oder das Haupthaar zu schwingen und bei jedem der zahlreichen Hitrefrains mit einzustimmen. Einfachste Riffs werden hier mit solcher Inbrunst vorgetragen und gleich im Dutzend verbraten, dass man gar nicht erst auf die Idee kommt, sich darüber zu beschweren, dass hier Innovationen eher klein geschrieben wird. Was bei anderen Bands hüftsteif oder angestaubt klingt, tönt bei «Raven» frisch und druckvoll, mal von der leicht schlappen Bassdrum abgesehen. Mit «Fight» und «Feeding The Monster» haben «Raven» zwei echte Anwärter auf den Titel «Heavy-Metal-Song des Jahres» am Start. Die Abrissbirne «Battle March Tank Treads» fordert mit ihrer knochentrockenen Aggressivität dem geneigten Fan alles an Kopfnick-Kondition ab, was die Rübe hergibt. Mit «Fire Burns Within» nimmt man den Fuss vom Gaspedal, um es dann mit «Scream» wieder voll durchzudrücken. Allerdings zu sehr, denn der Rest des Albums beinhaltet keine Heavy-Kracher mehr. «One More Day» hätte sich im Repertoire von «The Answer» besser gemacht und «Thunder Down Under» ist eher eine Hommage an AC/DC als an Iron Maiden oder Def Leppard. «Golden Dawn» ist das perfekte Intro zu «Silver Bullet», denn beides ist nicht mehr als Füllmaterial. Das Album wird abgeschlossen von der Ballade «River Of No Return» und der Bonus-Track «Malice In Geordieland» beweist einiges an Humor gepaart mit mächtig Dampf im Kessel.
Von den Songs her ist sich «Raven» natürlich treu geblieben, besonders die Gitarrenarbeit von Mark Gallagher kann Akzente setzen und so richtig schlechte Songs werden auf der vorliegenden guten Stunde eigentlich keine verbraten. Dennoch ist «ExtermiNation» nach meinem Dafürhalten eine Spur zu lang(atmig) ausgefallen, denn hie und da schleicht sich doch eine gewisse Ermüdung ein. Diese wird zwar durch die schnelleren Tracks wie z.B. «Fight» oder «Feeding The Monster» irgendwie weggebröselt, aber ein, zwei Tracks weniger hätte der Scheibe sicherlich gut getan. Musste man wirklich eine Doppel-LP füllen, bloss weil man es kann? Wie auch immer sind die Melodien stets unaufdringlich, aber meist doch mitreissend. «ExtermiNation» lässt zwar die hektische Verrücktheit und den Wahnsinn der frühen Alben ein gutes Stückchen hinter sich, doch schmälert das die Qualität der Band nicht im Geringsten. Stilistisch als auch qualitativ kann man den Silberling irgendwo zwischen dem 88er Album «Nothing Exceeds Like Excess» und dem 97er «Everything Louder» einordnen und wer auf knackig natürlich NWoBHM-angehauchte Tunes steht, macht mit der Anschaffung von «ExtermiNation» absolut keinen Fehler. Ein absolutes Muss für Raven-Fans und ein lohnender Einstieg in den Kosmos dieser sympathischen, chaotischen Truppe. Das allerwichtigste ist jedoch, dass «ExtermiNation» der perfekte Grund für eine neue Tour der Band ist und live sind die Herren bekanntermassen eine wahre Macht.
Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.
Tracklist:
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Hier etwas um das Fernweh etwas zu schüren: 3 Stunden Video von einem tropischen Strand mit blauem Himmel, weissem Sand und Palmen…
Seit Anfang Februar ist das Album «Grosse Freiheit» erhältlich und ich bin der Meinung, dass dieser Typ viel zu wenig Aufmerksamkeit kriegt. Dies liegt vermutlich an der breiten Masse der Kiddies, für die sowas zu anspruchsvoll ist. Aber besser wenige, richtige Fans als 1 Million Falsche. Bei der schonungslosen Single «Asche zu Staub» von Swiss & die Andern darf man ruhig etwas genauer hinhören.
Ich fahre durch die Nacht, morgens um vier,
vollgepumpt mit Tabletten, auf der Suche nach mir,
nach was genau weiß ich nicht, ich seh keinen Sinn,
nach irgendwas das mir beweist, dass ich am Leben bin.
Ob meine Seele noch einen heilen Kern hat,
ich liege gerne in dem Arm von irgendeinem der mich gern hat,
doch meine Freunde haben den Rücken gekehrt,
die Brücken zerstört, als wäre ich ihnen wirklich nichts wert.
Das passiert mir schon mein Leben lang,
es betrübt mich sehr,
dabei bin ich gar kein so übler Kerl,
sag mir doch einfach,
was mein Fehler ist, vllt seh ichs nicht,
wo ist der Mensch der mich umarmt und sagt ich zähl auf dich?
Denn ich zähl nicht auf mich,
zu oft hab ich mich schon verzählt,
zu oft geöffnet vor einem Menschen der mich nicht versteht,
zu oft gehofft ich wäre gut genug für sie,
doch nur Narren suchen Schutz in Utopie.Mir geht es gut, keine Angst ihr könnt ruhig weiter gehen,
Das was ich hab, das bin nur ich das ist nur mein Problem,
macht euch keinen Kopf, das wird schon wieder ganz bestimmt,
und wenn nicht wirds halt nicht ist doch nicht euer Ding.
Mein Kopf steht leer, meine Träume sind schon ausgezogen,
es wird schon Leute geht mal weiter bitte schaut nicht so,
ich brauche keinen Zuspruch, Mitleid brauch ich auch keins,
ich will nur diesen einen Moment alleine traurig sein.Asche zu Asche, Staub zu Staub.
Wo fang ich an, wo hör ich auf?
Asche zu Asche, Staub zu Staub.
Wo fang ich an, wo hör ich auf?Was ich vorzuweisen hab zehn Jahre Erfolglosigkeit.
Lacht mich ruhig aus wen ihr oben seid,
dass ist euer gutes Recht ich weiß nicht was ich entgegnen soll.
Meidet Regenwolken wenn ihr mir nicht begegnen wollt.
Mach dein Leben schöner hat Mama mir gesagt,
Jahrzehnte später lief es irgendwie anders als geplant.
Papa und Mama taten alles für ein Leben voller Glück und was zur Hölle gebe ich ihn zurück? Nichts gar nichts!
Was mich belastet ist nicht ihre Geduld, sondern das Wissen das sie denken es wäre ihre Schuld. Doch dass ist es nicht.
Ich könnt heulen denn ihr wart wunderbar, ich wäre tot ohne euch und zwar schon hunder Mal. Es geht um mich.
Ich habe nix im Griff auch nicht die Tabletten.
Es hat nie mit was geklappt auch nicht mit dem rappen.
Ich würde nicht sagen ich habe Pech gehabt doch manche Menschen sind geboren für den letzten Platz.Mir geht es gut, keine Angst ihr könnt ruhig weiter gehen,
Das was ich hab, das bin nur ich das ist nur mein Problem,
macht euch keinen Kopf, das wird schon wieder ganz bestimmt,
und wenn nicht wirds halt nicht ist doch nicht euer Ding.
Mein Kopf steht leer, meine Träume sind schon ausgezogen,
es wird schon Leute geht mal weiter bitte schaut nicht so,
ich brauche keinen Zuspruch, Mitleid brauch ich auch keins,
ich will nur diesen einen Moment alleine traurig sein.Asche zu Asche, Staub zu Staub. Wo fang ich an, wo höre ich auf…
Im TED-Vortrag von Alex Gendler werden uns etliche interessante Verhaltensweisen und Fähigkeiten aus der neuesten Elefanten-Forschung aufbereitet. Man sagt ja, dass ein Elefant nichts vergisst. Doch wieso?
But the more we learn about elephants, the more it appears that their impressive memory is only one aspect of an incredible intelligence that makes them some of the most social, creative, and benevolent creatures on Earth.
…da geht man doch mit Elan wieder ans Werke…

Die zwei passen aber auch zusammen, wie die Faust aufs Auge…
Immer wieder übertreffen sich Fans selbst und schaffen Unglaubliches, um ihre Liebe auszudrücken. In diesem Fall haben sich mehrere Kumpels zusammen getan um einen neuen Teil in der Predator-Serie auf die Beine zu stellen. Im Fan-Kurzfilm «Predator: Dark Ages» tritt der Predator gegen eine Gruppe von mittelalterlichen Rittern an. Der Film wurde geschrieben James Bushe und es spielen Adrian Bouchet, Amed Hashimi, Sabine Crossen, Ben loyd-Holmes, Jon Campling, Joe Egan und Philip Lane mit. Hier die Zusammenfassung lautet:
Set during the Crusades, the faith & fighting skills of a group of Templar Knights is put to the test when they encounter the Predator. Their battle is the thing Myths and Legends are born from.
In Sambia, genauer im Norman Carr Safaris Chinzombo Camp wurde ein junger Elefantenbulle von 14 hungrigen Löwen angegriffen. Der kleine wehrte sich wacker und rettet sich am Ende ins Wasser. Katzen und Wasser – ihr wisst schon. Unglaublich und wieder einmal ein schönes Beispiel, dass man nicht einfach so aufgeben, sondern kämpfen sollte…
Fernab von Mozart, volkstümlichen Tönen, Falco oder der E.A.V. gibt es in Sachen facettenreicher Musik aus Österreich noch jede Menge mehr musikalische Perlen zu entdecken. Seit 2011 bestehen «Luna Rise«, eine Dark Melodic Rock Band aus Oberösterreich. Diese fand kürzlich bei NRT-Records ein neues musikalisches Zuhause und so wurde kurzerhand die Debüt-EP «Smoking Kills But Love Can Break A Heart» neu aufgelegt. Ein gutes und empfehlenswertes Stück Musik, auf dem sich die Band sehr abgeklärt präsentiert.
«Luna Rise» sind musikalisch dem finnischen melancholischen Dark- und Melodic Rock zu zuordnen und haben eine gewisse Nähe zu HIM. Allerdings beweisen «Luna Rise» auf «Smoking Kills, But Love Can Break A Heart» nicht nur eine erstaunliche Reife und Souveränität, sondern auch künstlerische Eigenständigkeit. Die Band wurde wie bereits erwähnt 2011 gründet und veröffentlichte noch im Gründungsjahr die Debüt-EP unter gleichem Titel wie bei der hier vorliegenden EP. Nachdem «Luna Rise» in diesem Jahr (2015) zu NRT-Records gewechselt sind, entschied man sich die EP erneut aufzulegen, bevor deren erstes Full Length Album «Dark Days & Bright Nights» an den Start gehen soll. Gegründet wurde das zielstrebige Quintett von Sänger Christian Lindner, der sich auf der Bühne Chris Divine nennt, sowie von Bassist Rob Rocket. Mitstreiter für das Projekt wurden schnell gefunden und waren mit dem Gitarristen Luke Vegas, Drummer Loup Garou und Tastenhexer L.X. alias Alex Dorfmayer somit komplett. 2014 holt sich die Band mit Gitarrenwunderkind Andy Earth – Gewinner des Robert Johnson Guitar Awards 2012 in Hamburg – Verstärkung. Warum der Mond so wichtig für das Gespann ist, bringt Chris Divine gekonnt auf den Punkt: «Den ‚Sunrise‘, also den Sonnenaufgang, gibt es zu Dutzenden. Für mich hat der Mond immer schon etwas Mystisches gehabt.» Und diese Mystik überträgt sich 1:1 auf ihre Songs, die immer etwas Geheimnisvolles oder gar Tragisches mit sich bringen, das mit einer gehörigen Portion Pop nicht mehr aus dem Ohren zu bekommen ist.
Beim hören der EP schiessen einem unvermeidlich HIM als Vergleich in den Kopf. Mit der professionellen Produktion solcher Szenegrössen kann «Smoking Kills But Love Can Break A Heart» von «Luna Rise» jedoch noch nicht ganz mithalten. Zwar ist der Sound klar, dicht und sauber, wirkt zudem sehr modern, er hätte aber insgesamt noch druckvoller und direkter ausfallen können. Mit dem Aufdrehen der Lautstärke schwindet dieser Eindruck aber von Hördurchgang zu Hördurchgang. Alle Tracks sind auf die Refrains ausgerichtet, aber dazwischen hat ebenfalls alles Hand und Fuss, wobei die Keyboards ein wenig Richtung Artrock schielen. Die Vielfalt, mit der die Goth Rocker hier das Ganze umgesetzt haben geht ordentlich ins Gemüt. Nicht auf die melancholische Art und Weise, sondern vielmehr bieten die Oberösterreicher eine sehr mitreissende Runde. Doch nur auf die Tube drücken die Jungs auch nicht und so gibt es auch authentisches Klangmaterial, welches durchaus trauriger rüber kommt. Dennoch wird es bei ihnen niemals zu Wankelmütig. Gesanglich scheint es, als ob Mann am Mikro Chris Divine für diese Art Musik geboren wurde. Sowohl den Rock-Faktor als auch die Melancholie in der Musik von «Luna Rise» weiss er stimmlich auszudrücken, ohne sich zu sehr an anderen Künstlern zu orientieren. Jung, wenn es nötig ist ausreichend rotzig und auch mal gefühlvoll setzt Chris Divine seine Stimmbänder ein. Für das Level, auf dem sich «Luna Rise» bis dato befinden, eine solide Leistung!
«Luna Rise» mögen sich auf «Smoking Kills, But Love Can Break A Heart» dem Schmerz, der Hoffnung und der Liebe widmen, aber Kuschelrock wird woanders gespielt. Das machen sie bereits mit dem ersten Song «When You Fall» deutlich. «I’ll catch you if you fall» singt Chris Lindner im eingängigen Refrain und lässt dabei nicht nur jeglichen kitschigen Pathos vermissen, im Gegenteil, «Luna Rise» färben den Song zunehmend dunkler. Schön, wenn Songs mit überraschenden Momenten aufwarten. Dass man hier gerade eine mitreissende Ohrwurm-Nummer hört, wird einem sofort klar. Auch wenn die erste Strophe zunächst aus simplen Gitarren-Riffs und Bass-Tönen besteht, baut sich das Lied immer weiter auf und offenbart grundsolide Lyrics und einen facettenreichen Songaufbau. Ein gelungener und direkter Einstieg in diese Re-Issue. Das Intro von «Dead Alley» klingt herrlich nach John Carpenter und mit diesem Song beweisen «Luna Rise», das sie durchaus auch emotionale Melodic Rock-Songs schreiben können. Ein beeindruckendes Wechselspiel aus Licht und Schatten wird dem Hörer in akustischer Form offenbart. Das Ganze untermalt von einem zerbrechlichen Klavier, harten Gitarren-Riffs und einer gefühlvollen Stimme. Die gesamte Komposition nimmt einen sofort gefangen und entführt in eine Welt aus Herzschmerz. Sehr emotional, hoch melodiös und mitreissend, dieser Song steht berühmten Hits des Genres um nichts nach. Die Melodie geht gnadenlos ins Ohr und nistet sich dauerhaft ein. Das macht auf jeden Fall Lust auf mehr.
Bei «616» schwingt etwas HIM in den Tönen und man fühlt sich nicht nur vom Titel her etwas an HIMs «666» erinnert. Ein von Melancholie geprägter Rock-Lovesong, mit düsteren Keyboards und verzerrtem Bass, die schlagartig von den geilen Gitarren und Drums begleitet werden. Was die Einleitung darstellt, weicht kurzzeitig einer minimalistischen musikalischen Songstruktur, bei der Sänger Chris durch einen Megaphone-Effekt auffällt. Der Wechsel zwischen ruhigeren Passagen und Heavyness kommt sehr cool. «Glory Nightmare» übertreibt das ganze Melancholie-Gehabe dann zu sehr und wirkt daher ein wenig überzogen. Eindeutig der schwächste Track auf der Scheibe. Dafür stimmt einem «Beautiful Monster» wieder versöhnlich, das locker aus Ville Valo’s Feder hätte stammen können. Zugegebenermassen bin ich kein grosser Fan der Finnen, dennoch gefällt mir das eine oder andere Stück und man muss ihren Erfolg anerkennen. Der rote Faden verliert sich zwar doch dann und wann noch, vermutlich wegen der verschiedenen Einflüsse der Fünf, aber im Laufe der nächsten Jahren werden sie diese wohl alle unter einen Hut bekommen und ein kompaktes Album dabei herausschauen. Ihr Hang zu den Achtziger-Jahren ist auf jeden Fall nicht zu überhören. Angekommen bei der puren Essenz von «When You Fall», die reduziert leider nicht einmal ansatzweise an die Tiefe des Originals heranreicht, aber gut veranschaulicht, wie der Song entstanden ist. Beendet wird das Spektakel mit einem Remix, der zwar seine Berechtigung haben mag, aber aus meiner Sicht nicht auf dieses Album passt. Der letzte Song einer CD ist für mich von derselben Bedeutung, wie der letzte Song eines Konzertes, der nicht umsonst als Zugabe meistens ein Hit ist. Daher hätte ich mir für die EP eher einen Song à la «616» oder «Beautiful Monster» als Abschluss gewünscht. Das wäre adäquater und passender gewesen.
«Luna Rise» haben etwas an sich, was man heutzutage vergeblich sucht. Man merkt der Band von der ersten bis zur letzten Sekunde die Spielfreude und das Herzblut an. «Smoking Kills, But Love Can Break A Heart» ist mir persönlich über weite Strecken zu sehr und zuviel H.I.M., ich für meinen Fall bevorzuge da doch eher das Original. Musikalisch können «Luna Rise» was, so viel ist sicher. Am Besten einfach die Zutaten und dabei vor allem die eigene Würze, noch einmal neu in den Becher, ordentlich schütteln und sehen bzw. hören was dabei rauskommt. «Luna Rise» kreieren und transportieren dunkle, aber nicht hoffnungslose Emotionen. Stilistisch im Melodic Rock beheimatet, findet man zahlreiche Einflüsse wie Hardrock und eine unaufdringliche Prise Pop. «Luna Rise» spannen einen Bogen vom Love- oder Romantik-Rock – oder wie immer man das dann bezeichnen möchte – bis hin zum progressiven Metal, wobei Schubladendenken in der heutigen Zeit eigentlich längst passé ist. Einziger Schwachpunkt des Albums ist «Glory Nightmare», das etwas hinter die restlichen Stücke zurückfällt. Der Rest zeigt die Geburtsstunde einer Band, die es in den nächsten Jahren vermutlich noch weit bringen wird. «Luna Rise» laden zu einer euphorischen Reise auf die dunkle Seite des Mondes ein und rocken sich selbstbewusst, mit der nötigen Portion «Schmerz» in die Herzen der Fans, ohne jemals kitschig oder gar schmalzig zu klingen. Der mondsüchtige Fünfer setzt sich hohe Ziele und man kann ihnen nur wünschen, dass sie diese auch erreichen. Denn wer mit soviel Liebe zur Musik und auch zum Detail arbeitet, dem seien seine fünf Minuten Ruhm – natürlich gerne auch mehr – vergönnt. Fans von HIM und Melodic Rock-Fans kommen bei dieser Scheibe voll und ganz auf ihre Kosten!
Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.
Tracklist:
Bonus Tracks:
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Freunde, bestimmt kennt ihr noch den kleiner Hamster, der einst einen kleinen Burrito und ne Pizza ass. Jetzt ist ein kleiner Hamster in ein kleines Haus gezogen und isst dort wieder Dinge. Dieses Mal allerdings keine besonders kleinen Versionen…
«Tito & Tarantula» sind eine Legende. Insofern haben sie mit «The Legendary» aus München ein Trio bei der laufenden Tour als Support dabei, das auf den Hauptact hinweist und an der eigenen Legende sicherlich noch arbeiten muss. Tito & Tarantula sind auf ihrer «Lost Tarantism Tour» unterwegs in Deutschland, Österreich und Schweiz. Am 17. April veröffentlichte die Band ausserdem ihren Klassiker “Tarantism” inklusive Bonusmaterial sowie die komplett neue Platte «Lost Tarantism» mit bisher unveröffentlichten Songs aus den Tarantism StudioSessions aus dem Jahre 1995. Am 24. April waren Tito und seine Band zu Gast im Z7 und boten dort volles Programm!
Geboren in Mexico und als Sohn eines Fallenstellers in der Wildnis Alaskas aufgewachsen, begann Tito Larriva’s Karriere in Los Angeles. Mit den «Plugz» und später den «Cruzados» nahm diese schnell Fahrt auf. Eine Top 10 Single und ein Cover auf dem Billboard Magazin später wurde Larriva Teil der L.A. Musik und Film-Szene der 80er Jahre. Im Probenraum nebenan machten die Red Hot Chili Peppers ihre ersten Gehversuche. Emmylou Harris, Jeff Porcaro (der früh verstorbene Toto-Drummer) waren seine Nachbarn. Zeitgleich begann auch die Schauspiel-Karriere des ausgebildeten Ballet-Tänzers. Nach dem Debüt als «Hammy» in der «Pee-wee Herman Show» (1981) arbeitete er mit Patrick Swayze (Roadhouse), Johnny Depp (Once Upon A Time In Mexico), Antonio Banderas (Desperados 2), mit Mel Gibson und Milla Jovovic in Wim Wenders´ «The Million Dollar Hotel», David Byrne (True Stories), Cheech Marin (Born In East LA), dem oscar-prämierten Kurzfilm «Session Man» sowie R. Rodriguez (Grindhouse) und schrieb Musik für über 50 Filme (u.a. «Machete» 2010) und Fernsehserien.
Der Startschuss für Tito & Tarantula war Robert Rodriguez‘ Angebot an «From Dusk Till Dawn» (1995) mitzuarbeiten. Die legendäre Performance als Vampire-Hausband der «Titty Twister»-Bar und der weltweite Erfolg des Films brachte die Band erstmals nach Europa. Der Europa-Release des Debüt-Albums «Tarantism» folgte 1997. Neben den Klassiker Songs aus «From Dusk Till Dawn», «After Dark» und «Angry Cockroaches», ist «Tarantism» ein Zeitdokument zahlreicher Studiosessions und umfasst einen Zeitraum von 10 Jahren kreativer Arbeit mit den besten Musikern und Produzenten, die L.A. zu bieten hat. Tito & Tarantula entstand aus Musikern der wöchentlichen Session, die Larriva unter dem Namen Tito & Friends mit stets herausragenden Musikern der L.A.-Szene veranstaltete. Neben dem Gitarristen Steven Hufsteter von dem gesagt wird, er hätte Bob Dylans Angebot, in seine Band einzusteigen abgelehnt, war die Band mit Hochkarätern wie dem Drummern Alfredo Ortiz (Beastie Boys) und Rafael Gayol (A-ha, Leonard Cohen) in Europa, Asien Nord-, und Südamerika auf Tournee.
20 Jahre, unzählige Konzerte und 4 Studioalben später, erscheint der Re-Release des Debüt Klassiker Album «Tarantism» mit etlichen bisher unveröffentlichten Bonus-Tracks. Produziert von Robert Rodriguez und David Tickle (Blondie, U2), aufgenommen in den besten Studios von L.A. ist «Tarantism» ein Zeitdokument, das fast 10 Jahre Larrivas‘ Kreativität dokumentiert. Neu gemastert und mit etlichen neuen und bisher auch live noch nie präsentierten Tracks aus der gleichen Tarantism-Recording-Session, ein guter Grund, unter dem Motto «Lost Tarantism» nun wieder auf Tournee zu gehen. Dazu konnte wieder Gitarrist und Gründungsmitglied Peter Atanasoff, der auch in «From Dusk Till Dawn» zu sehen ist, gewonnen werden, der schon als 16-jähriger Wunderknabe mit der Paul Butterfield Bluesband um die Welt getourt ist. Auch der Drummer Johnny «Vatos» Hernandez, bekannt durch Oingo Boingo und natürlich aus dem Titty Twister, ist wieder zu der Band gestossen, um das Jubiläum auf der Bühne mit zu feiern. Am Bass wird man Tito’s Tochter Lolita Carrol Larriva sehen können, die so die musikalische Tradition der Familie Larriva fortführt.
Das Z7 war sicherlich nicht ganz ausverkauft, aber mit Beginn des Gigs von Tito & Tarantula kurz nach 21 Uhr doch gut gefüllt. Nun aber erst eines nach dem anderen, als erstes betraten «The Legendary» die Bühne. Thorsten Rock (Guitars & Vocals), Stefan Tönjes (Drums) und Robin Matteo (Bass) bringen die Besucher des Pratteler Z7 mit ihrem – selbst so betitelten – «Old School Rock» vierzig Minuten lang auf gute Betriebstemperatur. Mit Songs wie «Last of Our Days», «I Wish I Had a Beer as Cold as Your Heart», «Hardrock Hotel», «If I Was a Girl» und «Pirates» heizen sie dem Publikum so richtig ein.Das funktioniert bei dieser recht neuen Band, die sich erst im Jahr 2014 formierte und eben noch nicht auf zahllose Tonträger zurückgreifen kann, tadellos. Ein Power-Trio mit tollem eigenem Songmaterial und einer grossartigen Bühnenpräsenz, die einfach mitzureissen vermag. Ein richtig cooler Einstieg in den Abend und die Fans werden so hervorragend auf den Hauptact vorbereitet.
Nach einer kurzen Umbauphase betreten nach einem längeren eingespielten instrumentalen Intro Tito Larriva und die Band die Bühne und legen gleich mächtig los. Der Boss nennt seine Band später seine Familie. Natürlich gibt er als singender Frontmann freundlich, aber bestimmt den Ton an. Dunkelgrauer Anzug, makellose Lederschuhe, dunkle Brille, die Haare zum kurzen Pferdeschwanz zusammengebunden. So sieht ein Familienoberhaupt aus, das sich zwanzig Jahre nach dem Kultfilm «From Dusk Til Dawn» aus der mexikanischen Wüste in das Basler Z7 verirrt hat. Peter Atanasoff erinnernd an diesem Abend mit seinen Gesichtszügen etwas an Ray Liotta und ich weiss nicht, wie oft ich bereits die Urbesetzung mit dem Irokesen Johnny «Vatos» Hernandez am Schlagzeug sehen konnte. Lang ist es her, aber wenn auch immer ich die Gelegenheit hatte, die Band zu sehen, habe ich ihre Konzerte besucht. Auch die bildhübsche Tochter Lolita Carrol Larriva am Bass, der deutsche Multiinstrumentalist Marcus Praed, abwechselnd an Gitarre und Keyboards, Alyssa Grace an Violine, Mandoline und an diversen Percussion-Instrumenten vermochten an diesem Abend zu überzeugen.
Geboten wurde ein Programm, das sich aus dem wieder veröffentlichten Debut «Tarantism» und dem neu veröffentlichten «Lost Tarantism» bediente. Insgesamt ein fantastischer und stellenweise auch für den Zuhörer schweisstreibender Konzertabend, der nach «After Dark» und einer Vielzahl tanzender Fans auf der Bühne mit der Zugabe «Angry Cockroaches» kurz nach 11 Uhr zu Ende geht. Ein grossartiger Abend mit einer Bomben-Stimmung und einer Band, der es sichtlich Spass machte auf der Bühne zu stehen. Der schmutzige, mexikanisch angehauchte Wüsten-Rock mit seinen «twanggy» Gitarren, dem dreckigen Gesang und die punkige, verschwitzte Bühnenperformance wirkt immer wieder dermassen authentisch, dass man sich fürwahr im «Titty Twister» wähnt. Einfach ohne Salma Hajek, deren Performance aus dem Film noch das Tüpfelchen auf dem i oder besser der Show von «Tito & Tarantula» wäre, aber die Band rund um Tito kommt auch ganz gut ohne solche Show-Elemente aus und heizt dem Publikum auch so mächtig ein.
Setlist:
Zugabe:
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Na Freunde, findet ihr den DeLorean?
