Für „The Killing of a Sacred Deer“ liess sich der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos (The Lobster) von der Mythologie seines Heimatlandes inspirieren, von dem Werk Iphigenie in Aulis des griechischen Dramatikers Euripides, der im 5. Jahrhundert vor Christus lebte. In der tragischen Geschichte fordert die Göttin Artemis vom nach Troja reisenden Heerführer Agamemnon, seine Tochter Iphigenie zu opfern, erst dann würde sie die Windstille in der Hafenstadt Aulis aufheben, die die Weiterfahrt verzögerte. Im psychologischen Thriller arbeitet Steven Murphy (Colin Farrell) als angesehener Herz-Chirurg und führt gemeinsam mit seiner Frau Anna (Nicole Kidman), einer Augenärztin, ein Leben in Wohlstand. Gemeinsam haben sie zwei Kinder, die 14-jährige Kim (Raffey Cassidy) und den 12-jährigen Bob (Sunny Suljic). Mit Martin (Barry Keoghan) lernt Steven jedoch in seiner Funktion als Arzt einen 16-jährigen Jugendlichen aus sozial schwachen Verhältnissen kennen, nimmt ihn unter seine Fittiche und stellt ihn schliesslich seiner Familie vor. Martin übt allerdings einen negativen Einfluss auf das Leben des Mediziners aus und je mehr er den Jungen und dessen alleinerziehende Mutter (Alicia Silverstone) an sich heranlässt, desto chaotischer wird sein eigenes Leben, bis er schliesslich eine gravierende Entscheidung treffen muss, die ein undenkbares Opfer von ihm verlangt, wenn er nicht alles verlieren will.

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