Was genau ist das Social Credit System?
Das Social Credit System (SCS) geht um die Herstellung einer neuen Form von informationstechnologiebasierten Marktregulationen in China. Es möchte das Verhalten von Marktteilnehmern so verbessern, wie die Kommunistische Partei und die chinesische Führerschaft es für gut befinden. Das System deckt beides ab, Firmen und Einzelpersonen.
Was ist Ihrer Ansicht nach die Überlegung hinter dem SCS? Welche Probleme löst es?
Die chinesische Führerschaft glaubt, es gäbe ein grundsätzliches Fehlen von Vertrauen – nicht nur in der Wirtschaft, sondern allgemein in der Gesellschaft. Vertrauen sei essentiell für jede Art von Marktplatz, um zu arbeiten, und für jede Art von Transaktion, damit diese erfolgreich stattfinden kann.
Mit dem SCS beabsichtigt die Regierung, Anreize zu schaffen für vertrauenswürdiges Verhalten seitens Firmen und Einzelpersonen. Interessant daran ist, dass die Regierung versucht, als Regulator weniger sichtbar zu sein, und sich stattdessen darauf verlässt, dass das System die Akteure dazu anreizt, sich selbst zu regulieren. In diesem Sinne ist das SCS der Versuch, eine «unsichtbare Hand» zu erschaffen.
Wie funktioniert das Social Credit System für Firmen genau? Wie ist es mit dem SCS für Einzelpersonen verknüpft?
Wie auch für Einzelpersonen beinhaltet das SCS für Firmen viele verschiedene Systeme, die miteinander verbunden sind, dieselbe Logik teilen und Daten und Bewertungsresultate austauschen. Eine zentrale Datenbank arrangiert den Datenaustausch zwischen den verschiedenen Bewertungsmechanismen für Firmen. Zurzeit produzieren hauptsächlich Regierungsbehörden eine Bandbreite von Bewertungen für Firmen, die üblicherweise 5 bis 6 Stufen haben. Der Punktestand kann das ökologische Verhalten, Steuerzahlerverhalten etc. messen. Eine niedrige Bewertungsnote kann oft dazu führen, dass eine Firma auf eine Schwarze Liste gesetzt wird. Es gibt verschiedene Listen und es sind unterschiedliche Sanktionen mit ihnen verbunden. Es ist jedoch nicht immer klar, was zu einem Eintrag auf der Schwarzen Liste führt. Wir wissen aber, dass die Bewertungen zwischen Ämtern geteilt werden und einander gegenseitig beeinflussen können: eine schlechte Zollamtbewertung führt zu einer niedrigeren ökologischen Verhaltensbewertung und so weiter.
Die massive Datenmenge, die nötig ist für die Einschätzungen, werden durch Inspektionen gesammelt, aber sehr oft sind es Daten, die die Firma selber einreichen muss – und öfters als nicht, geschieht dies immer noch auf Papier!
Die Systeme für Firmen unterscheiden sich von denjenigen für Einzelpersonen und sie scheinen bereits viel weiter entwickelt. Die Voraussetzungen für Firmen sind sehr detailliert und spezifisch. Das macht es für Firmen möglich, sich für das Social Credit System vorzubereiten. Beide Systeme, für Firmen und Einzelpersonen, sind miteinander verknüpft. Wenn eine Firma auf der Schwarzen Liste erscheint, könnten einige der Geschäftsführer genauso auf die Schwarze Liste für Einzelpersonen gesetzt werden. Und negative individuelle Einschätzungen können die Bewertungsnote einer Firma beeinflussen.
Interview von Asia Society Switzerland, Mirjam Meissner studierte Sinologie, Wirtschaft und Politik in Berlin als auch in Wuhan, China
Quelle des obigen übersetzten Textes:
https://asiasociety.org/switzerland/social-credit-system-part-iv
Ergänzende Links:
https://freewestmedia.com/2022/03/11/ukraine-already-has-a-social-credit-system/
https://corona-transition.org/wolodymyr-selenskyj-setzt-klaus-schwabs-great-reset-plane-um
https://www.welt.de/wirtschaft/article237100829/WHO-Auftrag-Deutsche-Telekom-baut-weltweite-Loesung-zur-Pruefung-von-Impfnachweisen.html
https://corona-transition.org/bis-2026-sollen-wir-alle-gechipt-sein


«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








