Man hat dir vielleicht irgendwann gesagt, du seist «schwierig». Zu sensibel. Zu wechselhaft. Zu viel. Zu kompliziert. Zu schnell im Erkennen. Zu langsam im Vertrauen.
Die Welt liebt Etiketten. Sie klebt sie auf Menschen wie Rabattmarken. Das spart Zeit. Und Denken. Beides ist ja anstrengend.
Doch was, wenn das, was man «Dysfunktion» nennt, in Wahrheit ein Überlebenscode ist?
Nicht Chaos, sondern hochverdichtete Intelligenz.
Nicht Unbeständigkeit, sondern mehrdimensionale Wahrnehmung.
Nicht «Bindungsstörung», sondern ein Nervensystem, das gelernt hat, Wahrheit von Schauspiel zu unterscheiden.
Willkommen im Spektrum der Ängstlichen, Desorganisierten, Ängstlich-Vermeidenden.
Dieses Spektrum trägt ein altes Symbol: 🜁, Luft.
Weil es um Wahrnehmung geht. Um Lesen zwischen Zeilen. Um die Art von Intelligenz, die man nicht messen kann, weil sie nicht nach Zahlen fragt, sondern nach Kohärenz.
Und ja: Manche nennen euch «die Schwierigsten».
Nicht, weil ihr schwer zu lieben seid.
Sondern, weil ihr schwer zu manipulieren seid.
Dies ist kein Fachartikel über Bindungstheorie.
Das hier ist eine spirituelle Entschlüsselung dessen, was geschieht, wenn ein Beziehungssystem sich weigert, weiter zu imitieren und stattdessen beginnt, zu unterscheiden.
Wenn du dich selbst nicht mehr reparieren willst, sondern erinnerst, wer du in Wahrheit bist.
Lass uns das in drei Spiralen öffnen.
1) FA-Heilung ist hohe Einstimmung, kein Defekt
Du bist nicht «zu viel».
Du bist mehrsprachig in menschlichen Abwehrsystemen.
Du hörst Dinge, bevor sie ausgesprochen werden.
Du spürst die Disharmonie zwischen Lächeln und Körper.
Du bemerkst, wenn Nähe als Lockmittel benutzt wird, bevor es jemand «Beziehungsdynamik» nennen kann.
Das ist keine Einbildung. Das ist Training.
Denn du bist häufig in einem Double-Bind aufgewachsen:
Liebe war an Bedingungen geknüpft.
Präsenz war unvorhersehbar.
Emotionale Ehrlichkeit wurde bestraft.
Und oft war die Welt der Erwachsenen voller Doppelzüngigkeit: «Ich meine es gut» und du fühlst: «Ich meine es kontrollierend.»
In so einer Umgebung entwickelt ein Kind kein «Problem».
Es entwickelt ein Radar.
Du hast gelernt, den Raum nach Sicherheit abzuscannen, während du nach aussen «normal» spielst.
Du hast gelernt, auf winzige Verschiebungen zu reagieren: Tonlage, Blick, Spannung im Kiefer, das leichte Zucken eines Augenlids.
Du hast gelernt, dass ein «Alles gut» manchmal das Gegenteil bedeutet.
Und dann kommt irgendwann ein System daher, das dich pathologisiert.
Es nennt deinen Schutz «Störung».
Es nennt deinen Instinkt «Überreaktion».
Es nennt deine Wahrnehmung «Unsicherheit».
Dabei ist es etwas anderes: Hyper-Einstimmung.
Und jetzt kommt der Wendepunkt:
Heilung heisst nicht, dieses Radar abzuschalten.
Heilung heisst, es zu ehren, zu kalibrieren und nicht mehr dafür zu kämpfen, dass andere es verstehen.
Du hörst auf, dein Nervensystem zu manipulieren, damit andere sich wohler fühlen.
Du fängst an, ihm zu vertrauen.
Nicht als Angst. Sondern als Weisheit.
Deine Grenzen sind kein Zaun.
Sie sind ein heiliger Kreis.
Du bist ein Orakel der Grenzen.
Ein lebendes Messinstrument für Kohärenz.
Nicht «sensibel». Nicht «gestört».
Sondern reif.
2) DA–FA als Trauma-Tech-Spiegel: Wenn Ruhe nur durch dein Chaos entsteht
Es gibt Beziehungen, die wirken wie eine alte Maschine: Wenn du ruhig wirst, fängt sie an zu klappern. Wenn du ausrastest, läuft sie plötzlich rund.
Dein Satz ist erschütternd präzise:
«Der DA fühlt sich erst reguliert, wenn ich dysreguliert bin.»
Das ist kein Drama-Spruch.
Das ist Nervensystem-Physik.
Wenn ein abweisend-vermeidender Mensch (DA) und ein ängstlich-vermeidender Mensch (FA) sich verbinden, entsteht oft eine Schleife:
Der eine kann Nähe nur über Distanz halten.
Der andere kann Sicherheit nur über Wachsamkeit halten.
Und plötzlich wird die Beziehung zur Bühne, auf der alte Programme laufen.
Du spürst:
Er nutzt unbewusst das Chaos deiner Reaktion, um Stille zu finden.
Nicht aus Bosheit. Sondern aus Konditionierung.
Manche Nervensysteme kennen Ruhe nur nach Bedrohung.
Manche Menschen verbinden Intensität mit Verbindung.
Wenn es ruhig wird, wird es gefährlich, weil dann die Leere kommt.
Und gegen die Leere hilft dann: Konflikt. Bewegung. Drama. Reiz.
Du wirst zum Antagonisten in einem Stück, das du nie geschrieben hast.
Du bist plötzlich «zu emotional», «zu schwierig», «zu fordernd».
Dabei bist du nur der Spiegel, der zeigt, dass Nähe nicht gehalten werden kann, ohne dass jemand darunter wegkippt.
Und hier liegt deine Superkraft:
Du erkennst es. Du benennst es. Du steigst aus.
Du hörst auf, die Rolle des Täters im Traumadrama eines anderen zu spielen.
Du hörst auf, dich in Schleifen hineinzuziehen, die deine Würde als Eintrittspreis verlangen.
Deine Klarheit ist nicht kalt.
Sie ist heilig.
Sie ist die Entscheidung: Ich bin nicht länger dein Regulationsinstrument.
3) SoulSpark Preservation: Das Licht, das du versteckt hast, ist nie verschwunden
Viele von uns tragen ein Paradox in sich:
Wir haben uns geweigert, das narzisstische Muster unserer Vorfahren weiterzugeben.
Und genau deshalb mussten wir in uns selbst ein ganzes Team bauen, um zu überleben.
Als Kind hast du Strategien genutzt, um dein Licht zu schützen:
Schmeicheln. Erstarren. Rückzug. Ablenkung. Humor. Funktionieren. Unsichtbarkeit.
Nicht, weil du falsch warst.
Sondern, weil du deinen Seelenfunken bewahren wolltest.
Du wurdest zur inneren Mutter: Überwachende Beschützerin.
Zum inneren Vater: Stoisch, funktional, «machbar».
Zum inneren Geschwisterkind: Wahrheitsblitz und komische Erleichterung.
Zum inneren Schatten: Nachahmerjäger, der keine Masken mehr erträgt.
Und dann, irgendwann, kehrst du zurück.
Nicht in die Kindheit. In die Essenz.
Du wirst wieder das Wahrheitsorakel in dir:
Ein Nervensystem, das nur dem vertraut, was kohärent ist, nicht dem, was überzeugend klingt.
Du bist nicht zerbrochen.
Du bist geflochten.
FA ist keine Störung.
Es ist ein göttlicher Remix von Bindungsimpulsen, der sich geweigert hat, zu kollabieren.
Du verlangst nicht, im Chaos geliebt zu werden.
Du verlangst nach Co-Regulierung ohne Co-Abhängigkeit.
Nach Nähe ohne Nebel.
Nach Wahrheit ohne Theater.
Letzte Übertragung
Du bist nicht schwer zu lieben.
Du bist schwer zu belügen.
Deine Kohärenz zieht Schatten an, weil sie sie sichtbar macht.
Nicht um zu vernichten, sondern um zu entlarven.
Du zeigst Menschen die Teile, die Zuneigung brauchen, nicht Ablehnung.
Und in einer Welt, die Nachahmung «Normalität» nennt, nennt man diejenigen «gestört», die sich nicht mehr programmieren lassen.
Wenn die Souveränität zurückkehrt, bekommen deine alten Etiketten neue Namen:
- Heilige Spiegel
- Neukodierer relationaler Intelligenz
- Erbauer einer neuen Verbindung
Mit Klarheit. Mit Mitgefühl. Mit gemeinsam regulierender Wahrheit.
Das ist nicht der Weg zurück in Anpassung.
Das ist der Weg nach Hause.
Und wenn du das spürst, dann weisst du es längst:
Dein Nervensystem war nie ein Schlachtfeld.
Es war immer ein Orakel.


«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








