Kennt ihr das? Man befindet sich in einer sozialen Geiselhaft, der man nicht entfliehen kann… und irgendjemand kaut einem das Ohr ab mit Informationen und Nonsensgeschichten, bei denen man regelrecht spürt, wie wertvolle Lebenszeit eine imaginäre Sanduhr hinunterbröselt? Ha… ICH NICHT, ihr Loser! Warum? Weil ich bereits vor jahren mein Spontan-Entsozialisierungs Manöver (S.E.M.®) implementiert habe.
Irgendwann erkennt man Energiediebe bereits im Ansatz! Kein Scheiss – sobald ich sowas höre wie «Arbeite mit’n paar Spezis an ner App…» oder «In meiner Jugend war ich in Australien wandern…» bin ich RAUS! Sobald sich Anzeichen von Hirnfrass oder nichtsnutzigem Smalltalk häufen (ens Häufens von ens alltagstalk) handele ich BLITZARTIG. Man darf sich erst gar nicht langsam und höflich rauswinden (aka klingonischer Abgang!)… diese Energievampire erkennen das sofort und wechseln das Thema… bis man SO tief in einem diabolischen Konstrukt aus Triggern und Zwängen gefangen ist, dass man NIE MEHR DORT rauskommt.
Spontan-Entsozialisierungs-Manöver (S.E.M.®) muss HART und blitzschnell passieren. Mitten in seiner oder ihrer Abhandlung über B-313er Formulare «auf Arbeit» BRÜLLT MAN SO LAUT MAN KANN: «Nichts von dieser Information interessiert mich. Bitte kontaktiere mich nie wieder.» Dann einfach gehen. Woanders hin auf der Konfirmationsparty oder dem Sommerfest… sogar zum alten Hippie mit der E-Zigarette… völlig egal. Niemand hat mehr Zeit für solche Scheisse. Sollen die doch Selbstgespräche führen.
Noch schlimmer auf Dates. Ich stell mir gerade ne Frau mit so nem Urst-langweiligen (Profilfoto aus Unizeiten) Tinderboy vor. Oder andersrum. Warum sage ich das? Ich stelle es mir genau so vor. Nicht andersrum. Wollte nur kurz politisch korrekt tun, aminakoyim, schmutzige Läusebande… egal… jedenfalls langweilt er sie endlos. Und sie benutzt S.E.M.®: «Hör mal, Lukas, Peter, Jonas-Sultan Hengst… ich habe deinen Namen bereits vergessen, als ich untenrum bei deiner erbärmlichen Restaurantauswahl vertrocknet bin. Sorry! Jedenfalls… dein Gelaber über west-andalusische Asterblüten und den aktuellen globalen Grafikkartenmangel… interessieren mich ungefähr so sehr, wie die Anzahl von abgeschlossenen Zeitschriftenabos eines Hirschkäfers mit Namen Zurpp. Ich bin müde… stehe kurz vor einem beruflichen Burn-Out… meine jüngere Schwester, die dumme Schlampe hat gerade geheiratet, ich bin «zorny®» (zornig + horny) und habe KEINE EINZIGE SEKUNDE MEHR ZU VERSCHWENDEN für deine BELANGLOSEN WORTSUPPEN… Jaaaaaaaa… wir müssen alle langsam was unternehmen wegen der Umwelt… jaaaaa, Tarantino ist ein Genie… meine GÜTE… FICKEN wir heute noch oder willst du mich ZU TODE QUÄLEN? Soooo gut siehst du nämlich AUCH nicht aus.» Classic S.E.M.®
Bin instant verknallt in sie… eine fiktive Person aus meinem eigenen Gehirn… also eigentlich in mich selbst… bin ich etwa einsam…?

(via Snickers für Linkshänder)







«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








