Es ist passiert. Jemand hat den Stecker gezogen. Nicht am Internet, keine Sorge, so viel Glück haben wir noch nicht. Sondern an dem, was seit Ende 2022 unaufhaltsam wuchert wie digitaler Schimmel: KI-generierter Inhalt. Die Browser-Erweiterung Slop Evader macht genau das, was eigentlich Suchmaschinen hätten tun sollen, bevor sie sich kollektiv entschieden haben, jedes Wort mit Wahrscheinlichkeitsbrei zu panieren.

Slop Evader: Wie man den KI-Brei aus dem Netz kratzt

Das Prinzip ist herrlich brutal: Alles, was nach dem 30. November 2022 veröffentlicht wurde, fliegt raus. ChatGPT-Startdatum. Der Moment, ab dem das Internet begann, sich selbst zu fressen und als Antwort wieder auszuspucken. Slop Evader blendet neuere Seiten konsequent aus und zeigt stattdessen Texte, Diskussionen und Quellen aus einer Zeit, in der Menschen noch selbst gedacht, formuliert und gelegentlich sogar recherchiert haben.

Das Ergebnis fühlt sich an wie ein Spaziergang durch eine verlassene Stadt. Plötzlich sind sie wieder da: Forenbeiträge mit Tippfehlern. Blogposts mit Meinung. Artikel, die nicht klingen, als hätten sie sich selbst geschrieben, um niemandem wehzutun. Kein «In diesem Artikel werden wir untersuchen», kein «Als KI-Modell kann ich sagen», kein seelenloses Content-Recycling mit SEO-Atemnot.

Kein Wunder also, dass viele Nutzer begeistert zugreifen. Suchmaschinen und soziale Netzwerke sind inzwischen vollgestopft mit Texten, die aussehen wie Inhalte, sich aber anfühlen wie Verpackungsmaterial. Generische Antworten, automatisierte Bilder, endlose Variationen derselben fünf Aussagen. Originalität wird simuliert, Perspektive statistisch approximiert, Wahrheit optimiert für Klickrate.

Ursprünglich war Slop Evader angeblich ein künstlerisches Experiment. Natürlich. Alles beginnt heute als «Experiment» bis jemand merkt, dass es ein echtes Bedürfnis trifft. In diesem Fall das Bedürfnis, nicht bei jeder Suche das Gefühl zu haben, man rede mit einer mittelmässig trainierten Tapete.

Für die einen ist das Tool Nostalgie. Ein Filter, der an ein Internet erinnert, das persönlicher war, roher, widersprüchlicher. Für andere ist es schlicht ein Werkzeug zur Selbstverteidigung. Gegen Textmüll. Gegen automatisierte Meinungen. Gegen den Eindruck, dass das Netz seit 2023 weniger ein Ort des Austauschs ist als eine Endlosschleife aus sich selbst bestätigenden Maschinen.

Und ja, die Ironie ist köstlich. Wir brauchen eine Erweiterung, um wieder an Inhalte zu kommen, die nicht von Systemen produziert wurden, die angeblich dafür gebaut sind, uns zu helfen. Slop Evader stellt damit eine unangenehme Frage: Wenn wir aktiv filtern müssen, um Menschliches zu finden – was genau haben wir dann eigentlich «verbessert»?

Vielleicht ist das Tool kein Rückschritt. Vielleicht ist es ein Notausgang. Eine mit Staub, alten Links und überraschend viel Substanz.

Slop Evader - Chrome Web Store
Slop Evader - Chrome Web Store
Developer: Unknown
Price: Free
Slop Evader
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Developer: Tega
Price: Free

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«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.

Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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