Es gibt Lebensmittel, die eine Herkunft haben. Und es gibt Rapsöl, das eine Karriere hat. Eine zweite. Nach dem Krieg. Mit neuem Namen, neuem Image und einem erstaunlich kurzen Gedächtnis beim Publikum.
Ursprünglich war Rapsöl kein Geschenk der Natur an die Küche, sondern ein zuverlässiger Helfer für Dampfmaschinen. Es blieb bei Kälte flüssig, zersetzte sich nicht sofort bei Hitze und sorgte für reibungslosen Lauf. Genau das, was man von einem guten Schmierstoff erwartet. Während des Zweiten Weltkriegs lief die Produktion auf Hochtouren, besonders in Kanada. Millionen Hektar für Maschinen. Nicht für Menschen.
Dann kam 1945. Der Krieg war vorbei. Die Schiffe benötigten kein Schmieröl mehr. Und plötzlich stand man da mit riesigen Mengen Industrieschmierstoff und ohne Abnehmer. Tragisch. Wirklich. Bis jemand die brillante Idee hatte, die nur in einer industrialisierten Konsumgesellschaft entstehen kann: Was, wenn wir es einfach essen?
Kleines Problem: Das damalige Rapsöl enthielt hohe Mengen Erucasäure. Ungünstig fürs Herz. Zumindest in Tierversuchen. Aber statt das Produkt zu hinterfragen, hinterfragte man die Pflanze. Man züchtete neue Sorten, senkte den problematischen Anteil und erfand einen neuen Namen. «Canola». Klingt freundlich. Harmlos. Fast wie ein Wellnesskurs.
Ab den 1970er-Jahren begann die grosse Erzählung. Rapsöl sei herzgesund. Besser als Butter. Modern. Wissenschaftlich. Schulmedizin und Ernährungslehre reichten sich die Hand, während sie mit dem Finger auf gesättigte Fette zeigten und Angst verbreiteten. Butter wurde zur Gefahr erklärt. Talg zum Relikt. Tradition zum Risiko.
Was man dabei elegant verschwieg: Rapsöl wird bis heute meist chemisch mit Hexan extrahiert, hoch erhitzt, raffiniert, gebleicht, desodoriert. Es oxidiert beim Erhitzen gern. Es enthält reichlich Omega-6-Fettsäuren, die im Übermass entzündungsfördernd wirken können. Aber hey, Hauptsache «pflanzlich» und mit Herzsymbol auf der Flasche.
So sitzen wir nun da. Die Urgrossmutter kochte mit Butter vom Bauernhof. Du kochst mit industriell verarbeitetem Maschinenöl aus Monokulturen und nennst es Fortschritt. Die Schulmedizin nickt dazu und warnt dich gleichzeitig vor Cholesterin, während sie dir Angst vor allem macht, was früher Generationen ernährt hat.
Wenn du also das nächste Mal «herzgesundes Rapsöl» liest, denk kurz nach. Nicht panisch. Nicht dogmatisch. Nur wach. Vielleicht ist nicht alles, was modern vermarktet wird, auch wirklich Nahrung. Manches ist einfach nur ein Überschuss mit gutem Marketing.

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Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen
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Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.
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