Es ist ein faszinierendes Schauspiel: Während Europas politische Klasse noch mit erhobenem Zeigefinger an ihrer moralischen Selbstbeweihräucherung lutscht, marschiert Donald Trump auf die Bühne und zieht den Vorhang zur Seite. Dahinter kein grosser Zauber, sondern ein Verwaltungszirkus aus Selbstlügen, Ausreden und ritualisiertem Versagen. Ob man Trump mag oder nicht, ist dabei ungefähr so relevant wie die Sitzordnung beim Untergang der Titanic. Entscheidend ist, dass jemand den Mut hat, die Musik abzustellen.
In Davos, diesem Hochamt der globalen Selbstbestätigung, hielt Trump den europäischen Eliten eine Abrechnung, die wehtat. Nicht, weil sie laut war, sondern weil sie nüchtern war. Energiepolitik: Selbstgewählter Blackout. Migration: Moralisch aufgeladen, praktisch chaotisch. Bürokratie: Hypertropher Selbstzweck. Staat: Gelähmt aus Angst, jemanden zu verärgern. Während Europa erklärt, warum etwas leider nicht geht, erklärt Trump, warum er es trotzdem macht. Das ist der eigentliche Affront.
Parallel dazu laufen die wirklich interessanten Dinge wie immer nicht auf der grossen Bühne, sondern im Schatten der Hochsicherheitszäune. Zum Beispiel in Spiez. Ein BSL-4-Labor unter WHO-Schirmherrschaft, diplomatisch immunisiert, praktisch unkontrollierbar. Gain-of-Function-Forschung auf Schweizer Boden, flankiert von Rüstungs- und Pharmastrukturen in unmittelbarer Nähe. Transparenz gegenüber dem Souverän? Fehlanzeige. Kontrolle? Theoretisch vorgesehen, praktisch ausgelagert. Verantwortung? Diffus wie Nebel über dem Thunersee.
Während Trump in den USA Gain-of-Function verbietet und der WHO den Geldhahn zudreht, entsteht in Europa ein logistischer Ausweichparkplatz für genau jene Forschung, die anderswo politisch unerwünscht ist. Zufall natürlich. Reiner Zufall, dass Drittmittel, diplomatische Immunität und internationale Organisationen hier eine perfekte Symbiose eingehen. Der Bock als Gärtner, nur dieses Mal mit Sicherheitsstufe vier und Pressesprecher.
Die Argumentationslinie ist dabei stets dieselbe: Alles dient dem Schutz. Alles dient der Prävention. Alles ist alternativlos. Und weil es so komplex ist, soll bitte niemand genauer hinschauen. Wer Fragen stellt, stört den Betriebsfrieden. Wer Transparenz fordert, gefährdet angeblich die Sicherheit. Wer Kontrolle verlangt, gilt als naiv. Es ist ein bemerkenswert elegantes System: Maximale Macht bei minimaler Rechenschaft.
Besonders pikant wird es, wenn man sich die Renditeversprechen ansieht, die rund um Pandemien kursieren. Return on Investment in zweistelliger Höhe. Pandemien als kalkulierbares Geschäftsmodell. Wer hier noch an reine Menschenfreundlichkeit glaubt, sollte vielleicht auch an den Weihnachtsmann glauben. Wenn Pandemien planbar werden, dann nicht, weil die Natur so berechenbar ist, sondern weil jemand glaubt, sie berechenbar machen zu können.
Und genau hier liegt der Kern des Problems: Gain-of-Function ist keine neutrale Wissenschaft. Sie ist immer offensiv gedacht. Biowaffen sind keine Verteidigungsinstrumente. Sie richten sich nicht gegen Panzer, sondern gegen Gesellschaften. Ihre perfideste Eigenschaft ist nicht ihre Stärke, sondern ihre Verzögerung. Langsame Wirkung, späte Symptome, diffuse Kausalität. Perfekt geeignet, um Verantwortung zu verdünnen und Kritik im Nebel der Statistik verschwinden zu lassen.
Die letzten Jahre haben gezeigt, wie gut dieses Spiel funktioniert. Angst ersetzt Debatte. Moral ersetzt Analyse. Massnahmen ersetzen Verantwortung. Und wer sich nicht fügt, zahlt. In der Schweiz diskutiert man inzwischen offen über empfindliche Bussen für Impfverweigerung. Nicht Argumente sollen überzeugen, sondern Portemonnaies. Erpressung als Gesundheitsstrategie. Elegant, effizient, autoritär.
Was Trump hier unfreiwillig offenlegt, ist nicht seine eigene Grösse oder Kleinheit, sondern die Blösse Europas. Ein Kontinent, der sich als Wertegemeinschaft inszeniert, aber kritische Infrastruktur an internationale Organisationen auslagert, die sich selbst kontrollieren. Ein politisches Personal, das lieber über Narrative spricht als über Zuständigkeiten. Ein System, das Vertrauen fordert, aber Transparenz verweigert.
Die Briefe an Trump, Kennedy und den Bundesrat liegen vor. Sie stellen Fragen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten: Wer trägt Verantwortung? Wer kontrolliert? Wer entscheidet? Dass diese Fragen als Provokation gelten, sagt mehr über den Zustand der politischen Kultur aus als jede Davoser Sonntagsrede.
Man muss Trump nicht feiern, um zu erkennen, was hier passiert. Er ist kein Messias, sondern ein Katalysator. Einer, der den Sauerstoff aus dem Raum zieht, in dem sich Europas Machtbetrieb jahrelang selbst beweihräuchert hat. Die Wahrheit kennt keine Gnade. Sie interessiert sich nicht für Befindlichkeiten, Labels oder moralische Selbstzuschreibungen.
Die Welt ordnet sich neu. Nicht, weil jemand das wünscht, sondern weil die alten Strukturen ihre Glaubwürdigkeit verspielt haben. Wer jetzt noch Energie in Empörung investiert, statt sein eigenes Haus in Ordnung zu bringen, wird von der Realität überholt. Nicht mit Applaus. Sondern mit Konsequenzen.

«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








