Es gibt Momente, in denen die Geschichte nicht schleicht, sondern stolpert – und dabei versehentlich auf den roten Knopf tritt. Heute Nacht, während Trump in gewohnter Grossmäuler-Manier verkündet, eine ganze Zivilisation werde untergehen, «um nie wieder zurückzukehren» – wobei er das mit der Emphase eines Reality-TV-Moderators sagt, der gerade die letzte Staffel seiner liebsten Trash-Show ankündigt – während also dieser Mann das Schicksal des Iran in 280 Zeichen fasst, antwortet Teheran mit einer Drohung, die sich gewaschen hat: Infrastruktur der USA und ihrer Partner im Persischen Golf, Öl und Gas für Jahre gekappt. Punkt. Kein Smiley.

Nuklearer Countdown auf mehreren Bühnen gleichzeitig
Nuklearer Countdown auf mehreren Bühnen gleichzeitig

Heute ist der, an dem die Bombe fällt (via Snicklink)

Und irgendwo im Hintergrund, fast schon zur Tapete geworden, läuft der andere Weltbrand weiter: Ukraine. Russland. Die NATO. Zwei Jahre Stellungskrieg, Tausende Tote täglich und eine Eskalationsleiter, deren oberste Sprosse aus Uran gefertigt ist. Willkommen in der schönsten aller möglichen Welten.

Man muss dem westlichen Politikbetrieb lassen: Er versteht es meisterhaft, mehrere existenzielle Krisen gleichzeitig zu ignorieren und trotzdem so zu tun, als habe man alles im Griff. Während die Diplomatie im ukrainisch-russischen Konflikt seit Monaten zwischen «wir liefern mehr Waffen» und «wir liefern noch mehr Waffen» pendelt, hat niemand ernsthaft die Frage gestellt, wo das logische Ende dieser Eskalationsspirale liegt. Spoiler: Es liegt nicht in einem Waffenstillstand bei Tee und Keksen in Genf.

Russland hat seine Nukleardoktrin offiziell angepasst. Nicht als leere Geste, nicht als diplomatisches Säbelrasseln für die Kameras – sondern als handfeste, schriftlich fixierte Absenkung der Schwelle für den Ersteinsatz. Die Antwort des Westens? Mehr Langstreckenraketen. Freigabe für Angriffe auf russisches Staatsgebiet. Und dazu die beruhigende Mantrahaftigkeit von Politikern, die versichern, man sei nicht Kriegspartei. Als wäre das der relevante Unterschied, wenn die erste taktische Nuklearwaffe fällt.

Nuklearer Countdown auf mehreren Bühnen gleichzeitig

Und nun also Iran. Als wäre eine thermonukleare Drohkulisse nicht genug, bastelt die Weltgemeinschaft fleissig an einer zweiten. Trump, der sich selbst für einen Dealmaker hält, hat offenbar nicht bemerkt, dass die Deals, die er anstrebt, nicht auf einem Basar in Atlantic City verhandelt werden, sondern in einer Region, die zu den ölreichsten und gleichzeitig instabilsten der Welt gehört. Wenn Iran tatsächlich die Energieinfrastruktur im Persischen Golf angreift – und die Drohung klang nicht wie Höflichkeitsformel – dann brennt nicht nur eine Pipeline. Dann brennen Lieferketten, Märkte, Bündnisverpflichtungen. Dann stellen sich Fragen, die bisher nur Planspiele in Militärakademien bevölkert haben.

Und dann – dann sind wir an dem Punkt, den die Quelle nüchtern benennt: Die einzige verbleibende Eskalationsstufe ist nuklear.

Was macht das mit der Ukraine-Situation? Es macht sie nicht besser. Es multipliziert das Chaos. Denn die USA, die gleichzeitig im Persischen Golf operieren, Russland gegenüberstehen und China am Horizont beobachten, sind kein unerschöpfliches Arsenal. Jede Ressource, die in eine Krise fliesst, fehlt in der anderen. Und jeder Akteur – Moskau eingeschlossen – liest das. Putin ist kein Tier, er ist ein Kalkulierer. Und ein Kalkulierer, dem man gerade zeigt, dass sein Gegenüber an drei Fronten gleichzeitig jongliert, zieht seine Schlüsse.

Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann einer der Jonglierenden einen Ball fallen lässt. Und welcher Ball das sein wird. «Gott segne das grossartige Volk des Iran», schreibt Trump. Als ob Gott in dieser Angelegenheit noch Schichten hat. Als ob Segen irgendwas repariert, was Jahrzehnte verfehlter Aussenpolitik, Sanktionskriege und Stellvertreterkonflkte angerichtet haben. 47 Jahre Erpressung und Korruption, heisst es. Als würde Washington dabei nicht mitspielen. Als wäre der Westen in dieser Geschichte der neutrale Erzähler und nicht einer der Hauptdarsteller.

Heute Nacht könnte eine Zivilisation untergehen. Vielleicht mehrere. Und der Mann, der darüber twittert, hält das für einen guten Anfang.

Nuklearer Countdown auf mehreren Bühnen gleichzeitig


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Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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