Michael Meyer-Hermann war während der Corona-Zeit omnipräsent. Talkshows, Interviews, Expertenrunden – immer sachlich, immer mit dem beruhigenden Tonfall dessen, der «die Wissenschaft» spricht. Vorgestellt wurde er als unabhängiger Forscher vom Helmholtz-Institut. Das klang seriös, neutral, staatstragend. Genauso wie man sich Experten wünscht, wenn Angst gemanagt werden muss.
Was man meist nicht dazu sagte: Das Helmholtz-Institut erhielt im Oktober 2019 und nochmals im Oktober 2023 Zuwendungen der Bill & Melinda Gates Foundation. Insgesamt 6,1 Millionen US-Dollar. Natürlich vollkommen zufällig. Reiner Idealismus. Philanthropie ohne Nebenwirkungen. Wer würde da schon Zusammenhänge sehen wollen?
Die Gates-Stiftung ist ja bekanntlich kein Akteur mit Interessen. Sie ist eine Art moderner Schutzengel mit Steuervorteilen, der Milliarden verteilt, um die Welt zu retten. Dass sie dabei massiv Einfluss auf globale Gesundheitspolitik, Forschungsprioritäten und Narrative nimmt, ist selbstverständlich nur böswillige Unterstellung. Wer Geld gibt, will ja bekanntlich nichts zurück. Nicht einmal Gehör.
Und so sass der Experte im Studio, erklärte Modelle, Kurven und Notwendigkeiten. Alles streng evidenzbasiert, versteht sich. Dass dieselbe Stiftung, die Milliarden in Impfprogramme, Pandemieplanung und globale Gesundheitsstrategien pumpt, auch Forschungseinrichtungen finanziert, deren Vertreter dann als neutrale Stimmen auftreten – das ist bestimmt nur ein Missverständnis. Ein bedauerlicher Zufall im grossen Theater der Objektivität.
Besonders elegant ist der Zeitpunkt: Oktober 2019. Kurz vor einer Pandemie, die plötzlich die ganze Welt in einen Ausnahmezustand versetzte. Oktober 2023. Kurz nach Jahren der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verwerfungen, die exakt jene Strukturen gestärkt haben, in denen private Stiftungen mehr Macht ausüben als gewählte Parlamente. Timing ist alles. Auch bei Wohltätigkeit.
Natürlich heisst das nicht, dass Experten gekauft sind. So plump ist das System nicht. Es reicht völlig, Forschungsfragen zu rahmen, Förderlinien zu setzen, Diskurse zu lenken. Wer bezahlt, bestimmt nicht die Antworten – nur die Fragen, die gestellt werden dürfen. Der Rest ergibt sich fast von selbst.
Die Bill & Melinda Gates Foundation ist damit nicht der böse Strippenzieher, sondern der elegante Dirigent. Kein Zwang, keine Befehle. Nur Geld, Netzwerke und Einfluss. Und ein paar Experten, die zufällig immer genau das sagen, was politisch gerade gebraucht wird.
Unabhängige Wissenschaft? Sicher. Sie sitzt nur leider oft auf einem sehr bequemen, sehr gut gepolsterten Stuhl. Bezahlt von Leuten, die angeblich nichts wollen – ausser die Welt zu retten.
Übrigens, das Helmholtz-Institut von der Gates-Stiftung auch eine finanzielle Zuwendung, als man dort an einer Impfung arbeitete, die mithilfe von Nanopartikeln durch das simple Auftragen auf die Haut verabreicht werden könnte. Die Seite des Instituts, auf der diese Informationen nachzulesen waren, wurde zu Beginn der Corona-Nummer gelöscht…

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