Freunde, hasst ihr es, neue Kontakte zu knüpfen, weil ihr Menschen einfach nicht mögt? Wenn es dir schwer fällt, mit vielen Menschen zusammen zu sein und du jedes Mal ein beklemmendes Gefühl bekommst, wenn du eine Einladung zu einem geselligen Beisammensein erhälst, mach dir keine Sorgen! Du bist kein schlechter Mensch, wenn du dich so fühlst – du bist einfach introvertiert!
Für Introvertierte ist Geselligkeit immer etwas, wovor sie sich fürchten und sie vermeiden diese um jeden Preis. Und wenn sie dazu gezwungen werden, ist das, was sie am meisten ärgert, dass sie Smalltalk mit Leuten führen müssen, die sie wahrscheinlich nie wieder sehen werden. Das Stereotyp des misanthropischen Introvertierten wird durch unzählige Facebook-Memes und Popkultur-Referenzen untermauert. Denkt an die Zeichentrickfigur Daria mit ihrer übergrossen Brille und einem Buch in der Hand oder an das eingängige Zitat von Charles Bukowski: «Ich hasse Menschen nicht. Ich fühle mich einfach nur besser, wenn sie nicht da sind.»
Introvertierte werden nervös, wenn sie sich in der Nähe von Menschen befinden, insbesondere in der Nähe von Menschen, die sie nicht kennen. Sie haben Angst vor dem Gedanken, den unangenehmen Prozess zu durchlaufen, sich anderen Menschen vorzustellen und mit ihnen die Oberflächlichkeiten der Welt zu diskutieren. Schönes Wetter heute. Ah ja, Es ist der Smalltalk, den sie hassen und vermeiden wollen – nicht die Menschen. Doch die Realität ist, jeder muss von Zeit zu Zeit etwas Smalltalk betreiben und während es Leute gibt, die es lieben, gibt es andere Leute wie Introvertierte, die es wirklich verabscheuen. Mir zum Beispiel fällt es schwer, zuzugeben, dass das Überwinden der Barriere des Small-Talks von wenig ermutigend bis geradezu furchterregendzum grössten Horror reicht. Also vereinfache ich es und sage, ich mag keine Menschen, da ich die Interaktionen auf oberflächlicher Ebene der meisten sozialen Zusammenkünfte nicht mag. Ich hasse die oberflächliche Geselligkeit.
Für Introvertierte gibt es einen grossen Unterschied zwischen «Small Talk» und «Sprechen». Und während sie es hassen, triviale und unwichtige Dinge zu diskutieren (auch als «Smalltalk» bekannt), haben sie nichts dagegen, über bedeutungsvolle Dinge zu sprechen, die tiefes Denken erfordern. Doch Geselligkeit ist ein Teil des Lebens – dem wir nicht entkommen können. Schliesslich sind wir alle Menschen und wir brauchen einander und wenn man die ganze Zeit zu Hause bleibt, lernt man keine neuen Leute kennen. Daher ist es für Introvertierte von entscheidender Bedeutung, ein Gleichgewicht zu haben. Es gibt Zeiten, in denen es am besten ist, zu Hause zu bleiben und sich einfach wohl fühlen. Aber manchmal muss man auch versuchen, sich selbst zu überwinden, die Komfortzone zu verlassen, um neue Freunde zu treffen.
Extrovertierte verstehen möglicherweise nicht, was Geselligkeit für Introvertierte bedeutet. Denn für Introvertierte ist Geselligkeit mehr als nur Zeitvertreib. Introvertierte geniessen lieber ihre eigene Gesellschaft, als einen Tag langweilig und ungemütlich in Gesellschaft zu verbringen. Denn wenn sie alleine sind, wird es ihnen nie langweilig. Sie haben immer interessante Dinge zu tun. Sie geniessen ihre Momente der Einsamkeit. Während dies für Extrovertierte lächerlich klingen mag, wissen Introvertierte sofort, wovon ich spreche. Geselligkeit ist für Introvertierte nicht selbstverständlich. Es ist ein anstrengender Prozess, sich mental darauf vorzubereiten, mit Menschen zu sprechen und viele flache Gespräche zu führen, bis die Tiefe der Unterhaltung erreicht wird, den sie geniessen können. Eine echte Herausforderung!
Also, Introvertierte, sorge dich nicht zu sehr darum, was andere Leute denken. Wenn ihr nicht gerne ausgeht – bleibt einfach zuhause. Findet euer Gleichgewicht zwischen Geselligkeit und Zeit allein. Und wenn «Small Talk» nicht dein Ding ist – tu es nicht! Es gibt viele andere Menschen wie dich, die auch gerne tiefe und bedeutungsvolle Dinge diskutieren – wie den Sinn des Lebens und die Geheimnisse des Universums. Diese Leute sind deine Masse. Du bist einfach nicht für flache Geselligkeit gemacht! Als Introvertierter sehe ich Geselligkeit so, wie ich andere Aspekte meines Lebens sehe, von denen ich weiss, dass sie auf lange Sicht gut für mich sind, aber im Moment nicht sehr angenehm.
Mir ist bewusst, wie lächerlich meine Geselligkeitsphilosophie für Extrovertierte klingen wird. Geselligkeit ist für sie das Endziel. Meine extrovertierten Freunde sind immer auf der Suche nach etwas, was sie am Wochenende, in den Ferien und gar am Feierabend tun können. Sie streben nach Geselligkeit für die unmittelbare Aufregung, die sie mit sich bringt. Der Versuch, Kontakte zu knüpfen, ist für mich ein langfristiges Ziel, das ich sorgfältig gestalte und ausbalanciere. «Ausgehen» ist für mich im Moment selten aufregend. Wenn ich Kontakte knüpfe, suche ich nicht nach einer Möglichkeit, die Zeit zu vertreiben. Ich habe bereits eine grosse Liste an Hobbys und Interessen und nicht genug Stunden am Tag, um sie alle zu geniessen. Aber ich bin immer auf der Suche nach einem neuen Menschen, mit dem ich meine Leidenschaften und meine Welt teilen kann. Manchmal lohnt es sich, diese eine neue Person zu treffen. Ich mag es zu denken, dass ich die Art von Person bin, für die es sich lohnt, Kontakt zu knüpfen und ich weiss, dass ich nicht die einzige meiner Art bin. Also, meine introvertierten Freunde, legt gelegentlich eure Bücher beiseite, geht raus und sucht nach den Leuten, die sich lohnen, Kontakte zu knüpfen – denn ich bin da draussen und suche dich…










«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








