In Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf habe ich per Zufall meine perfekte Job-Beschreibung gelesen. Kein Witz. Ich bin ein professioneller «Sachensucher»:
«Was wollen wir jetzt machen?» fragte Thomas.
«Was ihr machen wollt, weiss ich nicht», sagte Pippi. «Aber ich selbst werde nicht auf der faulen Haut liegen. Ich bin nämlich ein Sachensucher und da hat man niemals eine freie Stunde.»
«Was hast du gesagt, was du bist?» fragte Annika.
«Ein Sachensucher.»
«Was ist das?» fragte Thomas.«Jemand, der Sachen findet, wisst ihr. Was soll es anderes sein?» sagte Pippi […] «Die ganze Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich notwendig, dass jemand sie findet. Und das gerade, das tun die Sachensucher.»
«Was sind das denn für Sachen?» fragte Annika. «Ach, alles mögliche», sagte Pippi. «Goldklumpen und Straussfedern und tote Ratten und Knallbonbons und kleine Schraubenmuttern und all so was.»
Thomas und Annika fanden, dass es ganz hübsch klang und wollten auch gern Sachensucher werden, aber Thomas meinte, er hoffe, dass er einen Goldklumpen und nicht nur eine kleine Schraubenmutter finden würde.
«Wir werden ja sehen», sagte Pippi. «Etwas findet man immer. […] Ich erinnere mich an ein Mal, als ich in den Dschungeln von Borneo nach Sachen suchte. Genau mittendrin im Urwald, wo niemals ein Mensch seinen Fuss hingesetzt hatte, was glaubt ihr, was ich da gefunden habe? Ja, ein richtiges feines Holzbein. Ich habe es später einem alten Mann geschenkt, der nur ein Bein hatte, und er sagte, dass man so ein Holzbein nicht für Geld kaufen könnte. […] Es gibt nichts Schöneres, als Sachensucher zu sein. Und man muss sich nur wundern, dass nicht mehr Leute sich auf diesen Beruf werfen. Schneider und Schuhmacher und Schornsteinfeger und all so was – das können sie werden, aber Sachensucher, ach wo, das ist nichts für sie.»
Und dann sagte sie zu Annika: «Warum gehst du nicht zu dem alten Baumstumpf und fasst da hinein? Man findet wirklich fast immer Sachen in alten Baumstümpfen.»
Verfilmt haben sie meinen Job übrigens auch:






«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








