Wie das US-Verteidigungsministerium seit Jahrzehnten Hollywoods Drehbücher schreibt — und warum ihr das beim nächsten Blockbuster wissen solltet. Ihr habt Top Gun gesehen. Ihr habt Iron Man gesehen. Transformers. Black Hawk Down. James Bond. Das Marvel Cinematic Universe. Argo. American Sniper. Jurassic Park. Godzilla. Meet the Parents. Das Pentagon und die CIA haben an all diesen Produktionen mitgewirkt – ein Sachverhalt, der durch über 60’000 interne Regierungsdokumente belegt ist, die per Freedom of Information Act ans Licht kamen.

Ihr habt dabei gesessen, Popcorn gegessen, und nicht gewusst, dass ein Beamter des US-Verteidigungsministeriums das Drehbuch mitgeschrieben hat. Das nennt man in der Branche «Entertainment». Im Militär nennt man es «die wirksamste Propagandamaschine der Welt». Das Geschäftsmodell ist so simpel wie dreist: Wenn ein Filmemacher ans Pentagon herantritt und um Zugang zu Militärequipment bittet, muss er sein Drehbuch beim Entertainment Liaison Office zur Prüfung einreichen. Wird es genehmigt, gibt es Jets, Panzer und Stützpunkte gratis. Wird es abgelehnt, packt das Pentagon sein Spielzeug ein und geht nach Hause. Kein Militärhubschrauber, keine F-18, kein Flugzeugträger. Und ohne diese Ressourcen ist ein Blockbuster im Jahr 2026 so machbar wie ein Sandkasten-Kriegsfilm.

Um die volle Kooperation zu erhalten, müssen die Produzenten Verträge unterzeichnen – sogenannte Production Assistance Agreements – die sie an eine militärgenehmig­te Version des Drehbuchs binden. Filmemacher, die improvisieren oder vom genehmigten Skript abweichen, riskieren Konflikte mit dem zuständigen Pentagon-Beauftragten. Auf dem Set von Iron Man auf der Edwards Air Force Base gab es einen handfesten Streit zwischen dem damaligen DoD-Chefverbindungsmann Phil Strub und Regisseur Jon Favreau. Phil Strub. Der Mann, der Eisenmann zensiert hat. Der Mann, der bei einer Szene in Transformers die Zeile «Bring ‚em home» in den Dialog Jon Voights eingebaut hat – um dem Militär eine schützende, väterliche Qualität zu verleihen, die das DoD in der Realität bekanntlich nicht gerade verkörpert. Der Mann, der den Witz aus einem James-Bond-Film streichen liess, weil er Vietnam erwähnte.

Pentagon-Einwände – in der Regel der Todesstoss für ein Projekt – beziehen sich auf jegliche Andeutung militärischer Inkompetenz, Kriegsverbrechen, Kontrollverlust über Atomwaffen, Einfluss von Ölkonzernen, illegale Waffenverkäufe, den Einsatz chemischer oder biologischer Waffen sowie US-amerikanische Förderung von Staatsstreichen im Ausland oder Beteiligung an Folter und Attentaten. Genau also die Dinge, die das US-Militär nachweislich getan hat. Die Ironie sitzt tief und brennt lange.

Die Dokumentation «Theaters of War» kommt zum Schluss, dass Pentagon und CIA direkte redaktionelle Kontrolle über mehr als 2500 Filme und TV-Sendungen ausgeübt haben. Zur Einordnung: Das sind nicht Produktionen, bei denen ein Offizier gelegentlich am Set vorbeischaute. Das ist systematische Skript-Aufsicht. Das ist ein Regierungsapparat, der in der frühesten Entwicklungsphase eingreift – laut internen Dokumenten genau dann, «wenn Charaktere und Handlungsstränge am leichtesten im Interesse der Armee geformt werden können». Propaganda wirkt am effektivsten, wenn sie als Unterhaltung durchgeht: Man ist offener für die Aufnahme von Ideen, weil die Abwehr unten ist. Das ist kein Zitat eines skeptischen Bloggers. Das ist das Fazit eines Wissenschaftlers in der Dokumentation. Und es ist die präziseste Beschreibung dessen, was seit Jahrzehnten passiert.

2023 unterstützte das DoD laut Wikipedia-Eintrag zum Military-Entertainment Complex unter anderem folgende Sendungen: America’s Got Talent, The Kelly Clarkson Show und The Price Is Right. Man schützt also nicht nur Panzerfilme. Man schützt auch Backshows. Die Reichweite des Pentagon-Narrativs reicht bis in das Late-Night-Fernsehen – und niemand fragt, warum ein Rüstungsapparat mit 850 Milliarden Dollar Jahresbudget in Quizshows investiert. Wie der Direktor des DoD Entertainment Media Office, Glen Roberts, in einem Interview erklärte, bewertet sein Büro Filme nach den Kriterien «Sicherheit, Genauigkeit, Richtlinie und Angemessenheit» – wobei er zugab, dass die eigentliche Frage lautet: «Ist es die richtige Art, wie wir uns in der Öffentlichkeit darstellen wollen?»

Genauigkeit ist also sekundär. Imagemanagement ist primär. Das sagt der Direktor des offiziellen Propagandabüros selbst – in einem Interview. Ohne mit der Wimper zu zucken. Das Ergebnis dieser jahrzehntelangen institutionellen Umarmung ist eine Populärkultur, in der der amerikanische Soldat per Default der Held ist, der amerikanische Feind per Default gesichtslos und barbarisch und amerikanische Kriegsverbrechen per Default inexistent. Nicht weil Hollywood antisemitisch, antiislamisch oder antiirgendetwas wäre – sondern weil der einfachste Weg zu Panzern, Flugzeugträgern und Stützpunkten eben durch das Büro von Phil Strub führt.

Beim nächsten Mal, wenn ihr im Kino sitzt und ein F-18 elegant über einen Sonnenuntergang fliegt: Das haben Steuerzahler bezahlt. Und das Drehbuch hat jemand aus dem Pentagon mitgeschrieben – und der Abspann erwähnt ihn nicht. Das ist Absicht…

Das Pentagon schreibt Drehbücher für Hollywood
Das US-Verteidigungsministerium (DoD) betreibt ein offizielles Verbindungsbüro für die Unterhaltungsbranche in Los Angeles. Dieses Büro gewährt militärische Subventionen – es stellt Flugzeugträger, Panzer und aktive Soldaten zu nahezu null Kosten zur Verfügung – jedoch nur für Produktionen, die einer vollständigen Drehbuchkontrolle zustimmen. Laut freigegebenen Dokumenten wurden Hunderte Filme, darunter Top Gun, Transformers und Iron Man, von jeglicher Kritik befreit. Szenen, die militärische Aggression, Inkompetenz oder Kriegsverbrechen zeigen, werden entfernt. Diese Struktur verwandelt Milliarden-Dollar-Blockbuster in hochbudgetierte Rekrutierungsinstrumente und konditioniert die Öffentlichkeit kulturell darauf, einen „permanenten Kriegszustand“ als sowohl heroisch als auch notwendig zu akzeptieren.
– Anweisung 5410.16 des US-Verteidigungsministeriums (DoD)

Hollywood: Popcorn, Propaganda und Panzer - Die teuerste Propagandaabteilung der Welt

Wie die CIA Filme und Fernsehen prägt
Seit über 30 Jahren arbeitet das Entertainment Liaison Office der CIA daran, die Darstellung der Behörde in Filmen und im Fernsehen zu beeinflussen. Indem sie Filmemachern «Insider»-Ratschläge und Zugang zu ihrem tatsächlichen Hauptquartier gewährt, gewinnen sie oft die Macht, Drehbücher zu beeinflussen. Diese Partnerschaft hat Serien wie Homeland, Alias ​​und 24 in Geschichten verwandelt, die Massenüberwachung und «harte» Verhöre als notwendige Werkzeuge zum Überleben darstellen. Experten nennen den Film Argo als Paradebeispiel; der Film veränderte die Geschichte, um die CIA als die alleinigen Helden der Mission darzustellen, während die massive Hilfe anderer Länder wie Kanada heruntergespielt wurde.
Quelle: Die CIA in Hollywood von Dr. Tricia Jenkins (Univ. of Texas Press) & FOIA-Dokumente aus dem Archiv Theaters of War

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Militärischer Einfluss in Videospielen
Der militärisch-unterhaltungsorientierte Komplex ist in die milliardenschwere Spieleindustrie integriert. Berater des Verteidigungsministeriums und ehemalige Geheimdienstoffiziere fungieren als kreative Leiter grosser Franchises wie Call of Duty und Battlefield, um «narrative Authentizität» zu gewährleisten. Forensische Forscher argumentieren, dass diese Spiele als «hochpräzise psychologische Konditionierung» fungieren und binäre «Wir gegen Sie»-Mechaniken verwenden, um jüngere Generationen gegenüber Krieg und Überwachung zu desensibilisieren und gleichzeitig die Technologie von Militärunternehmen zu verherrlichen. Die US-Armee schuf America’s Army speziell, um traditionelle Rekrutierungsgesetze zu umgehen und Kinder anzusprechen. Dies beweist, dass das Ziel moderner Unterhaltung nicht nur Spass ist, sondern auch darin besteht, eine jüngere Generation daran zu gewöhnen, die Welt durch eine militärische Brille zu sehen.
jacobin.com | Artikel: Das Pentagon liebt Ego-Shooter-Videospiele

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Quellen:

1. The Pentagon Slide
DoD Instruction 5410.16 (Official PDF) – https://www.esd.whs.mil/Portals/54/Documents/DD/issuances/dodi/541016p.pdf

2. The CIA Slide
Theaters of War (Documentary & FOIA Archive) – https://go.mediaed.org/theaters-of-war

3. The Video Games Slide
Jacobin: The Pentagon Loves First-Person Shooter Video Games – https://jacobin.com/2022/10/pentagon-first-person-shooter-video-games-military-recruitment-propaganda

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(via Red Pill Conspiracy)


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«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.

Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

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