«He’s Out There» ist ein überraschend starker, aber im dritten Akt dann auch überraschend durchschnittlicher Home-Invasion/Slasher-Mix. Insgesamt verfügt der Streifen über einige spannende Stellen, einige gute Ideen und über creepy Puppen. Nur die Kinder sind teilweise etwas anstrengend, was aber auch an der Synchro gelegen haben könnte. «He’s Out There» bietet zwar keine allzu grossen Überraschungen, dafür aber gute Unterhaltung.
Das Problem bei vielen Home-Invasion-Thrillern besteht oft darin, dass das Setting zwar enormes Potential für spannende Sequenzen liefert, für eine Spielfilmlänge aber dann meist zu wenig Fleisch am Knochen hat. Das löst «He’s Out There» allerdings recht geschickt. Die Spannungskurve beginnt bereits zum Ende des ersten Aktes rasant anzusteigen, sodass ich schon die Befürchtung hatte, dass der Film dieses Niveau vielleicht nicht ganz zu halten vermag. Das schafft er aber und gipfelt dann bereits im zweiten Akt in stark inszenierte Terrorspitzen. Besonders lobenswert ist hier auch die Leistung der beiden Kinderschauspielerinnen, die die kindliche Perspektive der Angst in einer solchen Situation stark einbringen. Jeder erinnert sich sicher an das Gefühl als Kind, wenn man bemerkt, dass in der Erwachsenenwelt etwas nicht stimmt, man aber nicht genau ausmachen kann, worum es sich handelt, da einem als Kind einfach der Erfahrungsschatz fehlt und einem auch gewisse Informationen vorenthalten werden, einfach aufgrund der Tatsache, dass man ein Kind ist. Dieses Gefühl bringen die beiden Mädels super rüber.
Wäre nicht der dritte Akt, dann hätte «He’s Out There» für mich sogar das Potential gehabt, zu einer der grossen Überraschungen des Jahres zu werden. Im dritten Akt geht der Fokus dann von Home-Invasion weg und es werden eher klassische Slasher-Motive gezeichnet. Kann man gern so machen, denn ich liebe klassische Slasher, doch dieser Part ist so abgedroschen, ausgelutscht und durchschnittlich inszeniert und geschrieben, wie man es sich nur vorstellen kann. Der Film wird dadurch nicht zerstört, denn dazu sind die ersten beiden Akte einfach zu stark. Ich war aber doch ein wenig enttäuscht, dass ich nach so einem starken Auftakt dann so gewöhnlich aus dem Film geschmissen wurde. Yvonne Strahovski spielt die mutige und starke Mutter sehr solide und überwindet ihre Angst, um ihre geliebten Töchter zu beschützen. Der durch seine creepy Maskierung in seiner Bedrohlichkeit gut dargestellte Killer, lässt etwas auf sich warten, bis er die Linse unsicher macht. Zuvor betreibt er Psychoterror in Form von vergifteten Cupcakes, ominösen Geräuschen, unheilvollen Botschaften, Reifendemontage, Eier werfen, gruseligen Puppen und Bildergeschichten. Dass die Motivation des Killers letztendlich nur eine nebulöse Erklärung erfährt, hat mich nicht sonderlich gestört, da ihn das nur mysteriöser und unberechenbarer macht.
«He’s Out There» ist der Debütfilm von Quinn Lasher und dass grosses Potential vorhanden ist, zeigt er hier bereits auf. Mit einem stärkeren Ende wäre aber durchaus noch ein Pünktchen mehr drin gewesen. Das Drehbuch von Mike Scannell bietet ein gutes Setting, doch dafür stört mich der etwas starke Schwarzwert im Bild, die Soundmischung ist dafür umso besser. «He’s Out There» bietet einiges auf, um an den Nerven zu zerren. Die Darsteller, allen voran Yvonne Strahovski als Mutter Laura wirkt überzeugend und trägt den Film solide. Ebenso wie die Kinderdarsteller Abigail und Anna Pniowsky. Die Waldbilder sind schön düster eingefangen, die Story bietet zwar nicht viel Neues, doch ist wegen des Kinderbuchs durchaus spannend aufgebaut und hat dank des Fieslings Potential eine neue Kultfigur zu erschaffen.









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