Es gibt diese Momente, in denen man kurz innehält und sich fragt, ob man gerade schlecht geträumt oder ob die Realität beschlossen hat, Satire endgültig überflüssig zu machen. Einer dieser Momente entsteht, wenn Menschen aus vollkommen unterschiedlichen politischen Lagern plötzlich gemeinsam hinter einer Petition stehen. Nicht zufällig. Nicht aus Höflichkeit. Sondern aus ernsthafter Sorge.

Wenn Journalisten, Künstler, Ökonomen, Militärs, ehemalige Regierungsberater, linke Systemkritiker, konservative Staatsrechtler, Globalisierungskritiker, EU-Skeptiker, Friedensaktivisten und erklärte Gegner westlicher Machtpolitik gleichzeitig sagen: «So geht das nicht mehr», dann ist das kein Zufall. Das ist ein Alarmsignal. Und zwar kein leises.

Normalerweise verbringt man Jahre damit, diese Namen voneinander zu trennen. Der eine gilt als zu links, der nächste als zu rechts, der dritte als «umstritten», der vierte als «problematisch», der fünfte als «nicht mehr tragbar». Diskurspolizei zufrieden, Ordnung hergestellt. Jeder bleibt bitte in seiner ideologischen Schublade, damit das Weltbild nicht wackelt.

Und dann kommt diese Petition.

Plötzlich stehen sie nebeneinander. Menschen, die sich sonst bestenfalls ignorieren würden, schlimmstenfalls öffentlich zerlegen. Und sie eint nicht etwa ein Detail, sondern etwas Grundsätzliches: Der Widerstand gegen rechtswidrige Sanktionen gegen einen Schweizer Offizier. Und darüber hinaus gegen einen politischen Kurs der EU, der längst nicht mehr als Diplomatie durchgeht, sondern als moralisch verbrämter Dauerkrieg.

Spätestens hier sollte man nervös werden.

Denn das Narrativ sagt eigentlich: Wer den Kriegskurs kritisiert, ist naiv, gefährlich, verdächtig oder gleich alles zusammen. Wer Sanktionen hinterfragt, stellt sich angeblich ausserhalb der «Wertegemeinschaft». Und wer dabei auch noch juristische Prinzipien erwähnt, gilt als hoffnungslos altmodisch.

Blöd nur, wenn genau diese Kritik plötzlich aus allen Richtungen gleichzeitig kommt.

Dann funktioniert das gewohnte Abwertungsritual nicht mehr. Man kann nicht mehr einfach sagen: «Das sind nun mal die einen.» Denn welche denn? Die Linken? Die Konservativen? Die Künstler? Die Militärs? Die Ökonomen? Die ehemaligen Insider? Oder einfach Menschen, die noch wissen, dass Rechtsstaatlichkeit kein optionales Feature ist, das man bei Bedarf abschaltet?

Patrick Baab, Sevim Dagdelen, Dieter Dehm, Tino Eisbrenner, Justus Franz, Daniele Ganser, Ulrike Guérot, Gabriele Gysi, Friedrich Hinterberger – Club of Rome, Patrick Köbele – DKP, Roger Köppel, Gabriele Krone-Schmalz, Hans-Georg Maßen, Oberstleutnant Peter Misch, Albrecht Müller, Max Otte, Didier Pfirtner – Berater des UN-Generalsekretärs Kofi Anan, Milena Preradovic, Lord Robert Skidelsky – House of Lords, Wolfgang Streeck , Raimund Unger, Aya Velazquez, Alexander Wallasch Roger Waters, Oberst Lawrence Wilkerson – ehem. Stabschef von US-Aussenminister Colin Powell und viele andere mehr sagen bis hierher und nicht weiter!

Die Sanktionen gegen einen Schweizer Oberst sind dabei nur der Auslöser. Der eigentliche Konflikt liegt tiefer. Es geht um die Normalisierung von Rechtsbruch im Namen des Guten. Um eine EU, die sich moralisch auflädt, während sie rechtlich ausdünnt. Um eine Politik, die Sanktionen, Eskalation und Ausgrenzung als alternativlos verkauft, aber jede echte Debatte darüber vermeidet.

Und genau deshalb ist dieses Bündnis so gefährlich für den Status quo. Nicht, weil diese Menschen «recht haben müssen», sondern weil sie eine Grenze markieren. Eine Grenze, hinter der es nicht mehr um Meinung geht, sondern um Prinzipien.

Kurz vor zwölf ist dabei keine Metapher mehr, sondern eine nüchterne Zustandsbeschreibung. Wenn selbst Personen, die sich sonst gegenseitig misstrauen, gemeinsam sagen: «Hier läuft etwas fundamental schief», dann ist Wegsehen keine Haltung mehr, sondern Bequemlichkeit.

Diese Petition ist kein Heilsversprechen. Sie ist ein Prüfstein. Wer sie unterschreibt, sagt nicht: «Ich bin mit allem einverstanden.» Sondern: «Ich akzeptiere nicht, dass Rechtsbruch, Kriegspolitik und moralische Selbstüberhöhung zur neuen Normalität erklärt werden.»

Und ja, genau deshalb sollte man sie unterschreiben. Nicht aus Lagerdenken. Sondern aus Verantwortung…


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Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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