2020 hiess es: Vermeiden Sie nicht notwendige Reisen. Bleiben Sie zu Hause. Verlassen Sie die Wohnung nur für essenzielle Zwecke. Es war eine Gesundheitsmassnahme. Natürlich. Zu deinem Schutz. Immer zu deinem Schutz. 2026 sagt Australiens Regierung: Vermeiden Sie nicht notwendige Fahrten. Japan rationiert Treibstoff. Südkorea rationiert Treibstoff. Bangladesh. Philippinen. Der Dominostein fällt – leise, methodisch, mit derselben Terminologie wie vor fünf Jahren, nur mit anderem Etikett. Diesmal heisst es Energiemassnahme. Das Ergebnis ist dasselbe.

Die Domino-Kette, über die niemand spricht
Fangen wir mit den Zahlen an – nicht mit Theorie, sondern mit dem, was bereits passiert. Öl bei 110 Dollar pro Barrel. Auf dem Weg zu 150, möglicherweise 175. Der CEO von United Airlines plant intern für 175-Dollar-Öl bis Ende 2027 – und hat bereits fünf Prozent der Flüge gestrichen. Nicht als Vorsichtsmassnahme. Als Reaktion auf eine Realität, die bereits eingetreten ist. Was folgt, ist keine Spekulation. Es ist Arithmetik.
Transportkosten explodieren. Jedes Produkt in jedem Regal wird teurer – nicht weil es knapper geworden wäre, sondern weil der Weg vom Produzenten zum Konsumenten teurer wird. Dünger bewegt sich nicht mehr durch Hormus. Bauern zahlen mehr. Lebensmittel kosten mehr. Benzin geht auf fünf, sechs, sieben Dollar pro Gallone – und irgendwo zwischen sechs und sieben beginnt der Konsument, sein Verhalten zu ändern. Zuerst freiwillig. Dann auf Empfehlung. Dann auf Anordnung. Das ist die Kette. Sie läuft bereits.

Das Wörterbuch der Kontrolle
Es gibt ein Prinzip in der politischen Kommunikation, das so alt ist wie die politische Kommunikation selbst: Wer die Sprache kontrolliert, kontrolliert die Wahrnehmung der Realität. 2020 wurde ein Aufenthaltsbeschränkung nicht Ausgangssperre genannt. Es wurde Schutzmassnahme genannt. Quarantäne. Eindämmungsstrategie. Die Massnahme war dieselbe – du verlässt das Haus nicht ohne Erlaubnis – aber die Bezeichnung war sorgfältig gewählt, um Widerstand zu minimieren.
2026 wird ein Bewegungsverbot nicht Lockdown genannt. Es wird Energiesolidarität heissen. Verbrauchsreduktion. Nachhaltige Mobilitätsstrategie. Krisenreaktion. Der Unterschied zur Realität ist marginal. Der Unterschied zur öffentlichen Wahrnehmung ist enorm – und genau darauf kommt es an. Japan rationiert bereits. Südkorea rationiert bereits. Australien empfiehlt bereits, nicht notwendige Fahrten zu vermeiden. Das ist keine Zukunftsspekulation. Das ist der Stand dieser Woche.

Die Frage, die man nicht stellen soll
Man könnte fragen: Ist das alles unvermeidlich? Ist die Energiekrise wirklich nur das Ergebnis eines Krieges, der zufällig ausgebrochen ist – oder ist sie das Ergebnis von Entscheidungen, die über Jahre getroffen wurden und deren Konsequenzen jetzt eintreten? Man könnte fragen, warum Energieinfrastruktur in Europa systematisch abgebaut wurde – Kernkraftwerke, Gasreserven, Raffinationskapazitäten – während die Abhängigkeit von einzelnen Lieferketten wuchs. Man könnte fragen, wer von Energieknappheit profitiert und wer darunter leidet. Man könnte fragen, ob Bewegungsbeschränkungen unter dem Label Energiemassnahme dieselbe gesellschaftliche Akzeptanz benötigen wie unter dem Label Gesundheitsmassnahme – oder ob die Bevölkerung inzwischen so konditioniert ist, dass das Label selbst irrelevant geworden ist. Diese Fragen werden nicht gestellt. Zumindest nicht laut. Zumindest nicht dort, wo es Konsequenzen hätte.

Was 2020 gelehrt hat – und was gelernt wurde
Die Lehre aus 2020 war, je nach Perspektive, eine völlig andere. Die Bevölkerung lernte: In Krisen gehorcht man. Man fragt nicht zu viel. Man vertraut den Institutionen. Man akzeptiert vorübergehende Einschränkungen für das Gemeinwohl – auch wenn vorübergehend länger dauert als angekündigt.
Die Institutionen lernten: Es funktioniert. Die Compliance war höher als erwartet. Die Sprache der Fürsorge öffnet Türen, die die Sprache der Kontrolle verschlossen hätte. Das nächste Mal weiss man, wie es geht. Das nächste Mal ist jetzt.
Nicht mit Virus. Mit Öl. Nicht mit Gesundheitsministerium. Mit Energieministerium. Nicht mit Inzidenzwerten. Mit Barrel-Preisen. Die Infrastruktur der Einschränkung – digital, bürokratisch, kommunikativ – steht. Sie wurde 2020 aufgebaut und nie vollständig abgebaut. Sie wartet auf den nächsten Anlass.

Der Lockdown, der sich nicht so nennt
Am Ende steht eine einfache Beobachtung, die schwer zu widerlegen ist: Wenn du dein Haus nicht verlassen kannst ohne staatliche Genehmigung – ob wegen eines Virus oder wegen eines Ölpreises – dann ist das Ergebnis dasselbe. Die Begründung wechselt. Der Mechanismus bleibt.
Sie werden es nicht Lockdown nennen. Sie haben 2020 gelernt, dass das Wort Widerstand erzeugt. Sie werden es anders nennen. Klüger. Weicher. Fürsorglicher. Und ein erstaunlich grosser Teil der Bevölkerung wird nicken – weil er 2020 auch genickt hat und weil das Nicken damals keine spürbaren Konsequenzen hatte. Bis es welche hatte.

Sie nennen es Energiemassnahme. Du nennst es, was es ist. Oder du nickst wieder…

Energiesolidarität - das neue Wort für: Bitte belieben Sie zuhause


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Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen ;) Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.

Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.

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