Der norwegische Backwood-Horror «Detour» kann mit soliden Darstellern, einer düsteren Atmophäre und einen guten Spannungsbogen überzeugen. Schön auch, das hier Thrill mehr zählt als Gore. Der nette Mix aus verschiedenen Horrorfilm-Klassikern bietet zwar wenig neues, ist aber dennoch gut gemacht. Kurzweilige Unterhaltung und nette kleine Überraschung aus Skandinavien.
Dieser Film traut sich, was ich bei anderen Genrefilmen häufig vermisse, nämlich die notwendige Kürze zu haben, um nicht gestreckt zu wirken. Für die meisten Backwood-Slasher und artverwandte Genres reichen 70 Minuten einfach aus. Angenehm ist auch, dass wir hier nicht eine Horde ätzender Collegestudenten haben, denen man häufig sogar wünscht, dass sie schnellstmöglich abgemetzelt werden, sondern ein authentisches Paar, was der Identifikation mit den Hauptfiguren zu Gute kommt. Der Film kommt mit wenig Blut aus und die wenigen Gewaltdarstellungen sind entweder nur angedeutet oder recht milde ausgefallen, was in diesem kurzweiligen Survival-Trip aber kein wirkliches Problem darstellt da der Film auf stimmungsvoller Ebene völlig überzeugt. Die Darsteller machen ihren Job wirklich gut, auch wenn ihre Handlungen für diese Art von Film typisch und überraschungsarm daherkommen, wirken sie über sehr weite Strecken glaubwürdig und tragen zu einem durchgehend spannenden Ablauf bei.
«Detour» tischt uns nichts neues auf, allerdings serviert er es uns geschmackvoller als einige andere Vertreter des Genres und seine durchgehend bedrohliche Atmosphäre sorgen bei einer Laufzeit von gerade mal 75 Minuten für angemessene Unterhaltung ohne zu langweilen. Hätte die Regie hier noch etwas mehr Gespür für kreative Wendungen aufgebracht und sich die üblichen Verdächtigen, was die Klischees betrifft, verkniffen, wäre hier ein Beitrag mit Ausrufezeichen möglich gewesen. Schade wurde hier einiges verschenkt. Somit kann niemand hier etwas Oscar-Verdächtiges erwarten, doch für einen soliden Horrorabend reicht der Film durchaus. Ich hatte über die gesamte Laufzeit das Gefühl, gut unterhalten zu werden und man beginnt automatsich ordentlich mitzufiebern. Genrefans werden hier nicht viel neues entdecken, aber immerhin einen guten Vertreter in skandinavischer Unaufgeregtheit vorfinden.



«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








