Was hat die Fassade bei dir zum Einsturz gebracht? War es dieser eine Artikel, der klang, als hätte ihn ein Praktikant mit Netflix-Abo und Parteibuch verfasst? Oder der Jobtitel, der zwar nett auf der Visitenkarte stand, aber langsam dein Rückgrad durch ein Excel-Sheet ersetzte? Vielleicht war es auch der Moment, in dem du Macht aus nächster Nähe gesehen hast. Nicht im Hollywood-Stil mit Zigarre und finsterem Lachen, sondern ganz banal: geschniegelt, geschniegelt leer, geschniegelt grausam.
Irgendwann kippt etwas. Meist leise. Keine Explosion, kein Gong. Eher ein inneres «Moment mal». Der Augenblick, in dem Gehorsam plötzlich nicht mehr wie eine Tugend klingt, sondern wie ein Rabattcode für Selbstverrat. Der Punkt, an dem man merkt, dass «Grundrechte» offenbar Leihgaben sind. Gewährt von Fremden, die man nicht kennt, gewählt von Fremden, die man auch nicht kennt, verwaltet von Apparaten, die niemand mehr kontrolliert, aber alle ehrfürchtig für alternativlos halten.
Wir kommen nicht alle durch dieselbe Tür. Manche werden mit der Brechstange hineingeworfen. Trauma, Krankheit, Verlust. Andere stolpern eher zufällig hinein. Aus Liebe. Aus Mitgefühl. Oder weil sie irgendwann bemerken, dass etwas in ihnen langsam erstickt. Etwas, das früher selbstverständlich war: Würde. Eigenverantwortung. Das leise, aber hartnäckige Gefühl, dass Freiheit kein Antrag ist, den man genehmigt bekommt.
Und dann beginnt diese seltsame Phase. Man liest plötzlich anders. Hört anders zu. Glaubt nicht mehr alles, nur weil es «alle sagen». Ein gefährlicher Zustand, wie man dir erklären wird. Kritisches Denken gilt inzwischen als Einstiegsdroge. Wer Fragen stellt, muss etwas kompensieren. Wer Zweifel äussert, ist radikalisiert. Ein wunderbares Wort übrigens. «Radikalisiert». Klingt nach Extremismus, meint aber oft nur: Jemand hat aufgehört, alles zu schlucken.
Die Ironie ist brutal. Radikal wird nicht der, der denkt. Radikal ist das System, das Denkverweigerung zur moralischen Pflicht erhebt. Radikal ist eine Ordnung, die Gehorsam feiert und Abweichung pathologisiert. Radikal ist die Erwartung, dass erwachsene Menschen ihre Urteilskraft an Experten delegieren sollen, die sich regelmässig widersprechen und nie haften.
Was also hat dich «radikalisiert»? War es wirklich ein einzelnes Ereignis? Oder eher diese Summe aus Widersprüchen, Heuchelei und offener Verachtung für den mündigen Menschen? Wahrscheinlich war es kein Knall. Wahrscheinlich war es ein langsames, nüchternes Erwachen.

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«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.
Mein Blog war niemals darauf ausgelegt Nachrichten zu verbreiten, geschweige denn politisch zu werden, doch mit dem aktuellen Zeitgeschehen kann ich einfach nicht anders, als Informationen, welche sonst auf allen anderen Kanälen zensiert werden, hier festzuhalten. Mir ist dabei bewusst, dass die Seite mit dem Design auf viele diesbezüglich nicht «seriös» wirkt, ich werde dies aber nicht ändern, um den «Mainstream» zu gefallen. Wer offen ist, für nicht staatskonforme Informationen, sieht den Inhalt und nicht die Verpackung. Ich habe die letzten 2 Jahre genügend versucht, Menschen mit Informationen zu versorgen, dabei jedoch schnell bemerkt, dass es niemals darauf ankommt, wie diese «verpackt» sind, sondern was das Gegenüber für eine Einstellung dazu pflegt. Ich will niemandem Honig ums Maul schmieren, um auf irgendwelche Weise Erwartungen zu erfüllen, daher werde ich dieses Design beibehalten, denn irgendwann werde ich diese politischen Statements hoffentlich auch wieder sein lassen können, denn es ist nicht mein Ziel, ewig so weiterzumachen
Ich überlasse es jedem selbst, wie er damit umgeht. Gerne dürfen die Inhalte aber auch einfach kopiert und weiterverbreitet werden, mein Blog stand schon immer unter der WTFPL-Lizenz.
Es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier eigentlich tue, DravensTales wurde im Laufe der Jahre Kulturblog, Musikblog, Schockblog, Techblog, Horrorblog, Funblog, ein Blog über Netzfundstücke, über Internet-Skurrilitäten, Trashblog, Kunstblog, Durchlauferhitzer, Zeitgeist-Blog, Schrottblog und Wundertütenblog genannt. Was alles etwas stimmt… – und doch nicht. Der Schwerpunkt des Blogs ist zeitgenössische Kunst, im weitesten Sinne des Wortes.
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