«Waffen Waffen Waffen» ist kein subtiler Spaziergang, sondern ein Marsch. Mit Stahlkappen. Und zwar direkt durch das Wohnzimmer. Eisbrecher tun hier das, was sie am besten können: Sie halten der Welt einen Spiegel vor und schlagen ihn anschliessend mit dem eigenen Riff kaputt. Sicherheitshalber dreimal. Der Song wälzt sich mit industrieller Schwere nach vorne, mechanisch, kalt und präzise wie eine gut geölte Maschine. Das Schlagzeug stampft, die Gitarren sägen, und alles klingt so, als wäre es extra dafür gebaut worden, um kollektive Nervosität zu vertonen. Musikalisch ist das kein Chaos, sondern kontrollierte Gewalt. Ordnung im Lärm. Deutsch. Effizient. Unnachgiebig.
Ironisch wird es dort, wo der Song scheinbar das feiert, was er eigentlich seziert. Wiederholung als Stilmittel, als Keule, als Dauerfeuer. «Mehr, lauter, härter» wird nicht hinterfragt, sondern so lange überzeichnet, bis es weh tut. Eisbrecher zeigen keine Moralkeule, sie lassen die Absurdität für sich sprechen. Wer zuhört, merkt schnell: Das ist keine Hymne auf Bewaffnung, sondern ein Soundtrack zur kollektiven Paranoia. Der Gesang kommt kühl, distanziert, fast emotionslos. Genau das macht ihn so wirksam. Kein Geschrei, kein Pathos. Nur Feststellung. So klingt eine Welt, die sich an Aufrüstung gewöhnt hat und dabei vergisst, warum sie eigentlich Angst hat.
«Waffen Waffen Waffen» ist NDH mit rostigem Grinsen. Ein Song, der gleichzeitig antreibt und entlarvt. Zum Mitnicken, Mitdenken und unbehaglich Wohlfühlen. Laut genug, um gehört zu werden. Kalt genug, um hängen zu bleiben…
Ich fühl mich nicht mehr sicher
Komm mir nicht zu nah
Die Welt ist voller Spinner
(Waffen Waffen Waffen)
Ja es sind harte Zeiten
Mein Leben in Gefahr
Die Luft wird immer dünner
(Waffen Waffen Waffen)Ich muss mich besser schützen
Ihr lasst mir keine Wahl
Ich trag ein heisses Eisen
Aus eiskaltem Stahl
Ich liege auf der Lauer
Ich nehme mir das Recht
Bin einеr von den Guten
Nur die andеren die sind schlechtMacht Euch keine Sorgen
Was soll schon gross passieren
Es leigt nun mal in unserem Blut
Total zu eskalieren
Wir sind doch die Guten
Lasst uns aus all dem Leid
Eine neue Welt erschaffen
Mit Waffen Waffen WaffenWaffen Waffen Waffen
Willst Du Frieden schaffen
Dann musst Du es richtig machen
Mit Waffen Waffen WaffenIch schau aus meinem Fenster
Überall Gewallt
Wo wird das alles enden
(Waffen Waffen Waffen)
Es wird nicht lange dauern
Bis es richtig knallt
Und sich die Zeiten wenden
(Waffen Waffen Waffen)Ich had alles auf Lager
Doch zero Toleranz
Ich treffe gerne Menschen
Aus sicherer Distanz
Ich mach heir keinen Terror
Ich hab Euch alle lieb
Ich will nur meinen Frieden
Und erkläre Euch den KriegMacht Euch keine Sorgen
Was soll schon gross passieren
Es liegt nun mal in unserem Blut
Total zu eskalieren
Wir sind doch die Guten
Lasst ins Eis all dem Leid
Eine neue Welt erschaffen
Mit Waffen Waffen WaffenWaffen Waffen Waffen
Willst Du Frieden schaffen
Dann musst Du es richtig machen
Mit Waffen Waffen WaffenWaffen Waffen Waffen
Waffen Waffen Waffen
Ihr könnt Euch sicher sein
Wir werden Euch befreien
Mit Waffen Waffen Waffen

«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








