Während andere Bands Komitees gründen, Produzenten verheiraten und drei Jahre brauchen, um einen Riff zu vollenden, haut der Schotte James McBain Album um Album raus, als wäre die Apokalypse gebucht und der Tourbus schon warm. Mit «Coronach», seinem vierten Studiowerk unter dem Banner Hellripper, legt McBain nach, als hätte ihm «Warlock Grim & Withered Hags» nie den Schlaf geraubt. Hat es offensichtlich nicht. Der Teufel schläft halt nicht.
Kinchyle (Goatkraft and Granite), der Schlachtruf des McBain Clans, wird als Blackened-Thrash-Granate in die Schädeldecke gemeisselt. Der Track haut rein wie ein Claymore aus dem Hochnebel, treibt voran mit dieser typischen Hellripper-Präzision, die zwischen Gehirnamputierung und Ohrwurm kaum noch unterscheidet – und dann, mitten im Chaos, diese akustische Gitarrensequenz. Kurz, clever, perfekt platziert. Als würde jemand inmitten einer Prügelei kurz die Geige zücken – und es funktioniert trotzdem. Oder gerade deswegen. Kinchyle ist das Herzstück, der Beweis, dass McBain nicht nur Lärm produziert, sondern Songs schreibt. Brachiale, hochprozentige Songs – aber Songs. Coronach wird wehtun. In der besten aller möglichen Bedeutungen…

«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








