Kal-El sind zurück. Und zwar nicht mit einem höflichen Nicken, sondern mit der Faust durch die Raumzeit. Astral Voyager Vol. 2 ist die Fortsetzung eines Albums, das viele ohnehin schon für den heiligen Gral ihres Katalogs halten. Zu Recht. Dieses Ding ist bis zum Rand vollgestopft mit Riffs, Hooks und dem unmissverständlichen Gefühl, dass jemand gerade sehr laut «Scheiss auf Konventionen» gesagt hat. Wer Beweise braucht, soll sich «Juno» hier anhören. Danach erübrigt sich jede Diskussion. Das ist kein Song, das ist ein interstellarer Rammbock.
Storymässig geht’s da weiter, wo Vol. 1 aufgehört hat: Kopfgeldjägerin Mica ist auf der Flucht vor The Nine, springt durch Zeit und Raum, sammelt Ziele ein und wahrscheinlich auch ein paar kaputte Galaxien. Sci-Fi, Multiversum, kosmischer Druck. Alles drin. Aber keine Angst: Musikalisch bleibt das Ganze herrlich erdig. Massive Riffs treffen auf Wüsten-Hymnen, die klingen, als hätte jemand Kyuss und einen alten Sci-Fi-Roman in einen Reaktor geworfen. Thematisch wird’s angenehm unbequem. Manipulation, Kontrolle, unsichtbare Mächte, die lieber hätten, dass alle brav bleiben. Also im Grunde Alltag. Nur mit Raumschiffen.
Kal-El schaffen das Kunststück, Heavy Metal gleichzeitig episch, dreckig und ironisch aufgeladen zu halten, ohne jemals belehrend zu wirken. Astral Voyager Vol. 2 predigt nicht. Es brennt. Erscheint am 20. März. Anschnallen. Laut machen. Realität aus. Space an…

«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








