Seit 1971 bringt der 81-jährige Klaus Schwab die Spitzen aus internationaler Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft im Schweizer Bergdorf Davos zusammen. Zum ersten Mal in der fünfzigjährigen Geschichte des Weltwirtschaftsforums konnte ein unabhängiges Filmteam hinter den Kulissen des Imperiums dieser Megastiftung drehen. In bester House-of-Cards-Manier beobachtet das Team des Dokumentarfilms «The Forum» hinter verschlossenen Türen, wie Diplomatie funktioniert, wenn die Mächtigsten der Welt unter sich sind.
Klaus Schwab hat das Weltwirtschaftsforum gegründet und ist angetreten „die Welt zu verbessern“. Jennifer Morgan von Greenpeace International begleitet das WEF seit Jahren und tritt im Film als Kritikerin auf. Sie hält dieses wohlklingende Narrativ für gefährlich, „weil es suggeriert, es sei die Absicht des WEF, die Welt zu einem besseren Ort zu machen“. In ihren Augen sichere es jedoch nur den Status Quo der Eliten. Geprägt von der sozialen Marktwirtschaft, glaubt Schwab fest daran, dass die Probleme der Welt nur im Dialog gelöst werden können. Im Film sagt er: „Wenn sie Pfarrer einer Kirche wären, möchten sie, dass die Sünder am Sonntag in ihre Kirche kommen und möchten sie nicht aussperren.»
Die Kamera ist dabei, wenn sich Trump, Bolsonaro & Co. zu bilateralen Gesprächen mit Wirtschaftsführern zurückziehen, wenn diplomatische Konflikte in den verschachtelten Gängen des Kongresszentrums in Davos ausgetragen werden oder CEOs der weltgrößten Konzerne die Schulbank drücken und an komplexe Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz herangeführt werden. Gleichzeitig begleitet der Film führende Mitarbeiter von Klaus Schwab nach Asien und Afrika, etwa beim Versuch durch nachhaltige Palmölprojekte in Indonesien die Abholzung des Regenwaldes zu stoppen oder nach Ruanda, wo die Versorgung von Krankenhäusern mit Blutkonserven durch Drohnen erprobt wird.
Während der Dreharbeiten 2018 und 2019 ist die Welt in Aufruhr: Klimakrise, Brexit, Gelbwestenproteste auf Frankreichs Straßen, der brennende Amazonas-Regenwald und der Handelskrieg zwischen den Weltmächten USA und China. Aber nicht nur eine neue Riege populistischer Führer wie Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro fordern Elite und Establishment heraus, auch eine neue Generation rebellischer Jugendlicher, angeführt von der Klimaaktivistin Greta Thunberg drängen in die Öffentlichkeit. Jennifer Morgan nutzt das exklusive Treffen, um Politiker und Wirtschaftsführer für mehr Klimaschutz zu gewinnen. Der Film wirft Fragen auf: Trägt die Vision von Klaus Schwab Früchte und kann das World Economic Forum zur Lösung der globalen Probleme beitragen? Oder ist es Teil des Problems und dient nur der Durchsetzung der Eigeninteressen der globalen Elite?
Wenn ihr die Arbeit von Marcus Vetter unterstützen wollt, könnt ihr den Film bei Vimeo ausleihen oder kaufen. Nachfolgend der Film in der Ausstrahlung des ORF:

«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.







