Manchmal stolpert man über Gespräche, bei denen man sich fragt, ob man gerade einem Interview lauscht oder versehentlich in den dystopischen Directors Cut eines Pandemie-Thrillers geraten ist. So ungefähr fühlt sich der neueste Gedankenausflug von Dr. Michael Nehls und Simo Azzaoui an. Wer schwache Nerven hat, möge bitte vorher eine Wärmflasche holen oder sich prophylaktisch unter dem Tisch verstecken. Es könnte intensiv werden.
Die beiden diskutieren nämlich nicht irgendeinen belanglosen Alltagsschrott wie Handyverträge oder die Frage, ob die Welt Pizza Hawaii verdient. Nein. Es geht um mentale Erschöpfung, Informationsflut, Politik, Angst, den Verfall menschlicher Gehirnleistung und natürlich die unvermeidliche These: «Was, wenn das alles kein Zufall ist?»
Wie immer, wenn sich jemand traut, das Offensichtliche auszusprechen – nämlich dass Politiker sich nie irren, weil sie grundsätzlich lieber die Realität falten, als Fehler zuzugeben – landet man schnell bei der Grundannahme: Das ganze Kartenhaus würde einstürzen, wenn auch nur ein einziger Regierungsvertreter «Sorry» nuscheln würde. Und weil Entschuldigen bei Politikern ungefähr so verbreitet ist wie Empathie bei Versicherungen, drehen wir uns also weiter im Kreis.
Zwischendrin die obligatorische Frage: «Leben wir im grössten Irrenhaus der Geschichte?» Spoiler: Ja. Und die Tapete wird jeden Tag hässlicher.
Die beiden arbeiten sich weiter durch die Greatest Hits der modernen Paranoia: WHO, KI, Pandemien, Impfprogramme, Bevölkerungskontrolle, Biowaffen, mentale Überforderung. Und während der normale Mensch noch damit beschäftigt ist, genug Schlaf zu bekommen, erklärt Nehls nebenbei, dass unser Hippocampus in Zeitlupe schmilzt. Ein mentaler Käsewürfel, der dank Informationsmüll, Bewegungsmangel und Daueralarmismus langsam verdunstet.
70 Prozent der Menschen seien überfordert, überstimuliert, ausgelaugt. Das überrascht jetzt niemanden, der schon einmal versucht hat, eine Woche Nachrichten zu schauen, ohne danach sein Sofa aufzufressen. Dazu kommt die Angst-Ökonomie: Politiker wetzen ihre Narrative, Medien liefern Schockmenüs im Stundentakt und die Bevölkerung taumelt in kollektiver Erschöpfung. Ein System, das perfekt ineinandergreift – zumindest, wenn man es mit einem zynischen Blick betrachtet. Was du hiermit tust. Glückwunsch.
Dann biegt das Gespräch ab in Richtung KI. Exponentielles Wachstum, 300 Prozent mehr Rechenhirn pro Jahr und der Mensch sitzt daneben, knabbert an seinen mentalen Restfunktionen und hofft, dass die Maschine ihm wenigstens noch sagt, wann er schlafen sollte. In fünf Jahren sei KI so mächtig, dass wir uns wünschen werden, wir hätten nie gelernt, wie man Software updatet. Sehr tröstlich.
Dazu kommt die Sorge, dass Biomonitoring, Wearables und emotionale Auswertungen bald so normal sind wie eine Fitness-App. Wer beim Anblick eines Regierungschefs nicht die «korrekten» Hirnwellen produziert, kann sich schon mal seelisch auf die digitale Strafarbeit vorbereiten. Orwell hätte Spass. Doch keine Angst – natürlich endet alles auf einer hoffnungsvollen Note: «Keiner kommt, um dich zu retten.» Wundervoll.
Im Ernst: Die eigentliche Kernbotschaft lautet: Mach dich mental stabil. Trainiere dein Gehirn. Beweg dich. Fasten. Schlafen. Und hör auf, zu glauben, dass jemand da oben deine Probleme löst. Wird nicht passieren. Niemals…

«Dravens Tales from the Crypt» bezaubert seit über 15 Jahren mit einer geschmacklosen Mischung aus Humor, seriösem Journalismus – aus aktuellem Anlass und unausgewogener Berichterstattung der Presse Politik – und Zombies, garniert mit jeder Menge Kunst, Entertainment und Punkrock. Draven hat aus seinem Hobby eine beliebte Marke gemacht, welche sich nicht einordnen lässt.








